7 Gräser für Allergiker

7 Gräser für Allergiker

Ziergräser im Garten trotz Allergie? Ja, das geht!

Inhaltsverzeichnis

Geändert der 4. Dezember 2025  durch Jean-Christophe 7 min.

Gräser gelten oft als Auslöser von Pollenallergien. Doch viele Ziergräser sind pollenarm. 7 schöne Ziergräser für Allergiker.

Schwierigkeit

Gräserallergie: Symptome, Saison, was hilft?

Gräser gehören zur Familie der Süßgräser (Poaceae), die etwa ein Viertel der weltweiten Pflanzenbedeckung ausmachen. Dadurch wird verständlich, dass es nahezu unmöglich ist, nicht auf irgendeine Weise mit ihnen in Kontakt zu kommen. Bei Allergikern reagieren 20 % empfindlich auf Gräserpollen, weshalb sie diese verständlicherweise fürchten.

Die Symptome

Diese Allergien, auch als ‘Heuschnupfen’ bekannt, lösen recht typische Symptome aus, darunter:

  • Juckreiz an Nase, Augen, Mund oder Hals
  • allergischer Schnupfen (verstopfte oder laufende Nase, mit oder ohne Niesen)
  • Kopfschmerzen
  • Atembeschwerden, Asthma
  • gerötete Augen mit Sandkorngefühl

Diese Beschwerden, die unterschiedlich stark ausfallen können, treten zur Blütezeit der Gräser auf, die man als Ährenbildung bezeichnet.

Die Pollenflugzeiten

Je nach Grasart von April oder Mai bis in den Herbst reifen die Ähren heran und setzen winzige Pollen frei, die Allergien auslösen. Als windbestäubte Pflanzen sind diese ‘Gräser’ auf den Wind angewiesen, der ihre männlichen Keimzellen verbreitet und so die Befruchtung der weiblichen Keimzellen anderer Pflanzen ermöglicht. Auf diese Weise sichern sie ihren Fortbestand. Diese Form der Verbreitung macht es besonders schwierig, ihre Ausbreitung in der Luft zu kontrollieren. Kommt außerdem Feuchtigkeit hinzu, die Schimmelbildung begünstigt, steigt das Allergierisiko weiter an.

Gras Pollen Allergie

Reife Ähren setzen allergieauslösende Pollen frei (Phleum pratense)

Wie lassen sich Allergien lindern?

Um das Risiko einer allergischen Reaktion auf Gräserpollen zu verringern, sollten Sie einige einfache Regeln beachten:

  • Gehen Sie nicht mit nassem Haar nach draußen, sondern waschen Sie es nach der Rückkehr und vor dem Schlafengehen.
  • Wechseln Sie nach der Rückkehr nach Hause die Kleidung.
  • Trocknen Sie Ihre Wäsche drinnen statt im Freien.
  • Fahren Sie mit geschlossenen Autofenstern und lüften Sie morgens früh oder abends spät, wenn die Luftfeuchtigkeit die Pollen beschwert und ihre Verbreitung begrenzt.
  • Bei starken Reaktionen sollten Sie einen Arzt oder eine andere medizinische Fachkraft aufsuchen.

Um über Pollenflugzeiten je nach Jahreszeit und Region informiert zu bleiben, besuchen Sie die Website des Réseau National de Surveillance Aérobiologique. Dort finden Sie auch Anwendungen für Smartphones, mit denen Sie Ihre Allergien besser beobachten und behandeln können.

Nach dieser Lektüre denken Sie jetzt wahrscheinlich, dass Gräser in Ihrem Garten für Sie völlig ausgeschlossen sind – wäre das nicht, als würden Sie sich selbst eine Falle stellen? Ganz im Gegenteil! Einige Gräser lösen tatsächlich starke Allergien aus, andere hingegen, darunter viele Ziergräser, stellen keinerlei Risiko dar. Sie können Ihren Beeten Schönheit und Leichtigkeit verleihen, ganz ohne die Nachteile ihrer Verwandten! Es wäre also schade, darauf zu verzichten!

Allergieauslösende Gräser

Nicht alle Gräserpollen haben das gleiche allergene Potenzial.

Die problematischsten lassen sich je nach Verwendung in 3 Kategorien einteilen.

