Nur wer einmal das Vergnügen hatte, zum ersten Mal in ein Haus mit Garten zu ziehen, kann die immense Freude verstehen, die man empfindet, wenn man „seinen“ Rasen betritt … Hmmmmmmm! Nach einer Woche wird diese Freude allerdings von einer besorgten Sorgenfalte begleitet – in der Regel nur einer –, denn das Gras wächst mit Riesenschritten. Nun muss eine Lösung zum Mähen her: ein Rasenmäher … Und wer angesichts der Dutzenden Marken und Modelle in den Regalen seinen Rasenmäher auswählen muss, stellt schnell fest, dass ein frischgebackener Gärtner dabei nicht gerade im Vorteil ist.

Um Ihnen die Auswahl zu erleichtern, haben wir einen Fachmann befragt, der zugleich leidenschaftlicher Gärtner ist:  Philippe Asseray, Autor, Journalist und Gartenexperte der Marke Honda.

Welche Kriterien sollten Sie bei der Auswahl Ihres Rasenmähers berücksichtigen?

Das wichtigste Kriterium bei der Auswahl ist der Verkäufer! Nicht sein umwerfendes Lächeln oder seine Rambo-Muskeln, sondern die geografische Nähe seines Geschäfts und seiner Werkstatt. Der gesunde Menschenverstand spricht dafür, sich an einen Fachbetrieb für Gartentechnik zu wenden. Seine Kenntnisse über Rasenmäher sind wahrscheinlich umfassender als die des Verkäufers im Großmarkt. Wenn es Probleme mit Ihrer Maschine gibt, kann er vielleicht sogar zu Ihnen kommen und Ihnen für die Dauer der Reparatur einen Rasenmäher leihen …

Benzin- oder Elektro-Rasenmäher?

Ein sogenannter Benzinrasenmäher arbeitet mit einem Benzinmotor. Ein Elektro-Rasenmäher wird dagegen über das Stromnetz des Hauses mit Energie versorgt. Dafür benötigen Sie ein sperriges Verlängerungskabel oder einen integrierten Akku.

Der Benzinrasenmäher eignet sich ideal für große Flächen (mehr als 1.000 m2) oder Gärten mit vielen Bäumen und Beeten, um die Sie herumfahren müssen. Die Laufzeit ist kein Problem: Tanken Sie nach und schon geht es weiter. Außerdem kann sich niemand im Verlängerungskabel verheddern oder es versehentlich durchtrennen. Dafür ist die Maschine schwerer, und Sie müssen mit Kraftstoffen umgehen. Sie ist außerdem lauter. Manche schreckt das Starten mit dem Seilzug ab, auch wenn es in den vergangenen zehn Jahren deutlich einfacher geworden ist.

Der ebenso leistungsfähige Elektro-Rasenmäher ist leichter und leiser – ideal für ein gutes nachbarschaftliches Verhältnis. Er startet ohne Kraftaufwand durch einen einfachen Knopfdruck, genau genommen durch zwei aus Sicherheitsgründen. Allerdings schränken die Länge des Verlängerungskabels oder die Akkulaufzeit seinen Aktionsradius ein. Er eignet sich daher eher für kleinere Rasenflächen.

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Schiebemäher oder Rasenmäher mit Radantrieb – worin liegt der Unterschied?

Diese beiden Bezeichnungen sind in der Welt der Rasenmäher sehr verbreitet, werden jedoch häufig falsch verwendet …

Ein Schiebemäher ist eigentlich eine Maschine, die Sie selbst schieben müssen. Sein Motor treibt lediglich das Messer an, weiter nichts. Sie müssen den Rasenmäher schieben, damit er vorankommt. Bei einem Elektro-Rasenmäher ist das kein großes Problem. Bei einer schweren Maschine wird es jedoch schnell anstrengend, vor allem auf einem abschüssigen oder unregelmäßig geformten Grundstück.

Bei einem Rasenmäher mit Radantrieb treibt der Motor nicht nur das Messer, sondern auch zwei Räder der Maschine an, ähnlich wie bei den meisten Autos. Sie müssen den Rasenmäher daher nicht schieben. Eine Bedienung am Führungsholm setzt ihn in Bewegung. Selbstverständlich sind diese Rasenmäher deutlich einfacher zu bedienen, insbesondere wenn sie über einen Variator oder einen Geschwindigkeitswähler verfügen. Damit können Sie die Fahrgeschwindigkeit an Ihre Kondition oder die Gegebenheiten des Gartens anpassen. Die Bezeichnung ist allerdings nicht ganz korrekt, da meistens die Hinterräder angetrieben werden. Eigentlich müsste man daher von einem selbstangetriebenen Rasenmäher sprechen.

Ist die Schnittbreite wichtig?

