Ziergräser erleben seit einigen Jahren eine wahre Blütezeit. Und das völlig zu Recht! Natürlich, luftig und vom Wind bewegt, zeigen sich diese Gräser mindestens neun Monate im Jahr von ihrer schönsten Seite. Im Laufe der Jahreszeiten wirken sie oft ganz unterschiedlich. Inzwischen sind sie aus vielen Gärten nicht mehr wegzudenken. Auch die Züchter wissen das und bringen jedes Jahr neue Sorten auf den Markt, die das ohnehin schon große Sortiment erweitern. Da fällt die Auswahl nicht leicht – besonders, wenn Sie sich gerade erst für diese Pflanzen interessieren!

Hier finden Sie daher eine kleine Auswahl mehrjähriger Gräser: 10 bewährte Sorten, die ideal sind, um erste Erfahrungen mit „wilden Gräsern“ zu sammeln!

1) Calamagrostis acutiflora 'Karl Foerster'

Dies ist sicherlich eines der bekanntesten Gräser – und das völlig zu Recht. Es ist eine ausgesprochen zuverlässige Sorte! Dieses Reitgras ist äußerst dekorativ. Im Frühjahr trägt es glänzend grünes Laub, das sich im Winter goldgelb färbt. Die schlanke Pflanze bildet im Spätsommer hohe, federartige, bronzefarbene Ähren. Das Gras wächst straff aufrecht, ohne steif zu wirken. Es benötigt wenig Platz und gibt einem Beet eine klare Struktur. Außerdem wiegen sich die Halme angenehm gelassen im Wind. Diese gelassene Bewegung können Sie gemeinsam mit der Pflanze genießen, denn der Pflegeaufwand ist gering. Kurz gesagt: Dieses Gras vereint vieles, was wir an Ziergräsern schätzen!

Im Garten pflanzen Sie es in ein Beet, zusammen mit dem gesamten Sortiment an Stauden für naturnahe Gärten. Es wächst schnell und eignet sich auch hervorragend als Sichtschutz.

  • Höhe – Breite: 2 m x 50 cm
  • Boden: alle Böden
  • Standort: Sonne, Halbschatten
  • Winterhärte: unter -15 °C
  • Rückschnitt: im März oder April zurückschneiden

Calamagrostis acutiflora 'Karl Foerster'

2) Carex oshimensis 'Everest'

Dieses leuchtende Gras begeistert mit blaugrünem Laub, das je nach Standort mehr oder weniger breit cremeweiß berandet ist. Die leicht überhängenden Blätter verleihen ihm eine weich fließende Silhouette. Es eignet sich hervorragend für den Rand eines Beetes oder für große Kübel und wächst problemlos im trockenen Schatten unter Bäumen. Als immergrüne Pflanze setzt es das ganze Jahr über Akzente und ist ein guter Begleiter für Frühlingszwiebeln, zum Beispiel für silberlaubige Brunnera. Dank seines dekorativen Wuchses können Sie es auch in größeren Gruppen in modernen Gärten oder in einem zeitgemäßen Balkonkasten pflanzen.

  • Höhe – Breite: 30 cm x 35 cm
  • Boden: frisch bis feucht, verträgt jedoch vorübergehende Trockenheit
  • Standort: alle Standorte, bevorzugt Halbschatten
  • Winterhärte: -15 °C
  • Rückschnitt: nicht erforderlich; bei Bedarf auskämmen

Carex oshimensis 'Everest' – Oshima-Segge

PS: Einige Leserinnen und Leser dieses Blogs achten besonders genau auf solche Details. Daher möchte ich darauf hinweisen, dass Carex aus botanischer Sicht kein Gras, sondern ein Sauergras ist. Es gehört also zur Familie der Cyperaceae und ist nicht mit den Cupressaceae zu verwechseln. Wegen seines feinen Laubs wird es dennoch üblicherweise zur Gruppe der Ziergräser gezählt.

