Krankheiten und Schädlinge der Johannisbeere

Krankheiten und Schädlinge der Johannisbeere

Erkennen und behandeln

Inhaltsverzeichnis

Erstellt der 11. August 2026  durch Ingrid 6 min.

Johannisbeere: winterhart, genügsam, leicht zu kultivieren. Krankheiten und Schädlinge erkennen, vorbeugen und natürlich bekämpfen.

Schwierigkeit

Johannisbeerkrankheiten

Anthraknose

Verursacht durch den Pilz Drepanopeziza ribis, entwickelt sich die Anthraknose vor allem in regenreichen Sommern und befällt hauptsächlich das Laub. Auch wenn sie nur selten zum Absterben des Strauchs führt, schwächt sie ihn nachhaltig, da sie seine Fähigkeit zur Bildung von Reserven verringert.

Symptome

  • Braune bis rötliche, manchmal leicht violette Flecken erscheinen auf den Blättern.
  • Die Blätter werden gelb und fallen ab, manchmal bereits ab Mitte des Sommers. Das schwächt den Strauch und mindert die Ernte.

Anthraknose auf einem Johannisbeerblatt

Vorbeugung

  • Wie viele Pilze überwintert die Anthraknose im abgefallenen Laub auf dem Boden. Deshalb sollten Sie krankes Laub im Herbst aufsammeln und entsorgen, um die Ansteckungsquellen im folgenden Frühjahr zu verringern.
  • Halten Sie beim Pflanzen ausreichend Abstand zwischen Ihren Johannisbeeren: etwa 1,20 bis 1,50 m zwischen zwei Sträuchern fördern die Luftzirkulation.
  • Ein Rückschnitt am Ende des Winters, der für eine gute Durchlüftung des Strauchs sorgt, begrenzt ebenfalls günstige Bedingungen für die Pilzentwicklung. Mehr dazu finden Sie in diesem Ratgeber: Johannisbeeren schneiden: Wann und wie gelingt der Rückschnitt?
  • Gießen Sie, ohne das Laub zu benetzen.
  • Sprühen Sie alle 10 bis 15 Tage im Frühjahr ab dem Austrieb und anschließend nach einer längeren Regenperiode Brennnesseljauche oder einen Schachtelhalmaufguss. Behandeln Sie dabei beide Blattseiten und die jungen Triebe gründlich.

Behandlung

  • Entfernen Sie befallene Blätter.
  • Sprühen Sie Ende des Winters oder sehr früh im Frühjahr vor dem Austrieb der Knospen Bordeauxbrühe. Bei starkem Befall wiederholen Sie die Behandlung nach dem Laubfall.

Mehltau

Der Mehltau ist wohl die häufigste Krankheit bei Johannisbeeren, insbesondere bei der Stachelbeere, die deutlich anfälliger ist als Rote und Weiße Johannisbeere. Der Pilz entwickelt sich vor allem bei warmen Tagen, kühlen Nächten und relativ feuchter Luft.

Symptome

  • Ein weißlicher Belag überzieht Blätter und junge Triebe, die sich verformen.
  • Bei der Stachelbeere kann ein grauer Mehltau auch die Früchte mit einem gräulichen Belag überziehen.

Mehltau auf einem Pflanzenblatt

Vorbeugung

  • Vermeiden Sie eine Überdüngung mit Stickstoff.
  • Lichten Sie das Innere des Strauchs durch einen leichten Rückschnitt am Ende des Winters aus.
  • Gießen Sie besser am Fuß des Strauchs statt über das Laub.
  • Sprühen Sie alle 10 bis 15 Tage vom Austrieb bis zum Ende des Frühjahrs Schachtelhalmjauche auf das gesamte Laub, von oben und unten.

Behandlung

  • Entfernen Sie befallene Blätter.
  • Sprühen Sie bei den ersten Symptomen bei trockenem Wetter und Temperaturen unter +25 °C Netzschwefel oder wenden Sie einen Knoblauchaufguss an, den Sie alle 7 bis 10 Tage bis zum Abklingen der Symptome wiederholen.

