Die wichtigsten Pflanzenschädlinge und -krankheiten erkennen

Die wichtigsten Pflanzenschädlinge und -krankheiten erkennen

Grundlagen

Inhaltsverzeichnis

Blattläuse, Schildläuse, Falscher Mehltau und Mehltau schwächen Pflanzen. Erkennen Sie Krankheiten und Parasiten früh, beugen Sie vor und handeln Sie richtig!

Schwierigkeit

Die wichtigsten Schädlinge

Blattläuse

Blattläuse sind kleine schwarze oder grüne Insekten, die Pflanzengewebe anstechen und Pflanzensaft saugen. Sie treten meist in Gruppen an jungen Trieben und auf der Blattunterseite auf. Sie schwächen die Pflanze und können zu verformten Blättern führen. Außerdem scheiden sie eine zuckerhaltige Substanz namens Honigtau aus, die die Entwicklung von Rußtau begünstigt, einem schwärzlichen Pilz, der die Blattoberfläche bedeckt und die Photosynthese einschränkt.

Bekämpfung: Zunächst können Sie Blattlauskolonien mit einem Wasserstrahl abspülen. Bei starkem Befall empfehlen wir jedoch, Schwarze Seife (15 bis 30 g pro Liter Wasser) zu verwenden und auf die Pflanze zu sprühen. Als letzte Möglichkeit setzen Sie ein Insektizid auf Basis von Pyrethrum ein. Für eine umweltfreundlichere Methode können Sie natürliche Feinde wie Marienkäfer, Schwebfliegen oder Florfliegen in Ihren Garten bringen.

Unser Ratgeber „Blattläuse: Erkennen und bekämpfen“

Schildläuse

Schildläuse sind kleine stechend-saugende Insekten, die sich fest an Pflanzen setzen und deren Pflanzensaft saugen. Es gibt mehrere Arten: Wollläuse, Napfschildläuse und Deckelschildläuse. Sie sind klein und unauffällig und daher oft schwer zu entdecken. Schildläuse bevorzugen geschützte, warme und feuchte Standorte. Wie Blattläuse schwächen sie Pflanzen, indem sie Pflanzensaft saugen, und produzieren Honigtau, der die Entstehung von Rußtau begünstigt.

Bekämpfung: Sie können Schildläuse mit einem in 90-prozentigem Alkohol oder Seifenwasser getränkten Wattestäbchen entfernen. Bei Deckelschildläusen lösen Sie die wachsartigen Schalen mit einem Messer von den Stängeln. Achten Sie dabei darauf, die Pflanze nicht zu verletzen. Sie können auch eine Lösung gegen Schildläuse herstellen, indem Sie je einen Teelöffel Schwarze Seife, Brennspiritus und Rapsöl in einem Liter Wasser verdünnen. Mischen und auf die befallenen Pflanzen sprühen. Fördern Sie außerdem die Biodiversität in Ihrem Garten, indem Sie zum Beispiel Insektenhotels aufstellen. Marienkäfer, Schwebfliegen, Wanzen und Florfliegen sind natürliche Feinde der Schildläuse.

Unser Ratgeber „Schildläuse: Erkennen und bekämpfen“

Rote Spinnmilben

Rote Spinnmilben oder Webspinnmilben sind winzige, mit bloßem Auge kaum sichtbare Milben. Sie spinnen feine Netze an den Pflanzen, meist auf der Blattunterseite. Rote Spinnmilben saugen den Zellinhalt der Pflanzen aus und verursachen gelbe oder weiße Flecken auf den Blättern. Bei starkem Befall können die Blätter abfallen.

Bekämpfung: Sie können Rote Spinnmilben bekämpfen, indem Sie die Pflanzen mit Wasser besprühen (sie meiden Feuchtigkeit). Bei starkem Befall mischen Sie einige Tropfen ätherisches Rosmarinöl mit etwas Schwarzer Seife und Rapsöl. Verdünnen Sie die Mischung anschließend in einem Liter Wasser und sprühen Sie sie auf die Pflanze. Florfliegenlarven ernähren sich von den Eiern der Roten Spinnmilben. Stellen Sie ein Insektenhotel in der Nähe Ihrer Pflanzen auf, um sie anzulocken.

