Krankheiten und Parasiten des Himmelsbambus

Krankheiten und Parasiten des Himmelsbambus

Erkennen, vorbeugen, natürliche Lösungen

Inhaltsverzeichnis

Geändert der 15. Juni 2025  durch Marion 5 min.

Trotz ihres Namens sind Himmelsbambus (Nandina domestica) in Wahrheit Sträucher. Sie sind äußerst dekorativ und überzeugen mit immergrünem, farbwechselndem Laub, zarter Blüte und einem Fruchtbehang, der den Winter belebt.

Außerdem sind sie pflegeleicht und anspruchslos. Zwar gelten Nandina als wenig anfällig für Parasiten und Krankheiten, doch können auch sie von bestimmten Kulturproblemen betroffen sein. Hier erfahren Sie, welche am häufigsten auftreten, wie Sie Risiken vorbeugen und bei Bedarf natürliche Behandlungen anwenden.

saugendes Insekt als Parasit an Nandina

Obwohl Himmelsbambus selten krank wird, kann er von Insekten befallen werden

Schwierigkeit

Schildläuse

Beschreibung und Symptome

Schildläuse sind kleine, im Garten recht häufige Schädlinge. Es handelt sich um stechend-saugende Insekten, die sich vom Pflanzensaft ernähren. Es gibt verschiedene Arten, die zu Beginn eines Befalls allesamt nur schwer zu erkennen sind.

Die Wolllaus ist an ihrer weißen Farbe zu erkennen. Sie scheint von einem watteartigen oder wachsartigen Pulver bedeckt zu sein. Napfschildläuse und Deckelschildläuse tragen eine Art weiche, dunkle Schutzschale.

Grundsätzlich bevorzugen sie geschlossene, warme und feuchte Standorte. Deshalb findet man sie vor allem an in der Stadt kultiviertem Himmelsbambus, im Gewächshaus oder im Wintergarten.

parasites bambou sacre

Indem sie sich vom Pflanzensaft ernähren, tragen Schildläuse zur Schwächung der Pflanze bei. Doch das ist nicht alles: Einige Arten, etwa die Wolllaus, scheiden Honigtau aus, eine klebrige Substanz, die das Auftreten einer Pilzkrankheit begünstigt. Dabei handelt es sich um Rußtau. Die Blätter verfärben sich schwarz und wirken wie mit Ruß bedeckt. Sie können dann die für das Überleben der Pflanze unverzichtbare Photosynthese nicht mehr leisten, was langfristig zu ihrem Absterben führen kann.

Die Schäden durch Schildläuse bleiben jedoch meist eher ästhetischer Natur. Junge Pflanzen können empfindlicher reagieren: Ihr Wachstum, ihre Blüte und ihre Fruchtbildung werden beeinträchtigt.

Ameisen können Sie auf einen Befall aufmerksam machen: Sie ernähren sich vom Honigtau der Schildläuse und schützen diese im Gegenzug vor Fressfeinden. Sie finden die unerwünschten Gäste an Trieben und Blättern, häufig auf deren Unterseite. Bei genauerem Hinsehen entdecken Sie möglicherweise auch watteartige, weißliche Ausscheidungen, bräunliche Flecken oder klebrige Tropfen auf den Blättern.

 

Vorbeugung und natürliche Lösungen

Um einem Befall vorzubeugen, ist es wichtig, den Himmelsbambus regelmäßig zu kontrollieren. So können Sie bereits bei den ersten Anzeichen eines Schädlingsbefalls eingreifen, bevor sich die Schädlinge vermehren und auf andere Pflanzen übergreifen. Denn Schildläuse lassen sich nur schwer vollständig beseitigen.

Zu Beginn eines Befalls reinigen Sie die Blätter mit einem feuchten Tuch, um die Schädlinge zu entfernen. Zusätzlich können Sie ein natürliches Insektizid auf Basis von Schmierseife anwenden. Verdünnen Sie dazu je einen Esslöffel reine Schmierseife und Pflanzenöl, zum Beispiel Rapsöl, in einem Liter lauwarmem Wasser. Füllen Sie die Mischung in eine Sprühflasche. Schütteln Sie sie und besprühen Sie die oberirdischen Pflanzenteile Ihres Himmelsbambus. Wenden Sie die Behandlung möglichst am Abend an. Bei Bedarf nach einer Woche wiederholen. Bedenken Sie, dass dieses Insektizid trotz seiner natürlichen Zusammensetzung nicht selektiv wirkt: Wenn andere Insekten wie Bienen oder Marienkäfer Ihren Himmelsbambus besuchen, können auch sie beeinträchtigt werden. Vergewissern Sie sich daher vor der Behandlung, dass keine Nützlinge an der Pflanze sind.