3) Deschampsia cespitosa 'Goldschleier'

Diese hübsche Sorte begeistert alle, die Leichtigkeit und Natürlichkeit lieben. Die spektakuläre Rasen-Schmiele bildet einen kompakten Horst aus sehr feinen, grünen Blättern. Die Blätter bleiben immergrün und sind das ganze Jahr über präsent. Im Spätsommer erscheinen elegante, locker aufgebaute Blütenstände mit goldgelben, zart silbrig überhauchten Ähren.

Dieses leuchtende Gras lässt sich sehr vielseitig verwenden und ist leicht zu kultivieren. Sein Wuchs erinnert an weite, wilde Wiesen. Seine durchscheinende Wirkung ist im Beet besonders reizvoll. Die goldene, später silbrige Färbung der Blütenstände bildet am Ende der Blütezeit einen schönen Kontrast zu dunklen Pflanzen.

  • Höhe – Breite: 1 m x 80 cm
  • Boden: eher feucht, auch schwer
  • Standort: Sonne, lichter Schatten
  • Winterhärte: unter -15 °C
  • Rückschnitt: im März oder April nur die trockenen Blütenstiele zurückschneiden. Wenn Sie eine Selbstaussaat zulassen möchten, lassen Sie die Pflanze ungeschnitten.

Deschampsia cespitosa 'Goldschleier'

4) Blau-Schwingel 'Elijah Blue'

Diese Sorte ist eine verbesserte Form des klassischen Blau-Schwingels (Festuca glauca). Ihre für Einsteiger überraschende Färbung zeigt wunderschöne Stahlreflexe, die ihre Wirkung noch verstärken. Im Frühsommer blüht sie an dünnen Stielen mit feinen, silbrigen Ähren.

Dieser anspruchslose Schwingel bildet niedrige, dichte, halbkugelige Polster. Er eignet sich perfekt für schwierige Standorte, denn er verträgt trockene und nährstoffarme Böden sehr gut. Außerdem ist 'Elijah Blue' die langlebigste Sorte!

Als charmanter Beetabschluss lässt sich dieser Schwingel auch verwenden, um „Wellen“ aus blauem Gras zu gestalten. Seine ungewöhnliche Farbe ist vielseitiger, als es zunächst scheint. Sie bringt sowohl Grüntöne als auch Rosa und Purpur besonders gut zur Geltung. Im Garten oder im Kübel können Sie ihn wunderbar mit Heide oder Purpurglöckchen kombinieren.

  • Höhe – Breite: 25 cm x 25 cm
  • Boden: trocken, nährstoffarm
  • Standort: Sonne, lichter Schatten
  • Winterhärte: -15 °C
  • Rückschnitt: die Blütenstiele zurückschneiden und bei Bedarf das feine Laub Ende Februar etwas einkürzen

Blau-Schwingel 'Elijah Blue' – Festuca glauca

5) Hakonechloa macra 'All Gold'

Hakonechloa macra 'All Gold' ist ein äußerst dekoratives japanisches Gras, das durch die klare Zeichnung und die Leuchtkraft seines Laubs auffällt. Es bildet ein großes Polster aus überhängenden Blättern, die ihm eine kaskadenartige Form verleihen. Dieses Gras eignet sich für Schatten und Halbschatten. Es wächst eher langsam und kann in jedem frischen Boden viele Jahre alt werden. Im Garten sollten Sie es bevorzugt in einer Unterholz-Atmosphäre pflanzen. Dort harmoniert es wunderbar mit Fächer-Ahorn, Funkie und Farnen.

  • Höhe – Breite: 40 cm x 50 cm
  • Boden: humusreich, frisch bis feucht
  • Standort: Schatten, Halbschatten
  • Winterhärte: -15 °C
  • Rückschnitt: nicht erforderlich. Das Gras reinigt sich fast selbst; das alte Laub löst sich im Frühjahr sehr leicht, sobald neues Laub erscheint.

