Gemeine Schafgarbe: Heilpflanze anbauen
Winterharte Staude: Vorteile für Gesundheit und Garten
Inhaltsverzeichnis
Seit der Antike bekannt und bis heute geschätzt, ist die Gemeine Schafgarbe (Achillea millefolium) eine krautige Staude aus der Familie der Korbblütler. Als bienenfreundliche Pflanze ist sie ideal für den Garten und fördert die Biodiversität. Zudem ist sie sehr winterhart, genügsam und anspruchslos. Die Gemeine Schafgarbe wächst natürlich auf Wiesen, Weiden und an Wegrändern, findet aber auch in trockenen Beeten, Rabatten und Steingärten ihren Platz. Die Pflanze mit gefiedertem Laub und langer Blüte in Blütenkörbchen ist zudem für ihre Heilwirkung bekannt.
Ihre lange Sommerblüte, einfache Kultur und aromatischen Eigenschaften machen sie zu einem Muss für Kräuterkunde-Fans. Für eine optimale Nutzung sollten Sie jedoch ihre botanischen Merkmale, vielfältigen Anwendungen und nötigen Vorsichtsmaßnahmen kennen.
Mehr erfahren: Schafgarbe, Achillea: Pflanzen, kultivieren und pflegen
Vorstellung der Gemeinen Schafgarbe
Die Gemeine Schafgarbe ist eine rhizomatöse Staude, die je nach Sorte und Kulturbedingungen dichte Horste von 30 bis 80 cm Höhe bildet. Ihr ausläuferbildendes Rhizom bringt stark belaubte, unverzweigte, oft wollige Stängel hervor. Die Gemeine Schafgarbe ist an ihren fein zerteilten, graugrünen Blättern zu erkennen, die beim Zerreiben stark aromatisch duften. In jungen Jahren wollig, später behaart und nahezu kahl, ist dieses Laub in kleine lanzettliche, an der Spitze zurückgebogene Zipfel geteilt. Das stark zerteilte, fast gefiederte Laub inspirierte den Namen „Schafgarbe“, während der Gattungsname auf den griechischen Helden Achilleus verweist, der die Pflanze der Legende nach zur Behandlung der Wunden seiner Soldaten verwendet haben soll. Daher auch der volkstümliche Name Wiesen-Schafgarbe.
Die Pflanze ist jedoch auch unter weiteren volkstümlichen Namen bekannt, die allesamt eine besondere, meist medizinische Bedeutung haben: Schafgarbe, Wundkraut, Nasenblutenkraut, Kutscherkraut, Truthahnkraut, Johanniskraut …

Die Gemeine Schafgarbe gehört zur Familie der Korbblütler
Die Gemeine Schafgarbe zeichnet sich auch durch ihre Blüte aus. Die Stängel enden in üppigen, schirmförmigen Rispen aus kleinen Blütenkörbchen. Die Blüten der Wildform sind regelmäßig und röhrenförmig, schmutzigweiß bis gelblich, manchmal leicht rosafarben. Doch es gibt eine Vielzahl gärtnerischer Arten mit sehr unterschiedlichen Blütenfarben, von Pastelltönen bis hin zu kräftigen warmen Farben. Diese Blütenstände sind bienenfreundlich und äußerst attraktiv für Bestäuber, insbesondere Schwebfliegen, Bienen und einige Schmetterlinge. Je nach Region und Standort blüht die Gemeine Schafgarbe von Juni bis September.
Nach dem Anwachsen ist sie trockenheitsverträglich und bevorzugt durchlässige Böden und sonnige Standorte, kommt aber auch mit mageren oder kalkhaltigen Böden zurecht. Ihre ausgebreitete, rhizomatöse Wuchsform kann sie auf lockerem Boden invasiv werden lassen, doch diese Wuchskraft ist wertvoll, um einen Böschungsbereich oder den Fuß eines Baumes zu bedecken oder einen Boden zu stabilisieren.
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Die verschiedenen Teile der Gemeinen Schafgarbe, die in der Phytotherapie verwendet werden, nämlich die blühenden Triebspitzen, Blätter und Stängel, enthalten zahlreiche bioaktive Verbindungen:
- Die enthaltenen ätherischen Öle, darunter Kampfer und Azulen, sind für ihre antiseptischen, entzündungshemmenden und leicht schmerzlindernden Eigenschaften bekannt. Kampfer regt die lokale Durchblutung an, während Azulen, ein blauer Farbstoff aus der Destillation bestimmter aromatischer Moleküle, beruhigend und regenerierend auf entzündetes oder verletztes Gewebe wirkt
- Die Flavonoide, starke Antioxidantien, tragen zur Hormonregulierung bei, unterstützen das Gefäßsystem und helfen, oxidativen Stress zu bekämpfen
- Die Gerbstoffe wirken adstringierend, ziehen das Gewebe zusammen und bremsen kleinere Blutungen. Dies erklärt die traditionelle Anwendung der Schafgarbe bei oberflächlichen Wunden
- Die Salicylsäure, eine natürliche Vorstufe von Aspirin, verleiht der Pflanze eine leicht fiebersenkende und schmerzlindernde Wirkung, die bei Fieber oder diffusen Schmerzen hilfreich sein kann
- Die Sesquiterpenlactone sind zwar nur in geringen Mengen enthalten, spielen aber eine wichtige Rolle bei den entzündungshemmenden und immunmodulierenden Wirkungen der Pflanze, insbesondere auf die Schleimhäute des Verdauungstrakts und bei Menstruationsbeschwerden.
Für medizinische Zwecke verwendet man frische Blütenstände, die von Juni bis September gesammelt werden, oder getrocknete Blütenstände, die im Schatten an einem gut belüfteten Ort zu Bündeln gebunden werden. Auch die Blätter sind verwendbar. Sie werden im Mai und Anfang Juni vor der Blüte gesammelt. Die Trocknung erfolgt im Schatten, die Blätter können jedoch auch frisch verwendet werden. Auch die Stängel werden für frische oder getrocknete Zubereitungen genutzt.

