Kriechendes Fingerkraut bekämpfen?
Natürlich und effektiv bekämpfen: unsere Tipps
Inhaltsverzeichnis
Kriechendes Hopwoods Fingerkraut gilt als Unkraut: Erkennen Sie es, entfernen Sie es ohne Chemie und verhindern Sie seine Ausbreitung.
Kriechendes Fingerkraut erkennen
Wie erkennt man sie?
Das Kriechende Fingerkraut (Potentilla reptans) ist eine krautige Pflanze aus der Familie der Rosengewächse (Erdbeere, Rose, Himbeere, Süßkirsche …).
Zur Gattung Potentilla gehören auch mehrjährige Fingerkräuter und Fingersträucher.
Das Kriechende Fingerkraut stammt hauptsächlich aus Europa und Asien. Es ist auch unter den Namen Fünffingerkraut, Fünfblatt oder Märzhand bekannt.
Die 10 bis 20 cm hohe Pflanze ist zunächst an ihrem ausgebreiteten, kriechenden Wuchs zu erkennen.
Ihre kurzen Stängel sind mit feinen, kurzen Haaren bedeckt (flaumig behaart). Die Blätter besitzen 5 verkehrt-eiförmige Fiederblättchen (am Ende breiter werdend) und sind stark gezähnt. Das sommergrüne Laub verschwindet im Herbst und erscheint im folgenden Frühjahr erneut.
Die spindelförmige Wurzel dringt tief in den Boden ein und bildet bis zu 1 Meter lange Ausläufer, durch die sich die Pflanze rasch ausbreitet. Sie sät sich außerdem spontan aus, was ihre hohe Ausbreitungsfähigkeit noch verstärkt.
Von Juni bis August zeigt das Kriechende Fingerkraut leuchtend gelbe Blüten, die an Hahnenfuß erinnern. Seine 5 Blütenblätter sind jedoch herzförmig und die Blüten erreichen durchschnittlich 15 bis 30 mm.

Blätter und Blüte von Potentilla reptans
Wo wächst sie in der Natur?
Das Kriechende Fingerkraut ist eine Wildpflanze, die in weiten Teilen Frankreichs vorkommt, außer in großen Höhen.
Es ist in Gärten verbreitet und bevorzugt etwas feuchte, sonnige Standorte sowie meist stickstoffreiche, tonige oder sandige Böden.
Daher findet man es häufig in:
- Gärten
- Wiesen
- Wegrändern
- Gräben
- Zwischen den Reihen im Gemüsegarten
Es ist eine Pionierpflanze, gehört also zu den ersten Pflanzen, die einen armen oder instabilen Boden wieder besiedeln.
Die Pflanze ist außerdem sehr anpassungsfähig: Sie ist winterhart bis unter -15 °C und ziemlich trockenheitsverträglich.

