Krankheiten und Parasiten der Hainbuche
Erkennung, Vorbeugung und Behandlung
Inhaltsverzeichnis
Die Hainbuche (Carpinus betulus) ist ein großer, belaubter Strauch unserer Wälder, der auch in unseren Gärten anmutige Akzente setzt. Mit gezähnten Blättern, die sich zum Saisonende goldgelb bis feuerorange färben und den ganzen Winter an den Zweigen haften, bildet dieser heimische Baum rasch wunderschöne natürliche Hecken, sogenannte Hainbuchenhecken, und eignet sich perfekt für Gartenlabyrinthe, Formschnittgehölze oder als Solitär. Anspruchslos an Boden und Standort, passt sie sich vielen Bedingungen an und ist pflegeleicht. Doch trotz ihrer Robustheit ist die Hainbuche nicht vor Krankheiten und Parasiten geschützt, die ihre Schönheit und Vitalität beeinträchtigen können. Erfahren Sie, wie Sie sie erkennen und behandeln!
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Das elegante Laub der Hainbuchenhecke
Hainbuchen-Miniermotte
Erkennung:
Die Hainbuchen-Miniermotte ist ein kleines Insekt, das schwere Schäden an den Blättern der Hainbuche verursacht. Typische Symptome sind geschwungene, gelbe oder braune Fraßgänge in den Blättern. Diese Zeichnungen entstehen durch die Aktivität der Insektenlarve.
Natürliche Lösungen:
Entfernen Sie befallene Blätter und verbrennen Sie sie, um die Larven zu beseitigen. Nützlinge wie Florfliegen und Marienkäfer sind ebenfalls natürliche Verbündete im Kampf gegen die Hainbuchen-Miniermotte.
Vorbeugung:
Um einem Befall durch die Miniermotte vorzubeugen, können Sie ein biologisches Abwehrmittel anwenden, etwa einen Aufguss aus Balsamkraut oder verdünntem Knoblauch.

Stigmella sakhalinella (© Patrick Clément)
Rindenkrebs an der Hainbuche
Erkennung:
Der Rindenkrebs der Hainbuche ist eine Pilzkrankheit, die sich durch offene Wunden an Stamm und Zweigen zeigt. Das Gewebe um diese Wunden wird meist braunschwarz und hart.
Natürliche Lösungen:
Zuerst infizierte Zweige bis ins gesunde Holz zurückschneiden. Eine Behandlung mit Bordeauxbrühe kann helfen, den Rindenkrebs verursachenden Pilz abzutöten.
Vorbeugung:
Um Rindenkrebs vorzubeugen, sollte die Luft um die Hainbuche gut zirkulieren. Wichtig ist auch, Gartengeräte regelmäßig zu desinfizieren, um eine Ausbreitung der Krankheit zu verhindern.

Rindenkrebs an den Zweigen, hier an einem Kultur-Apfel
Mehltau an Hainbuche
Erkennung:
Ein weißer Belag erscheint auf den Blättern und führt zu deren Vergilbung und Welke.
Natürliche Lösungen:
Eine wirksame Behandlung gegen Mehltau ist eine Lösung aus Bordeauxbrühe oder verdünnter Milch. Beide natürlichen Lösungen können direkt auf die Blätter gesprüht werden.
Vorbeugung:
Eine gute Belüftung und kontrollierte Luftfeuchtigkeit können helfen, Mehltau vorzubeugen. Vermeiden Sie außerdem übermäßiges Gießen und stickstoffreiche Dünger.

Mehltau an der Hainbuche (©Wikimedia Commons-Frank Vincentz)
Blattläuse an der Hainbuche
Erkennung:
Blattläuse sind kleine Insekten, die den Pflanzensaft saugen und dadurch den Baum allgemein schwächen. Außerdem hinterlassen sie klebrigen Honigtau auf den Blättern, wodurch sich Rußtau, ein schwärzlicher Pilz, entwickeln kann.
Natürliche Lösungen:
Zur Bekämpfung von Blattläusen können Sie mit Wasser verdünnte Schmierseife spritzen. Nützlinge wie Marienkäfer, Schwebfliegen oder Florfliegen sind ebenfalls hervorragende Fressfeinde der Blattläuse.
Vorbeugung:
Pflanzen Sie Fangblumen wie Große Kapuzinerkresse rund um Ihre Hainbuche, um diese Nützlinge anzulocken. Abwechslungsreiche Bepflanzung und eine große Pflanzenvielfalt helfen ebenfalls, einem Blattlausbefall vorzubeugen.
Hainbuchenrost
Erkennung:
Rost ist eine Pilzkrankheit, die orange-rote Pusteln auf den Blättern der Hainbuche verursacht. Die Blätter können sich gelb verfärben und vorzeitig abfallen.
Natürliche Lösungen:
Wie bei den meisten Pilzkrankheiten besteht der erste Schritt darin, befallene Blätter zu entfernen und zu verbrennen. Auch eine Behandlung auf Schwefelbasis kann wirksam sein.
Vorbeugung:
Vermeiden Sie, die Blätter zu bewässern, und sorgen Sie für eine ausreichende Belüftung Ihrer Hainbuche, um dieser Krankheit vorzubeugen. Eine gute Nährstoffversorgung kann zudem die Widerstandskraft Ihres Baumes stärken.