Japangras – Hakonechloa macra 'All Gold'

6) Molinia arundinacea 'Transparent'

Kennen Sie viele Pflanzen, die durch ihre Durchsichtigkeit auffallen? Hier ist eine davon! Dieses hohe, luftige Gras mit gebogenen Blättern bezaubert durch seine zarte goldene Blüte und die feinen Blütenstiele, die sie tragen. Diese Molinie fühlt sich in lehmigem, frischem Boden besonders wohl und wächst schnell. Mit ihrem architektonischen, dekorativen Wuchs lässt sie sich fast überall kombinieren. Besonders schön wirkt sie, wenn die Strahlen der Abendsonne durch ihre Halme fallen. Trotz ihrer Größe bilden die Ähren eine sehr leichte Wolke. Pflanzen Sie sie an den Beetrand und kombinieren Sie sie mit Pflanzen in kräftigen Farben, etwa Dahlie, Sonnenhut oder Sonnenblume. So mildern Sie die Farben ab und schaffen eine natürlichere Wirkung.

  • Höhe – Breite: 1,80 m x 60 cm
  • Boden: humusreich, frisch bis feucht
  • Standort: Schatten, Halbschatten
  • Winterhärte: -15 °C
  • Rückschnitt: im März oder April nur die trockenen Blütenstiele zurückschneiden

Molinia caerulea subsp. arundinacea 'Transparent'

7) Miscanthus sinensis 'Gracillimus'

Als echter Bestseller ist dieses Chinaschilf in modernen Gärten sehr beliebt. Es ist zugleich die älteste Sorte. Sie können also sicher sein: Es hat sich vielfach bewährt! Es bildet einen schönen Horst aus sehr feinen Blättern mit einer weißen Mittelrippe. Die relativ späte Blüte beginnt Ende September. Dann erscheinen hübsche, kupferfarbene, federartige Blütenstände, während sich das Laub goldgelb färbt.

Auch dieses Chinaschilf lässt sich sehr vielseitig verwenden. Sie können es als Solitär oder in ein Beet pflanzen, zusammen mit Stauden, die im Herbst blühen, und sogar als Hecke verwenden. Außerdem ist es eine nützliche Pflanze: Zerkleinertes Laub ergibt einen sehr guten Mulch.

  • Höhe – Breite: 1,80 m x 60 cm
  • Boden: nährstoffreich, frisch, aber gut durchlässig
  • Standort: Sonne
  • Winterhärte: unter -15 °C
  • Rückschnitt: im März oder April zurückschneiden

Miscanthus sinensis 'Gracillimus' – Chinaschilf

8) Panicum virgatum 'Rehbraun'

Dieses Ruten-Hirse, auch als „Rutenhirse“ bekannt, ist eine hervorragende Sorte. Die Halme wachsen aufrecht, und Laub sowie Blüten nehmen im Spätsommer leuchtende Rot- und Orangetöne an. Dieses aus Nordamerika stammende Gras ist ausgesprochen spektakulär und zugleich sehr anpassungsfähig. Es verträgt sowohl Trockenheit als auch Feuchtigkeit und ist außerdem bemerkenswert winterhart. Im Garten können Sie es mit anderen Gräsern kombinieren oder mit Sträuchern pflanzen, die sich im Herbst attraktiv färben, etwa Berberitze oder Pfaffenhütchen 'Red Cascade'. So ist die Pflanzung perfekt abgerundet.

  • Höhe – Breite: 1,20 m x 50 cm
  • Boden: tolerant
  • Standort: Sonne
  • Winterhärte: unter -15 °C
  • Rückschnitt: im März oder April zurückschneiden

Rutenhirse – Panicum virgatum 'Rehbraun'

9) Pennisetum alopecuroides 'Hameln'

Diese Sorte des Federborstengrases ist ein echtes Muss! Mit einer mittleren Wuchshöhe von 50 cm bildet sie einen kompakten Horst aus schmalen Blättern. Im Spätsommer und Herbst schmückt sie sich mit weichen, cremeweißen Ähren, die sich bei Reife braun färben. Ihre dekorative Wirkung reicht bis in den Winter, besonders wenn Raureif die hübschen Blütenstände überzieht. Das vielseitige und leicht zu kultivierende Pennisetum 'Hameln' eignet sich für große Flächen, als Bodendecker oder für den Beetrand. Im Beet wirkt es besonders schön mit etwas wild wirkenden Stauden wie Sonnenhut, Prachtkerze oder Argentinischem Eisenkraut. Wie alle im Herbst blühenden Gräser harmoniert es auch hervorragend mit Astern.

