Säen in Anzuchtplatte: So geht's?
Aussaatplatte nutzen: ganz einfach!
Inhaltsverzeichnis
Eine Anzuchtplatte besteht aus Zellen. Im Erwerbsanbau und in Baumschulen bewährt, nutzen sie auch Hobbygärtner für Aussaat und Pikieren. Tipps für üppige Ernte.
Was ist eine Anzuchtplatte?
Eine Anzuchtplatte ist eine Aussaatunterlage, mit der sich in wenigen Wochen viele kleine Pflanzen mit verpflanzbaren Wurzelballen heranziehen lassen.
Sie besteht aus Dutzenden wenige Zentimeter breiten und tiefen Zellen, die den Keimlingen einen guten Start ermöglichen. Meist besitzt jede Zelle am Boden ein einziges Loch zum Abfließen und Aufnehmen von Wasser.

Die Vorteile
- Die Aussaat in Anzuchtplatten erleichtert das Pikieren: Sie pflanzen die kleine Pflanze mitsamt Wurzelballen ein – fertig.
- Die Pflanze wird dabei kaum gestresst, da ihr Wurzelsystem intakt bleibt. Sie wächst deutlich leichter weiter als eine wurzelnackte Pflanze.
- Mit dieser Methode sparen Sie Zeit und eine beträchtliche Menge Samen.
- Mit dieser Aussaatmethode lässt sich die Technik der „Mehrfachaussaat“ anwenden (die Keimlinge in einer Zelle werden nicht vereinzelt). Das mag angesichts hartnäckiger Gartenmythen ungewöhnlich erscheinen, doch viele Gemüsearten gedeihen problemlos, wenn sie nebeneinander wachsen.
Die Nachteile
Diese Art der Aussaat trocknet schnell aus, da die Zellen dieser Platten nur wenig Substrat fassen. Achten Sie daher sehr sorgfältig auf die Bewässerung, damit nicht innerhalb weniger Stunden alles verloren geht.
Lesen Sie auch
Aussaat im Haus: Nützliche Hilfsmittel & ZubehörWelche Pflanzen eignen sich für diese Aussaat?
Diese Art der Aussaat eignet sich für weit mehr Gemüsearten als gedacht. Selbst einige Wurzelgemüse können in solchen Behältern vorgezogen werden. Generell gilt: Je größer der Samen, desto größer muss auch das Volumen der Anzuchtzelle sein.
Zu den Arten, die direkt in diese Zellen gesät werden, gehören:
Hülsenfrüchtler
Dicke Bohne, Erbse und Bohne benötigen Anzuchtplatten mit großen Zellen.
Korbblütler
Kopfsalat wird zunächst in einer Schale ausgesät und im Schweinsohr-Stadium in die Zellen pikiert. So werden die Wurzeln geschont und der Keimling weniger gestresst. Die winzigen Samen direkt in die Zellen zu säen, ist aus naheliegenden praktischen Gründen nicht empfehlenswert.
Chicorée und Artischocke werden direkt in die Zelle gesät, jedoch nur in große Zellen.
Nachtschattengewächse
Tomate, Aubergine und Paprika eignen sich sehr gut für diese Anzuchtmethode.

Tomaten in einer Anzuchtplatte ausgesät
Kreuzblütler
Kohl wird wie Kopfsalat behandelt: breitwürfige Aussaat in einer Schale, anschließend Pikieren im Schweinsohr-Stadium. Rucola, Kresse und Rettich können mit 3 bis 4 Samen pro Zelle gesät werden und entwickeln sich auch in enger Nachbarschaft problemlos. Rübe darf dagegen nur einzeln in jede Zelle gesät werden.
Kürbisgewächse
Alle Arten ohne Ausnahme. Ein Samen pro Zelle, mit großen Zellen für einen guten Start der Keimlinge.

Die Anzuchtplatte eignet sich sehr gut für die Aussaat von Kürbis, Riesen-Kürbis usw.
Fuchsschwanzgewächse
Spinat und Rote Bete können problemlos mit 3 oder 4 Samen pro Zelle gesät werden. Mangold wird einzeln gesät.
Lauchgewächse
Säen Sie Zwiebeln und Porree mit 3 oder 4 Samen pro Zelle aus. Auch die Solitär-Aussaat ist möglich.
Für diese Aussaat ungeeignete Pflanzen
Möhre und die meisten Gemüsearten mit Pfahlwurzeln, etwa Pastinake und Schwarzwurzel, vertragen das Pikieren nach der Aussaat in herkömmlichen Anzuchtplatten nicht. Heute gibt es jedoch spezielle Anzuchtplatten für Möhren und Wurzelgemüse mit gerader Wurzel.
Auch Kartoffeln eignen sich nicht für die Anzucht in Platten.
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In Anzuchtplatte säen?
Für die Aussaat in einer Anzuchtplatte benötigen Sie:
- eine Anzuchtplatte;
- Aussaaterde;
- Samen;
- einen Bleistift;
- Wasser.
Wie sät man in einer Anzuchtplatte aus?
- Füllen Sie das Substrat in die Vertiefungen und drücken Sie es mit den Fingerspitzen leicht, aber fest an. Wiederholen Sie den Vorgang, bis jede Zelle bis zum Rand gefüllt ist. Glätten Sie die Oberfläche mit der flachen Hand;
- Nehmen Sie anschließend einen Bleistift und drücken Sie damit in jede Zelle eine leichte Vertiefung, in die Sie die Samen legen;
- Geben Sie je nach Art die passende Anzahl Samen in die Vertiefungen;
- Bedecken Sie die Samen, gießen Sie und stellen Sie die Anzuchtplatte an einen warmen, vor direkter Sonne geschützten Ort;
- Decken Sie die Anzuchtplatte gegebenenfalls mit einer Folie oder Glasscheibe ab, um die Keimung zu beschleunigen;
Wie pikiert man in einer Anzuchtplatte?
- Füllen Sie jede Zelle mit Blumenerde;
- Stechen Sie den Bleistift bis zum Boden der mit Blumenerde gefüllten Zelle und führen Sie die Wurzel vorsichtig mithilfe des Bleistifts bis auf Höhe der Schweinsohren (der beiden ersten Blätter) in die Zelle ein.
- Füllen Sie die Erde wieder auf, gießen Sie – fertig!

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