Melampsoridium carpini auf einem Hainbuchenblatt (© Matt Borden)
Die Chlorose
Erkennung:
Eisenchlorose ist eine häufige Pflanzenkrankheit, von der auch die Hainbuche betroffen sein kann! Sie wird oft durch einen Mangel an wichtigen Nährstoffen verursacht, meist Eisen, manchmal aber auch Magnesium, Zink oder andere Spurenelemente.
Chlorose zeigt sich meist durch eine Verfärbung der Blätter. Die Blätter verlieren nach und nach ihre grüne Farbe und werden blassgelb oder weiß. Die Verfärbung beginnt häufig in den Bereichen zwischen den Blattadern, die länger grün bleiben. Wird das Problem nicht behoben, können sich die Blätter vollständig gelb färben und vorzeitig abfallen.
Natürliche Behandlung:
Chlorose wird durch Eisenmangel verursacht. Daher kann eine Blattdüngung mit Eisenchelaten direkt auf das Laub hilfreich sein. Ein weiteres natürliches Mittel ist die Anwendung von gut verrottetem Kompost oder Mist oder eines Blattdüngers gegen Chlorose. Dies kann helfen, das Gleichgewicht im Boden wiederherzustellen und den Baum mit den nötigen Nährstoffen zu versorgen.
Vorbeugung:
Um Chlorose vorzubeugen, sollten Sie auf die allgemeine Gesundheit Ihrer Hainbuche und ihrer Umgebung achten. Achten Sie darauf, dass Ihre Hainbuche in einen gut durchlässigen, humusreichen Boden gepflanzt wird. Ein zu verdichteter oder nährstoffarmer Boden kann zu Ernährungsproblemen führen. Sie können außerdem eine Bodenanalyse durchführen, um festzustellen, ob bestimmte Nährstoffe fehlen. Eine ausgewogene Nährstoffversorgung kann vielen Krankheiten, darunter Chlorose, vorbeugen.
→ Entdecken Sie auch Oliviers Video-Tipps zur Bekämpfung der Eisenchlorose.
Gallmilben
Erkennung:
Es handelt sich um winzige weiße Milben, die die Blätter und Knospen des Baums befallen. Der Befall zeigt sich durch Gallen oder Wucherungen an den Blättern sowie verformte Knospen. Die Blätter können außerdem gelbe oder braune Flecken aufweisen. Im Frühjahr und Sommer ist der Befall oft stärker, da die Milben dann am aktivsten sind.
Natürliche Behandlung:
Ein kräftiger Wasserstrahl kann helfen, die Milben zu entfernen. Diese einfache und natürliche Methode sollte regelmäßig angewendet werden, um einen erneuten Befall zu verhindern. Eine weitere natürliche Möglichkeit ist der Einsatz natürlicher Fressfeinde wie Marienkäfer. Bei stärkerem Befall können Gartenbauöle, Lösungen oder Insektizidseifen gegen die Milben eingesetzt werden.
Vorbeugung:
- Im Winter verformte Knospen entfernen und verbrennen
- Im Frühjahr nach dem Austrieb mit einem Fungizid auf Schwefelbasis behandeln
Braune Blätter bei der Hainbuche
Bestimmung :
Monostichella robergei, auch als braune Hainbuchenmilbe bekannt, ist eine Milbenart, die eine Braunfärbung der Hainbuchenblätter verursacht. Unregelmäßige braune Nekrosen und Vertrocknungen treten an den Blatträndern und zwischen den Rippen auf. Betroffene Blätter können schließlich vorzeitig abfallen. Wenn Sie die befallenen Blätter genau untersuchen, erkennen Sie möglicherweise winzige gelbe oder braune Punkte, bei denen es sich tatsächlich um die Milben selbst handelt.
Natürliche Behandlung:
Zunächst sollten Sie alle stark befallenen Pflanzenteile abschneiden und vernichten. Dies kann helfen, die Milbenpopulation zu reduzieren. Anschließend können Sie die Blätter des Baums mit einem Wasserstrahl abspritzen, um die Milben zu entfernen. Hält der Befall an, können Sie eine Insektizidseife oder ein Gartenbauöl anwenden.
Vorbeugung:
Sorgen Sie dafür, dass Ihre Hainbuche ausreichend Platz für eine gute Luftzirkulation hat, da Milben warme und feuchte Bedingungen bevorzugen. Kontrollieren Sie den Baum regelmäßig auf Befallszeichen und handeln Sie schnell. Zu Beginn des Wiederaustriebs kann eine Behandlung mit Bordeauxbrühe erfolgen.

Monostichella robergei auf Hainbuchenblatt (© Wikimedia Commons – Jerzy Opiola)
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