Manchmal denke ich, dass ich eine eigenartige Gärtnerin bin … Wenn ich mindestens fünfmal am Tag eine Runde durch den Garten und damit auch durch den Gemüsegarten drehe, dann vor allem, um „alle zu begrüßen“, nach dem Rechten zu sehen und in der Gartensaison meine Nase in eine Rose zu stecken oder ein paar Beeren zu naschen. Denn eigentlich arbeite ich dort gar nicht so viel. Einerseits fehlt mir wie allen anderen die Zeit, andererseits gebe ich zu, dass ich weder besonders gern im Regen gärtnere (Das bretonische Wetter lässt grüßen …) noch bei großer Hitze.

Mein Geheimnis? Es ist ganz einfach und besteht darin, Organisation, Methode und vorausschauende Planung miteinander zu verbinden. Nicht mehr und nicht weniger 😉 Ich erkläre es Ihnen …

Tipp Nr. 1: Im Gemüsegarten das Gras ersticken, statt es zu roden

Ich habe noch nicht einmal versucht, eine Hacke in die Hand zu nehmen. Angesichts meiner Statur wäre das von vornherein aussichtslos und außerdem ziemlich lächerlich. Und da für mich auch nie infrage kam, eine Motorhacke einzusetzen, die einem regelrechten Häcksler für Regenwürmer gleicht, habe ich mir von Anfang an angewöhnt, das Gras zu ersticken, um ein neues Gemüsebeet oder ein neues Staudenbeet anzulegen.

Meine Methode ist sehr einfach und ähnelt der „Lasagne-Methode“:

  • das Gras sehr kurz mähen,
  • eine großzügige Schicht Kompost ausbringen,
  • einen großen oder mehrere mittelgroße Kartons auslegen, sie anfeuchten und mit einigen großen Steinen am Boden befestigen,
  • im Laufe der Wochen etwas Rasenschnitt, Laub oder anderes zerkleinertes Grüngut auf den Kartons verteilen, um ein ausgeglichenes Klima zu schaffen (Feuchtigkeit, Wärme im Winter und Kühle im Sommer), das die Arbeit der Regenwürmer fördert.

Einige Monate später entdecke ich – welch eine Freude! – unter den verschiedenen Schichten die gerodete Beetfläche. Jetzt muss ich nur noch die letzten Wurzeln entfernen, falls noch welche vorhanden sind (Quecke ist ausgesprochen hartnäckig), den Boden kurz mit der Grabegabel lockern und pflanzen.

Bei sehr großen Flächen wende ich außerdem die Methode der Unkrautbekämpfung durch Solarisation an. Dafür mähe ich lediglich das Gras und lege anschließend eine schwarze Kunststoffplane aus. Das geht sehr schnell und funktioniert wunderbar, allerdings wird das Bodenleben dadurch weniger gefördert.

Tipp Nr. 2: Im Gemüsegarten pflanzen, statt direkt zu säen

Alle Gemüse- und Kräuterarten, die sich als Jungpflanzen im Gemüsegarten setzen lassen, säe ich zu Hause an einem warmen Ort oder unter einem geschützten Unterstand aus (bei uns ist das ein heller, überdachter Eingangsbereich). Mit guter Organisation ziehe ich so nicht nur Sommergemüse, sondern auch die Blumen für drei Gärten vor: für meinen eigenen und für die Gemüsegärten zweier befreundeter Paare.

Die Aussaat an einem warmen Ort zu Hause … bei Regen ein wahres Vergnügen!

Das nimmt natürlich Zeit in Anspruch, aber die Zeit der ersten warmen Aussaaten fällt mit dem Ende des Winters zusammen, und die Ungeduld ist so groß, dass es einfach herrlich ist, endlich wieder Blumenerde zwischen den Fingern zu spüren. Außerdem sehen manche abends und am Wochenende fern, andere lesen oder stricken – ich säe von Februar bis April …

Manchmal kaufe ich auch einige Minipflanzen, wenn ich eine Neuheit oder eine veredelte Sorte ausprobieren möchte, eine Aussaat vergessen habe oder mir der Kauf einer weiteren Packung Saatgut überflüssig erscheint …

Diese Vorgehensweise spart mir auf drei Ebenen Zeit und Mühe:

  • Der Boden muss nicht fein bearbeitet werden. Es reicht völlig aus, ihn einfach mit der Grabegabel zu lockern.
  • Sie erspart mir das mühsame Ausdünnen, da schwache Keimlinge bereits vorher aussortiert wurden.
  • Ich kann sehr schnell nach dem Pflanzen mulchen, womit wir beim nächsten Punkt angelangt sind …

Tipp Nr. 3: Den Boden niemals unbedeckt lassen: mulchen, mulchen und noch einmal mulchen!

Im Gemüsegarten wurde ich von Luc Bienvenu ausgebildet, und das Mulchen ist bei mir fast zu einer Religion geworden: Ich mulche alles, mit allem und jederzeit, denn ich mulche zu jeder Jahreszeit – wenn das Beet mit einer Kultur bepflanzt ist, aber auch im Winter, wenn manche Beete „ruhen“. Das einzige Hindernis für diese Praxis ist der Mangel an geeignetem Material. In diesem Fall greife ich auf Gründüngung zurück … oder ich hole mir den Rasenschnitt meines Nachbarn (seine regelmäßig von Hand gejätete Rasenfläche verdient mindestens vier Sterne) oder das Laub meiner Gemeinde. Außerdem verwende ich Häckselgut vom Baumschnitt, das mir oft in Mengen von 3 oder 5 Kubikmetern nach Hause geliefert wird.

Mulchen im Gemüsegarten und Garten

In meinem Garten liegt am Fuß der Roten Bete trockenes Gras, beim Frauenmantel Häckselgut und bei der Rhabarber ein Gemisch aus Laub und Gras.

Natürlich müssen Sie dafür ein wenig mit der Schubkarre hantieren, aber diese Methode hat zahlreiche Vorteile, und zwar nicht die geringsten:

  • Sie hemmt das Unkrautwachstum,
  • verringert die Häufigkeit des Gießens,
  • schützt den Boden vor Verschlämmung durch Regen, vor dem Auswaschen von Nährstoffen sowie vor Kälte im Winter und Trockenheit im Sommer,
  • verbessert die Fruchtbarkeit und die Bodenstruktur, da Regenwürmer und andere Bodenorganismen durch die allmähliche Zersetzung des Mulchmaterials mit Nahrung versorgt werden.

Fazit: Vor allem der Ziergarten nimmt meine Zeit in Anspruch – Rasenmähen, Rasenkanten schneiden, Stauden zurückschneiden und umsetzen (Sie kennen doch das ständige Spiel mit den Plätzen, oder?) …

Also, wer behauptet, dass ein Gemüsegarten viel Arbeit macht? Sicher haben auch Sie Gewohnheiten oder den einen oder anderen Tipp für faule Gärtnerinnen und Gärtner … Teilen Sie sie gern in einem Kommentar mit!