Ölbaum kaufen: Der Ratgeber

Ölbaum kaufen: Der Ratgeber

Die ideale Sorte finden

Inhaltsverzeichnis

Der Ölbaum ist ein Wahrzeichen des Mittelmeerraums und für seine hohe Lebensdauer bekannt. Es gibt verschiedene Arten, darunter Olea europaea, eine der meistkultivierten. Sie umfasst zahlreiche Sorten.

Sie können einen Ölbaum wegen seiner dekorativen Eigenschaften (Wuchsform, Laub, Stamm) oder wegen seiner berühmten Früchte wählen (Tafeloliven, Ölgewinnung oder beides). Unser Kaufratgeber hilft Ihnen, die passende Olbaumsorte zu finden.

Alles über den Anbau des Ölbaums erfahren Sie in unserem Ratgeber: Ölbaum, Olea europaea: Pflanzung, Rückschnitt

Schwierigkeit

Ölbaum nach Früchten wählen

Alle Ölbäume tragen grüne, schwarze oder Öl-Oliven, doch manche Sorten sind ertragreicher oder für bestimmte Zwecke besser geeignet.

Für Tafeloliven

‘Picholine’ ist eine ursprünglich aus dem Gard stammende Tafelolivensorte, die im Süden Frankreichs und auf Korsika weit verbreitet ist. Ihre Früchte eignen sich hervorragend als Tafeloliven oder für aufwendigere Oliven-Cocktails. In Frankreich werden sie am häufigsten als grüne Oliven verwendet. Die Früchte sind knackig und schmecken aromatisch, mit einer leicht bitteren und pikanten Note. Ihre Form ist länglicher und spitzer als die anderer Ölbäume.

Für schwarze Oliven wählen Sie am besten ‘Grossane’, deren Früchte ein fleischiges Fruchtfleisch und Haselnussnoten haben. Auch ‘Olivière’ liefert schwarze Oliven mit Aromen von Mandel und Apfel.

Bei der Fruchtform hebt sich ‘Lucques’ mit ihren langen, schmalen Oliven ab, die als „Mondsicheln“ bezeichnet werden. Ihr Fruchtfleisch ist fein und fruchtig, mit leicht buttriger Textur.

‘Salonenque’ ist die Sorte für gebrochene Oliven, eine provenzalische Spezialität aus aufgeschnittenen Oliven. Sie trägt großfrüchtige, sehr fleischige Oliven.

‘Arbequina’, eine hauptsächlich in Spanien angebaute Sorte, trägt kleine, sehr aromatische braune Oliven.

Für Olivenöl

Der Ölbaum ‘Aglandau’ gehört zu den meistverwendeten Sorten für die Olivenölproduktion. Sein fruchtiger Geschmack soll Noten von Artischocke und Mandel aufweisen. Diese Sorte ist sehr ertragreich.

Auch ‘Bouteillan’ wird zur Ölgewinnung angebaut. Ihre Oliven schmecken fruchtig und krautig.

Ebenfalls geeignet sind ‘Olivière’, ‘Cailletier’, ‘Sabine’ und ‘Frantoio’.

‘Negrette’ trägt spitze Oliven, die ein mildes, goldfarbenes Öl ergeben, ist jedoch wenig ertragreich (für 1 Liter Öl benötigt man etwa 7 kg Oliven).

Negrette

Die Olive ‘Negrette’ ist eine Olivenölsorte

Sorten für beide Zwecke

‘Tanche’ und ‘Lucques’ sind sehr ertragreich. Diese Ölbäume eignen sich sowohl für Tafeloliven als auch zur Ölgewinnung. Das gilt auch für ‘Picholine’.

Selbstfruchtbare Ölbaum-Sorten

Selbstfruchtbare Olivensorten: ‘Aglandau’, ‘Grossane’, ‘Picholine’. Auch ‘Canyon’ ist selbstfruchtbar und bestäubt ‘Lucques’.

Ölbaum nach Blüte- und Erntezeit wählen

Der Erntezeitpunkt der Früchte hängt von der Blütezeit, aber auch von der gewünschten Verwendung ab. Grüne Oliven werden zuerst geerntet, vor schwarzen (reiferen) Oliven und Oliven zur Ölgewinnung.

Die frühesten Sorten

‘Tanche’ gehört zu den frühesten Ölbäumen und blüht zwischen März und Mai.

Bei der Ernte gehört ‘Luques’ zu den ersten: Die grünen Oliven können bereits im September geerntet werden. Auch ‘Picholine’ ermöglicht eine Ernte der grünen Oliven ab September, der schwarzen im Oktober und der Öloliven im Januar.