Futtergräser

  • Lieschgras (Phleum)
  • Knäuelgras (Dactylis)
  • Straußgras (Agrostis)
  • Trespe (Bromus)
  • Schwingel (Festuca; die Ziersorten mit bläulichem Laub, Festuca glauca, lösen dagegen keine Allergien aus)
  • Gewöhnliches Ruchgras (Anthoxanthum)
  • Honiggras (Holcus)
  • Weidelgras (Lolium multiflorum, Italienisches Weidelgras, oder Lolium perenne, Englisches Weidelgras)
  • Rispengras (Poa)
  • Quecke (Elytrigia oder Agropyron repens, Elymus repens)
  • Wiesen-Fuchsschwanz (Alopecurus)

Die meisten dieser Gräser wachsen auf Feldern, an Straßenrändern oder in Gräben. Einige werden für Rasen verwendet. Mähen Sie regelmäßig, damit Ihr Rasen nicht blüht und Sie das Allergierisiko verringern.

Getreidegräser

  • Weizen (Triticum)
  • Hafer (Avena)
  • Roggen (Secale)
  • Gerste (Hordeum)

Ziergräser

Für uns Gärtner sind sie besonders interessant. Wenn Sie ihr allergenes Potenzial kennen, können Sie Sorten wählen, die zu Ihrer Empfindlichkeit passen.

Ziergräser mit hohem Allergierisiko

Dies sind die wichtigsten Ziergräser, die Sie bei einer Gräserallergie meiden sollten.

Ziergräser mit mittlerem Risiko

Sie können diese Gräser verwenden, sollten sie aber nicht in großer Zahl pflanzen.

Zum Glück ist die Natur vielfältig und gut eingerichtet: Zahlreiche Gräser können ohne Risiko in Beeten verwendet werden.

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Welche Gräser für Allergiker?

Auch wenn Sie Allergien haben, hier finden Sie eine Liste von Gräsern, die Sie unbesorgt im Ziergarten pflanzen können, da sie ungefährlich sind.

Festuca glauca

Der Blau-Schwingel ist ein kleines Gras, das ein halbkugelförmiges Polster aus dichten, steifen Blättern bildet, in intensiven blaugrünen bis bläulichen Tönen. Zu den farbenprächtigsten Sorten zählen ‘Intense Blue’ und ‘Elijah Blue’, die auch mitten im Winter für Aufsehen sorgen, da es sich um immergrüne Gräser handelt. Ab Juni ragt ein lockerer, silbriger Blütenstand aus dem Horst. Winterhart, trockenheitsverträglich und leicht zu kultivieren, findet er Platz an einem Weg, im Steingarten, an einem Hang oder sogar im Topf auf einer sonnigen Terrasse.

Festuca glauca Blauer Schwingel

Festuca glauca

Imperata cylindrica ‘Red Baron’

Das Alang-Alang-Gras ist ein weiteres kleines Gras. Sein sommergrünes Laub wächst zu Beginn der Saison aufrecht in olivgrünen Tönen und färbt sich allmählich rot, im Laufe des Sommers immer intensiver. Als Liebhaber frischer Böden darf es nicht unter Wassermangel leiden, damit es seine ganze Schönheit entfaltet. Außerdem breitet es sich langsam, aber sicher aus und bildet schöne farbige Flächen. Das winterharte Gras sollte an einem hellen Standort stehen, der seine Farben intensiviert, oder gegebenenfalls im lichten Halbschatten. Auch im Topf lässt es sich leicht kultivieren.

Imperata cylindrica ‘Red Baron’

Imperata cylindrica ‘Red Baron’

Miscanthus sinensis und Miscanthus giganteus

Chinaschilf gibt es in sehr vielen Sorten. Manche werden kaum 1 m hoch, andere erreichen etwa 2 m. Viele sind für ihre Blütenstände in vielfältigen Farben bekannt und zur Blütezeit spektakulär (‘Silberfeder’, ‘Nepalensis’, ‘Ferner Osten’…). Die Blätter sind unterschiedlich breit und bilden oft eine elegante, fontänenartige Wuchsform; sie sind keineswegs immer grün. Manche sind entlang ihrer Länge wunderschön weiß oder cremefarben panaschiert (‘Variegatus’, ‘Cosmopolitan’, ‘Cabaret’) oder horizontal gebändert (‘Strictus’, ‘Little Zebra’). Andere, etwa ‘Little Miss’, mischen schon früh in der Saison purpurrote bis violette Farbtöne. Viele nehmen im Herbst unglaubliche Farben an (‘Malepartus’, ‘Ghana’, ‘Purpurascens’). Sie sind meist gut winterhart und zudem trockenheitsverträglich, schätzen aber einen gewissen Feuchtegrad am Fuß. Sie gedeihen in kalkhaltigem ebenso wie in saurem Boden und fühlen sich an sonnigen Standorten wohl; einige lassen sich sogar im Topf kultivieren. Das Laub trocknet im Spätherbst ein, bleibt aber bis weit in den Winter dekorativ.

