Ich liebe Obst! Deshalb habe ich ganz selbstverständlich große und kleine Obstbäume und -sträucher in meinem Garten gepflanzt. In diesem fruchttragenden Durcheinander habe ich auch Amerikanische Heidelbeeren (Vaccinium corymbosum) oder Blaubeeren ausprobiert. Ich hoffte, eines Tages leckere Heidelbeermarmelade genießen zu können. Nur leider … Ich habe sie bereits vor sechs Jahren gepflanzt, doch meine Ernte beschränkt sich jedes Jahr auf wenige Beeren. Welchen Fehler habe ich gemacht? Bin ich wirklich so unfähig im Gärtnern? An welche Länder grenzt Bhutan? Wenn Gibraltar eine Meerenge ist, welche beiden anderen gibt es dann? Seitdem stelle ich mir so viele Fragen …

Ausgangssituation
Ich habe meine drei kleinen Heidelbeersträucher gepflanzt. Der Sortenname ist mir leider entfallen (Anmerkung der Redaktion: Ein guter Rat unter Freunden – führen Sie ein Notizbuch mit den Namen Ihrer Pflanzen). Ich setzte sie in einen schweren, lehmigen Boden, von dem ich damals fälschlicherweise dachte, er sei eher sauer (ganz falsch war das immerhin nicht). Warum drei Heidelbeersträucher? Nun, auch bei selbstfruchtbaren Sorten empfiehlt es sich, mehrere Sträucher zu pflanzen, damit sie besser fruchten.
Anfangs standen die Sträucher an einem eher sonnigen, aber nicht übermäßig heißen Standort mit relativ frischem Boden. In den ersten Jahren kümmerten die Sträucher vor sich hin – vorsichtig ausgedrückt. Sie bildeten dennoch einige Blüten, aus denen noch weniger Früchte hervorgingen. Diese Früchte überließ ich übrigens in meiner großen Güte der Tierwelt im Garten. Die Herbstfärbung war zwar nicht überwältigend, aber durchaus ansprechend.
Die Situation heute
Von den ursprünglich drei gepflanzten Sträuchern ist einer während eines außergewöhnlich feuchten Winters still und leise eingegangen. Die beiden verbliebenen Sträucher sind während der Saison zwar dicht belaubt, tragen aber weder Früchte noch zeigen sie eine schöne Herbstfärbung. Die Bäume und Sträucher in ihrer Umgebung sind nämlich gewachsen – und zwar nicht zu knapp! Inzwischen würde ich den Bereich als „kleines Wäldchen im Garten“ bezeichnen. Für die Heidelbeersträucher ist es dort viel zu schattig.
Was läuft falsch?
Wie Louis Bonisseur de La Bath alias OSS 117 sagen würde: Das Einzige, was funktioniert, ist, dass ich noch da bin. Denn bei der Kultur meiner Heidelbeersträucher läuft tatsächlich nichts richtig: Der Boden ist eher neutral und leicht kalkhaltig, außerdem ist es über den Sträuchern viel zu schattig. Nur der Boden, der früher schwer und verdichtet war, hat sich mit der Zeit verbessert (danke, ihr Bäume!).

Es ist Zeit zu handeln!
Zwei Möglichkeiten bieten sich an: Entweder lassen Sie die Sträucher an ihrem Platz und verbessern die Bedingungen, oder Sie versetzen sie an einen günstigeren Standort.
Den pH-Wert eines Bodens zu korrigieren, ist eher ein Mythos als eine wirklich praktikable Maßnahme. Allenfalls können Sie den pH-Wert in der obersten Bodenschicht vorübergehend leicht senken. Gegen den Schatten kann ich allerdings etwas unternehmen, indem ich hier und da ein oder zwei Zweige über den Sträuchern entferne.
Ich werde die Sträucher jedoch lieber im Herbst ausgraben und einem Freund schenken, dessen Garten ihnen bessere Bedingungen zum Gedeihen bietet: Sonne ohne brennende Hitze sowie saurer und gut durchlässiger Boden. Hoffentlich fällt die Ernte in den nächsten Jahren diesmal so reichlich aus, dass er mir wenigstens ein Glas Marmelade schenkt.
Wenn Sie alles über die Kultur dieses kleinen Strauchs erfahren möchten, lesen Sie Der Heidelbeerstrauch: pflanzen, schneiden und pflegen.

Jeder macht Fehler im Garten
Auch die „Profis“! Ich greife einen Satz unseres Kollegen und Freundes Fabien auf (er fotografiert unter anderem die Produktfotos „wie geliefert“ für unsere Produktseiten): „Pflanzenliebhaber erkennen Sie an ihren Gesprächsthemen. Sie sprechen nur über Pflanzen, die Sie verloren haben.“
Das ist nicht falsch! Als „Pflanzenverrückte“ probieren wir etwas aus, experimentieren, wagen Neues und gehen Risiken ein … Manchmal mit Erfolg, oft mit Misserfolgen. Aber so kommen wir voran! Verzweifeln Sie deshalb nie und behalten Sie Ihr Lächeln. Keine Heidelbeeren im Garten? Kein Problem, meine anderen Obstbäume und -sträucher tragen mehr als genug Früchte, um die Heidelbeeren zu vergessen!
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