Belasteten Boden im Garten erkennen?
Eine Frage, die viele Gärtner umtreibt
Inhaltsverzeichnis
Eigenes Obst und Gemüse: Ist der Boden durch Schwermetalle, Pestizide oder andere Schadstoffe belastet? So prüfen Sie ihn und bauen sicher an.
Was ist Bodenverschmutzung?
Ein von menschlichen Aktivitäten völlig unberührtes Grundstück ist sehr selten. Unsere Gärten entstehen oft auf ehemaligen landwirtschaftlichen Flächen, alten Brachflächen, Standorten früherer Industriebetriebe, auf Auffüllboden unbekannter Herkunft oder in einem alten Garten, dessen frühere Gärtner es vielleicht weniger genau genommen haben als Sie. Kurz gesagt: Der Boden ist nur selten so gesund, wie man annehmen könnte. Sie müssen sich deshalb jedoch nicht allzu große Sorgen machen, denn die vorhandenen Schadstoffe liegen nicht immer in sehr hohen Mengen vor.
Bodenschadstoffe gibt es viele, sie lassen sich jedoch in vier Kategorien einteilen:
- Schwermetalle: Schwermetalle (Blei, Cadmium, Quecksilber, Kupfer, Nickel, Arsen …) können im Boden und im Untergrundgestein vorkommen. Die Aufnahme von Schwermetallen kann schwere, beeinträchtigende Krankheiten verursachen, etwa neurologische Erkrankungen (Parkinson, Alzheimer …) oder Lungenerkrankungen. Eine Schwermetallvergiftung hängt jedoch vor allem von der Dosis und der Häufigkeit der Aufnahme ab.
- Pestizide: Sie sind überall, da sie von Landwirten und Produzenten, aber auch von Gärtnern (oft sogar in noch höheren Dosen!) in großen Mengen eingesetzt wurden. Diese Pestizide bleiben eine Gefahr für die Biodiversität, aber auch für die menschliche Gesundheit. Zu den Pestiziden zählen alle Biozide („die Leben töten“), etwa Herbizide, Insektizide, Fungizide, Algizide und Rodentizide …
- Kohlenwasserstoffe: Neben Benzin- oder Dieselrückständen geben auch PAK, also polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe, Anlass zur Sorge. Sie entstehen bei der unvollständigen Verbrennung von Kraftstoffen, aber auch von Tabak, Kohle oder Holz. Sie sind an der Entstehung zahlreicher Krebsarten beteiligt (Lunge, Harnwege, Haut …). PAK finden sich in Teer und … Asche, die im Garten manchmal im Übermaß verwendet wird.
- Gebrauchte Mineralöle: Gemeint sind Motoröle aus Traktoren, Maschinen und motorbetriebenen Gartengeräten. Sie gelangen entweder versehentlich durch Lecks oder absichtlich durch das Ausgießen gebrauchter Öle in die Natur in den Boden. Die Bestandteile gebrauchter Mineralöle verbleiben lange im Boden. Dies kann Hautkrebs und Lungenerkrankungen verursachen.

Ein durch Öl und Kohlenwasserstoffe belasteter Boden
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Die Bodenbelastung lässt sich anhand der Vegetation nur schwer beurteilen, auch wenn eine völlig kahle Fläche alarmieren kann. Mehrere Hinweise können jedoch Verdacht erregen:
- wenn der Garten in einem Industriegebiet liegt, in der Nähe einer Autowerkstatt oder Tankstelle oder von intensiv bewirtschafteten Agrarflächen umgeben ist. Auch ehemalige Bahnflächen sind aufgrund vergrabener Asche oft belastet;
- wenn Abfälle vorhanden sind, insbesondere alte Ölfässer, Lösungsmittelkanister … aber auch alte Metalle, Bleche, Asbestplatten …
- wenn auf der Oberfläche einer Wasserpfütze ein Ölfilm erscheint: Eine Belastung durch Öle und Kohlenwasserstoffe ist damit bestätigt.
Doch um sicher festzustellen, ob der Boden belastet ist, gibt es nur eine Lösung: eine Analyse in einem zugelassenen bodenkundlichen Labor.
→ In Frankreich hilft Ihnen das INRA, über das Verzeichnis der Laboratorien und Forschungseinrichtungen ein Bodenanalyselabor in Ihrer Nähe zu finden.
→ In Belgien finden Sie hier die Liste der im Rahmen des Bodendekrets zugelassenen Laboratorien.

