Krankheiten und Schädlinge der Funkie
Erkennung, Vorbeugung und natürliche Lösungen
Inhaltsverzeichnis
Funkien: dekoratives Laub, Sommerblüte, pflegeleicht und winterhart. Krankheiten und Parasiten erkennen, vorbeugen und natürlich behandeln.
Schnecken: Hauptschädlinge der Funkien
Beschreibung und Symptome
Sie sind die größten Feinde der Funkien, besonders im zeitigen Frühjahr. Nach der Winterruhe haben Schnecken und Nacktschnecken Hunger. Und was wäre verlockender als zarte, frisch entfaltete Funkienblätter, die an einem kühlen, schattigen Standort wachsen? Schnecken können so große Schäden anrichten, indem sie das Laub fressen und das gesamte Wachstum der Pflanzen beeinträchtigen.
Meist weisen Schleimspuren und angeknabberte Blattrreste auf ihren Besuch hin. Während eine ausgewachsene Funkie oder eine Pflanze, die bereits viele Blätter gebildet hat, meist nur einige Schönheitsfehler davonträgt, können Schnecken junge Pflanzen vollständig auffressen.

Schnecken und Nacktschnecken sind der größte Feind der Funkien!
Vorbeugung und natürliche Lösungen
Zur Vorbeugung und um Funkien für Schnecken weniger attraktiv zu machen, können Sie sie zunächst im Topf kultivieren. Dadurch sind die Pflanzen weniger leicht erreichbar und Schäden werden begrenzt. Die meisten Sorten lassen sich im Topf kultivieren, sowohl Zwerg-Funkien als auch Riesen-Funkien. Stimmen Sie die Größe des Gefäßes einfach auf die ausgewachsene Pflanze ab. Rechnen Sie im Durchschnitt mit 30 cm Durchmesser für kleine und mindestens 60 cm für große Pflanzen.
Wenn Sie Funkien im Freiland kultivieren, pflanzen Sie sie nicht einzeln mitten in einen Rasen oder ein Beet. Kombinieren Sie sie mit anderen Pflanzen, die für Schnecken weniger attraktiv sind, etwa Farnen oder Schlangenbart.
Eine Mulchschicht am Fuß der Funkien hält die Feuchtigkeit besser im Boden und verlängert so die Gießintervalle. Sie kann Schnecken und Nacktschnecken jedoch auch als gemütliches Versteck dienen. Zur Vorbeugung sollten Sie raues Material bevorzugen, das Schnecken die Fortbewegung erschwert und weniger motivierte Tiere abschrecken kann. Geeignet sind beispielsweise Lava oder Holzhäcksel. Vermeiden Sie dagegen zumindest zu Beginn des Frühjahrs Mulch aus Heu, Stroh, Laub oder Rasenschnitt, bis die ersten Entwicklungsstadien vorüber sind. Ergänzend können Sie natürliche Barrieren aus zerstoßenen Eierschalen, Holzasche oder Kaffeesatz anlegen. Ihre Wirksamkeit hängt stark vom jeweiligen Garten und den Erfahrungen ab – testen Sie am besten selbst. In jedem Fall müssen sie regelmäßig erneuert werden, besonders nach ergiebigem Regen.
Schließlich empfehlen wir zur Vorbeugung, von Natur aus widerstandsfähigere Sorten gegen Schneckenfraß zu wählen. Ihr Laub ist dicker und härter und daher weniger schmackhaft. Sie finden eine große Auswahl mit blauem Laub (Hosta tardiana ‘Halcyon’, ‘Big Daddy’, ‘Blue Angel’ …), panaschiertem Laub (‘Great Expectations’, ‘Forbidden Fruit’ …), gewelltem Laub (‘Diamond Lake’ …), großen Sorten (‘Lakeside Maverick’ …) und vielem mehr. Lesen Sie ergänzend unseren Artikel „9 schneckenresistente Funkien“.