Unser Ratgeber: „Rote Spinnmilben: Erkennen und bekämpfen“

Weiße Fliegen

Weiße Fliegen, auch Mottenschildläuse genannt, sind kleine weiß gefärbte geflügelte Insekten, die in Schwärmen auffliegen, sobald man sich der Pflanze nähert. Sie vermehren sich schnell (das Weibchen kann bis zu 600 Eier legen) und können zahlreiche Pflanzen befallen, vor allem im Gewächshaus, aber auch in Innenräumen und im Garten. Ihre Larven sitzen auf der Blattunterseite. Weiße Fliegen saugen Pflanzensaft und produzieren ebenfalls Honigtau. Die Blätter werden schließlich oft gelb und fallen ab.

Bekämpfung: Sie können gelbe Leimtafeln aufstellen, um Weiße Fliegen zu fangen. Bei Bedarf können Sie auch Schwarze Seife mit Pflanzenöl in Wasser verdünnen und auf die Pflanze sprühen. Ätherisches Rosen-Pelargonienöl wirkt ebenfalls gegen Weiße Fliegen.

Unser Ratgeber „Weiße Fliege: Erkennen und bekämpfen“

Thripse

Thripse sind kleine längliche Insekten, die 1 bis 2 mm lang und meist dunkelbraun oder schwarz gefärbt sind. Thripse stechen Pflanzenzellen an und saugen ihren Inhalt aus, wodurch weiße oder silberne Flecken auf den Blättern entstehen. Diese können schließlich vertrocknen und abfallen. Junge Triebe, Blüten und Früchte können sich ebenfalls verformen und nekrotisch werden.

Bekämpfung: Thripse bevorzugen Wärme und Trockenheit. Sie können den Befall daher eindämmen, indem Sie das Laub Ihrer Pflanzen mit Wasser besprühen. Verwenden Sie bei Bedarf blaue Leimtafeln mit einem speziellen Thrips-Lockstoff, um erwachsene Männchen zu fangen und die Vermehrung einzuschränken. Sie können außerdem Schwarze Seife, Neemöl oder als letzte Möglichkeit ein Insektizid auf Pyrethrumbasis verwenden.

Lesen Sie unseren Ratgeber „Thripse: Erkennen und natürlich bekämpfen“

Die wichtigsten parasitären Insekten an Pflanzen erkennen

Von links nach rechts und von oben nach unten: Blattläuse, Wollläuse, Rote Spinnmilben, Weiße Fliegen und Thripse

Die häufigsten Krankheiten

Mehltau

Mehltau ist eine Pilzkrankheit (verursacht durch einen Pilz), die sich als weißlich-grauer, mehliger Belag auf Blättern, jungen Trieben und Blütenknospen zeigt. Sie schwächt die Pflanze und kann Verformung und Abfallen der Blätter sowie langfristig das Absterben der Pflanze verursachen. Betroffen sind vor allem Rose, Aster, Zucchini, Gurke, Tomate … Begünstigt wird die Krankheit durch eine beengte Umgebung mit warmer, trockener Luft.

Behandlung: Mehltau lässt sich mit einem schwefelhaltigen Fungizid behandeln. Vorbeugen können Sie, indem Sie die Pflanzen mit ausreichend Abstand setzen, damit die Luft gut zirkuliert. An Gemüsejungpflanzen tritt Mehltau meist am Saisonende auf; eine Behandlung ist dann oft nicht nötig.

Unser Ratgeber „Mehltau oder Weißfleckenkrankheit“

Botrytis

Botrytis cinerea, auch Grauschimmel genannt, verursacht braune Flecken auf den Blättern, die sich anschließend mit einem grauen Belag überziehen. Botrytis führt außerdem zum Welken der Blüten und zum Faulen der Früchte. Betroffen sind vor allem Päonie, Tulpe, Begonie, Tomate, Gurke, Zucchini, Erdbeere … Begünstigt wird die Krankheit durch feuchtwarme Bedingungen, vor allem im Frühjahr und Herbst. Pflanzen Sie zur Vorbeugung nicht zu dicht und schneiden Sie bei Bedarf das Laub aus, damit die Luft gut zirkulieren kann.

Behandlung: Entfernen und entsorgen Sie befallene Pflanzenteile. Wir empfehlen außerdem, einen Knoblauchsud anzusetzen oder ein schwefelhaltiges Fungizid zu verwenden.

