Hühner vor Raubtieren schützen?

Hühner vor Raubtieren schützen?

Hühner schützen: Tipps für Sicherheit bei Tag und Nacht

Inhaltsverzeichnis

Geändert der 20. November 2025  durch Pascale 6 min.

Sie lieben Ihre Hühner – bis Fuchs, Marder oder Habicht den Stall überfallen. Sichern Sie Stall und Auslauf, um Hühner und Küken vor Raubtieren zu schützen.

Schwierigkeit

Hühner: wichtigste Fressfeinde?

Definition eines Prädators: Bezeichnung für lebende Arten, die sich von lebender Beute ernähren. Instinktiv denkt man an die großen Raubtiere des Tierreichs: Löwe, Tiger, Leopard oder Hai. Doch auch in unserer unmittelbaren Umgebung gibt es wirksame Beutegreifer – auf dem Land und manchmal sogar in unseren Städten. Hühner, Hähne und Küken gehören zu ihren ersten Opfern.

Landlebende Beutegreifer

Der erste Beutegreifer, vor dem Sie Ihre Hühner schützen müssen, ist der Fuchs. Meist nachts, seltener am Tag, setzt der listige Rotrock all seine Tricks ein, um selbst in städtischen Gebieten in den Hühnerstall einzudringen – besonders, wenn ihn der eigene Hunger oder der seiner Jungen quält. Dann hält ihn nichts auf: Er kann über einen Zaun klettern, den Boden aufgraben, um unter einer Absperrung hindurchzuschlüpfen, oder sich heranschleichen, um seine Beute zu erreichen. Der von Februar bis Juli besonders aktive Fuchs ist ein Opportunist: Er tötet und frisst Hühner vor Ort, kann sie aber auch vergraben oder in seinen Bau schleppen.

Ein streunender Hund kann Hühner ebenso gefährden wie ein Fuchs. Doch auch andere, zwar kleinere Beutegreifer sind ebenso gefürchtet wie Hunde. Auf die Anklagebank kommen Steinmarder, Wiesel, Frettchen, Iltisse und andere Marder – alle je nach Art mehr oder weniger schuldig. Diese kleinen Fleischfresser können Hühner und Küken durch winzige Spalten erreichen. Der Steinmarder richtet den größten Schaden an. Durch das Gegacker aufgeregt, kann er einen ganzen Hühnerstall ausrotten.

Zu den Fressfeinden von Hühnern – oder vielmehr von Eiern und Küken – zählen auch Ratten und Reptilien wie Schlangen.

Hühner und Beutegreifer

Fuchs, Steinmarder und Greifvögel sind die wichtigsten Fressfeinde von Hühnern

Beutegreifer aus der Luft

Die Gefahr kann auch vom Himmel kommen! Denn auch die gefiederten Jäger sind nicht frei von Vorwürfen und können sich ungeniert auf Ihre Hühner stürzen. Dazu gehören Greifvögel wie Bussarde, die sich gelegentlich Zwerghühner oder Küken als Mahlzeit holen.

Raben, Krähen und Elstern greifen Hühner nur selten an. Dringen sie jedoch in den Hühnerstall ein, können sie ohne jedes schlechte Gewissen die Eier fressen.

Erste Vorsorge: Hühnerstall und Auslauf sichern

Ob Ihr Hühnerstall gemauert oder aus Holz ist: Er muss unbedingt gesichert sein, denn Raubtiere wenden viel List und Einfallsreichtum auf, um hineinzukommen. Wussten Sie, dass ein Fuchs einen einfachen Riegel anheben kann, um an die leichte Beute in Form Ihrer Hühner zu gelangen? Auch der Steinmarder kann den Deckel eines außen angebrachten Legenests anheben oder durch ein Mauseloch schlüpfen.

Ein gut verschlossener Hühnerstall

Da die wichtigsten Raubtiere nachts angreifen, ist es unerlässlich, die Tür Ihres Hühnerstalls das ganze Jahr über jeden Abend zu schließen – unabhängig von der Jahreszeit. Ein einziges Vergessen genügt, und der Fuchs schlägt zu!