Wenn Sie Schnecken und Nacktschnecken nicht beseitigen möchten, können Sie einen Bereich des Gartens „opfern“. Säen Sie dort beispielsweise Braunen Senf aus, der bei den gefräßigen Schleimern sehr beliebt ist und zugleich als Gründüngung den Boden in mehrfacher Hinsicht verbessert. Manche Gärtner legen sogar einen Flächenkompost an oder sammeln Pflanzenabfälle in einer Gartenecke. Schnecken bevorzugen von Natur aus abgestorbenes Pflanzenmaterial. Erst wenn dieses fehlt, machen sie sich oft über unsere jungen Gartenpflanzen her …
Wenn Sie schnellere Methoden bevorzugen, können Sie Bierfallen aufstellen. Vom Geruch angelockt, ertrinken die Schnecken darin. Achten Sie darauf, dass die Öffnung klein genug ist, damit andere Gartentiere wie Igel nicht hineingelangen.
Auch Ferramol-Köder sind wirksam. Zwar verbinden viele blaue Schneckenkorn-Granulate noch immer mit gefährlichen Chemikalien, doch die neuen Produkte sind im ökologischen Landbau einsetzbar und stellen keine Gefahr für Haustiere oder natürliche Fressfeinde der Schnecken dar.
Schließlich bleibt das Absammeln per Hand. Dabei können Sie die Schnecken entweder beseitigen oder sie weit entfernt vom Garten an einem anderen Ort aussetzen. Gehen Sie am besten früh morgens, am Abend oder nach ergiebigem Regen vor. Auch Hühner oder Laufenten können Ihnen helfen, die Zahl der Schnecken zu regulieren.
Denken Sie jedoch daran, dass ein ausgewogener Garten auch einige Schädlinge beherbergen sollte, damit Fressfeinde Nahrung finden und die Nahrungskette erhalten bleibt. Eine Regulierung ist daher immer besser als die vollständige Ausrottung. So locken Sie Kröten, Vögel oder Igel an, die sich mit Vergnügen über die Schleimer hermachen.
Lesen Sie ergänzend unseren Artikel Schnecken: 7 wirksame und natürliche Methoden zur Bekämpfung.
Lesen Sie auch
Funkie: Pflanzung, Anbau und PflegeBlattläuse: Weitere häufige Parasiten
Beschreibung und Symptome
Sie sind ihnen sicher schon begegnet, ob im Garten oder an Zimmerpflanzen. Es gibt verschiedene Arten von Blattläusen, die grün, schwarz oder geflügelt sein können. Die kleinen, weitverbreiteten Insekten ernähren sich vom Pflanzensaft. Sie können mit bloßem Auge entdeckt werden oder bemerken, dass sich einige Blätter Ihrer Funkien einrollen. Auch Ameisen können auf einen Befall hinweisen: Sie ernähren sich vom Honigtau der Blattläuse und schützen sie im Gegenzug.
Blattläuse bringen eine ausgewachsene Funkie normalerweise nicht zum Absterben, können sie aber schwächen. Ihr Honigtau kann außerdem die Entwicklung einer ernsteren Pilzkrankheit begünstigen: Rußtau. Dabei bilden sich auf den oberirdischen Pflanzenteilen schwarze, klebrige Beläge, die an Ruß erinnern und die Photosynthese beeinträchtigen.

Blattläuse verursachen auch Schäden an den Blättern und Blüten von Funkien
Vorbeugung und natürliche Lösungen
Beobachten Sie Ihre Funkien vorsorglich regelmäßig. Ein Befall mit wenigen Tieren lässt sich leicht mit einem Tuch oder einem Wasserstrahl beseitigen.
Vermeiden Sie eine übermäßige Stickstoffzufuhr. Sie fördert zwar die Bildung eines üppigen Blattwerks, kann die Pflanzen aber zarter, empfindlicher und für Blattläuse attraktiver machen.
Bei einem Befall können Sie ein natürliches Insektizid aus reiner Schmierseife herstellen. Mischen Sie dazu 1 bis 2 Esslöffel Schmierseife mit 1 Liter lauwarmem Wasser. Füllen Sie die Lösung in eine Sprühflasche und sprühen Sie die betroffenen Pflanzenteile vor direkter Sonne geschützt ein. Bei Bedarf nach 10 Tagen wiederholen.
