In der friedlichen Welt des Gärtnerns zeichnet sich eine neue Bedrohung ab, die Agapanthus-Liebhaber in ganz Frankreich beunruhigt. Die Agapanthus-Gallmücke, ein zuvor harmloses kleines afrikanisches Insekt, entwickelt sich zu einer zunehmenden Plage für diese majestätischen Pflanzen. Da die Fälle in Frankreich zunehmen, lautet die Frage nicht mehr, ob dieser Schädling auftritt, sondern wann und wie er gestoppt werden kann. Welche Auswirkungen hat die Agapanthus-Gallmücke auf unsere Schmucklilien? Wie erkennen Sie die Anzeichen eines Befalls? Gibt es wirksame Maßnahmen, um Schmucklilien im ganzen Land zu schützen? Die Schönheit unserer Gärten steht auf dem Spiel – es ist Zeit zu handeln!

Agapanthus-Gallmücke: Um welches Insekt handelt es sich?
Die Agapanthus-Gallmücke oder Enigmadiplosis agapanthi ist ein besonders schädlicher Schädling für Schmucklilien. Dieses Insekt gehört zur Familie der Cecidomyiidae. Es stammt wie die Schmucklilien selbst aus Südafrika, ist inzwischen jedoch in andere Teile der Welt, darunter auch Europa, eingewandert.
Die Agapanthus-Gallmücke ist eine winzige Mücke. Ihre Larven entwickeln sich in den Knospen und Trieben der Schmucklilien. Dadurch verursachen sie Verformungen und verhindern häufig die Blüte. Der Schaden kann erheblich sein und in besonders schweren, allerdings sehr seltenen Fällen sogar zum Absterben der Pflanze führen.
Das Insekt ist so klein, dass nur die Symptome auf sein Auftreten hinweisen können, nicht eine direkte Beobachtung.
Welche Symptome treten bei einem Befall auf?
Zu den Anzeichen eines Befalls durch die Agapanthus-Gallmücke gehören verformte Blütenknospen oder Knospen, die sich nicht öffnen. Auch welkende oder gelb beziehungsweise braun verfärbte Triebe können darauf hinweisen. Außerdem können sich im Inneren der Triebe oder Knospen kleine weiße Larven oder orangefarbene Puppen befinden. Die Larven der Agapanthus-Gallmücke entwickeln sich direkt in den Blütenknospen. Bei starkem Befall kann die Blüte in Agapanthus-Kulturen vollständig ausbleiben.
Wie können Sie handeln?
Die Bekämpfung dieses Schädlings kann schwierig sein, da bislang kein speziell gegen die Agapanthus-Gallmücke zugelassenes Bekämpfungsverfahren existiert. Zu den Maßnahmen gehören das Entfernen und Vernichten der befallenen Pflanzenteile. Sie müssen Ihre Schmucklilien jedoch nicht radikal zurückschneiden oder ganz entfernen! Forschungen laufen, um weitere wirksame Methoden gegen diesen Schädling zu finden. Hoffentlich wird ein natürlicher Gegenspieler die Gallmücken künftig auf natürliche Weise regulieren. Drücken wir die Daumen!
Wie ist die Situation in Frankreich?
Geraten Sie noch nicht in Panik! In Europa wurden die ersten offiziellen Beobachtungen 2015 im Vereinigten Königreich dokumentiert. 2017 folgten Meldungen aus dem Südwesten Frankreichs und 2019 aus der Bretagne. Seitdem breitet sich die Agapanthus-Gallmücke regelmäßig weiter aus. Noch ist die Lage jedoch nicht wirklich alarmierend. Das Nationale Agapanthus-Konservatorium auf der Île de Bréhat im Département Côtes-d’Armor schlägt dennoch Alarm und ruft Gärtnerinnen und Gärtner zu erhöhter Aufmerksamkeit auf. Kontrollieren Sie Ihre Schmucklilien zu Hause und im Garten sorgfältig. Entfernen Sie umgehend Pflanzenteile, bei denen Sie einen Befall durch diese Gallmücke vermuten.
In Belgien scheint die Agapanthus-Gallmücke bislang nicht aufzutreten. (Anm. d. Red.: Doch, tatsächlich können Sie in Belgien und im Norden Frankreichs einige frosthärtere Schmucklilien wie die Schmucklilie 'Black Buddhist' kultivieren – allerdings in gut durchlässigem Boden oder im Topf!)
Weitere Informationen finden Sie in diesem Dokument des Landwirtschaftsministeriums zum Thema.

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