Bodenart bestimmen: lehmig, sandig, schluffig

Bodenart bestimmen: lehmig, sandig, schluffig

Einfache Bodentests zum Erkennen der Bodenart

Inhaltsverzeichnis

Geändert der 10. August 2025  durch Olivier 6 min.

Bodentextur verstehen: Welche Bodentypen gibt es? So bestimmen Sie einfach, welcher Boden Ihren Pflanzen guttut – für einen erfolgreichen Garten

Schwierigkeit

Bodenarten und ihre Eigenschaften

Bei der reinen Bodenstruktur gibt es vor allem 3 Hauptbestandteile: Sand, Schluff und Ton. Diese bilden die mineralische Bodenfraktion. Sie entsteht durch den Zerfall des unter dem Boden liegenden Ausgangsgesteins. Die Bestandteile unterscheiden sich anhand ihrer Korngröße:

  • Sand besteht aus Partikeln über 0,05 mm (50 µm),
  • Schluff liegt zwischen 2 µm und 50 µm,
  • Tonpartikel sind kleiner als 2 µm.

Böden sind nur sehr selten ausschließlich tonig, sandig oder schluffig: Meist handelt es sich um eine Mischung dieser drei Bestandteile.

Sandboden

Ein Sandboden enthält mindestens 60 % Sand, manchmal mehr. Er besitzt kaum Struktur: Schon eine Handvoll Erde zerfällt zu leicht. Dieser Boden lässt sich sehr leicht bearbeiten und erwärmt sich im Frühjahr schnell, was für frühe Kulturen günstig ist. Allerdings ist Sandboden wenig fruchtbar, da er weder Wasser noch Nährstoffe speichert.

Schluffboden

Ein Schluffboden ist reich an Schluff. Vor Tausenden Jahren wurden hier Flussablagerungen abgelagert, also von fließendem Wasser transportierte Gesteinsreste. Alle Schluffböden enthalten mindestens 10 % Ton. Dieser braune Boden fühlt sich weich an, ist leicht und gut zu bearbeiten. Er ist nährstoffreich, fruchtbar, sehr durchlässig für Wasser und Luft und erwärmt sich im Frühjahr schnell. Er ist jedoch empfindlich und verarmt mit den Jahren. Deshalb muss er regelmäßig „gefüttert“ werden.

Tonboden

Ein Tonboden klebt bei Nässe und bekommt bei Trockenheit Risse. Dieser Boden ist schwer zu bearbeiten und erwärmt sich im Frühjahr langsam. Er ist sehr fruchtbar und speichert Wasser sowie die für Pflanzen wichtigen Mineralstoffe gut. Allerdings ist er oft stark verdichtet, was weder die Wurzelbildung noch den Austausch von Gasen und Nährstoffen erleichtert.

Bodenart

Verschiedene Böden: sandig, tonig-schluffig und tonig

Sonderfall: humusreicher Boden

Er gilt wahrscheinlich als bester Boden und findet sich in unseren Wäldern direkt unter unseren Füßen. Tatsächlich ist hier nur die oberste Bodenschicht gemeint. Daher kann ein humusreicher Boden beispielsweise auch aus tonigem Boden entstehen. Er ist von Natur aus reich an Humus und sehr fruchtbar, besonders in Bezug auf Stickstoff und Nährstoffe. Er speichert Wasser gut, ohne Staunässe zu bilden, und ist nie klebrig. Er lässt sich sehr leicht bearbeiten und ist leicht sauer.

Und der Säuregehalt des Bodens?

Auch von sauren und umgekehrt alkalischen Böden ist häufig die Rede. Dies ist ein weiterer Faktor bei der Bestimmung der Bodenart. Mehr dazu erfahren Sie in unserem Ratgeber „Saurer, neutraler oder kalkhaltiger Boden: Wie lässt er sich bestimmen?“

Bodentextur bestimmen: einfache Tests

Mit diesen einfachen Tests können Sie sich schnell ein Bild von der Zusammensetzung Ihres Bodens machen.

Der Wurst- oder Kugeltest

Nehmen Sie eine Handvoll Erde und versuchen Sie, daraus zwischen den Fingern eine Wurst zu rollen.

  • Gelingt dies nicht, ist der Boden eher sandig.
  • Entsteht eine schöne, feste Wurst, ist der Boden eher tonig.
  • Liegt das Ergebnis dazwischen, ist der Boden eher schluffig.

Der Erdklumpentest funktioniert ähnlich:

Formen Sie eine Kugel aus Erde und werfen Sie sie kräftig auf eine ebene Fläche.

  • Bleibt die Kugel ganz, ist der Boden stark tonhaltig.
  • Zerfällt sie vollständig, ist der Boden stark sandig.

Der Sedimentationstest

Unter Agronomen auch als „Marmeladenglastest“ bekannt, ist dieser einfache Test sehr zuverlässig, um den Anteil von Sand, Schluff und Ton zu bestimmen.

