Pheromonfallen: Warum und wie im Garten nutzen?
Für wirksame biologische Bekämpfung
Inhaltsverzeichnis
Pheromonfallen regulieren Schädlingsbefall wirksam. Sie eignen sich im Obst- und Gemüsegarten gegen Möhrenfliege, Apfelwickler und Kiefernprozessionsspinner. Erfahren Sie, wann und wie sie wirken.
Pheromonfallen: Was ist das?
Einfach ausgedrückt sind ;Pheromone Moleküle, die Hormonen ähneln und von Tieren (darunter Insekten) zur chemischen Kommunikation zwischen Vertretern derselben Art ausgeschieden werden.
Unter den zahlreichen verschiedenen Pheromonen sind vor allem die von weiblichen Insekten ausgeschiedenen Sexualpheromone bekannt, die während der Fortpflanzung männliche Tiere anlocken.
Im Garten sowie in Landwirtschaft und Obstbau macht man sich genau dies zunutze – insbesondere bei bestimmten Schmetterlingen und Zweiflüglern in Form von „Pheromonfallen“. Diese Pheromonfallen bestehen im Wesentlichen aus zwei Elementen: einem Spender für synthetische Pheromone in einer Kapsel und einem Fangsystem, meist einer Art mit Wasser gefülltem „Trichterbehälter“ oder einer beleimten Platte.

Beispiel für eine Pheromonfalle
Solche Pheromonfallen werden im ökologischen Landbau oder von umweltbewussten Menschen eingesetzt, da sie nicht giftig sind und nur die betreffenden Arten anlocken.
Pheromonfallen richtig einsetzen?
Pheromonfallen fangen Männchen oder zeigen Flugzeit und Befallsstärke. Vor dem Flug an Wirtspflanzen platzieren: 1,5–2 m hoch; 1 Falle je 4 Bäume.
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Das hängt von der jeweiligen Art und somit von ihrer Fortpflanzungszeit ab.
Im Gemüsegarten
- Möhrenfliege: von Mitte April bis Juli;
- Lauchmotte: von März bis April und von Juni bis August;
- Erbsenwickler: im April, zu Beginn der Blüte;
- Kohleule: von Mitte Mai bis Anfang Juni;
- Tomatenminiermotte: von April bis September.
Im Obstgarten
- Apfel- und Pflaumenwickler (an Kultur-Äpfeln und Birnbäumen sowie an Pflaumenbäumen): von Mitte Mai bis Ende August;
- Kirschfruchtfliege: von Anfang Mai bis zur Ernte;
- Olivenfliege: von Ende April bis Anfang August;
- Thripse an Beerenobst: sobald die Durchschnittstemperatur etwa 25 °C erreicht
- Pfirsichwickler: von März bis Oktober
- Pinienprozessionsspinner: von Juni bis August.

Ein Beispiel für eine Pheromonfalle, hier gegen die Kirschfruchtfliege
Im Ziergarten
- Weidenbohrer an verschiedenen Gehölzen: von Mai bis Juni
Achtung: Damit Pheromonfallen wirksam bleiben, müssen sie jedes Jahr erneuert werden.
Oli’s kurze Notiz
Pheromonfallen sind zwar ökologischer als alle anderen üblichen Bekämpfungsmittel, bleiben aber dennoch der Versuch eines an einer bestimmten Art verübten Ökozids.
Zwar werden andere Vertreter der Gartenfauna nicht direkt beeinträchtigt, da die Fallen nur auf eine bestimmte Art wirken. Doch dürfen wir nicht vergessen, dass Arten in sogenannten Nahrungsnetzen miteinander interagieren: Kurz gesagt, Individuum 1 frisst Individuum 2, das seinerseits Individuum 3 verzehren wollte. Außerdem erfüllt jede Insektenart in der Natur eine (teils wenig bekannte) Rolle: als Räuber, Nahrung, Wirt für Parasiten, aber auch bei der Bestäubung und Verbreitung von Samen – um nur einige wichtige Beispiele zu nennen.
Kurz gesagt: Die Ausrottung einer Art im Garten verursacht Nachteile für die übrige Tier- und Pflanzenwelt. Manchmal sind sie geringfügig, manchmal dramatisch. Bedenken Sie das, bevor Sie handeln!
Am besten überlässt man die Regulierung von Parasiten, Fressfeinden und Schädlingen stets der Natur. In einem naturnahen Garten, in dem die Tierwelt (und auch die wilde Pflanzenwelt!) ihren Platz hat, reicht das natürliche Gleichgewicht aus, um all diese kleinen Lebewesen zu regulieren.
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