Gartengeräte reinigen, pflegen und schützen
Was vor und im Winter zu tun ist
Inhaltsverzeichnis
Winterbeginn: Reinigen, pflegen und schützen Sie Ihr Gartenwerkzeug, damit es im Frühjahr wieder einsatzbereit ist.
Tipps für die richtige Pflege.
Gartenwerkzeuge schützen: Warum?
Ihre Werkzeuge sind die Voraussetzung dafür, im Garten sorgfältig, präzise und gewissenhaft zu arbeiten. Das ist die Grundlage für gesunde Pflanzen und gute Arbeit. Schmutzige, rostige Werkzeuge, deren Schneide längst stumpf ist, sind eine echte Einladung für Krankheiten, die Ihre Lieblingspflanzen nur allzu gern besiedeln.

Einwandfreie und saubere Werkzeuge ermöglichen außerdem sicheres Arbeiten. Denn das Arbeiten mit einer Gartenschere mit stumpfen Klingen erhöht das Risiko einer Sehnenscheidenentzündung. Ebenso kann ein beschädigter Stiel zu einer gefährlichen Zeitbombe werden – mit möglicherweise fatalen Folgen: für den Stiel, aber vielleicht auch für Sie, wenn Sie ohne Vorwarnung im Beet landen! Muss ich wirklich von der Sense erzählen, deren Befestigungen nicht nachgezogen wurden und die sich bei der ersten Bewegung wie ein tödlicher Bumerang löst?
Ganz zu schweigen davon, dass ineffiziente Werkzeuge Sie schneller ermüden. Kurz gesagt: Werkzeuge müssen gepflegt werden, sonst können sie Ihre Gesundheit und … Ihre Nerven gefährden.
Sie haben es verstanden: Für gute Arbeit braucht es passende, hochwertige und voll funktionstüchtige Werkzeuge. Deshalb sollten Sie sie pflegen, besonders wenn der Winter naht.
Der Winter ist für den Gärtner meist eine ruhige und erholsame Zeit. Dann werden die Werkzeuge im Geräteschuppen verstaut, bevor sie wieder zum Einsatz kommen, sobald der erste Krokus seinen Stempel zeigt. Nutzen Sie diese Zeit, um sie zu pflegen und alles zu überprüfen, damit Sie im Frühjahr bestens vorbereitet sind.
Gartengeräte reinigen?
Vor allem anderen sollten Sie Ihre Werkzeuge gründlich reinigen.
Dafür benötigen Sie:
- etwas Wasser
- etwas Schmierseife
- einen Schwamm
- eine kleine Bürste mit harten Borsten
Die Reinigungsschritte:
- Entfernen Sie zunächst mit einer Bürste sämtliche Erde und anderen Rückstände.
- Nehmen Sie einen Schwamm und lauwarmes, leicht seifiges Wasser und reinigen Sie Ihr Werkzeug gründlich.
- Trocknen Sie es mit einem sauberen Tuch ab und überprüfen Sie sorgfältig jede noch so kleine Ritze. Denn wenn dabei auch nur ein wenig Feuchtigkeit zurückbleibt, kann dies zu Rost oder Schimmel führen.
Lassen Sie sich Zeit – dies ist eine Gelegenheit, zur Ruhe zu kommen, zu meditieren und Ihre diesjährigen Gartenerfolge zu betrachten …

