Krankheiten und Parasiten des Schmetterlingsstrauchs

Krankheiten und Parasiten des Schmetterlingsstrauchs

Erkennen und natürlich behandeln: unsere Tipps

Inhaltsverzeichnis

Sommerflieder: Krankheiten und Schädlinge erkennen und natürlich behandeln. Der anspruchslose Strauch blüht in langen Ähren und lockt Schmetterlinge an.

Schwierigkeit

Blattläuse

Blattläuse sind kleine Insekten, die Gärtnern gut bekannt sind und den Pflanzensaft saugen, um sich davon zu ernähren. Sie treten meist in Kolonien an der Blattunterseite oder an jungen Trieben an den Zweigenden auf. Sie sind 2 bis 4 mm groß und je nach Art grün oder schwarz. Sie schwächen die Pflanzen, bremsen ihr Wachstum und können zu Blattverformungen führen. Außerdem scheiden sie Honigtau aus, eine klebrige, süße Substanz, auf der sich Rußtau entwickeln kann. Dabei handelt es sich um eine Pilzkrankheit, die wie schwarzer Ruß auf den Blättern aussieht und die Photosynthese beeinträchtigt. Blattläuse können auch Viren und Krankheiten übertragen.

Behandlung: Gegen Blattläuse empfehlen wir, das Laub mit einer Lösung auf Basis von Schwarzer Seife (15 bis 30 g pro Liter Wasser) zu besprühen. Reicht dies nicht aus, verwenden Sie als letztes Mittel ein Insektizid auf Basis von Pyrethrum. Sie können auch Nützlinge wie Marienkäfer einsetzen, die natürliche Feinde der Blattläuse sind. Fördern Sie außerdem die Biodiversität in Ihrem Garten, indem Sie Insektenhotels und Nistkästen aufstellen: Florfliegen, Schwebfliegen und sogar Meisen helfen Ihnen, Blattlauspopulationen auf natürliche Weise zu regulieren.

Mehr erfahren Sie in unserem Ratgeber zu Blattläusen.

Krankheiten und Schädlinge des Schmetterlingsstrauchs: Blattläuse

Eine Kolonie schwarzer Blattläuse

Rote Spinnmilben

Rote Spinnen, auch Gemeine Spinnmilben genannt, sind winzige Milben, die mit bloßem Auge kaum zu erkennen sind. Als ausgewachsene Tiere werden sie kaum 1 mm groß und bevorzugen warme, trockene Umgebungen. Deshalb findet man sie vor allem in Innenräumen, im Gewächshaus oder Wintergarten, aber auch im Garten. Erkennbar sind sie unter anderem an feinen Gespinsten unter den Blättern und rund um die Stängel, die Spinnweben ähneln, sowie an kleinen gelben oder weißen, aufgehellten Flecken auf dem Blattwerk.

Behandlung: Rote Spinnen scheuen Feuchtigkeit: Besprühen Sie das Blattwerk regelmäßig mit Wasser. Außerdem empfehlen wir einen Knoblauchsud (30 g pro Liter Wasser), den Sie auf die Pflanze sprühen. Sie können auch ätherisches Rosmarinöl verwenden: 20 bis 25 Tropfen in einem Löffel flüssiger schwarzer Seife verdünnen. Alles in einem Liter Wasser auflösen und versprühen. Vorbeugend sollten Sie schließlich stickstoffreiche Dünger nur sparsam einsetzen und den Boden durch eine Mulchschicht frisch halten.

→ Weitere Informationen finden Sie in unserem Ratgeber zu Roten Spinnen.

Krankheiten und Schädlinge des Schmetterlingsstrauchs: Rote Spinnen

Rote Spinnen

Raupen

Raupen sind die Larven verschiedener Schmetterlingsarten. Sie ernähren sich von Blättern und können in kurzer Zeit erhebliche Schäden verursachen. Einige Arten befallen auch den Sommerflieder, darunter Cucullia verbasci, die Raupe der Kleinblütigen Königskerze. Sie ist weiß, gelb gestreift und mit schwarzen Flecken gezeichnet. Raupenbefall ist an Löchern in den Blättern erkennbar, besonders am Rand der Blattspreite. Der Blattrand ist dann unregelmäßig ausgefranst. Die Blätter können sich außerdem einrollen; manchmal sind feine Gespinste oder Kotspuren auf ihnen zu sehen. Untersuchen Sie Ihre Pflanze gründlich und sehen Sie auch auf die Blattunterseiten, um Raupen aufzuspüren.