  • Höhe – Breite: 50 cm x 50 cm
  • Boden: tolerant, sofern er gut durchlässig ist
  • Standort: Sonne
  • Winterhärte: unter -15 °C
  • Rückschnitt: im März oder April zurückschneiden

Pennisetum alopecuroides 'Hameln'

10) Stipa gigantea

In der Gattung Stipa kennt man vor allem das Federgras „Engelshaar“ (Stipa tenuifolia), die (sehr) große Schwester Stipa gigantea dagegen deutlich weniger. Dieses spektakuläre Riesen-Federgras beeindruckt durch seine Größe von 200 cm und seine zarte Blüte. Es bildet einen dichten Horst aus sehr feinen, blaugrünen Blättern. Im Sommer erscheinen darüber zarte, silbrig-purpurfarbene Ährchen, die sich später goldgelb färben. Dieses Gras stammt aus dem Mittelmeerraum, wächst an vielen Standorten gut und fürchtet nur zwei Dinge: Staunässe im Winter und sehr strenge Winter. Im Garten sorgt es für Höhe und passt hervorragend zu sommerblühenden Stauden, etwa Wolfsmilch in einem Trockengarten oder Wasserdost an einem etwas frischeren Standort.

  • Höhe – Breite: 2 m x 1 m
  • Boden: tolerant, sofern er gut durchlässig ist
  • Standort: Sonne
  • Winterhärte: -10 °C
  • Rückschnitt: im März oder April nur die trockenen Blütenstiele zurückschneiden

Stipa gigantea – Riesen-Federgras

→ Entdecken Sie Stipa gigantea in unserem Video „Ziergräser für den Sommer“.

Wenn diese kleine Auswahl Ihr Interesse an Ziergräsern geweckt hat, entdecken Sie gerne die verschiedenen Ratgeber und Steckbriefe, die wir ihnen bei Promesse de fleurs im Garten widmen!

Ziergräser erleben seit einigen Jahren eine wahre Blütezeit. Und das völlig zu Recht! Natürlich, luftig und vom Wind bewegt, zeigen sich diese Gräser mindestens neun Monate im Jahr von ihrer schönsten Seite. Im Laufe der Jahreszeiten wirken sie oft ganz unterschiedlich. Inzwischen sind sie aus vielen Gärten nicht mehr wegzudenken. Auch die Züchter wissen das […]

Verstehen wir uns richtig: Ich bin kein Freund von Anglizismen, doch man muss zugeben, dass die Vermischung von Sprachen durchaus ihre guten Seiten haben kann! Tatsächlich klingt „Seedheads“ [ausgesprochen: siiid-h-aide-z] doch wesentlich eleganter und poetischer als „Infrukteszenzen“ oder – noch schlimmer! – „trockene Stängel“ für Stauden und Gräser, finden Sie nicht auch? Deshalb setze ich mich persönlich dafür ein, dieses schöne Wort in den Wortschatz französischer Gärtner aufzunehmen.

Ein winterliches Stauden- und Gräserbeet, das durch die stehen gelassenen und mit frischem Schnee bedeckten trockenen Stängel besonders attraktiv wirkt.

Durch die Mode der sogenannten „Präriegärten“ und die Gestaltungen des Landschaftsarchitekten Piet Oudolf bekannt geworden, bezeichnet der Begriff „Seedheads“ die Fruchtstände und winterlichen Strukturen von Stauden und einigen Sträuchern. Werden sie geschickt miteinander kombiniert, entstehen naturalistische Bilder in Sepiatönen, die im Herbst und Winter durch tief stehendes Licht, Nebel oder Raureif noch stärker zur Geltung kommen. Jeder Tag schafft eine andere, unvorhersehbare Wirkung. Gerade das macht die Schönheit des Gartens in dieser Jahreszeit aus. Ingrid und Michael erzählten mir gestern, dass ihre Christrosen bei ihnen bereits blühen. Bei mir, nicht weit vom hohen Norden entfernt, ist es noch nicht so weit. Das macht nichts: Ich werde nicht müde, die feinen Details der „Seedheads“ zu bewundern, die ich beim herbstlichen Aufräumen im Garten stehen gelassen habe.