Hühnerstall

Ein Hühnerstall, der jeden Abend mit einer stabilen Tür verschlossen wird, bietet Schutz vor landlebenden Raubtieren

Am besten verschließen Sie Ihren Hühnerstall mit Riegeln, die bei Holzställen an der Tür oder am außen angebrachten Legenest befestigt werden können. Wenn Sie sonntags gerne lange schlafen, kann sich die Anschaffung einer automatischen Tür lohnen. Die Öffnungs- und Schließzeit wird nach Sonnenauf- und -untergang programmiert. Diese automatischen Türen schützen die Hühner und ermöglichen Ihnen zugleich einen ungestörten Schlaf.

Außerdem müssen Sie Ihren Hühnerstall regelmäßig kontrollieren, um ein Loch oder einen von Nagetieren gegrabenen Gang zu entdecken. Verschließen Sie ihn luftdicht, denn er kann einem Steinmarder den Zugang ermöglichen.

Ein absolut dichtes Gehege

Ein Fuchs kann über einen zu niedrigen Zaun springen, aber auch darunter hindurchgraben. Ein Steinmarder kann hingegen durch die Maschen eines Zauns schlüpfen.

Idealerweise ist der Zaun des Hühnergeheges 1,50 bis 2 Meter hoch (vor allem, wenn Sie ein Netz darüber spannen möchten) und hat Maschen von weniger als 3 cm Durchmesser. Für einen sicheren Schutz graben Sie den Zaun mindestens 20 bis 30 cm tief in den Boden ein, setzen Platten senkrecht ein oder legen ein Fundament an. Sie können auch in kurzen Abständen trapezförmige Befestigungspfosten in den Boden treiben. Oben sollte der Zaun nach außen umgebogen werden, damit kein Eindringling hinaufklettern kann. Letztlich benötigen Sie also einen Zaun von mindestens 2,50 m Höhe.

Hühner im Gehege

Das Hühnergehege muss lückenlos geschlossen und ausreichend hoch sein, damit der Fuchs nicht am Zaun hochklettern kann

Auch hier sollten Sie Ihr Hühnergehege regelmäßig kontrollieren und nach beschädigten Stellen suchen.

Einfache Tipps, um Raubtiere fernzuhalten

Auch andere kleine Hilfsmittel können Raubtiere fernhalten:

  • Solarleuchten mit Bewegungsmelder: Sie sind günstig und können einen Fuchs vertreiben;
  • Ultraschallgeräte oder Abwehrsprays, die gegen alle Raubtiere erhältlich sind;
  • menschliche Gerüche: Da sie Füchse abschrecken, können Sie rund um den Hühnerstall Büschel aus Hundehaaren oder Ihrem eigenen Haar verteilen. Auch das Urinieren in der Nähe des Hühnerstalls wird in der Volksmeinung empfohlen! Um Steinmarder fernzuhalten, können Sie außerdem Eau de Cologne, Knoblauchzehen und ätherisches Lavendelöl ausprobieren.

Tipps gegen fliegende Schädlinge

Je nach Region faszinieren uns Greifvögel am Himmel. Doch Bussarde, Falken, Habichte, Adler, Milane und sogar Bartgeier können gefährliche, lautlose Feinde sein, die tagsüber zuschlagen. Mit großer Geduld und scharfem Blick greifen sie meist Küken, manchmal aber auch Hühner an.

Wie lassen sich Greifvogelangriffe verhindern?

Am besten schützen Sie den Hühnerstall mit einem Schutznetz. Diese Netze halten Greifvögel fern und verhindern zugleich, dass Spatzen und andere Tauben sich am Futter bedienen. Allerdings sind sie bei starkem Schneefall oder Wind empfindlich. Praktisch sind umzäunte Hühnerausläufe mit sicherem Riegel, Tür und Durchgang zum Stall. Als Bausatz bieten sie den Hühnern Schutz.

Alternativ können Sie optische oder akustische Vogelschrecks, an Bäumen aufgehängte CDs oder eine Vogelscheuche ausprobieren. Auch Gänse können helfen, da sie Bussarde vertreiben. Andernfalls gibt es Vogelschrecks mit Gänserufen.

Und Rabenvögel?

Raben, Krähen und Elstern sind zwar keine typischen Hühnerjäger, können aber Eier stehlen. Mit Lockvögeln lassen sich diese dreisten Eindringlinge vertreiben. Manchmal genügt es auch, tagsüber die Stalltür zu schließen und nur eine kleine Öffnung zum Eierlegen offen zu lassen.

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