Bekämpfung: Bei geringem Befall sammeln Sie die Raupen von Hand ab (tragen Sie Handschuhe, da einige Raupen brennende Haare besitzen können). Bei stärkerem Befall können Sie Bacillus thuringiensis oder Nematoden spritzen, die die Raupen parasitieren. Wir empfehlen außerdem, Nistkästen im Garten anzubringen, um Vögel anzulocken: Sie helfen besonders wirksam dabei, die Raupen loszuwerden.

Krankheiten und Schädlinge des Sommerflieders: Raupen

Die Raupe von Cucullia verbasci

Wanzen

Einige pflanzensaugende Wanzen können Pflanzen schädigen, indem sie Stängel und Blätter anstechen, um sich vom Pflanzensaft zu ernähren. Das schwächt die Pflanzen, kann ihr Wachstum verlangsamen, zu Verformungen oder zum Austrocknen einzelner Gewebe führen. Außerdem können Wanzen Krankheiten übertragen. Beim Sommerflieder handelt es sich insbesondere um die Wanze Campylomma verbasci. Allerdings müssen Wanzen in großer Zahl auftreten, um tatsächlich Schäden zu verursachen. Meist sind die Symptome eher begrenzt. Vertreiben Sie die Wanzen daher mit möglichst schonenden Methoden.

Behandlung: Wir empfehlen, zur Vertreibung der Wanzen einen Knoblauchsud zu sprühen. Sie können auch ätherisches Minzöl verwenden: Verdünnen Sie es zunächst in einem Löffel Schwarzer Seife und anschließend in einem Liter Wasser. Sprühen Sie die Mischung auf das Laub. Pflanzen Sie neben Ihren Sommerflieder auch eine Katzenminze: Ihr starker Duft hilft, Wanzen fernzuhalten.

→ Weitere Informationen finden Sie in unserem Ratgeber zu Wanzen.

Krankheiten und Schädlinge des Sommerflieders: Wanzen

Links eine grüne Wanze, rechts die Wanze Campylomma verbasci

Dickmaulrüssler

Der Dickmaulrüssler ist ein kleiner Käfer aus der Familie der Rüsselkäfer. Er ist schwarz oder dunkelbraun und 7 bis 10 mm lang. In unseren Gärten tritt er immer häufiger auf; trockene, heiße Sommer begünstigen ihn. Vor dem Erwachsenenstadium leben die Larven etwa ein Jahr im Boden. Sie ähneln dicken weißen Würmern und fressen die Wurzeln von Pflanzen. Betroffene Pflanzen wachsen nicht mehr, welken allmählich und bleiben kümmerlich. Im Frühjahr verpuppen sich die Larven und entwickeln sich zu Käfern, die das Laub befallen. Nachts fressen sie an den Blättern und hinterlassen unregelmäßige Fraßstellen am äußeren Rand der Blattspreite.

Behandlung: Eine der wirksamsten Methoden ist das Ausbringen von Nematoden (Heterorhabditis bacteriophora), die Dickmaulrüssler parasitieren. Sie werden als Pulver geliefert, in Wasser verdünnt und am Fuß befallener Sträucher auf dem Boden ausgebracht. Zum Schutz Ihrer Pflanzen können Sie auch Fallen einsetzen.

→ Mehr erfahren Sie in unserem Ratgeber zum Dickmaulrüssler.

Krankheiten und Schädlinge am Sommerflieder: Dickmaulrüssler

Von Dickmaulrüsslern befallene Blätter sind am Rand der Blattspreite meist unregelmäßig angefressen

Kraut- und Braunfäule

Sommerflieder: Falscher Mehltau ist selten. Befallene Blätter entfernen und vernichten; bei Bedarf mit Natron-Schmierseifenlösung spritzen.

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