Ein prächtiges Exemplar von Phlomis tuberosa mit vollständig verblühten Blütenständen scheint durch die Sonne am späten Herbstnachmittag regelrecht aufzuleuchten.

Inspiriert von den Büchern von Piet Oudolf und Noel Kingsbury, darunter „Le Jardin de Vivaces et de Graminées“ (Bordas, vergriffen), später „Jardins d’Avenir“ (Éditions du Rouergue) und „Jardins d’Automne et d’Hiver“ (Originaltitel: „Seedheads“, von Noel Kingsbury mit Fotografien von Jo Whitworth, Éditions du Rouergue), habe ich in meinem Garten am Rand des maritimen Flanderns zahlreiche Versuche unternommen. Er liegt weniger als 20 km von der Nordseeküste entfernt, und die Ergebnisse waren unterschiedlich erfolgreich. Regen und vor allem Wind stellen die Standfestigkeit der Stängel, aus denen das Leben gewichen ist, auf eine harte Probe. Mein Boden ist weniger sandig und nährstoffreicher als der Boden niederländischer Gärten, wodurch die Stängel ebenfalls weniger widerstandsfähig sind. Rückblickend schafft es nur eine Handvoll Stauden-Sorten, ihre dekorative Wirkung in meinem Garten den ganzen Winter über zu bewahren. Die Schönheit der „Seedheads“ erreicht ihren Höhepunkt vor allem im November und Dezember. Hier sehen Sie eine Galerie mit Pflanzenporträts.

Die „Seedheads“ von Aster macrophyllus 'Twilight' gefallen mir besonders gut, weil sie sich im Laufe der Zeit verändern. Die kleinen rehbraunen Pompons zerfallen, wenn die Samen davonfliegen, und machen silbrig schimmernden Blütenböden Platz. Mit einer Höhe von 60 cm hält diese Staude dem Wind gut stand.

Einer der unangefochtenen Spitzenreiter: Phlomis! Dieses Exemplar ist der echte Phlomis samia mit verzweigten Blütenständen, die feiner sind als jene von Phlomis russeliana. Das regelmäßige Muster der in gleichmäßigen Abständen am Stängel sitzenden Wirtel ist jedoch dasselbe. Die „Seedheads“ von Phlomis gehören zu den dekorativsten und stabilsten überhaupt.

Daran denkt man nicht oft genug: Die dunkelbraunen Früchte der Sibirischen Schwertlilie sind recht hübsch und ausgesprochen langlebig. Sie sind ein zusätzlicher Pluspunkt, der die kurze Blütezeit im Juni ausgleicht.

Eine meiner jüngsten Entdeckungen: Die getrockneten Blütenstände des Herbsteisenhuts wirken stabil und langlebig. Das ist ein weiterer Vorteil gegenüber dem Rittersporn.

Für die Dekoration des Herbstgartens gibt es nicht nur „Trockenfrüchte“, sondern auch einige fleischige Früchte, etwa die rundlichen Hagebutten von Rosa glauca oder die zahlreichen Früchte des Zierapfels.

Die Früchte der Blauen Rasselblume (Catananche caerulea) stehen im Sommer gemeinsam mit ihrer metallisch blauen Blüte in einer originellen und harmonischen Verbindung. Nach der Blüte verlängern sie die dekorative Wirkung der Pflanze um einige Wochen, bevor sie im Dezember vom Wind verweht werden.

Hohe Fetthennen wie 'Matrona' gelingen immer. Ihr Erscheinungsbild ist das ganze Jahr über makellos, und ihre Blütenstände fangen im Winter den Raureif besonders gut ein.

Die Fetthenne 'Herbstfreude' ist einfach unverzichtbar.

Natürlich dürfen auch die Chinaschilf-Arten nicht fehlen, hier die Sorte 'Malepartus'. Ihre fedrigen Blütenstände mit diamantähnlichem Schimmer bleiben schön, bis ich sie im Laufe des Januars zurückschneiden muss, um Platz für den neuen Austrieb zu schaffen.