Achten Sie außerdem auf gute Kulturbedingungen für Ihren Himmelsbambus. Eine geschwächte Pflanze ist anfälliger für Schädlingsbefall und Krankheiten. Sorgen Sie für einen gut durchlässigen Boden an einem nicht zu heißen, windgeschützten Standort. Vermeiden Sie einen Stickstoffüberschuss durch Dünger, da dieser die Triebe und Blätter weicher und für Schädlinge attraktiver macht. Wird Ihr Himmelsbambus im Haus kultiviert, lüften Sie regelmäßig und stellen Sie ihn während der warmen Jahreszeit nach Möglichkeit ins Freie. Gönnen Sie ihm außerdem ruhig einmal einen sanften Regenschauer.

Sorgen Sie schließlich im Garten für ein natürliches Gleichgewicht, damit auch die natürlichen Feinde der Schädlinge einen Lebensraum finden. Dazu eignen sich verschiedene Maßnahmen: Lassen Sie wilde Ecken im Garten bestehen, kultivieren Sie bienenfreundliche Pflanzen und stellen Sie Unterschlüpfe, Nistkästen und Vogeltränken auf. Verzichten Sie außerdem auf chemische Mittel.

Weitere Informationen finden Sie in unserem Artikel: „Schildläuse: Erkennung und Bekämpfung

Blattläuse

Beschreibung und Symptome

Blattläuse sind weitere, sehr häufige kleine Schädlinge. Sie können grün, schwarz, geflügelt oder ungeflügelt sein und treten in verschiedenen Formen auf. Alle ernähren sich vom Pflanzensaft. Auch wenn ihr Befall nur selten zum Absterben eines Himmelsbambus führt, kann er sein Wachstum beeinträchtigen und eine Verformung der Blätter oder sogar der Blütenknospen verursachen. Die Schäden sind daher vor allem ästhetischer Natur.

Wie Schildläuse scheiden Blattläuse Honigtau aus, der der Rußtaupilz als Nährboden dient. Im Gegenzug werden sie von Ameisen geschützt.

parasites insectes sur bambou sacre

Vorbeugung und natürliche Lösungen

Die Maßnahmen sind dieselben wie bei Schildläusen.

  1. Regelmäßige Kontrolle, um bereits beim ersten Auftreten von Blattläusen handeln zu können.
  2. Manuelles Entfernen mit einem Tuch oder einem Wasserstrahl.
  3. Auf gute Kulturbedingungen achten.
  4. Bei starkem Befall ein natürliches Insektizid auf Basis von Schmierseife spritzen.

Auch Balsamkrautjauche gilt als wirksames Mittel zur Blattlausabwehr: einen Versuch ist sie wert.

Zum Schutz Ihrer Pflanzen können Sie auch auf Fangpflanzen zurückgreifen. Sie locken die Schädlinge an und lenken sie von den zu schützenden Pflanzen ab. Zur Bekämpfung von Blattläusen eignet sich insbesondere die Große Kapuzinerkresse, da sie Blattläuse auf natürliche Weise anzieht.

Mehr dazu erfahren Sie in unserem Artikel: Blattläuse erkennen und bekämpfen

Die Viruserkrankung

Beschreibung und Symptome

Es handelt sich um eine Viruserkrankung, die durch stechend-saugende Insekten, insbesondere Blattläuse und Schildläuse, übertragen wird, die bereits erwähnt wurden. Wenn diese kleinen Schädlinge die Pflanze anstechen, um sich von ihrem Pflanzensaft zu ernähren, können sie gleichzeitig Pathogene übertragen (wie Mücken, wenn sie uns stechen). Die Viruserkrankung führt zu einem Kümmerwuchs des Laubs: Es wird schmaler und kleiner und kann sich sogar verformen. Die Blätter können sich auch einrollen oder ihre Färbung verlieren.

symptomes virose plante

Symptome der Viruserkrankung am Pfirsichbaum

Die Schäden sind jedoch fast ausschließlich ästhetischer Natur: Nur selten stirbt ein Himmelsbambus an dieser Krankheit, außer wenn die Pflanze aufgrund ungeeigneter Kulturbedingungen bereits stark geschwächt war. Die Viruserkrankung kann jedoch von einem Himmelsbambus auf einen anderen übertragen werden, wenn mehrere Jungpflanzen dicht beieinander wachsen.

Vorbeugung und natürliche Lösungen

Vorbeugend sollten Sie Blattläuse und Schildläuse kontrollieren, um die Entwicklung dieser Krankheit zu verhindern. Eine Behandlung gibt es nicht.

Sie können gegebenenfalls Pflanzenjauchen ausprobieren, insbesondere Brennnessel- und Schachtelhalmjauche, denen eine positive Wirkung auf das Immunsystem von Pflanzen zugeschrieben wird. Sie müssen unbedingt mit Wasser verdünnt werden, idealerweise mit Regenwasser, und auf die oberirdischen Pflanzenteile gesprüht werden. Sie erhalten sie im Handel, können sie aber auch problemlos selbst herstellen. Unsere Anleitungen helfen Ihnen dabei: Erfahren Sie, wie Sie Brennnesseljauche herstellen oder Schachtelhalmjauche ansetzen, und lesen Sie unsere Anwendungstipps.

Kommentare

Dieses Formular ist durch reCAPTCHA geschützt – es gelten die Datenschutzbestimmungen und die Nutzungsbedingungen.

pflegen Sie den Nandina