Bodenleben im Gewächshaus erhalten?

Bodenleben im Gewächshaus erhalten?

Tipps für nährstoffreichen Boden im Gewächshaus

Inhaltsverzeichnis

Geändert der 21. September 2025  durch Marion 5 min.

Ein Gewächshaus im Garten bietet viele Vorteile: höhere Erträge, verlängerte Anbausaison, Schutz vor Krankheiten, einfachere Aufzucht von Jungpflanzen und vieles mehr.

Der Anbau in einem mehr oder weniger geschlossenen Raum hat jedoch auch Nachteile, insbesondere bei der Bewässerung und der Aufrechterhaltung eines gemäßigten Klimas über das ganze Jahr. Diese wichtigen Faktoren beeinflussen sowohl die Entwicklung der Pflanzen als auch das Bodenleben.

Außerdem neigt der Boden im Gewächshaus im Laufe der Anbauperioden zum Austrocknen und verarmt durch den Verlust von Nährstoffen, bis das Bodenleben schließlich vollständig verschwindet.

Doch um einen lebendigen, fruchtbaren und an Mikroorganismen und wertvollen Regenwürmern reichen Boden zu erhalten, gibt es einfache Lösungen.

Hier finden Sie unsere Tipps zur Pflege des Bodens im Gewächshaus, damit er lebendig und fruchtbar bleibt!

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Ein lebendiger, fruchtbarer Boden sorgt für reiche Ernten und üppiges Pflanzenwachstum.

Schwierigkeit

Gießen: unverzichtbar für lebendigen Boden

Wasser ist unverzichtbar für den Erhalt des Bodenlebens. Anders als im Freiland ist es jedoch (außer bei speziellen Modellen) nicht möglich, Regenwasser zum natürlichen Gießen der Erde im Gewächshaus zu nutzen.

Planen Sie daher ein Bewässerungssystem ein, das vor allem im Sommer eine regelmäßige und reichliche Bewässerung ermöglicht. Idealerweise funktioniert dieses System autonom.

Regenwasser aufzufangen, ist die kostengünstigste und ökologischste Möglichkeit, im Gewächshaus zu gießen. In beengten Räumen kann die Lagerung jedoch problematisch sein.

Sie können auch direkt im Gewächshaus eine feste Wasserstelle einrichten: Graben Sie einen Teich aus oder stellen Sie eine Badewanne auf. Auch wenn diese ästhetisch umstritten ist, erweist sie sich als ebenso praktisch und wirksam. Die Wasserstelle verbessert die natürliche Luftfeuchtigkeit im Gewächshaus und stellt Wasser mit Umgebungstemperatur bereit. Das ist ideal zum Gießen, da Temperaturschocks vermieden werden.

Tipps zum Gießen im Gewächshaus, Bewässerungssystem im Gewächshaus

Ein einfaches Fass kann als Regenwassersammler dienen.

Gute Belüftung im Gewächshaus unerlässlich

Neben der Bewässerung ist die Temperaturregelung im Gewächshaus ein entscheidender Faktor.

Im Sommer herrscht dort oft ein tropisches Klima mit Hitze und hoher Luftfeuchtigkeit. Das Gewächshaus kann sich für die Pflanzen schnell in einen regelrechten Ofen verwandeln, da die Baumaterialien die Sonnenstrahlen in Wärme umwandeln.

Im Winter hingegen können die Temperaturen rasch unter 0 °C sinken. Die Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht sind mitunter sehr groß und führen zu unerwünschten Temperaturschocks.

Eine gute Belüftung ist daher unerlässlich, um die Luftzirkulation zu fördern und die Innentemperatur des Gewächshauses zu regulieren: Öffnen Sie Türen, Fenster oder Lüftungsklappen, damit warme Luft im Sommer und Feuchtigkeit im Winter gut entweichen können.

Im Freiland profitieren Pflanzen vom natürlichen Schatten ihrer Umgebung: Bäume, Sträucher, Gebäude … Im Gewächshaus kann die Sonne für Pflanzen und Bodenleben schnell schädlich werden.

Um den fehlenden Schatten auszugleichen, können Sie Kletterpflanzen kultivieren. Sie setzen nicht nur einen schönen dekorativen Akzent, sondern dienen auch als Sonnenschutz. Geeignet sind Waldreben, Passionsblumen, Jasmin oder einjährige Pflanzen wie Gartenwicke und Prunkwinde.