Ja und nein … Die kleinsten Rasenmäher arbeiten mit einer Schnittbreite von 28 bis 30 cm. Die größten Modelle erreichen 53 bis 56 cm. Sie sollten einen Rasenmäher wählen, der überall in Ihrem Garten durchkommt und sich gut um Hindernisse herumführen lässt. Außerdem mähen Sie bei gleicher Fläche mit einem Rasenmäher mit großer Schnittbreite deutlich schneller als mit einer winzigen Maschine. Natürlich können Sie auch eine fußballfeldgroße Rasenfläche mit einem sehr kleinen Rasenmäher mähen – dann verbringen Sie allerdings womöglich jedes Wochenende damit. Ebenso können Sie Ihren kleinen Garten mit einem großen Rasenmäher mit Radantrieb bearbeiten und dafür viel Zeit mit Rangieren verbringen. Es ist eine Frage des Kompromisses, die jeder für sich entscheiden muss.

Sie können ein Fußballfeld auch mit einem sehr kleinen Rasenmäher mähen … Dafür brauchen Sie allerdings Geduld und Ausdauer.

Auffangen, Auswerfen oder Mulchen?

Nach dem Mähen bieten Rasenmäher verschiedene Möglichkeiten, das Schnittgut zu behandeln:

  • Sie sammeln es in einem Fangkorb am Heck des Rasenmähers. Das ist ideal für alle, die wie ich Gartenabfälle zu Hause kompostieren;
  • Sie werfen es nach hinten oder zur Seite aus. Das ist praktisch, wenn Sie schnell mähen möchten, ohne sich um das Schnittgut zu kümmern. Diese Variante eignet sich besonders für Rasenflächen, die eher einer Wiese ähneln;
  • oder Sie zerkleinern das Schnittgut nach dem Mulchprinzip direkt vor Ort. So entsteht kein zu entsorgender Abfall, und unschöne Schnittgutklumpen bleiben nicht auf dem Rasen liegen.

Manche Rasenmäher bieten nur eine dieser Möglichkeiten. Das schränkt ihre Einsatzmöglichkeiten natürlich ein. Ich kann Ihnen nur empfehlen, ein Modell zu wählen, das alle drei Funktionen oder zumindest Auffangen und Mulchen bietet. Modelle, bei denen Sie per einfachem Hebel zwischen den Funktionen wechseln, sind mir am liebsten. Sie müssen dann keinen Verschluss suchen und einsetzen. Das sorgt für echte Vielseitigkeit!

Welche wichtigen Innovationen gibt es bei Rasenmähern?

Die Roboter erobern unsere Gärten! Nicht die aus Star Wars, sondern eher diese seltsamen Geräte, die sich wie Fliegen an einer Fensterscheibe zufällig über einen kurz geschnittenen, teppichgleichen Rasen bewegen. Natürlich meine ich Mähroboter. Wirklich neu sind sie nicht, denn ich habe bereits in den 1990er-Jahren die ersten Modelle ausprobiert. Dennoch muss man zugeben, dass diese Rasenmäher immer beliebter werden. Sie sind zwar nicht gerade günstig, ähnlich wie Saugroboter für den Haushalt. Dafür müssen Sie aber keinen Fangkorb am Rasenmäher leeren.

Grin ist eine italienische Rasenmähermarke, die eine weitere Innovation bei herkömmlichen Maschinen anbietet: ein spezielles Mähgehäuse und Messer, die das Gras zerkleinern und auf den Boden zurückwerfen. Ist das also Mulchen? Keineswegs. Mit Rasenmähern von Grin müssen Sie nicht häufiger mähen, um jeweils nur einen kleinen Teil der Grashalme abzuschneiden. Sie können wie gewohnt einmal pro Woche mähen – sogar bei feuchtem Gras. Sie müssen also nicht öfter mähen.

Der Mähroboter Miimo: ein autonomer Rasenmäher, der vor nichts zurückschreckt! Foto: Honda

Welche Vorsichtsmaßnahmen sorgen für einen problemlosen Betrieb?

Unabhängig vom verwendeten Rasenmäher und von der gewählten Methode zur Behandlung des Schnittguts gilt: Reinigen Sie das Mähgehäuse nach jedem Einsatz gründlich, etwa mit einer Bürste und/oder einem Wasserstrahl. Entfernen Sie alle anhaftenden Rückstände. Sie beeinträchtigen sonst die Auswurfleistung und können die Auswurföffnung vollständig verstopfen. Man spricht dann davon, dass der Rasenmäher „verstopft“ ist. Wenn Sie einen Fangkorb oder Fangsack verwenden, reinigen Sie auch dessen Lüftungsöffnungen gründlich. Nur so kann er sich optimal füllen.

Die Reinigung des Rasenmähers ist unverzichtbar, um Probleme zu vermeiden.

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