Automatische Bewässerung: Welches System wählen?
Tipps für die richtige Wahl
Inhaltsverzeichnis
Im Garten gehört das Gießen zu den unverzichtbaren Pflegemaßnahmen, damit Pflanzen im Sommer vital bleiben und üppig blühen.
Ob Rasen, Blumenbeete und Sträucher, Hecken, Balkonpflanzen im Topf oder Gemüsebeet: Die Installation einer automatischen Bewässerung entlastet Gärtner und spart bis zu 70 % Wasser. Von einfachen Bewässerungskegeln über Sprinkler- und Tropfbewässerung bis zur integrierten Bewässerung sorgt jedes System für regelmäßige Wasserversorgung, besonders in Verbindung mit einer Zeitschaltuhr. So leiden Ihre Pflanzen auch bei Abwesenheit oder im Urlaub nie unter Trockenheit. Entdecken Sie die verschiedenen Möglichkeiten, damit Ihrem Garten nie das Wasser ausgeht, und unsere Tipps für die richtige Wahl!
Lesen Sie auch unsere Tipps zur Installation einer automatischen Bewässerung auf Balkon oder Terrasse.
Verschiedene Systeme zur automatischen Bewässerung
Bewässerung mit Sprinklern
Ob als Schwenk-, Kreis- oder Halbkreisregner, als Kanonen-, Impuls-, Stativ-, Schlitten- oder Erdspießregner: Sprinkler (manchmal auch „Sprinklers“ genannt) ermöglichen die Bewässerung großer Flächen, ganz ähnlich wie natürlicher Regen.
Sie eignen sich zur Bewässerung von Rasenflächen, doch da Wasser zunehmend zu einer schützenswerten Ressource wird, möchte ich Sie dazu ermuntern, der Natur ihren Lauf zu lassen. Wenn es ausreichend regnet: umso besser! Wenn Ihr Rasen dagegen im Hochsommer gelb wird, ist das kein Grund zur Sorge. Mit den ersten Herbstregen wird er wieder grün. Jedes Jahr werden zudem Bewässerungsbeschränkungen erlassen, die Ihren Handlungsspielraum weiter einschränken. Lesen Sie für weitere Informationen unseren Artikel: Wasser- und Bewässerungsbeschränkungen: Wie geht man damit um?
Dieses Bewässerungssystem kann auch für Strauch- und Staudenbeete eingesetzt werden, hat aber den doppelten Nachteil, dass es das Laub bewässert (manche Pflanzen vertragen das nicht und können dadurch Krankheiten entwickeln) und die bewässerten Pflanzen nicht gezielt versorgt. Denn nicht alle haben denselben Wasserbedarf – ganz zu schweigen von unerwünschten Kräutern, die sich durch zusätzliches Wasser noch stärker ausbreiten. Außerdem benötigen Sie mehrere Regner oder müssen diese umsetzen, um größere Flächen abzudecken.

Setzen Sie daher besser auf wassersparendere und präzisere Systeme.
Bewässerung mit Mikrosprinklern
Das Prinzip ähnelt dem vorherigen, doch die Bewässerung erfolgt hier gezielter. Eine Hauptleitung beginnt an der Wasserquelle (zum Beispiel am Wasserhahn) und teilt sich anschließend in Nebenleitungen auf, die jeweils mit einem Mikrosprinkler ausgestattet sind, der oft an einem Stab befestigt ist, den man in den Boden steckt. So wird bei niedrigem Druck ein feiner Sprühregen abgegeben, der große Beete mit Wasser versorgt. Das System ist regulierbar (Wassermenge, Bewässerungsradius) und ermöglicht eine besser angepasste, gezieltere Wasserversorgung. Allerdings wird auch hier das gesamte Beet von oben bewässert (einschließlich unerwünschter Kräuter), und die Pflanzen müssen dies ohne Krankheitsrisiko vertragen. Die Sprinklerbewässerung bietet einige Vorteile. Die Installation ist einfach und erfordert nur wenige zusammenzusteckende Teile. Die oberirdisch platzierten Regner werden außerdem nicht durch Erde verschmutzt. Das Umsetzen der verschiedenen Regner ist leicht möglich. Mit einfachen Verbindern oder T-Stücken lässt sich ein Leitungsnetz an die Gegebenheiten der jeweiligen Fläche anpassen.