Für zusätzlichen Schatten und Schutz vor den heißen Sonnenstrahlen streichen Sie die Scheiben des Gewächshauses mit Meudon-Kreide (auch Spanische Kreide genannt), einem günstigen, biologisch abbaubaren Naturprodukt auf Kreidebasis. Das Produkt ist im Internet oder im Baumarkt erhältlich. Am Ende der Saison lässt es sich einfach mit Schwamm und Wasser entfernen und reinigt dabei zugleich die Glasflächen gründlich.

Belüftung beim Anbau im Gewächshaus

Gewächshaus mit Lüftungsklappen für eine gute Belüftung.

Mulchen für feuchten Boden und Schutzsteigerverzögerung

Mulch hält die Bodenfeuchtigkeit länger, da er die Verdunstung begrenzt. Außerdem schützt er den Boden und hemmt das Wachstum von Unkraut.

Zum Mulchen des Gewächshausbodens eignen sich verschiedene Materialien:

  • Karton ohne chemische Druckfarbe und unbehandelt
  • Stroh
  • getrocknetes Grasschnittgut, um Gärung zu vermeiden
  • Schnittgut und andere «Abfälle» aus dem Anbau
  • Laub

Verteilen Sie den Mulch wenige Zentimeter dick auf dem Gewächshausboden.

Je nach Klima und Zersetzungsgeschwindigkeit muss er ein- oder mehrmals im Monat erneuert werden. Bei großer Sommerhitze kann auch Bewässern sinnvoll sein, damit der Boden nicht austrocknet.

Mulchen im Gewächshaus

Bodenverbesserer zur Nährstoffversorgung und Belebung des Bodens

Bodenverbesserer liefern Nährstoffe, fördern wichtige Mikroorganismen und verbessern die Bodenstruktur.

Im Frühjahr einige Millimeter reifen Kompost aus Pflanzen- und Küchenabfällen auf dem Boden verteilen oder gut verrotteten, stickstoffreichen Pferdemist oder Mist anderer Tiere (Geflügel, Kühe …) verwenden.

Zusätzlich können Sie natürliche Pflanzenbiostimulanzien einsetzen: stickstoffreiche Brennnesseljauche, kalium- und borreiche Beinwelljauche oder Produkte mit Pilzen und Aktivkohle, die Sie ins Substrat mischen oder ausstreuen.

Gründüngung für fruchtbaren Boden

Die zahlreichen Vorteile von Gründüngung im Garten sind uns bestens bekannt. Sie ist einfach und schnell anzubauen und versorgt den Boden mit Nährstoffen, verbessert seine Struktur, schützt ihn und verhindert die Ausbreitung von Unkraut.

Der Herbst markiert häufig das Ende der wichtigsten Anbauphase des Jahres im Gewächshaus. Deshalb ist jetzt der beste Zeitpunkt, Gründüngung breitwürfig auszusäen und den Boden so auf die Kulturen des folgenden Frühjahrs vorzubereiten: Weißer Senf, Cerdagne-Wicke oder Rotköpfiger Klee im September, Roggen im Oktober und November.

Vor der Blüte sollten Sie die Gründüngung mähen, damit sie sich nicht selbst aussät. Anschließend kann sie direkt vor Ort liegen bleiben oder zerkleinert und in die oberste Bodenschicht des Gewächshauses eingearbeitet werden, sodass bereits im folgenden Monat wieder eine Kultur möglich ist.

Gründüngung im Gewächshaus

Links Weißer Senf (Foto: Rasbak), rechts Cerdagne-Wicke

Radikalere Lösungen

Wenn der Boden Ihres Gewächshauses trotz unserer Tipps zur Pflege und zum Schutz völlig leblos und unfruchtbar wirkt, gibt es noch radikalere Lösungen.

Ersetzen Sie die Erde auf mindestens 15 cm Tiefe durch neue Gartenerde oder Mutterboden. Dieser mühsame und zeitaufwendige Vorgang garantiert jedoch keine sofortige Wiederbelebung des Bodenlebens.

Eine andere Lösung besteht darin, das Gewächshaus – sofern das Modell dies erlaubt – alle 2 bis 3 Jahre an einen neuen Platz im Garten zu versetzen, damit sich der Boden regenerieren kann. Mobile Gewächshäuser werden aus diesem Grund immer beliebter: Sie helfen, das Bodenleben zu erhalten und das Krankheitsrisiko zu senken.

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