Im Winter Stecklinge ziehen: geeignete Pflanzen und Vorgehen?
Pflanzen, die sich in der kalten Jahreszeit leicht vermehren lassen, und Methoden der Stecklingsvermehrung
Inhaltsverzeichnis
Frühling und Herbst sind ideal für Stecklingsvermehrung. Doch manche Pflanzen lassen sich auch im Winter vermehren. Beispiele und Methoden für gratis Stecklinge.
Vorteile von Winterstecklingen
Manche Pflanzen finden in dieser kalten Jahreszeit günstige Bedingungen für das Anwachsen. Die Stecklingsvermehrung im Winter erfordert von Gärtnern deutlich weniger Pflege und Aufmerksamkeit (zum Beispiel beim Gießen). Die Witterung verringert das Risiko, dass die Wurzeln austrocknen, und gibt ihnen Zeit, sich in Ruhe zu entwickeln.
Im Winter gibt es im Garten wenig zu tun, sodass ausreichend Zeit für die Stecklinge bleibt. Sie können Ihre Herbstschnitte problemlos nutzen, um die abgeschnittenen Triebe für künftige Stecklinge zu verwenden.
Im Gegenzug brauchen Sie für eine erfolgreiche Stecklingsvermehrung im Winter meist einen vor Frost und Witterung geschützten Platz (einige Stecklinge können auch direkt ins Freiland gesteckt werden). Das Anwachsen dauert etwas länger als bei einer Stecklingsvermehrung im Frühjahr, setzt bei milderen Temperaturen jedoch schnell ein.
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Stecklinge aus reifem Holz
Diese Stecklinge werden während der Ruhephase der Pflanze genommen und daher auch „Stecklinge aus ruhendem Holz“ genannt. Sie eignen sich für sommergrüne Pflanzen, die im Herbst ihr Laub verlieren, aber auch für immergrüne Pflanzen.
- Schneiden Sie etwa 15 cm lange, holzige Triebe (die braun geworden und verholzt sind). Schneiden Sie die Zweigenden schräg an, direkt unterhalb eines Knotens (Ansatzstelle eines Blattes oder Zweigs). Wählen Sie einjährige Triebe. Verwenden Sie stets gut geschärfte und zuvor desinfizierte Schneidwerkzeuge.
- Schneiden Sie die Triebspitze ab, die oft noch zu weich ist.
- Bei immergrünen Arten (die ihr Laub behalten), entfernen Sie die Blätter am unteren Ende, sodass oben am Trieb nur etwa 5 Blätter verbleiben.
- Tauchen Sie die Triebbasis in Bewurzelungshormon (optional).
- Bereiten Sie einen mit geeigneter Blumenerde gefüllten Anzuchttopf vor.
- Befeuchten Sie das Substrat gründlich mit einer Sprühflasche, idealerweise mit Regenwasser gefüllt.
- Bohren Sie mit einem Bleistift das Loch für den Steckling.
- Stecken Sie den Zweig zu zwei Dritteln in die Erde (eventuell vorhandene Blätter müssen herausragen).
- Drücken Sie die Erde mit den Fingern an, damit sie am Steckling haftet. Sie können problemlos 2 bis 3 Zweige in einen Anzuchttopf setzen, um das Ausfallrisiko zu verringern.
- Stülpen Sie bei Bedarf eine Abdeckhaube über den Steckling, um ein warmes, feuchtes Klima zu schaffen, das die Bewurzelung fördert (auch eine Plastikflasche mit abgeschnittenem Boden oder ein Gefrierbeutel kann verwendet werden).
Benötigtes Material:
- Gartenschere, Messer oder Pfropfmesser;
- Anzuchttöpfe (herkömmlich oder biologisch abbaubar);
- Spezialsubstrat für Stecklinge und Aussaat (feiner als universelle Blumenerde) oder eine Mischung aus Blumenerde und Sand beziehungsweise drainierendem Material (Kies, Blähton usw.);
- Bleistift;
- Sprühflasche;
- Abdeckhaube (optional);
- Bewurzelungshormone (optional).
Wurzelstecklinge
Einige Stauden mit einem kräftigen Wurzelstock lassen sich auf diese Weise vermehren.