Tröpfchenbewässerung
Eine Hauptleitung aus einem mehr oder weniger steifen Polyethylenrohr wird auf dem Boden ausgelegt. Entlang dieser Leitung werden dünnere, flexible Schläuche angeschlossen und mit Tropfern verbunden (es gibt verschiedene Ausführungen). Jeder Tropfer wird am Fuß der zu bewässernden Pflanze platziert, und die regulierbare Durchflussmenge ermöglicht eine bedarfsgerechte Wasserversorgung der jeweiligen Pflanze.
Da sie ebenfalls mit niedrigem Druck arbeitet, ermöglicht die Tröpfchenbewässerung eine sehr gezielte Bewässerung und ist einfach einzurichten. Es gibt sogar „einbaufertige“ Sets. Die sehr anpassungsfähige Tröpfchenbewässerung benötigt ebenso viele einzelne Tropfer wie zu bewässernde Pflanzen, doch sie verhindert den Kontakt des Wassers mit dem Laub und begrenzt dadurch die Entwicklung bestimmter Krankheiten, etwa Falschen Mehltau bei Tomaten oder Sternrußtau bei Rosen.

Bewässerung mit porösem Schlauch
Hier wird ein flexibler Schlauch mit „Poren“ verwendet, durch die das Wasser langsam über die gesamte Länge sickert. Er ist kostengünstig und besonders einfach einzurichten, da keine Montage erforderlich ist. Der Schlauch muss lediglich ausgerollt werden – entweder gerade oder in Schlangenlinien zwischen den Pflanzen. Das System kann funktionieren, wenn es an einen erhöht aufgestellten Wasservorrat angeschlossen ist, der für ausreichenden Druck sorgt. Allerdings kann der Schlauch, der direkten Kontakt mit der Erde hat, leicht verstopfen. Auch die Durchflussmenge ist am Anfang und Ende des Kreislaufs mitunter unregelmäßig, und Abzweigungen verstärken dieses Problem noch. Die zugeführte Wassermenge lässt sich nur schwer einschätzen und nicht an den individuellen Bedarf jeder Pflanze anpassen. Mit der Zeit können diese porösen Schläuche außerdem brüchig werden.
Unterirdische Bewässerung
Dieses Bewässerungssystem ist zwar am unauffälligsten, aber auch am schwierigsten einzurichten. Das Verlegen der Leitungen erfordert das Ausheben von Gräben, die nach der Installation jede Veränderung oder Neupflanzung in den betroffenen Bereichen verhindern. Die Regner fahren durch den Wasserdruck aus dem Boden aus, bewässern Ihren Rasen oder Ihre Pflanzungen und verschwinden nach dem Ende des Bewässerungszyklus wieder. Bei unzureichendem Wasserdruck sind Pumpen erforderlich, und jede Störung im Leitungssystem erfordert umständliche Handgriffe. Dieses Bewässerungssystem ist teurer als die zuvor genannten und lohnt sich bei großen Flächen.
Lesen Sie auch
Den Gemüsegarten im Sommer richtig gießenPassendes Bewässerungssystem für Ihren Garten
Wählen Sie je nach gewünschter Anwendung ein geeignetes Bewässerungssystem. Hier einige Anregungen, die Ihnen bei der Auswahl helfen.
- Rasen: Für kleine Flächen (unter 50 oder 100 m²) empfiehlt sich eine Beregnungsanlage. Bei einer sehr großen Rasenfläche kann sich die Investition in ein unterirdisch verlegtes Bewässerungssystem lohnen.
- Hecken, Gemüsegarten und Reihenpflanzungen: Bewässerungssysteme mit porösem Schlauch und Mikrosprinklern eignen sich gut für diesen Zweck. Einige Pflanzen benötigen trockenes Laub, weshalb eine Tropfbewässerung die bessere Wahl ist. Lesen Sie unsere Tipps zum richtigen Bewässern des Gemüsegartens im Sommer.
- Beete, Rabatten: Beregnung, Mikrosprinkler, Tropfbewässerung und poröser Schlauch können geeignet sein. Wählen Sie je nach Fläche, Verträglichkeit der Pflanzen gegenüber nassem Laub und einfachem Aufbau die passende Lösung.
- Topfpflanzen auf Balkonen und Terrassen: Beregnungsanlagen und poröse Schläuche sind nicht geeignet. Entscheiden Sie sich für eine Tropfbewässerung und installieren Sie je nach Topfgröße und Pflanzenzahl einen oder mehrere Tropfer pro Topf. Regeln Sie die Wassermenge entsprechend dem Bedarf jeder Pflanze. Weitere Informationen finden Sie in unserem Artikel Topfpflanzen und Bewässerung: So überstehen sie große Hitze während Ihrer Abwesenheit.

