Humus im Boden: Bedeutung für die Bodenfruchtbarkeit
Alles über Humus
Inhaltsverzeichnis
Humus im Boden: Bedeutung und Nutzen für fruchtbare Böden. Dazu: Oliviers und Pascals Video zum Waldgarten mit mehreren Schichten.
Humus: Definition
Im strengen Sinn ist Humus ein komplexes, kohlenstoffreiches organisches Molekül, das beim Abbau pflanzlicher und tierischer organischer Substanz entsteht (im Wald „Streu“ genannt).
In der Natur wird organische Substanz (Blätter, Holz, Gras, tote Insekten …) zunächst von den im Boden lebenden Wirbellosen (Insekten, Springschwänzen, Tausendfüßern, Milben …) in kleine Stücke zersetzt. Anschließend wird sie durch die Tätigkeit von Bakterien und Pilzen zu Humus. Humus hat den charakteristischen Geruch des Unterholzes und ähnelt durch seine dunkelbraune Farbe optisch Kaffeesatz.
Aus diesem Grund gelten dunkle Böden als fruchtbar und humusreich.
Zusammengefasst: Humus ist die Endform Ihres Komposts, nachdem er von den Milliarden Mikroorganismen in Ihrem Boden verdaut wurde.
Die meisten Gärtner denken, Humus sei die Streu im Waldunterholz. Tatsächlich befindet sich Humus direkt unter dieser Schicht aus Zweigen, Blättern und anderen sich zersetzenden Materialien.

Im Wald befindet sich Humus unter der Streu aus Blättern und organischen Rückständen
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Wurmkompost in der PraxisWelche Rolle spielt Humus?
Humusmoleküle können dank ihrer großen Kettenlängen und Oberflächen mineralische Elemente aus dem Boden anziehen und festhalten.
Sie wirken sowohl wie ein Schwamm, der Bakterien zurückhält, als auch wie ein Klebstoff, der die Tonteilchen des Bodens an den Humus bindet. Sie sind reich an Kohlenstoff und wirken daher bei ihrer Entstehung der Klimaerwärmung entgegen.
Vereinfacht gesagt führt die Anreicherung eines Bodens mit organischer Substanz durch die Zersetzung von Mikroorganismen zur Bildung von Humus. Dieser Humus verhindert, dass Mineralstoffe (Dünger) durch Erosion (Wind, Regen, Bodenbearbeitung …) ausgewaschen werden, und gibt sie mithilfe der Tonteilchen an die Pflanzen ab.
Wenn wir einer Pflanze Kompost zuführen, liefern wir den Bakterien und Pilzen im Boden die wichtigsten Zutaten zur Humusbildung. Dieser ernährt wiederum unsere Pflanze.
Wird ein Boden durch übermäßiges Pflügen oder grobes, tiefes Umgraben stark belastet, wird der Humus abgebaut und oxidiert. Er löst sich von den Tonteilchen und verursacht Erosion. Deshalb sind Schlammlawinen in landwirtschaftlich genutzten Gebieten zu einer echten Plage geworden. Intensive Bewirtschaftung sowie der Einsatz chemischer Dünger und Pestizide lassen dieses wertvolle Molekül aus unseren Böden verschwinden.

Humus hat eine sehr charakteristische schwarze Farbe
Humusreichen Boden schaffen?
Das lässt sich auf zwei einfache, wirksame Maßnahmen reduzieren:
- Den Boden mit möglichst viel Kompost und organischem Material versorgen;
- Den Boden schonen: nicht offen liegen lassen und nur maßvoll bearbeiten.
Mulchen, Gründüngung und eine geringe bis mäßige Bodenbearbeitung sind entscheidend, um die Humusvorräte im Boden zu erhöhen!
Den Boden im Winter zu bedecken, ist das Mindeste, was Sie tun können, um Humusverluste zu begrenzen. Idealerweise bleibt er fast nie unbedeckt, damit der Humus nicht verbraucht wird.
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Bodenfruchtbarkeit: reich oder arm, woran erkennt man’s?Vorteile für unsere Pflanzen
Humus kann sich mit Ton verbinden und dadurch wichtige Mineralstoffe für Pflanzen speichern.
Gibt ein Gärtner einer Pflanze organisches Material in Form von Mulch (Häcksel, Rasenschnitt oder Kompost), ernährt er sie indirekt: Er liefert Mikroorganismen die Zutaten zur Humusbildung.
Humus ermöglicht dem Boden, neben Mineralstoffen sehr viel Wasser zu speichern. Er schützt wirksam vor Bodenerosion und trägt zum Erhalt der Bodenstruktur bei.

Lassen Sie Ihren Boden nicht unbedeckt: Mit Mulch und Humus verbessern Sie die Bodenstruktur und die Wasserspeicherfähigkeit deutlich!
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