- Graben Sie einige Wurzeln der ausgewählten Pflanze aus, indem Sie den Wurzelstock vorsichtig anheben, und verwenden Sie dazu eine Grabegabel.
- Schneiden Sie gesunde, fleischige Wurzelstücke in etwa 5 cm lange Abschnitte.
- Bedecken Sie die Wurzeln der Mutterpflanze schnell wieder mit Erde, damit sie nicht austrocknen.
- Bereiten Sie einen Anzuchttopf (oder eine Anzuchtschale) mit geeigneter Blumenerde für die Stecklingsvermehrung vor.
- Legen Sie die Wurzelstücke in das Substrat und halten Sie sie waagerecht.
- Bedecken Sie sie mit Substrat und drücken Sie es vorsichtig mit den Fingern an.
- Befeuchten Sie alles gründlich mit einer Sprühflasche, idealerweise mit Regenwasser gefüllt.
Benötigtes Material:
- Grabegabel;
- Schneidwerkzeug (Gartenschere, Messer oder Pfropfmesser);
- Anzuchttöpfe oder Anzuchtschale;
- Spezialsubstrat für Stecklinge und Aussaat oder eine Mischung aus Blumenerde und Sand;
- Sprühflasche.
Blattstecklinge
In manchen Fällen ist eine Vermehrung über Blattstecklinge möglich, insbesondere bei einigen Stauden und bei Sukkulenten.
- Trennen Sie reife, gesunde Blätter von der Mutterpflanze, indem Sie sie mit einem sauberen Werkzeug abschneiden.
- Bereiten Sie einen Anzuchttopf (oder eine Anzuchtschale) mit leichter Blumenerde für die Stecklingsvermehrung vor.
- Befeuchten Sie das Substrat gründlich mit einer Sprühflasche, idealerweise mit Regenwasser gefüllt.
- Stecken Sie die Blätter vorsichtig zu drei Vierteln in die Erde.
- Drücken Sie das Substrat mit den Fingern an, damit es am Blatt haftet.
Benötigtes Material:
- Messer oder Pfropfmesser;
- Anzuchttöpfe;
- Spezialsubstrat für Stecklinge und Aussaat oder eine Mischung aus Blumenerde und Sand;
- Sprühflasche.
Pflege von Winterstecklingen
Stellen Sie Ihre Stecklinge an einen hellen, frostfreien, aber vor direkter Sonne geschützten Ort.
Bei der Pflege müssen Sie lediglich darauf achten, das Substrat leicht feucht zu halten. Im folgenden Frühjahr zeigen sich möglicherweise die ersten Anzeichen des Austriebs (neue Triebe). Anschließend können Sie die Stecklinge in einzelne Töpfe verpflanzen, bevor Sie sie im folgenden Herbst ins Freiland setzen, sofern sie kräftig genug sind (gut entwickelte oberirdische Pflanzenteile und Wurzeln).
Sträucher für Stecklinge im Winter
Viele immergrüne oder sommergrüne Sträucher lassen sich im Winter durch Stecklinge aus verholzten Trieben vermehren.
Die Weide
Weiden bewurzeln leicht, sodass ihre Stecklinge fast immer erfolgreich anwachsen. Verwenden Sie im Winter bevorzugt Stecklinge von Korbweiden oder Trauerweiden. Vermehren Sie sie zwischen November und März durch Stecklinge aus verholzten Trieben.
Weiden lassen sich direkt ins Freiland stecken. Sie können die Triebe auch zunächst in ein Wasserglas stellen, bis sich die ersten Feinwurzeln bilden. Das gewonnene Wasser (Weidenwasser) kann als Ersatz für Bewurzelungshormone verwendet werden. Die in der Rinde der Weiden enthaltene Salicylsäure fördert nämlich die Bewurzelung von Pflanzen.

Sie können Stecklinge zunächst im Wasser bewurzeln
Der Buchsbaum
Der Buchsbaum ist ein für französische Gärten typischer immergrüner Strauch. Er bildet eine kompakte Wuchsform, die sich gut schneiden lässt. So entstehen kunstvolle Formschnitte und dichte Hecken. Dieser Strauch lässt sich am Ende des Winters, zwischen Februar und März, problemlos durch Stecklinge vermehren.