Die verblühten Blüten einer großen asiatischen Wiesenknopf-Art, Sanguisorba hakusanensis, erinnern an Raupen, die zur Eroberung der Lüfte aufbrechen! So hübsch sie auch sind, diese „Seedheads“ halten nicht lange. Sie bleiben höchstens eineinhalb Monate an der Pflanze, danach schneide ich sie zurück.

Die trockenen Blütenstände der Hortensien gehören zu den großen Klassikern ihrer Gattung. Auch nach dem Verblühen verlieren sie nichts von ihrer runden Form und üppigen Wirkung. Zunächst schmücken sie sich mit satten Grüntönen, bevor sie braun werden. Hier sehen Sie Hydrangea arborescens 'Annabelle', fotografiert im Arboretum von Kalmthout in Belgien.

Der Gelbe Fingerhut, Digitalis lutea, blüht im Juli mit hellgelben Ähren. Diese echte Staude wird fünf bis zehn Jahre alt. Sie lässt sich leicht mit anderen Pflanzen kombinieren und gedeiht überall, außer in saurem Boden. Eine Gartenfreundin schenkte sie mir vor langer Zeit. Seitdem ist sie sehr schnell zu einer meiner Lieblingspflanzen im Garten geworden, besonders wegen der Qualität ihrer „Seedheads“.

Die Ähren von Digitalis lutea sind mit Abstand die stabilsten von allen. Von August bis März bleiben sie aufrecht. Ich verteile sie überall im Garten, um den Beeten im Winter mehr Struktur und Dynamik zu verleihen.

Das Diamantgras, Calamagrostis brachytricha, ist ein ausgezeichnetes Ziergras für Herbst und Winter. Es bleibt gut standfest und fängt das Licht besonders schön ein.

Die Kapseln der Mohnblumen sind ab Anfang August dekorativ. Sie halten sich so lange, wie Wind und Regen sie verschonen und den unteren Teil des Stängels nicht angreifen. Manchmal „verstärke“ ich sie mit einem kleinen Stab, den ich in den hohlen Stängel schiebe.

Und zum Schluss … Werden Sie erraten, zu welcher Pflanze dieser Blütenstand gehört?

Verstehen wir uns richtig: Ich bin kein Freund von Anglizismen, doch man muss zugeben, dass die Vermischung von Sprachen durchaus ihre guten Seiten haben kann! Tatsächlich klingt „Seedheads“ [ausgesprochen: siiid-h-aide-z] doch wesentlich eleganter und poetischer als „Infrukteszenzen“ oder – noch schlimmer! – „trockene Stängel“ für Stauden und Gräser, finden Sie nicht auch? Deshalb setze ich […]

Wer kennt Stipa tenuifolia nicht, dieses zarte Gras, das wegen seiner Leichtigkeit auch Engelshaar genannt wird? Seit einigen Jahren ist es ein Star, ein unverzichtbarer Klassiker, ein „Must-have“.

Der Beweis: Man findet es überall – in der Landschaftsgestaltung, in Gruppen oder als Solitär, mehr oder weniger wirkungsvoll in Szene gesetzt. Ich habe es sogar schon mit Farnen gesehen … wohin soll das noch führen? Vor allem trifft man es von Béthune bis Carcassonne in zahlreichen Steingärten an. Dort steht es oft allein wie eine verlorene Seele, bestenfalls umgeben von zwei oder drei Kieselsteinen. Das empört mich natürlich, denn erstens finde ich das ein wenig lächerlich (ich hoffe, Sie verzeihen mir), und zweitens wird dadurch das große Potenzial dieser leicht zu kombinierenden Grasart verschenkt.