Trotz des späten Fruchtansatzes ermöglicht ‘Belgentierose’ eine frühe Ernte ab Ende August.

Zu nennen ist auch ‘Negrette’, eine frühe Sorte, die bereits nach 2 bis 3 Jahren schnell Früchte trägt. Dieser Ölbaum neigt außerdem wenig zur Alternanz bei Obstbäumen.

Sorte Lucques

Der Ölbaum ‘Lucques’ ist eine frühe Sorte

Die spätesten Sorten

Der Ölbaum ‘Aglandau’ gehört zu den Sorten mit spätem Fruchtansatz. Er blüht im späten Frühjahr, zwischen Mai und Juni.

‘Bouteillan’ sollte spät geerntet werden, um den Ertrag zu steigern. Die Blüte erfolgt im Mai.

Die Oliven von ‘Tanche’ werden zwischen Dezember und Januar geerntet.              

Ölbaum nach Wuchsform wählen

Die kleinsten Sorten

Ölbäume können wild fast 20 Meter hoch werden, bleiben in Kultur aber meist halb so groß. Die Art erreicht etwa 9 bis 10 Meter Höhe und 7 Meter Breite.

Einige kleinere Sorten eignen sich gut für die Topfkultur, sodass sie im Winter vor Frost geschützt werden können. Wählen Sie dafür zum Beispiel ‘Negrette’ (4,50 Meter hoch und 3,50 Meter breit bei voller Reife).

Für eine dekorative Kultur können Sie auch einen Ölbaum auf Stamm wählen. Er besitzt einen höheren, schlankeren Stamm.

olea europeae

Ölbaum auf Stamm

Die verschiedenen Wuchsformen

Die meisten Ölbäume wachsen eher ausgebreitet und sind fast so breit wie hoch. Ihr knorriger Stamm trägt einen buschigen Kranz aus immergrünem, silbriggrünem Laub. Dies gilt für ‘Picholine’ (5 Meter hoch und 4 Meter breit), ‘Lucques’ und ‘Grossane’.

‘Aglandau’ fällt durch leicht überhängende Zweige auf, die dazu neigen, herabzuhängen. Das gilt auch für ‘Olivière’.

‘Tanche’ wächst eher kugelförmig, während ‘Canyon’ eine aufrechte, leicht pyramidenförmige Silhouette besitzt.

Ölbaum nach Standort wählen

Die winterhärtesten Ölbäume

Der Ölbaum kann im Freiland bis -10 °C winterhart sein. Vor allem aber fürchtet er im Winterhalbjahr staunasse Böden, die ihm schaden können.

Zu den kältebeständigsten Sorten zählen ‘Arbequina’, ‘Lucques’, ‘Bouteillan’, ‘Olivière’, ‘Frantoio’, ‘Grossane’ und ‘Aglandou’. Sorten wie ‘Picholine’, ‘Cayon’, ‘Mexikanischer Weißdorn’ oder ‘Cailletier’ sind dagegen kälteempfindlicher und sollten vermieden werden.

In Regionen mit harten Wintern können Sie den Baum natürlich auch im Topf kultivieren und ihn bei starkem Frost geschützt unterbringen.

Außerhalb milder Regionen wird der Ölbaum vor allem wegen seines Zierwerts kultiviert, da eine Fruchtbildung nördlich der Loire nahezu unmöglich ist. Für den Erfolg beim Anbau sind mehrere Faktoren entscheidend:

  • eine perfekte Drainage des Bodens, damit die Wurzeln durch überschüssiges Wasser nicht faulen;
  • ein sonniger Standort in voller Süd- oder Westlage;
  • ein vor kalten Winden geschützter Platz.

Widerstandsfähigkeit gegen Krankheiten

Der Ölbaum ist für seine Widerstandsfähigkeit bekannt, kann aber dennoch von Parasiten oder Krankheiten befallen werden. Dazu gehört die Olivenfruchtfliege, die den Anbau beeinträchtigt und die Früchte ungenießbar macht.

‘Leccino’ gehört zu den krankheitsresistenteren Sorten. Auch ‘Aglandau’ ist widerstandsfähig – sowohl gegen die Olivenfruchtfliege als auch gegen die Verticillium-Welke (Pilzkrankheit).

‘Lucques’ ist dagegen ebenso wie ‘Grossane’ und ‘Frantoio’ recht empfindlich. Generell sind Olivensorten mit großen Früchten und dünner Schale am wenigsten resistent gegen Parasiten.

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Wie wählt man einen Olivenbaum aus?