Der Lorbeer
Die Lorbeersträucher bieten eine große Vielfalt immergrüner Arten. Ob Oleander, Lorbeerkirsche, Echter Lorbeerstrauch oder Portugiesischer Kirschlorbeer – sie alle eignen sich gut für die Stecklingsvermehrung im Winter.
Der Holunder
Holunder sind sommergrüne Sträucher. Wir schätzen sie wegen ihrer duftenden Blüten in Dolden und ihrer teilweise essbaren Beeren. Sie lassen sich im Winter ebenfalls durch Stecklinge aus verholzten Trieben vermehren.
Die Forsythie
Die Forsythien erhellen den Garten im Frühjahr mit ihrer goldgelben Blüte. Sie sind sommergrüne Sträucher, die sich ideal für Hecken eignen, aber auch als isolierte Gehölze überzeugen. Nach der Stecklingsvermehrung benötigen sie Sonne, einen humusreichen und eher frischen Boden (der niemals vollständig austrocknet).
Der Hartriegel
Hartriegel begeistern mit ihrer Blüte, teilweise essbaren Früchten, leuchtenden Herbstfarben und ihrer Zierrinde im Winter. Je nach Art sind sie sommergrüne oder immergrüne Sträucher. Sie lassen sich leicht durch Stecklinge vermehren.
Nadelgehölze
Nadelgehölze bewurzeln langsam, daher ist eine Stecklingsvermehrung bereits im Winter sinnvoll.
Weitere Sträucher für die Stecklingsvermehrung im Winter
Diese Liste ist natürlich nicht vollständig. Denken Sie auch an Spiersträucher, alte Rosen, Rosmarin, Sommerflieder, Hortensien, Zwergmispeln, Pfeifensträucher und weitere Gehölze.

Weiden lassen sich im Winter leicht durch Stecklinge vermehren
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Obstgehölze
Kleine Obstgehölze eignen sich gut für die winterliche Stecklingsvermehrung, etwa Johannisbeere, Schwarze Johannisbeere und Himbeere. Am besten führen Sie die Stecklingsvermehrung im Januar oder Februar durch. Meist bewurzeln die Stecklinge bis zum folgenden Frühjahr. So erhalten Sie einfach und günstig neue Obstgehölze, zum Beispiel für eine Naschhecke oder den Anbau in Töpfen auf Terrasse und Balkon.
Nach dem Laubfall kann auch die Weinrebe im Winter, zwischen November und Dezember, durch Stecklinge vermehrt werden. Wir empfehlen, Weinreben-Stecklinge draußen aufzustellen, an einem vor Regen und vorherrschenden Winden geschützten Platz. Eine Kälteperiode ist nötig, damit die Pflanze im Frühjahr gut austreibt. Das Umpflanzen erfolgt im folgenden Herbst.
Auch Feigenbäume lassen sich im Winter leicht aus trockenem Holz vermehren.
Stauden
Einige Stauden lassen sich gut im Winter durch Stecklinge vermehren. Dazu zählen etwa Purpurglöckchen, die für ihr buntes Laub geschätzt werden. Bei immergrünen Sorten können Sie eine Blattstecklingsvermehrung durchführen.
Auch Primeln, Stiefmütterchen und Bartnelken lassen sich als blühende Stauden im Winter einfach durch Stecklinge vermehren und treiben meist im folgenden Frühjahr wieder aus. Schneiden Sie etwa 5 bis 8 cm lange Triebe und gehen Sie dabei wie bei der Stecklingsvermehrung aus ruhendem Holz vor.
Zimmerpflanzen
Im Winter können Sie bei einigen Zimmerpflanzen eine Blattstecklingsvermehrung versuchen, wenn Sie für ausreichend Wärme sorgen und nicht zu viel gießen. Besonders einfach ist diese Vermehrungsmethode bei Sukkulenten (Crassula ovata, Aeonium, Kalanchoe usw.).

Der Feigenbaum lässt sich im Winter aus trockenem Holz vermehren
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