So führen Sie den Test durch:

  • Nehmen Sie ein mindestens ein Liter großes Glasgefäß, das höher als breit ist und sich mit einem Deckel verschließen lässt.
  • Füllen Sie das Glas zur Hälfte mit Gartenerde, die Sie in 10 cm Tiefe entnommen haben.
  • Füllen Sie Wasser hinzu und lassen Sie einige Zentimeter Luft frei.
  • Verschließen Sie das Glas und schütteln Sie es 3 Minuten kräftig.
  • Lassen Sie es 30 Minuten stehen.
  • Schütteln Sie es erneut 3 Minuten.

Bodenart bestimmen

  • Lassen Sie das Glas mindestens 24 Stunden stehen: Der schwerere Sand setzt sich am Boden ab, der Schluff in der Mitte und der Ton darüber. Die schwebenden Partikel sind organische Stoffe. Sie bilden eine bräunliche, wenig appetitliche Schicht. Ist das Wasser nach 24 Stunden noch trüb, warten Sie länger. Die Absetzung kann mehrere Tage dauern.
Sedimentationstest

Ergebnis eines Sedimentationstests

Bewegen Sie das Glas vorsichtig, damit sich die Schichten nicht wieder vermischen. Die Schwierigkeit besteht darin, die einzelnen Schichten zu erkennen. Versuchen Sie es so gut wie möglich! Sand ist mit bloßem Auge sichtbar. Sobald Sie ihn nicht mehr unterscheiden können, befinden Sie sich im Schluff. Ton ist kompakt und kann eine etwas andere Farbe haben. Nachdem Sie die Höhe der einzelnen Schichten ungefähr gemessen haben, müssen Sie die Werte in Prozente umrechnen. Die Formel lautet:

(Höhe einer Schicht x 100)/Gesamthöhe = %

In unserem Beispiel ergeben sich 15 % Sand, 39 % Schluff und 46 % Ton.

  • Um schließlich die Bodenart zu bestimmen, tragen Sie Ihre Ergebnisse in das Bodentexturdreieck ein. Dieses Dreieck zeigt die genaue Bezeichnung des untersuchten Bodens. Ziehen Sie dazu von jeder Schicht eine Linie parallel zu den Achsen (siehe Diagramm). Am Schnittpunkt der drei Linien können Sie die entsprechende Kategorie ablesen.
Bodentexturdreieck

Bodentexturdreieck (eine leere Vorlage finden Sie auf Wikipedia, weitere sind im Internet verfügbar)

In unserem Beispiel handelt es sich um einen sandig-tonigen Boden.

Laboranalyse

Manchmal, vor allem beim Einzug in einen neuen Garten oder wenn Sie eine spezielle Kultur planen (zum Beispiel einen großen Gemüsegarten), kann eine Bodenanalyse in einem zugelassenen bodenkundlichen Labor sinnvoll sein. Der Befund gibt neben der Bodenzusammensetzung auch Auskunft über den Nährstoffgehalt, mögliche Schadstoffe (Biozide, Schwermetalle usw.), den pH-Wert sowie über mögliche Maßnahmen zur Behebung verschiedener Probleme.

Hinweis: Böden sind selbst in kleinen Hausgärten selten homogen. Sie müssen daher vermutlich an mehreren Stellen Proben nehmen und daraus einen Durchschnittswert bilden.

Spontanflora beobachten

Bioindikatorische Wildpflanzen

Die Beobachtung der heimischen Pflanzen in Ihrem Garten, die man früher als „Unkräuter“ bezeichnete, kann Hinweise auf die Zusammensetzung Ihres Bodens geben.

  • Überwiegend sandiger Boden: Rispengras, Sanddorn, Aster, wilde Kopfsalat, Purpur-Leinkraut …
  • Überwiegend lehmiger Boden: Quecke, Gänsefuß … Es gibt jedoch kaum Pflanzen, die für diesen Bodentyp spezifisch sind.
  • Überwiegend toniger Boden: Kuhblume, Batate, Platterbse, Gänseblümchen, Ampfer, Kriechender Hahnenfuß …
  • Humusreicher Boden: Farn, Goldnessel, Brennnessel, Segge, Giersch …
Bioindikatorische Pflanzen

Einige Bioindikatorpflanzen: Rispengras, Kuhblume und Brennnessel

Achtung: Bioindikatorische Pflanzen geben nur einen allgemeinen Hinweis. Heimische Pflanzen, insbesondere jene, die man schlicht als „Unkräuter“ bezeichnet, besitzen oft eine große ökologische Toleranz. Dadurch können sie auch andere Bodentypen besiedeln, selbst wenn diese nicht zu ihrem bevorzugten Lebensraum gehören. Außerdem enthält ein Boden, wie bereits erwähnt, nur selten einen einzigen Bestandteil. Zur Bodentextur kommen Struktur, Feuchtigkeit, Nährstoffgehalt, mögliche Übersäuerung und weitere Faktoren hinzu … Kurz gesagt: Nichts ersetzt eine gründliche Laboranalyse.

Fragen Sie Ihre Nachbarn um Rat

Das mag vielleicht töricht erscheinen, aber wenn Ihre Nachbarn schon länger dort leben als Sie, kennen sie ihren Boden vermutlich sehr gut. Besonders, wenn sie Landwirte sind. Ihr Boden ist ihre Lebensgrundlage, und die Ergebnisse von Bodenanalysen kennen sie oft aus dem Effeff.

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Bodenbeschaffenheit: Eigenschaften und Tests