Pflege von Holzelementen
Auch wenn Holz seit vielen Jahren als Werkzeugstiel dient, ist es kein starres und lebloses Material. Genau deshalb wird es auch heute noch wegen seiner vielen Vorzüge verwendet: etwa wegen der Flexibilität und Elastizität von Eschenholz oder der Festigkeit von Rotbuchenholz. Hinweis: Achten Sie beim Kauf Ihrer Werkzeuge darauf, dass die Holzteile keine Knoten aufweisen und die Holzmaserung nicht schräg verläuft, denn dies sind Schwachstellen.
Für die Pflege der Holzstiele Ihrer Werkzeuge benötigen Sie:
- sehr feines Schleifpapier,
- Leinöl,
- Tücher.
Schritte zur Pflege von Holzstielen:
- Entfernen Sie jede noch so kleine Unebenheit oder jeden Splitter mit Schleifpapier mit sehr feiner Körnung und schleifen Sie in Richtung der Holzmaserung
- Überprüfen Sie die Befestigung von Stiel und Werkzeugkopf: Es darf kein Spiel vorhanden sein!
- Tragen Sie Leinöl mit einem Ballen (einem getränkten Tuchstück) und nicht mit einem Pinsel auf. So kann das Öl besser in das Holz eindringen, es nähren und schützen.
Tragen Sie niemals Lack auf! Lack schützt das Holz nicht und bekommt mit der Zeit Risse. Außerdem kann Ihnen das Werkzeug mit dieser Behandlung aus der Hand rutschen …
Hinweis: Inzwischen werden sehr robuste und pflegefreie Stiele aus Polypropylen hergestellt. Leider ist dieses Material trotz seiner vielen Vorzüge weder edel noch langlebig. Sie haben die Wahl …
Pflege von Metallelementen
Abgesehen vom gründlichen Winterputz sollten Sie Ihre Werkzeuge nicht zu nass machen. Feuchtigkeit schadet dem Holz (deshalb lagert man Werkzeuge mit langem Stiel immer aufrecht, nicht liegend auf dem Boden), aber auch dem Metall, selbst wenn es rostfrei sein soll. Nach dem Trocknen in der Sonne können Sie sich dem Schutz der Metallteile widmen.
Für die Pflege der Metallteile benötigen Sie:
- eine Drahtbürste,
- Stahlwolle,
- Werkzeugfett.
So reinigen Sie die Metallteile Ihrer Werkzeuge:
- Bürsten Sie zunächst mit einer Drahtbürste den groben Schmutz ab,
- bearbeiten Sie die Teile anschließend mit feiner Stahlwolle (000), um Rost auch aus kleinsten Ritzen zu entfernen.
Eine bewährte Methode besteht darin, den zu entrostenden Teil drei Tage lang in einem Glas mit kohlensäurehaltiger Limonade einzuweichen (die Marke spielt keine Rolle!). Die darin enthaltene Phosphorsäure löst das Eisenoxid, also den Rost, auf. Diese Methode ist wirksam, eignet sich aber nur für kleine Teile – es sei denn, Sie haben ganze Zisternen voller Limonade zur Verfügung …
- Tragen Sie anschließend Fett auf die gesamte Metallfläche und die Klingen auf. Früher verwendete man dafür eine Schweineschwarte, aber auch jede Art von Öl oder Fett ist geeignet: Petroleumöl, Werkzeugfett … Denken Sie außerdem daran, die Gelenke der Klingen Ihrer Gartenscheren und Astscheren zu schmieren.
- Entfernen Sie das Fett im Frühjahr vor dem ersten Gebrauch Ihrer Werkzeuge mit Zeitungspapier.
Klingenschärfen
Die Klingen von Gartenscheren, Sensen, Sicheln und Hippen müssen regelmäßig geschärft werden (siehe unten). Verwenden Sie dazu einen Schleifstein, den Sie einige Minuten zuvor in Wasser gelegt haben. Am besten führen Sie diese Arbeit am Ende des Winters durch, direkt nach dem Entfernen des Fetts von den Klingen. So sind alle Ihre Werkzeuge ab dem Frühjahr optimal scharf.
Für die Pflege der Werkzeugklingen benötigen Sie:
- einen natürlichen Schleifstein
- Wasser

So schärfen Sie die Klingen Ihrer Werkzeuge:
- Reiben Sie den Stein vorsichtig über die Schneide der Gartenscherenklingen, um den Grat wiederherzustellen.
- Für Sensen und Sicheln verwenden Sie einen Sensenstein und führen ihn flach über die gesamte Klingenlänge.
- Wiederholen Sie den Vorgang, bis die gewünschte Schärfe erreicht ist. Denken Sie daran: Je schärfer eine Klinge ist, desto regelmäßiger muss sie nachgeschärft werden.
Natürliche Wetzsteine sind vorzuziehen (zum Beispiel aus lothringischen Steinbrüchen oder aus dem Vielsalm-Schiefer) und müssen vor der Verwendung zur Schmierung in Wasser oder Öl gelegt werden. Mit Wasser ist der Stein sehr abrasiv, mit Öl wirkt die Körnung feiner. Beachten Sie jedoch, dass ein einmal in Öl getränkter Stein später nicht mehr in Wasser gelegt werden kann.
Hinweis: Verwechseln Sie Schärfen und Nachschärfen nicht! Das Schärfen ist nur erforderlich, wenn die Klinge stumpf geworden ist, also etwa einmal im Jahr. Dieser Vorgang benötigt etwas Zeit. Beim Nachschärfen wird die optimale Schneide einer Klinge täglich oder sogar während der Arbeit erhalten (zum Beispiel beim Mähen mit der Sense); dieser Vorgang dauert nur wenige Sekunden.
Gartengeräte länger nutzen: Tipps
- Kontrollieren Sie regelmäßig den Zustand Ihrer Werkzeuge. „Vorbeugen ist besser als heilen“: Kleine Reparaturen und etwas Pflege sind besser, als ein Werkzeug zu ersetzen.
- Pflegen Sie Ihre Werkzeuge, indem Sie sie regelmäßig reinigen und ölen.
- Lassen Sie Ihre Werkzeuge nicht feucht werden. Bewahren Sie sie in einem gut belüfteten Raum auf und lassen Sie sie keinesfalls auf dem Boden liegen – schon gar nicht die ganze Nacht im Gras!
- Kaufen Sie Qualität! Das ist in der Anschaffung zwar teurer, doch diese Werkzeuge sind stabiler, effizienter und langlebiger. Einige Marken bieten sogar Ersatzteile an. So macht sich der Kauf schnell bezahlt.
Schon gewusst?
Auf Okinawa führten Waffenverbote zu Karate und Kobudo: Mit bloßen Händen und Alltagswerkzeugen verteidigten sich die Menschen. Pflegen Sie Ihre Gartengeräte!
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