Chop and Drop – was ist das?

Chop and Drop – was ist das?

Diese Technik verstehen und den Boden verbessern

Inhaltsverzeichnis

Chop and Drop: Pflanzen, Zweige und Blätter schneiden, auf dem Gartenboden liegen lassen. Organische Reste nähren den Boden – nachhaltige Permakultur.

Schwierigkeit

Chop-and-Drop-Prinzipien

Chop and Drop ist eine aus der Permakultur stammende Methode, die mit der Natur statt gegen sie arbeitet. Dabei werden Pflanzen geschnitten und als Mulch auf dem Gartenboden liegen gelassen.

So wird der natürliche Vorgang im Wald nachgeahmt: Abgestorbene Blätter und Zweige bilden eine Schutzschicht und zersetzen sich zu nährstoffreichem Humus.

Beim Chop and Drop verwendet man welke Blüten, Rhabarberblätter, Heckenschnitt, Gräser- und Obstbaumschnitt, Gartenabfälle sowie Gründüngung. Diese Materialien werden auf den Beeten oder direkt um die Pflanzen verteilt. Die Methode geht jedoch noch weiter: Bewusst werden nährstoffreiche Pflanzen angebaut, die später abgemäht werden, etwa Beinwell oder Gründüngung.

Chop and Drop

Chop and Drop orientiert sich am Wald, dessen Boden nie unbedeckt bleibt.

Vorteile von Chop and Drop

Die so geschnittenen Pflanzen wirken als natürlicher Mulch: Sie halten die Feuchtigkeit im Boden, begrenzen das Unkrautwachstum und schützen die Wurzeln vor extremen Temperaturen (Frost im Winter und großer Hitze im Sommer). Beim Verrotten reichern sie den Boden mit Nährstoffen an, etwa Stickstoff, Kohlenstoff und Phosphor.

So verbessert sich die Bodenstruktur: Der Boden wird fruchtbarer und kann Wasser besser speichern. Trockene, nährstoffarme und durchlässige Böden werden nährstoffreicher, halten Wasser besser und benötigen weniger Bewässerung. Lehmige, schwere Böden werden dagegen luftiger, durchlässiger und lockerer.

Chop and drop fördert neben der Bodenernährung auch die Biodiversität. Die Methode lockt nützliche Organismen wie Regenwürmer und Mikroorganismen an, die organisches Material in pflanzenverfügbare Nährstoffe umwandeln. So entsteht ein artenreiches, sich selbst erhaltendes Ökosystem – die Grundlage für einen nachhaltigen, üppig blühenden Garten und einen geringeren Düngebedarf.

Außerdem hilft Chop and drop, Gartenabfälle zu reduzieren: Statt Pflanzenreste wegzuwerfen oder zu kompostieren, werden sie sinnvoll genutzt. Das macht die Gartenpflege umweltfreundlicher und weniger verschwenderisch.

Anbau von Wicken

Wickenanbau (hinter der Schubkarre) für die Anwendung von Chop and drop und zum Mulchen der Anbauflächen

Welche Pflanzen für Chop and Drop?

Wie Sie vielleicht schon verstanden haben, können alle grünen und braunen Gartenabfälle verwendet werden. Einige Pflanzen sind jedoch besonders nährstoffreich, vor allem an Stickstoff, Kohlenstoff und Phosphor! So lässt sich die Bodenfruchtbarkeit verbessern und erhalten und damit die Gesundheit und Produktivität unserer Pflanzen fördern. Kurz gesagt: Ideal für diese Methode sind Pflanzen, die dem Boden einen Mehrwert bieten – entweder, weil sie ihn mit Nährstoffen anreichern, oder weil sie reichlich Biomasse produzieren.