Automatische Bewässerung: Alternativen und Tipps
Automatische Bewässerungen sind praktisch und sparsam, doch ihre Installation ist nicht immer möglich oder erwünscht. Zum Glück gibt es Alternativen. Sie erleichtern Ihnen die Bewässerung oder verhindern, dass Ihre Pflanzen und Ihr Garten während Ihrer Abwesenheit zu sehr leiden.
- Kegel aus poröser Keramik, auch Bewässerungsmöhren genannt, funktionieren ganz einfach. Sie werden auf eine Wasserflasche (1,5 Liter oder mehr) geschraubt, die man umdreht und in die Erde steckt. Alternativ lassen sie sich über dünne Schläuche mit einem erhöht aufgestellten Wasserbehälter verbinden. Dieser sollte abgedeckt sein, um Verdunstung und Insektenbefall zu begrenzen. Die Reichweite eines solchen Systems hängt natürlich von der verfügbaren Wassermenge ab und eignet sich eher für Topfpflanzen auf dem Balkon.
- Für junge Bäume (zum Beispiel einzeln stehend oder im Obstgarten) können Sie auf Ollas zurückgreifen. Diese unterschiedlich großen Tonkrüge werden am Fuß der Pflanzen eingegraben. Füllen Sie sie einfach mit Wasser und lassen Sie es durch das poröse Material bis zu den Wurzeln sickern. Prüfen Sie lediglich von Zeit zu Zeit den Wasserstand.
- Für Pflanzen mit hohem Wasserbedarf stellen Sie einen Untersetzer unter die Töpfe oder mischen Sie ein Wasserspeichermittel wie Stockosorb in die Pflanzerde. Diese speichern bei jeder Bewässerung Wasser und geben es nach Bedarf an die Pflanze ab.
- Bewässerungssets enthalten eine Pumpe, die in einen einfachen Wasserbehälter gestellt wird. Da sie mit Solarenergie betrieben wird, kann sie überall im Garten aufgestellt werden.
Flexible, anpassbare Bewässerungssysteme
Viele Bewässerungssysteme arbeiten mit einer solar- oder batteriebetriebenen Zeitschaltuhr. Damit lassen sich Startzeit, Häufigkeit und Dauer der Bewässerung einstellen. Bewässern Sie möglichst früh morgens oder spät abends. Einige Modelle können mit einem Feuchtesensor verbunden werden, der je nach Wetter eine Bewässerung auslöst oder verhindert. Andere lassen sich per Tablet oder Smartphone steuern.
Zeitschaltuhren können mit einem Filter kombiniert werden, um ein Verstopfen der Sprinkler durch Verunreinigungen zu verhindern.
Mit einem Dünger-Dosierer sorgen sie für eine regelmäßige Düngung stark zehrender Pflanzen.
Da sie oft mit niedrigem Druck arbeiten, muss am Anfang des Kreislaufs ein Druckminderer installiert werden.

Automatische Bewässerung: Wartung und Überwinterung
Im Winter benötigen Ihre Pflanzen keine zusätzliche Bewässerung. Natürlicher Regen deckt ihren Bedarf.
Ihre Bewässerungsanlage muss gereinigt und entfernt werden, damit sie durch Frost weder beschädigt wird noch platzt.
Das ist vor dem Kälteeinbruch zu tun:
- Entleeren Sie das Bewässerungssystem. Stellen Sie die Wasserzufuhr am Anfang ab und öffnen Sie die Entleerungs- oder Absperrventile am Ende des Systems, damit das Wasser aus den Leitungen ablaufen kann.
- Entfernen Sie Tropfer oder Sprinkler und legen Sie sie in einer separaten Mischung aus gleichen Teilen lauwarmem Wasser und Essig ein, um saisonale Kalkablagerungen zu entfernen. Spülen Sie sie anschließend mit klarem Wasser ab.
- Schrauben Sie das Steuergerät ab, leeren Sie es und entfernen Sie die Batterien.
- Rollen Sie die Schläuche auf, ohne sie zu knicken.
- Lagern Sie das Material frostgeschützt.
- Abonnieren Sie
- Inhaltsverzeichnis
Dieses Formular ist durch reCAPTCHA geschützt – es gelten die Datenschutzbestimmungen und die Nutzungsbedingungen.
Kommentare