Unser Ratgeber zu Botrytis

Rußtau

Rußtau wird durch einen Pilz verursacht, der sich auf Honigtau entwickelt, den Blattläuse, Schildläuse und Weiße Fliegen ausscheiden … Die Blätter überzieht dann ein schwarzer, rußähnlicher Belag. Die Krankheit ist nicht sehr schwerwiegend, da sie das Überleben der Pflanze nicht unmittelbar gefährdet. Sie hemmt jedoch die Photosynthese und schwächt dadurch die Pflanze.

Behandlung: Bekämpfen Sie die Insekten, die den Honigtau erzeugen, auf dem sich Rußtau entwickelt. Wischen Sie die Blätter mit einem feuchten Tuch ab, um den Rußtau zu entfernen.

Unser Ratgeber: „Rußtau – was ist das?“

Rost

Rost wird durch mikroskopisch kleine Pilze verursacht und zeigt sich durch rostorange Pusteln auf der Blattunterseite. Er kann eine Gelbfärbung und das Abfallen der Blätter verursachen.

Behandlung: Entfernen Sie befallene Blätter und verwenden Sie ein Fungizid wie Bordeauxbrühe oder Schwefel. Zur Vorbeugung sollten Sie beim Gießen vermeiden, die Blätter zu benetzen.

Entdecken Sie unseren Ratgeber: „Rostkrankheiten bekämpfen“

Anthraknose

Anthraknose ist eine Pilzkrankheit, die braune, oft gelb umrandete Flecken auf Blättern, Stängeln und Früchten verursacht. Betroffen sind vor allem Gemüse wie Bohne, Erbse und Melone, Beerenobst wie Johannisbeere, Himbeere und Erdbeere, aber auch Weinrebe, Kirschbaum, Walnussbaum und Platane … Die Krankheit kann zum Abfallen von Blättern, Blüten und Früchten führen.

Behandlung: Entfernen Sie befallene Pflanzenteile und setzen Sie Fungizide ein. Zur Vorbeugung gehören ein sauberer Garten und eine gute Luftzirkulation zwischen den Pflanzen.

Unser Ratgeber zur Anthraknose

Chlorose

Chlorose ist keine eigentliche Krankheit, sondern ein Mangelerscheinung. Am häufigsten tritt Eisenchlorose auf, also eine gestörte Eisenaufnahme, die oft durch einen zu hohen pH-Wert oder zu viel Kalk im Boden verursacht wird. Sie zeigt sich durch gelbe Blätter mit grünen Blattadern und tritt besonders häufig bei Rosen, Moorbeetpflanzen (Alpenrosen, Kamelien …) und Zitrusfrüchten auf. Chlorose kann das Wachstum der Pflanze bremsen und in schweren Fällen zum Abfallen der Blätter führen.

Behandlung: Um Chlorose zu vermeiden, sollten Sie vor allem Pflanzen wählen, die zu Ihrem Boden passen. Ist dieser kalkhaltig, verzichten Sie auf Moorbeetpflanzen und andere kalkempfindliche Pflanzen. Sie können sie jedoch in einem geeigneten Substrat im Topf kultivieren, das mit Moorbeeterde gemischt wird.

Sind Ihre Pflanzen bereits chlorotisch, empfehlen wir gut verrotteten Kompost und etwas Moorbeeterde. Gießen Sie mit Regenwasser und mulchen Sie mit Kiefernnadeln. Reicht dies nicht aus, geben Sie ein eisenchelatbasiertes Produkt ins Gießwasser.

Unser Ratgeber „Eisenchlorose“

Die wichtigsten Pflanzenkrankheiten erkennen

Mehltau, Botrytis (Foto: Scot Nelson), Rußtau, Rost, Anthraknose und Eisenchlorose (Foto: Malcolm Manners)

Insekten und Krankheiten früh erkennen

Regelmäßige Kontrollen erkennen Schädlinge und Krankheiten früh. Prüfen Sie Blätter, Insekten, Wachstum und Farbveränderungen.