Rost

Weniger auffällig als Mehltau tritt der Rost vor allem in kühlen und feuchten Jahreszeiten auf. An kräftigen Sträuchern ist er meist wenig problematisch, kann aber bei besonders günstigen Bedingungen zu vorzeitigem Laubfall führen.

Symptome

  • Auf der Blattoberseite bilden sich braune Flecken. Dreht man die Blätter um, sind orangefarbene Pusteln zu erkennen, die für diese Krankheit charakteristisch sind.
  • Mit der Zeit werden die Blätter gelb, vertrocknen und fallen ab. Dadurch werden die Reserven des Strauchs verringert und die Ernte des Folgejahres kann beeinträchtigt werden.

Rost auf einem Johannisbeerblatt

Vorbeugung

  • Gießen Sie, ohne das Laub zu benetzen.
  • Sprühen Sie im Frühjahr und Frühherbst alle 10 bis 15 Tage Schachtelhalmjauche oder einen Knoblauchaufguss und benetzen Sie dabei beide Blattseiten.
  • Abgefallenes Laub sollte nicht liegen bleiben, da es Sporen beherbergen kann, die für künftige Ansteckungen verantwortlich sind.

Behandlung

  • Entfernen Sie bei den ersten Symptomen die am stärksten befallenen Blätter, um die Ausbreitung der Krankheit zu verlangsamen.
  • Sprühen Sie einen Knoblauchaufguss.
  • Bei starkem, jährlich wiederkehrendem Befall können Sie im zeitigen Frühjahr oder nach dem Laubfall Bordeauxbrühe spritzen, jedoch nur vorbeugend gegen neue Ansteckungen und möglichst sparsam.

Johannisbeerenschädlinge

Blattläuse

Im Frühjahr locken die jungen Triebe der Johannisbeere häufig Blattläuse an, insbesondere die Johannisbeerblasenlaus (Cryptomyzus ribis). Dieses kleine Insekt sticht die Blätter an, um sich von ihrem Pflanzensaft zu ernähren, und verursacht typische Verformungen.

Blattläuse an Johannisbeere

Symptome

  • Auf der Blattoberseite bilden sich rote, rosafarbene oder gelbliche Blasen.
  • Auf der Blattunterseite erscheinen kleine Blattlauskolonien, oft begleitet von Honigtau.
  • Die Blätter rollen sich allmählich ein. Bei geringem Befall bleiben die Schäden jedoch meist ohne Folgen für die Ernte.

Vorbeugung

Marienkäfer, Schwebfliegenlarven, Florfliegenlarven und Meisen fressen im Frühjahr große Mengen an Blattläusen. Fördern Sie ihre Ansiedlung, indem Sie die Blüte rund um Gemüse- und Obstgarten vielfältig gestalten und keine Insektizide verwenden.

Behandlung

  • Werden die Kolonien größer, entfernen Sie die am stärksten befallenen Triebspitzen oder spülen Sie die Blattläuse mit einem Wasserstrahl ab.
  • Als letzte Möglichkeit sprühen Sie eine Schwarzseifenlösung (30 bis 50 ml flüssige Schwarzseife auf 1 Liter lauwarmes Wasser) auf. Behandeln Sie dabei besonders die Blattunterseiten und jungen Triebe. Falls nötig, wiederholen Sie die Anwendung 7 bis 10 Tage später. Lesen Sie auch unseren Artikel: Blattläuse erkennen und behandeln.

Johannisbeerblattwespe

Die Johannisbeerblattwespe (Nematus ribesii) ist ein kleiner Hautflügler, dessen Larven hellgrünen, schwarz gefleckten Raupen ähneln. Sie fressen sehr viel und können einen Strauch innerhalb weniger Tage entlauben.

Larven von Nematus ribesii

Symptome

Die Blätter werden abgefressen, sodass manchmal nur die Hauptblattadern übrig bleiben. Bei starkem Befall wirkt die Johannisbeere kahl, als wäre sie verbrannt worden.