Miscanthus sinensis

Miscanthus sinensis

Miscanthus giganteus trägt seinen Namen zu Recht, denn er ist ein echter Riese! Zur Blütezeit kann er über 3 m hoch werden und ist damit ein weithin sichtbarer Blickfang mit starker dekorativer Wirkung. Wie seine Verwandten eignet er sich ideal für dichte Hecken, die einen großen Teil des Jahres bestehen bleiben. Sein Laub und seine Halme färben sich im Herbst wunderschön und unterstreichen seine ohnehin auffällige Erscheinung.

Molinia caerulea

Das Blaue Pfeifengras hat eine zugleich aufrechte und flexible Wuchsform und wird je nach Sorte 40 cm bis 3 m hoch. Von Sommer bis Herbst bildet seine lange und üppige Blüte eine wunderschöne, luftige Wolke. Das Laub mit bläulichen Reflexen ist bei Sorten wie Molinia ‘Variegata’ panaschiert. Im Herbst färben sich diese Gräser gelb oder orange und sind damit unverzichtbar für herbstliche Pflanzbilder. Ihre Silhouette und ihre strohfarbenen Töne beleben die Beete auch im Winter. Das winterharte Gras fühlt sich in schweren, sogar feuchten und eher sauren Böden besonders wohl, passt sich aber an sehr unterschiedliche Bedingungen an. Anfangs wächst es manchmal etwas langsam und gedeiht in Sonne wie Halbschatten.

Molinia caerulea

Molinia caerulea

Stipa tenuifolia (syn. Nassela tenuissima)

Das Federgras zählt vielleicht zu den luftigsten Gräsern; seine leichten Halme wiegen sich beim kleinsten Windhauch. Anfangs grün, färben sie sich später golden und schließlich strohfarben. Am Ende des Winters genügt ein kleiner Rückschnitt. Das etwa 50 bis 70 cm hohe Federgras eignet sich für Gärten jeder Größe, vom romantischen bis zum modernen Stil. Anspruchslos, winterhart und trockenheitsverträglich, wächst es auch auf mageren Böden.

Stipa tenuifolia

Stipa tenuifolia

Panicum virgatum

Die Ruten-Hirse gibt es in kleinen, mittelhohen und großen Sorten. Geschätzt wird sie vor allem für ihre aufrechte, sehr architektonische Wuchsform und die Farbe ihres Laubs. Grün, blau, orange oder intensiv purpurrot, schmückt sie sich ab Sommer mit einer luftigen Blüte und bleibt einen Teil des Winters dekorativ. Sehr winterhart und pflegeleicht, passt sich die Ruten-Hirse jedem Boden sowie Sonne und Halbschatten an.

Panicum virgatum

Panicum virgatum

Pennisetum (P. alopecuroides, P. orientale, P. macrourum)

Das Federborstengras ist ein Klassiker unter den Gräsern. Seine ausladende, fontänenartige Wuchsform wird durch besonders dekorative, flauschige Blütenstände gekrönt. Je nach Art und Sorte reicht die Höhe von etwa 30 cm bis fast 2 m. Das grüne oder deutlich goldfarbene Laub nimmt im Herbst zusätzlich warme Töne an. Es ist ein gut winterhartes Gras (P. macrourum etwas weniger), ideal für Sonne und jeden Boden, auch trockene Standorte. Es eignet sich besonders für Küstengärten, da ihm weder Wind noch salzhaltige Gischt etwas ausmachen.

Pennisetum alopecuroides

Pennisetum alopecuroides

Weitere Pflanzen und Alternativen

Bambus gehört ebenfalls zu den Gräsern ohne Allergierisiko (es gibt horstbildende Sorten, die sich nicht im ganzen Garten ausbreiten). Außerdem haben zahlreiche Pflanzen grasartiges Laub, ohne zu dieser Familie zu gehören, sodass auch von ihnen keine Nachteile ausgehen. Dazu zählen etwa Seggen, die Binse, die Hainsimse und der Schlangenbart.

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