Hier einige besonders geeignete Pflanzen für Chop and Drop, die sich leicht in verschiedene Gartentypen integrieren lassen:

  • Hülsenfrüchtler: Hülsenfrüchtler wie Klee, Luzerne und Wicken binden Luftstickstoff im Boden – ein wichtiger Prozess, um nachfolgende Pflanzen zu ernähren. Sie eignen sich ideal zur Aussaat zwischen Gemüse Reihen, im Wechsel mit Gemüsekulturen oder unter Obstbäumen.
  • Beinwell: Beinwell hat große, kaliumreiche Blätter. Kalium ist ein wichtiger Nährstoff für das Wachstum der Pflanzen. Besonders unter Obstbäumen oder Sträuchern ist er nützlich, da er mehrmals pro Saison geschnitten werden kann, um den Boden anzureichern.
  • Rainfarn-Büschelschön: Mit seinem schnellen Wachstum und seiner üppigen Blüte eignet sich Rainfarn-Büschelschön ideal zur Erzeugung großer Mengen organischer Substanz. Außerdem zieht er Bestäuber an und ist damit eine ausgezeichnete Wahl für die Biodiversität im Garten.
  • Chinaschilf: Chinaschilf ist ein Ziergras, das große Mengen Biomasse bildet. Es kann am Saisonende (März) geschnitten und als Bodenbedeckung verwendet werden, um den Boden zu schützen und zu nähren.
  • Brauner Senf: Brauner Senf ist eine Zwischenfrucht, die im Wechsel mit Gemüsekulturen zur Unkrautunterdrückung eingesetzt werden kann. Er bildet schnell große Mengen Biomasse, die sich nach dem Schnitt zersetzt und den Boden anreichert.
  • Mohrenhirse: Futterhirse ist eine weitere Möglichkeit, schnell große Mengen Biomasse zu erzeugen. Sie eignet sich besonders für große Flächen und kann zur Verbesserung der Bodenstruktur eingesetzt werden.
drop and chop

Wicke, Beinwell, Rainfarn-Büschelschön und Brauner Senf

Chop and Drop: Vorsichtsmaßnahmen

Bei der Anwendung der Chop-and-drop-Methode sind einige Vorsichtsmaßnahmen unerlässlich, um die Gesundheit und das Gleichgewicht Ihres Gartens zu erhalten:

Verbreitung von Krankheiten oder Parasiten vermeiden

Wenn Sie die Chop-and-drop-Methode anwenden, ist es wichtig, den Gesundheitszustand der geschnittenen Pflanzen zu überprüfen. Wenn Sie beispielsweise Krankheitszeichen an Ihren Tomaten feststellen, etwa Kraut- und Braunfäule, dürfen Sie die betroffenen Pflanzenteile keinesfalls für die Chop-and-drop-Methode verwenden. Sind Ihre Rosen von Blattläusen oder Pilzkrankheiten befallen, sollten Sie ihre Rückstände ebenfalls nicht verwenden. Kranke Pflanzen können die Infektion auf andere Gartenbereiche übertragen.

Vorsicht bei Pflanzen, die leicht Wurzeln schlagen oder sich bewurzeln

Bestimmte Pflanzen können sich unerwünscht ausbreiten, wenn sie bei der Chop-and-drop-Methode verwendet werden. Pflanzen wie Minze, Efeu, Wilder Wein oder bestimmte Himbeersorten können aus abgeschnittenen Stängeln oder Blättern leicht neue Wurzeln bilden und sich dadurch unkontrolliert im Garten ausbreiten. Verwenden Sie solche Pflanzen daher besser nicht für die Chop-and-drop-Methode, es sei denn, Sie möchten, dass sie sich ausbreiten.

Weitere Pflanzen, die Sie bei dieser Methode meiden sollten

  • Invasive Pflanzen: Meiden Sie Pflanzen, die für ihre starke Ausbreitung bekannt sind, etwa die Batate oder den Japanischen Flügelknöterich. Sie können andere Arten schnell überwuchern und sind nach ihrer Ansiedlung nur schwer zu kontrollieren.
  • Pflanzen mit starker Ausbreitung: Bambus oder bestimmte Gräser, die Samen gebildet haben, können sich schnell ausbreiten und problematisch werden, wenn sie geschnitten und vor Ort liegen gelassen werden.
  • Giftige Pflanzen: Manche Pflanzen können für andere Pflanzen oder Tiere giftig sein. Die Schwarznuss etwa sondert Juglon ab, einen für viele andere Pflanzen giftigen Stoff. Verwenden Sie solche Pflanzen daher nicht bei der Chop-and-drop-Methode.

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