Potentilla reptans auf magerem Boden
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Die natürlichste und wirksamste Methode, kriechendes Fingerkraut zu entfernen, ist gründliches Ausjäten von Hand.
Auch wenn diese Methode je nach Größe der zu bearbeitenden Fläche langwierig und mühsam sein kann, lässt sich damit die gesamte Pflanze dauerhaft beseitigen – ohne chemische und nicht selektive Unkrautvernichter.
Wann sollte man es entfernen?
Je jünger die Pflanze ist, desto leichter lässt sie sich entfernen. Am besten greifen Sie ein, sobald Sie das Unkraut entdecken. Eine Fläche mit bereits dicht daneben wachsenden Pflanzen ist schwieriger zu bearbeiten.
Zum Entfernen des kriechenden Fingerkrauts eignen sich besonders:
- der Herbst, um die Pflanze zu schwächen, bevor sie vor der kalten Jahreszeit Reserven anlegen kann;
- das Ende des Winters, vor dem Austrieb im Frühjahr
Arbeiten Sie bei trockenem Wetter, aber in feuchtem, abgetrocknetem Boden, damit sich alle Wurzeln leichter entfernen lassen.
Wie lässt es sich entfernen?
Um kriechendes Fingerkraut vollständig zu beseitigen, benötigen Sie ein Werkzeug, mit dem sich die langen, feinen und senkrecht wachsenden Wurzeln aus dem tiefen Boden ziehen lassen.
Verwenden Sie dafür ein Unkrautmesser, einen Unkrautstecher, einen Kuhblumenstecher (ideal für schwere, verdichtete Böden) oder einen Wurzelstecher.
- Lockern Sie den Boden mit einer Grabegabel oder einer Grelinette rund um das kriechende Fingerkraut etwa 20 cm tief auf;
- Entfernen Sie alle oberirdischen und unterirdischen Pflanzenteile (Stängel, Blätter, Wurzelstock, Ausläufer …);
- Ziehen Sie die senkrechte(n) Wurzel(n) vollständig heraus, und verwenden Sie dafür das passende Werkzeug;
- Entsorgen Sie das Pflanzenmaterial im Wertstoffhof, nicht auf dem Hauskompost, um ein erneutes Anwachsen zu verhindern.
Wie bei allen „Unkräutern“ mit Ausläufern gilt: Verzichten Sie auf Motorhacke und Spaten, da sie die Wurzeln nur zerteilen und die weitere Ausbreitung der Pflanze fördern.
Wenn das Wildkraut weiter besteht, können Sie auf Solarisation setzen: Bei dieser Abdeckmethode wird die Pflanze vom Licht abgeschnitten und gezwungen, ihre Energiereserven aufzubrauchen. Decken Sie die betroffene Fläche mehrere Monate lang mit einem lichtundurchlässigen, wasserdurchlässigen Gewebe oder einer schwarzen Plane ab, bis das kriechende Fingerkraut abgestorben ist.

Unkrautmesser, Unkrautstecher, Kuhblumenstecher und Wurzelstecher
Potentilla reptens: Ausbreitung stoppen
Mehrere natürliche Maßnahmen helfen, das Auftreten des Kriechenden Fingerkrauts zu verhindern oder seine Ausbreitung zumindest einzudämmen:
- kultivieren Sie Bodendecker, etwa den Efeu ‘Bellecour’, und lassen Sie im Garten niemals kahle Erde zurück;
- säen Sie Gründüngung (Saat-Leindotter, Weißer Senf, Echter Buchweizen, Luzerne …), die Unkräutern nicht nur den Platz nehmen, sondern den Boden auf natürliche Weise lockern;
- gleichen Sie den Stickstoffgehalt im Boden aus, wenn er zu hoch ist, zum Beispiel durch den Anbau nährstoffzehrender Pflanzen wie Blattgemüse (Spinat, Grüner Mangold, Kopfsalat, Kohl …).
Eine Mulchschicht, die das Wachstum vieler „Unkräuter“ begrenzt, ist beim Kriechenden Fingerkraut jedoch wenig wirksam, da seine langen Wurzeln tief im Boden Nährstoffe aufnehmen können.

Links: Spinat; rechts: Bodendecker-Efeu ‘Bellecour’ und Saat-Leindotter, eine gute Gründüngung (Foto naturguckert)
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7 Werkzeuge für einfaches, natürliches UnkrautjätenIst das kriechende Fingerkraut wirklich so ein Unkraut?
Wie die meisten Unkräuter hat auch das Kriechende Fingerkraut einige Vorzüge.
Es ist ein echter Bioindikator: Sein Vorkommen verrät viel über den Zustand des Bodens. Seine Ausbreitung ist nämlich oft die Folge eines zu stickstoffreichen, überdüngten, betretenen und verdichteten, ja sogar luftarmen Bodens.
Aus ästhetischer Sicht können seine kleinen, leuchtenden Blüten in einem naturnahen Garten oder mitten im Rasen durchaus einen natürlichen Charme versprühen. Auch unsere so wichtigen Bestäuberinsekten schätzen sie.
Schließlich ist es eine essbare Pflanze, die (nach ärztlicher Rücksprache) wegen der adstringierenden, entzündungshemmenden und fiebersenkenden Wirkung ihrer Blätter und Wurzeln verwendet werden kann.

Potentilla reptans bildet einen schönen Blütenteppich
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