Beginnt Ihre Rose mit roten Blüten plötzlich weiß oder rosa zu blühen, und glauben Sie, dass sie degeneriert? Gehen wir diesem Rätsel gemeinsam auf den Grund und finden wir die Ursache dieses ungewöhnlichen Phänomens heraus ! Bei genauer Beobachtung zeigt sich, dass es eigentlich um die Unterlage, um „Wurzelschösslinge“ und um einen einfachen Rückschnitt geht, der das Problem lösen sollte.
Warum erscheinen diese ungewöhnlichen Blüten?
Welche Rosen degenerieren?
Betroffen sind ausschließlich veredelte Rosen!
Eine bekannte und wegen ihrer Blüten geschätzte Rosensorte wird bei Bedarf auf eine Wildrose gepfropft. Sie bildet das Edelreis. Die Unterlage wird wegen ihrer Wuchskraft, ihrer Widerstandsfähigkeit gegen Krankheiten oder ihrer Anpassung an den Boden ausgewählt. Rosenzüchter verwenden verschiedene Unterlagen, um diese Rosen zu vermehren: Rosa multiflora, Rosa laxa und Rosa canina sind besonders verbreitet. Die weißen oder leicht rosafarbenen Blüten der Hunds-Rose auf der Unterlage halten Sie dann für eine Degeneration.

Wie erkennen Sie den unerwünschten Teil ?
Am Fuß Ihrer Rose befindet sich etwas oberhalb des Bodens, sofern Sie sie nicht tiefer gepflanzt haben, die Veredelungsstelle. Sie sieht wie eine Verdickung am Stamm aus. Von hier aus entwickelten sich die ersten Zweige Ihrer Rose mit den prächtigen roten Blüten ! Seitdem haben Sie das Wachstum jedoch nicht täglich verfolgt. Zur Strafe hat die kleine Wildrose schließlich Triebe unterhalb der Veredelungsstelle gebildet ...
Diese Triebe nennt man „Wasserschosse“, weil sie besonders viel Pflanzensaft benötigen und ihn direkt aus den Wurzeln beziehen. Es handelt sich also um Triebe der kräftigen Wildunterlage. Die Farbe ihrer Triebe unterscheidet sich meist von der Ihrer geliebten Rosensorte. Sie sind in der Regel heller grün. Das Gleiche gilt für ihre Blätter. Von den Blüten ganz zu schweigen ...
Die Bildung solcher Wasserschosse wird durch tiefes Umgraben gefördert. Dabei werden die Wurzeln der Unterlage verletzt, wodurch diese ihre schlafenden Augen aktiviert. Deshalb sollten Sie den Boden rund um Ihre Rosen möglichst wenig bewegen. Beschränken Sie sich auf flaches Hacken.

Achtung: Bei einer veredelten Rose spricht man von einem „Wasserschoss“ und nicht von einem „Wurzelschössling“! Ein Wurzelschössling entsteht durch einen natürlichen Vorgang und schwächt die Pflanze nicht. Eine Rose kann selbstverständlich Wurzelschösslinge bilden. In diesem Fall war sie jedoch nicht veredelt – es sei denn, Sie haben die Unterlage eingegraben und die Rose hat sich von ihr gelöst.
Wie bringen Sie Ihre schöne, zur Wildrose gewordene Rose wieder in Ordnung?
Um dieses Problem zu beheben, schneiden Sie die oberirdischen Triebe der Wildunterlage direkt an der Veredelungsstelle ab. Alternativ können Sie einen Wasserschoss, der an einer Hauptwurzel entstanden ist, freilegen und direkt an der Basis herausreißen. So verhindern Sie, dass er erneut austreibt. Wenn Sie ihn nur abschneiden, wird der Wasserschoss kräftiger und schließlich die veredelte Sorte überwuchern.
Vergessen Sie auch den Sonderfall der Stammrose oder Trauerstammrose nicht. Auch dort können Wasserschosse am Hauptstamm unterhalb der höher gelegenen Veredelungsstelle erscheinen. Entfernen Sie diese selbstverständlich ebenfalls.
Wenn oberhalb der Unterlage noch gesunde Zweige der gewünschten Sorte vorhanden sind, wird Ihre Rose schließlich wieder austreiben. Bleiben Sie aufmerksam und kontrollieren Sie, ob sich kein neuer Wasserschoss zeigt. Nutzen Sie die Zeit des Rückschnitts, des Unkrautjätens oder des Schneidens von Schnittblumen, um die Rose zu überprüfen. Mit etwas Übung erkennen Sie Wasserschosse schnell. Dann kann man Sie damit nicht mehr überraschen !
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