Lernen Sie sie zunächst etwas näher kennen:

Stipa tenuifolia, kurz vorgestellt …

Stipa tenuifolia, die manchmal auch Stipa tenuisima genannt wird, ist ein mehrjähriges Gras aus der Familie der Süßgräser. Sie bildet eine hübsche Horstform aus sehr feinen, zylindrischen Blättern. Der Horst wird etwa 50 cm hoch und 30 cm breit. Ursprünglich stammt sie aus Mittelamerika. In freier Natur kommt sie von Argentinien über Mexiko bis nach Texas vor. Das bedeutet: Sie ist weder wind- noch hitzeempfindlich und entwickelt sich in trockenem oder gut durchlässigem Boden am besten.

Dieses Gras ist immergrün. Bei der Pflege gehen die Meinungen jedoch auseinander: Pierre schneidet es im Frühjahr fast bis auf den Boden zurück, während Michaël es sanft auskämmt. Das ist letztlich praktisch: Entscheiden Sie selbst, was zu Ihrer Art zu gärtnern passt!

Stipa tenuifolia – warum wir sie lieben

Zunächst wegen ihrer Größe: Sie ist weder zu groß noch zu klein. Dadurch zieht sie die Blicke auf sich, ohne sich zu sehr in den Vordergrund zu drängen. Dann überzeugt sie durch ihre Wuchsform und ihre Erscheinung. Sie steht stolz aufrecht und bleibt zugleich leicht und luftig. Mit sanfter Nonchalance folgt sie den Bewegungen des Windes. Schließlich begeistert ihr „Haarschopf“, der zu jeder Jahreszeit wunderschön ist: Ende Februar leuchtet er in frischem Grün, im Frühjahr wird er blond und zeigt im Sommer einen authentischen, wilden Look – ganz im Stil einer kalifornischen Surferin. Im Winter fangen sich feine Regentropfen darin, noch schöner wirkt jedoch der daran haftende Raureif. Kann man sich mehr wünschen?

Stipa tenuifolia – wozu lässt sie sich verwenden?

Sie haben es verstanden: Dieses Gras liebt Gesellschaft. In einer modernen Gestaltung können Sie es in größeren Gruppen pflanzen. Das sieht hübsch aus, doch Vorsicht vor eintönigen Pflanzungen!

Mein Rat: Kombinieren Sie sie unbedingt! Womit? Mit allem, was wie sie selbst in der Sonne und in eher durchlässigem Boden wächst. Versuchen Sie es zum Beispiel mit Prachtkerze und Argentinischem Eisenkraut. Diese Kombination ist zwar recht klassisch, wirkt in einem kleinen Beet jedoch sehr gut.

Wenn Ihnen mehr Platz zur Verfügung steht, ergänzen Sie weitere Gräser wie ihre elegante Verwandte Stipa pennata oder Federborstengras. Auch zahlreiche im Sommer oder Herbst blühende Stauden passen dazu, etwa Duftnessel, der köstliche Kugellauch oder eine weitere schöne Amerikanerin wie der Scheinsonnenhut.

Gefällt Ihnen diese Kombination? Ich bin überzeugt, dass auch Sie viele Ideen für hübsche Pflanzkombinationen haben. Zögern Sie nicht, sie in einem Kommentar mit uns zu teilen!

Wer kennt Stipa tenuifolia nicht, dieses zarte Gras, das wegen seiner Leichtigkeit auch Engelshaar genannt wird? Seit einigen Jahren ist es ein Star, ein unverzichtbarer Klassiker, ein „Must-have“. Der Beweis: Man findet es überall – in der Landschaftsgestaltung, in Gruppen oder als Solitär, mehr oder weniger wirkungsvoll in Szene gesetzt. Ich habe es sogar schon […]

Diese große und schöne, der breiten Öffentlichkeit wenig bekannte Ziergrasart ähnelt aufs Haar dem sehr berühmten Blauen Strandhafer, auch bekannt unter dem Namen Leymus arenarius. Alles verbindet sie, sogar der aufrechte Wuchs, das metallisch blaue Laub und die gleichen Blütenähren, mit einem Unterschied, und zwar einem großen: Der Elymus magellanicus ist ein horstbildendes Ziergras, das heißt, im Gegensatz zum Blauen Strandhafer bildet er keine Drageonen und überwuchert nicht die Beete, in denen er gepflanzt wird.