Vorbeugende Maßnahmen

Hier einige Tipps und Maßnahmen, damit Ihre Pflanzen gesund bleiben:

  • Passen Sie die Bewässerung Ihrer Pflanzen an deren Bedürfnisse an: Zu viel Feuchtigkeit kann Wurzelfäule verursachen und die Ausbreitung bestimmter Pilzkrankheiten begünstigen. Wassermangel und Trockenstress machen Pflanzen ebenfalls anfälliger. Berücksichtigen Sie daher die Bedürfnisse Ihrer Pflanzen und die Bodenart. Um festzustellen, ob eine Pflanze Wasser braucht, kratzen Sie die obersten Zentimeter des Bodens etwas auf und prüfen Sie, ob er trocken ist. Achten Sie auch auf die Blätter: Sind sie weich und hängen zum Boden, hat die Pflanze wahrscheinlich Durst. Gießen Sie am besten direkt am Fuß der Pflanzen und vermeiden Sie, das Laub zu benetzen. Eine Schicht organischer Mulch hält den Boden länger frisch.
  • Passen Sie auch die Düngung an: Pflanzen benötigen Nährstoffe für ihr Wachstum und zur Abwehr von Parasiten und Krankheiten. Verwenden Sie jedoch besser Kompost statt schnell wirkender Dünger. Ein Stickstoffüberschuss führt zwar zu schnellem Wachstum, macht Pflanzen aber anfälliger und für manche Insekten attraktiver.
  • Vermeiden Sie zu dichtes Pflanzen und schneiden Sie gelegentlich zurück, damit die Luft gut zirkulieren kann. Lichten Sie dichtes Laub aus. Eine gute Luftzirkulation beugt Pilzkrankheiten vor. Vermeiden Sie geschlossene Umgebungen: Stehen Ihre Pflanzen etwa im Gewächshaus oder Frühbeet, lüften Sie regelmäßig.
  • Praktizieren Sie im Gemüsegarten Fruchtfolge: Sie verhindert, dass sich parasitische Erreger und Krankheiten bestimmter Pflanzen im Boden anreichern. Denken Sie auch an Begleitpflanzen: Die Studentenblume beispielsweise vertreibt Weiße Fliegen, Erdflöhe und Blattläuse.
  • Entfernen Sie sichtbare abgestorbene oder kranke Pflanzenteile sofort, indem Sie sie zurückschneiden, und desinfizieren Sie Ihre Schnittwerkzeuge. Verbrennen oder entsorgen Sie von Krankheiten oder Parasiten befallene Pflanzenteile, statt sie zu kompostieren, damit sich die Erreger nicht auf andere Pflanzen ausbreiten.
  • Sie können Brennnesseljauche herstellen: Dieses natürliche Mittel stärkt die Abwehrkräfte der Pflanzen, beugt Krankheiten vor und vertreibt Blattläuse. Auch Farnjauche und Wermutjauche wirken gegen Insekten und Pilze. Ein Ackerschachtelhalm-Auszug stärkt ebenfalls die Pflanzenabwehr und hilft besonders gegen Mehltau und Botrytis.
  • Fördern Sie die Biodiversität im Garten mit Nistkästen, Igelhäusern und Insektenhotels … Eine vielfältige Tier- und Pflanzenwelt hilft, Parasitenpopulationen zu kontrollieren. Dazu gehören die Pflanzung verschiedener Sorten und der Erhalt natürlicher Lebensräume für Wildtiere. Auch das Ansiedeln natürlicher Fressfeinde ist eine ausgezeichnete Strategie der biologischen Bekämpfung. Dazu zählen Marienkäfer, Schwebfliegen und Florfliegen, die sich von zahlreichen Pflanzenschädlingen ernähren. Auch Igel spielen eine wichtige Rolle: Sie fressen Schnecken, Weinbergschnecken, Engerlinge, Drahtwürmer …
  • Wählen Sie widerstandsfähige Pflanzen: Einige Sorten sind von Natur aus resistenter gegen Parasiten und Krankheiten (ADR-Rosen usw.). Achten Sie beim Kauf neuer Pflanzen auf Sorten, die sich in Ihrer Region als widerstandsfähig erwiesen haben. Wählen Sie außerdem Pflanzen, die zu Ihrem Klima und Bodentyp passen.
  • Kümmern Sie sich um das Bodenleben: Ein fruchtbarer, lebendiger Boden macht Pflanzen widerstandsfähiger und robuster gegenüber Parasitenbefall.

Unser Ratgeber „Krankheiten und Schädlinge im Gewächshaus bekämpfen“

Biodiversität im Garten

Um die wichtigsten Pflanzenschädlinge zu vermeiden, fördern Sie die Biodiversität in Ihrem Garten mit Insektenhotels, Igelhäusern, Nistkästen …

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