Industrielle Rückstände, ein Gebiet nahe intensiv bewirtschafteter, mit Pestiziden behandelter Flächen und vorhandenes Öl: alles Hinweise auf eine mögliche Belastung
Was tun bei belastetem Boden?
Zunächst sollten geerntetes Gemüse und Obst sowie Ihre Hände nach der Gartenarbeit gründlich mit Wasser gewaschen werden. Achten Sie außerdem darauf, Ihren Gemüsegarten und Ihre Obstbäume auf einer unbelasteten oder zumindest unverdächtigen Fläche anzulegen. Um dies festzustellen, sind mehrere Bodenanalysen erforderlich.
Sie können Ihrem Boden auch Kompost und organisches Material zufügen, wenn er von Natur aus sauer ist. Das hilft, den pH-Wert des Bodens zu regulieren. Denn je saurer ein Boden ist, desto eher gelangen bestimmte Schadstoffe, insbesondere Schwermetalle, an die Oberfläche. Denken Sie daran, den Boden zu mulchen oder mit Pflanzen bedeckt zu halten. So verhindern Sie, dass Schadstoffe ausgewaschen werden.
Als letzten Ausweg können Sie auch erdelos in Gemüsebeeten oder Töpfen anbauen. Achten Sie jedoch darauf, ein gesundes Substrat sowie unbehandelte Materialien für das Gefäß zu verwenden.
Andernfalls gibt es auf Bodensanierung spezialisierte Unternehmen, die sich mit der Entfernung von Schadstoffen wie Kohlenwasserstoffen, Schwermetallen und Pestiziden befassen. Diese Unternehmen reinigen den Boden mit verschiedenen Verfahren: biologischen, physikalisch-chemischen oder thermischen Behandlungen. Die Erde kann auch vor Ort durch Waschen mit Wasser oder mithilfe von Lösungsmitteln gereinigt werden.
Gut zu wissen: Seit Jahren laufende agronomische Forschungen bieten eine völlig natürliche Lösung zur Bodensanierung. Dabei kommen Pflanzen zum Einsatz: Chinaschilf und Bäume wie Weiden und Espen. Einige Pflanzen „pumpen“ die Schadstoffe auf, während andere verhindern, dass sie ausgewaschen werden, indem sie sie in der Nähe ihrer Wurzeln halten. So lässt sich der Boden auf schonende Weise sanieren. Die dabei entstehende Biomasse wird anschließend als Biokraftstoff oder Mulch verwertet.

Neben dem gründlichen Waschen des Gemüses und dem Anlegen eines Hochbeets ist eine vorherige Bodenanalyse unerlässlich
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Ökoangst von GärtnernGibt es Obst oder Gemüse, das mehr Schadstoffe aufnimmt als anderes?
Bodenart und Schadstoffe sind entscheidend, doch insgesamt kommen Obst, Fruchtgemüse, Zwiebeln und Samen am besten zurecht. In leicht belastetem Boden können Sie Tomaten, Paprika, Kürbis, Mais, Bohnen, Zwiebeln, Äpfel, Birnen und Erdbeeren bedenkenlos ernten.
Wurzelgemüse (Möhren, Rote Bete, Kartoffeln, Rüben, Rettich, Pastinaken) bindet Schadstoffe an der Oberfläche, ist aber nach gründlichem Waschen mit Wasser unbedenklich essbar.
Blattgemüse (Kopfsalat, Spinat, Mangold, Kohl) und Kräuter (Thymian, Salbei, Rosmarin) reichern die meisten Schadstoffe an. Im Zweifel in Pflanzgefäßen anbauen!
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