Vorbeugung

  • Kontrollieren Sie das Laub ab Mai bis Anfang Juli regelmäßig, um die ersten Larven aufzuspüren.
  • Das Absammeln von Hand ist bei kleinen Populationen die einfachste und wirksamste Methode.

Behandlung

  • Bevorzugen Sie zunächst das Absammeln der Larven von Hand. Das ist besonders wirksam, solange nur wenige Larven vorhanden sind.
  • Werden die Schäden größer, kann als letzte Möglichkeit ein Mittel auf Basis von Pyrethrum pflanzlichen Ursprungs eingesetzt werden. Es wirkt jedoch wenig selektiv und stellt daher eine Gefahr für nützliche Helfer im Garten dar. Verwenden Sie es mit Vorsicht.

Johannisbeer-Glasflügler

Im Gegensatz zu anderen Schädlingen bleibt der Johannisbeer-Glasflügler (Synanthedon tipuliformis) oft unbemerkt. Dieser kleine Schmetterling legt seine Eier auf den Zweigen ab. Anschließend dringen die Larven in das Holz ein und bohren dort mehrere Monate lang Gänge.

Larve des Johannisbeer-Glasflüglers

Symptome

Einige Zweige vertrocknen allmählich, bilden nur wenige Blätter oder sterben plötzlich ab. Beim Aufschneiden ist ein Gang im Holz zu erkennen, der manchmal von einer weißlichen Raupe mit bräunlichem Kopf bewohnt wird.

Vorbeugung

  • Ein jährlicher Rückschnitt erneuert alte Zweige und verringert das Risiko eines Befalls.
  • Entfernen Sie Zweige mit Anzeichen von Kümmerwuchs umgehend und lassen Sie keine abgestorbenen Zweige am Strauch zurück.

Behandlung

Sobald sich die Larven im Holz befinden, gibt es kaum eine wirksame Behandlung. Schneiden Sie die befallenen Zweige bis ins gesunde Holz zurück und entsorgen Sie sie, damit der Entwicklungszyklus des Insekts unterbrochen wird.

Johannisbeere gelb oder schwach: nicht immer Krankheit

Johannisbeere: Kalkboden kann Eisenchlorose auslösen – Blätter werden gelb, Blattadern bleiben grün. Auch Trockenheit und Schnittschäden schwächen Zweige.

Johannisbeere gesund halten?

  • Wie bei den meisten Beerensträuchern ist die beste Vorbeugung ein passender Standort. Pflanzen Sie Ihre Johannisbeere in einen humusreichen, während der warmen Jahreszeit stets frischen Boden, jedoch ohne Staunässe, an einem luftigen, sonnigen bis halbschattigen Standort.
  • Nehmen Sie sich jeden Winter die Zeit, das Innere des Strauchs durch Entfernen alter oder ungünstig wachsender Triebe auszulichten, damit Luft und Licht zirkulieren können.
  • Gießen Sie am Fuß statt über das Laub und mulchen Sie, um sporentragende Erdpartikel vom Aufspritzen abzuhalten.
  • Sammeln Sie im Herbst außerdem Falllaub und zu Boden gefallene Früchte auf, die Pilzsporen oder überwinternde Larven beherbergen können.
  • Eine regelmäßige Kontrolle, besonders im Frühjahr, unter den Blattunterseiten und an jungen Trieben hilft, erste Anzeichen eines Befalls zu erkennen und einzugreifen, bevor sich Krankheit oder Parasit dauerhaft ausbreitet.
  • Im Frühjahr können einige Spritzungen mit Schachtelhalmbrühe oder Knoblauchbrühe vorbeugend ergänzen, besonders wenn Ihre Johannisbeeren in den Vorjahren bereits von einer Krankheit befallen waren.
  • Fördern Sie schließlich die Biodiversität im Garten, indem Sie Nützlinge und insektenfressende Vögel anlocken – wertvolle Helfer, um Schädlingspopulationen auf natürliche Weise unter Kontrolle zu halten.

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Johannisbeeren pflegen