Wer hat nicht schon nach mehreren Jahren festgestellt, dass der wohltuende Schatten eines einst so klein gepflanzten Baumes immer dichter wird und die in seiner Nähe angesiedelten Pflanzen zugunsten dieses Baumes allmählich verkümmern?

Bischofskappe und Großblumiger Beinwell

Bischofskappe und Großblumiger Beinwell

Im Winter dringen Licht und Wasser noch bis an den Fuß der Bäume vor. Zu Beginn des Sommers trocknet der von Wurzeln durchzogene Boden jedoch aus, und das Licht erreicht ihn nur noch gelegentlich – man spricht dann von Trockenschatten. Mehrjährige Pflanzen haben verschiedene Strategien entwickelt, um unter diesen schwierigen Bedingungen zu wachsen. Der Felsen-Storchschnabel und der Großblumige Beinwell (Symphytum grandiflorum) verankern sich mit wenigen kräftigen Wurzeln im Boden. Ihre Rhizome breiten sich strahlenförmig aus, erkunden die Oberfläche und bilden erneut Wurzeln, sobald die Bedingungen günstiger werden. Der Pracht-Akanthus „ruht“ im Sommer und nutzt die Herbst- und Winterregen, um kräftiger zu werden. Podophyllum peltatum dagegen entwickelt im Frühjahr eine üppige Belaubung und geht im Hochsommer in die Dormanz, sobald es an Feuchtigkeit mangelt.

Unter diesen schwierigen Bedingungen benötigen diese Pflanzen im ersten Jahr nach der Pflanzung Wasser, damit sie ein kräftiges Wurzelsystem entwickeln können. Ab dem zweiten Jahr brauchen sie keine Pflege mehr und bilden im Trockenschatten der Bäume schöne Pflanzenteppiche.