Die Blüten und Blätter der Gemeinen Schafgarbe werden als Aufguss zubereitet
Die Gemeine Schafgarbe lässt sich in verschiedenen Formen anwenden:
- Als Aufguss: ein bis zwei Teelöffel getrocknete Pflanze (1 bis 2 g) pro Tasse mit 150 ml siedendem Wasser. Zugedeckt 10 Minuten ziehen lassen und abseihen. Sie trinken 1 bis 4 Tassen täglich
- Zur äußerlichen Anwendung als Abkochung: 10 bis 20 g getrocknete Pflanze pro Liter Wasser aufkochen und 5 Minuten köcheln lassen, anschließend 10 Minuten abseits der Herdplatte ziehen lassen. Nach dem Abkühlen kann die Abkochung als getränkte sterile Kompresse eine Stunde lang dreimal täglich auf die betroffene Stelle gelegt werden
- Als Ölauszug: Getrocknete Blütentriebspitzen in ein sterilisiertes Glas geben und vollständig mit einem stabilen Pflanzenöl bedecken, zum Beispiel Oliven- oder Ringelblumenöl. Drei Wochen in der Sonne ziehen lassen. Anschließend das Öl filtern und lichtgeschützt aufbewahren
- Im Notfall können frische Blätter einfach zerdrückt werden, damit ihr Saft austritt, und direkt auf einen kleinen Schnitt oder Insektenstich gelegt werden.
Gemeine Schafgarbe: Wirkung auf den Körper
Die Gemeine Schafgarbe ist dank ihres breiten therapeutischen Wirkungsspektrums für ihre vielfältigen positiven Effekte auf Wohlbefinden und Gesundheit bekannt:
Krampflösend und verdauungsfördernd
Die Gemeine Schafgarbe lindert unwillkürliche Kontraktionen der glatten Muskulatur und wirkt dadurch gegen Darmkrämpfe, Verdauungskoliken sowie Schmerzen beim Reizdarmsyndrom.
Ihre choleretische Wirkung regt die Gallenproduktion an und erleichtert dadurch die Verdauung von Fetten. Außerdem beugt sie Völlegefühl nach dem Essen vor. Diese Eigenschaft ist besonders bei einer verlangsamten Verdauung oder funktionellen Leberbeschwerden hilfreich.
Regulierung des Menstruationszyklus
Die Garbe ist auch für ihre regulierende Wirkung auf den Menstruationszyklus bekannt. Sie zählt zu den sogenannten emmenagogen Pflanzen: Sie fördert einen ausgeglichenen Menstruationsfluss, lindert Gebärmutterschmerzen und unterstützt Frauen bei unregelmäßiger oder zu starker Regelblutung. Diese sanfte Regulierung hängt mit den leicht östrogenartigen Wirkungen der enthaltenen Flavonoide zusammen und kann auch manche Beschwerden der Prämenopause wie Hitzewallungen oder zyklusbedingte Kopfschmerzen lindern.
Stärkende Wirkung auf den Blutkreislauf
Sie verbessert den venösen Rückfluss, lindert das Gefühl schwerer Beine und begrenzt die Bildung kleiner oberflächlicher Krampfadern. Ihre Gerbstoffe und Lactone verleihen ihr zudem blutstillende Eigenschaften, die bei kleinen Blutungen (Schnittwunden, Nasenbluten, zu starker Regelblutung) hilfreich sind.
Wundheilende Eigenschaften
Bei äußerer Anwendung fördert die Gemeine Schafgarbe die Heilung oberflächlicher Wunden, Schürfwunden, Hautrisse und Insektenstiche dank ihrer antiseptischen, adstringierenden und entzündungshemmenden Wirkung. Diese Fähigkeit, Schleimhäute zu beruhigen und verletztes Gewebe zu verschließen, ist gut dokumentiert und wird in der traditionellen Pflanzenheilkunde geschätzt.
Entzündungshemmende Wirkung
Azulen, einer ihrer aktivsten Inhaltsstoffe, besitzt starke entzündungshemmende Eigenschaften, die häufig mit denen der Echten Kamille verglichen werden. Seine Wirkung ist besonders bei leichten chronischen Entzündungen interessant, die Haut, Schleimhäute und bestimmte Gelenkbereiche betreffen. So kann die Garbe in Cremes oder Balsamen zur Linderung leichter arthrotischer oder sehniger Schmerzen eingesetzt werden, insbesondere bei chronisch entzündlicher Ursache.

Die Gemeine Schafgarbe als Aufgussöl gegen Wunden und Blutergüsse
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Wie jede wirksame Pflanze mit erwiesenen Vorzügen ist auch die Gemeine Schafgarbe nicht frei von Vorsichtsmaßnahmen. Da sie reich an ätherischen Ölen und Wirkstoffen ist, sollte sie mit Bedacht angewendet werden. Vor innerlicher oder äußerlicher Anwendung, besonders während einer Dauerbehandlung, empfiehlt sich ärztlicher Rat.
- Als Pflanze aus der Familie der Korbblütler kann die Gemeine Schafgarbe Allergien auslösen, etwa Kontaktdermatitis, Hautausschlag oder Verdauungsbeschwerden
- Schwangeren und Stillenden wird von der Anwendung abgeraten: Bestimmte Inhaltsstoffe können auf die Gebärmutter wirken oder in die Muttermilch übergehen
- Sie kann mit bestimmten Blutverdünnern oder Blutdrucksenkern wechselwirken, da sie den Kreislauf beeinflusst.
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