Um Ihre Funkien ohne Behandlung zu schützen, können Sie Fangpflanzen anbauen. Sie locken die Blattläuse an und lenken sie so von den anderen schützenswerten Pflanzen ab. Die Große Kapuzinerkresse ist beispielsweise besonders attraktiv für Blattläuse.
Mehr dazu erfahren Sie in unserem Artikel: Blattläuse erkennen und bekämpfen
Dickmaulrüssler: vor allem bei Funkien im Topf
Beschreibung und Symptome
Dickmaulrüssler sind kleine Käfer, die weniger als 10 mm messen. Die erwachsenen Käfer fressen mit ihrem Rüssel die Blätter (einer Art kauendem Schnabel), während die Larven die Wurzeln der Pflanzen fressen und dadurch das Wachstum beeinträchtigen, indem sie die Pflanzen schwächen. Diese kleinen Schädlinge treten vor allem bei der Kultur von Funkien im Topf auf. Sie sind schwer zu entdecken, da es sich um kleine, überwiegend nachtaktive und oft dunkel gefärbte Insekten handelt.
Dickmaulrüssler bevorzugen vor allem warme, trockene Sommer in Verbindung mit milden Wintern.

Ein weiterer gefürchteter Schädling bei Funkien: der Dickmaulrüssler
Vorbeugung und natürliche Lösungen
Vorbeugend hilft eine Mulchschicht rund um Ihre Funkien dabei, die Feuchtigkeit im Boden besser zu bewahren, was Dickmaulrüssler nicht mögen.
Wenn Sie motiviert sind, können Sie im Sommer in der Dämmerung Jagd auf die erwachsenen Käfer machen, um ihre Fortpflanzungszyklen zu unterbrechen. Sie werden feststellen, dass der Dickmaulrüssler bei Bedrohung die Thanatose anwendet: Er stellt sich tot.
Bei starkem Befall können Sie auf biologische Bekämpfung mit Nematoden zurückgreifen (Heterorhabditis bacteriophora). Diese parasitieren die Larven des Dickmaulrüsslers und fressen sie von innen auf. Das ist eine natürliche Methode, die Schädlinge loszuwerden, erfordert jedoch eine genaue Beachtung der Anwendungshinweise. Es handelt sich um ein Pulver, das in Wasser verdünnt und bei milderen Temperaturen (über 12 °C) zwischen Frühjahr und Herbst auf die befallenen Pflanzen gesprüht wird.
Weitere Informationen finden Sie in unserem Artikel: „Wie wird man Dickmaulrüssler los?“
Lesen Sie auch
Funkien: 7 gelungene KombinationenDas HVX-Virus (Hosta-Virus X)
Beschreibung und Symptome
Das HVX-Virus (Hosta Virus X) ist eine Viruserkrankung, die Funkien befällt und oft im Frühjahr auftritt. Es wurde 2005 erstmals in Québec nachgewiesen.
Die Symptome zeigen sich am Laub und variieren je nach Kultivar. Möglich sind Marmorierungen, helle oder dunkle Flecken, eine Gelbfärbung entlang der Rippen sowie mehr oder weniger ausgeprägte Unregelmäßigkeiten. Die Pflanze bleibt lebenslang Trägerin des Virus.

Von HVX befallene Funkie
Vorbeugung und natürliche Lösungen
Kaufen Sie zur Vorbeugung gesunde Funkien. Sorgen Sie für gute Kulturbedingungen, indem Sie sie nicht zu dicht pflanzen und einen gut drainierten Boden bieten.
Da HVX durch Kontakt mit Pflanzensaft übertragen wird, desinfizieren Sie Ihre Schneidwerkzeuge vor und nach dem Gebrauch gründlich mit Alkohol. Vermehren Sie außerdem keine infizierten Pflanzen durch Stecklinge.
Bis heute gibt es keine heilende Behandlung. Entfernen Sie befallene Pflanzen bei ersten Symptomen sofort und bringen Sie sie zum Wertstoffhof.
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