Elymus magellanicus

Der Elymus magellanicus ist eine Solitär-Staude, er mag es nicht, von anderen großen Stauden erdrückt zu werden, er liebt drainierende Böden und sonnige Expositionen.

Dieses originelle Ziergras bildet keine Drageonen, sät sich aber selbst aus, es besiedelt die Beete (in bescheidenem Maße), aber einerseits lassen sich seine jungen Sämlinge sehr leicht herausziehen und andererseits ist es immer möglich, seine Blütenähren abzuschneiden, um seine Ausbreitung zu verhindern. Es besitzt also alle erforderlichen Zierqualitäten, um in Gärten zu glänzen, aber ohne die Nachteile, die invasive Sorten haben können.

Für schöne Farbkombinationen pflanzen Sie an seinem Fuß einen Teppich aus Festuca glauca 'Elijah Blue', stellen Sie einen Perovskia 'Blue Spire' dahinter und verteilen Sie Zwiebeln von Allium moly (mit gelben Blumen), um einen hübschen Kontrast zu schaffen.

Diese große und schöne, der breiten Öffentlichkeit wenig bekannte Ziergrasart ähnelt aufs Haar dem sehr berühmten Blauen Strandhafer, auch bekannt unter dem Namen Leymus arenarius. Alles verbindet sie, sogar der aufrechte Wuchs, das metallisch blaue Laub und die gleichen Blütenähren, mit einem Unterschied, und zwar einem großen: Der Elymus magellanicus ist ein horstbildendes Ziergras, das […]

In einigen Wochen werden die Ziergräser beginnen, ihre neuen Blätter zu zeigen, dann ist es Zeit, sie zurückzuschneiden, aber Vorsicht: nicht alle vertragen das!

Chinaschilf sinensis im Winter
Im Winter bleibt das Chinaschilf noch sehr dekorativ.

In den Gärten des Nordens sind Ziergräser manchmal die einzige Attraktion im Winter. Sie bedecken sich mit Raureif, wiegen sich im Wind und erhellen unsere tristen Gärten beim ersten Sonnenstrahl. Aber etwa Mitte Februar, Anfang März, beginnt das Laub sich zu regenerieren und die verwelkten Stängel müssen bodennah abgeschnitten werden.

Aber Vorsicht: nicht alle werden bodennah geschnitten, nur die sommergrünen Arten sind betroffen, die anderen, die ausdauernden, müssen ausgekämmt werden. Zur besseren Übersicht hier eine nicht vollständige Liste der sommergrünen Gattungen, die bodennah geschnitten werden sollten:

Andropogon, Bouteloua, Calamagrostis, Chasmanthium, Hakonechloa, Imperata, Melica, Miscanthus, Molinia, Panicum, Pennisetum, Spartina.

und eine zweite Liste der ausdauernden Gattungen, die ausgekämmt werden sollten:

Carex, Cortaderia, Deschampsia, Elymus, Festuca, Helichtotrichon, Luzula, Muhlenbergia, Phaenopserma und Stipa

Bei den sommergrünen Gattungen ist die Vorgehensweise einfach: man nimmt eine Gartenschere, eine Heckenschere oder wie ich eine Heckenschere und schneidet alles auf 10-15 cm über dem Boden ab, fertig! Bei den ausdauernden nimmt man einen Rechen, man kann es auch von Hand machen, und kämmt vorsichtig das Laub aus, um nur die alten Blätter zu entfernen; das funktioniert sehr gut, außer bei alten Stipa tenuissima-Stöcken, die die lästige Angewohnheit haben, sich herauszureißen, was übrigens das Signal ist, sie zu teilen und so die alten Exemplare zu verjüngen.

In einigen Wochen werden die Ziergräser beginnen, ihre neuen Blätter zu zeigen, dann ist es Zeit, sie zurückzuschneiden, aber Vorsicht: nicht alle vertragen das! In den Gärten des Nordens sind Ziergräser manchmal die einzige Attraktion im Winter. Sie bedecken sich mit Raureif, wiegen sich im Wind und erhellen unsere tristen Gärten beim ersten Sonnenstrahl. Aber […]