Regenwasser auffangen
Regenwasser im Garten sammeln: Warum und wie
Inhaltsverzeichnis
Regenwasser ist zum Gießen von Gemüse, Strauch und Garten besser als Leitungswasser. Unbehandelt und kostenlos fördert es die Pflanzengesundheit – drinnen wie draußen. Doch wie lässt es sich im Garten oder auf dem Balkon sammeln? Wir erklären alles zur Nutzung und Gewinnung.

Warum Regenwasser sammeln?
Derzeit wird Leitungswasser durch Aufbereitung und Transport immer teurer. Regenwasser zu sammeln, spart spürbar Kosten. Und unsere Ausgaben steigen in den letzten Jahren ohnehin!
Zudem ist das Sammeln von Regenwasser ökologisch sinnvoll. Wer kein Leitungswasser nutzt, schont die Trinkwasserreserven. Auch der Grundwasserspiegel sinkt durch den Klimawandel von Jahr zu Jahr.
In Regionen mit Sommer-Bewässerungsverboten können Sie gesammeltes Regenwasser trotzdem zum Gießen verwenden.
Regenwasser eignet sich am besten zum Gießen und für das Wachstum Ihrer Pflanzen. Es ist nicht aufbereitet wie Leitungswasser und enthält daher kein Chlor. Das weiche Wasser ist kalkfrei – ideal für Pflanzen, besonders für säureliebende Arten, die Kalküberschuss nicht vertragen. Auch zum Gießen von Aussaaten wird es empfohlen.
Ein weiterer Vorteil: Regenwasser hat meist Raumtemperatur und verhindert beim Gießen einen Temperaturschock für die Wurzeln. Leitungswasser ist dagegen oft kalt. Möchten Sie im Winter eine Zimmerpflanze gießen und steht der Regenwassersammler draußen, lassen Sie die Gießkanne vor dem Gebrauch einige Stunden bei Raumtemperatur stehen.

Regenwasser eignet sich am besten zum Gießen im Garten
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Regenwasser zum Gießen, Reinigen, Autowaschen, für Gartenwerkzeug, Toilettenspülung und Teich nutzen. Mit Filter auch für Böden und Wäsche. Nicht trinken!
Regenwasser auf dem Balkon sammeln?
Wenn Sie einen Balkon haben, stellen Sie einfach einen Topf oder Balkonkasten zum Auffangen von Regenwasser auf. Wählen Sie ein leichtes Kunststoffmodell. Der Topf darf keine Abflusslöcher haben. Bei kleinen Kindern befestigen Sie ihn außer Reichweite. Große Behälter oder Regentonnen sind auf Balkonen wegen des Gewichts nicht möglich und nicht empfehlenswert.

Regenwasser auf dem Balkon sammeln
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Am einfachsten sammeln Sie Regenwasser mit einer Regentonne, die an die Dachentwässerung angeschlossen ist.
Wie wählt man eine Regentonne?
Wählen Sie sie nach Fassungsvermögen, Bedarf und Gartengröße. Wichtig ist auch: Leben Sie in einer regenreichen Region, in der sich die Tonne schnell füllt? Bewässern Sie nur den Garten oder waschen Sie auch das Auto?
Als allgemeine Empfehlung gilt je nach Region:
- Garten unter 100 m²: Regentonne mit 100 bis 200 Litern
- Garten von 100 bis 500 m²: Regentonne mit 300 bis 1.000 Litern
- Garten über 500 m²: eine oder mehrere Regentonnen mit mindestens 1.000 Litern Gesamtvolumen
Wählen Sie möglichst eine Tonne mit Deckel, damit Insekten und Blätter nicht hineingelangen. Verwenden Sie beispielsweise ein offenes Fass zum Sammeln, spannen Sie einfach ein Moskitonetz darüber.
Bevorzugen Sie einen lichtundurchlässigen Behälter, damit sich keine Algen bilden.

Regentonnen
Wo und wie stelle ich die Regentonne auf?
- Stellen Sie die Regentonne neben einem Fallrohr Ihres Hauses, Ihrer Garage oder Ihres Gartenhauses auf. Prüfen Sie, ob die Dachdeckung für die Nutzung von Regenwasser geeignet ist. Wasser von bituminösen Dachflächen und Asbestplatten darf nicht verwendet werden.
- Der Boden muss eben und stabil sein.
- Wählen Sie einen schattigen Standort, um Verdunstung und Algenwachstum zu begrenzen.
- Hat die Regentonne einen Wasserhahn, stellen Sie sie etwas erhöht auf, damit Sie eine Gießkanne darunter platzieren können.
- Befestigen Sie die Regentonne nach Möglichkeit an der Wand. So verhindern Sie, dass sie bei Sturm oder durch Kinder umkippt.
- Um Laub und andere Rückstände im Wasser zu vermeiden, können Sie ein kleines Gitter oder einen Laubfang in der Dachrinne am Fallrohr anbringen.
- Verbinden Sie die Regentonne mit der Dachrinne und installieren Sie einen Überlauf, damit kein Wasser überläuft. Beide Verbindungsteile werden meist mit der Regentonne geliefert.
Ich habe keine Dachrinne und kein Fallrohr – was tun?
Wenn Ihr Dach keine Dachrinne hat, wie es in manchen südlichen Regionen vorkommt, stellen Sie einen Behälter mit großer Öffnung an einem freien Platz auf, auf der Terrasse oder im Garten. Sie können ein Fass, eine Kunststoffwanne oder sogar eine Mülltonne verwenden. Decken Sie die Öffnung mit einem Moskitonetz ab, damit sich keine Larven vermehren. Achten Sie darauf, dass Kinder den Behälter nicht erreichen können.
Tipp: Manche Gärtner spannen eine Plane zwischen Bäumen und neigen sie so, dass Regenwasser in einen Behälter läuft. So sammeln sie deutlich mehr Wasser.

Behälter mit großer Öffnung zum Sammeln von Regenwasser
Regentonne pflegen
- Es empfiehlt sich, im Winter mindestens einen Teil des Wassers aus der Regentonne abzulassen, damit sie durch starken Frost nicht beschädigt wird.
- Nutzen Sie das Ablassen im Winter, um die Tonne zu reinigen und eine gute Wasserqualität zu erhalten. Entfernen Sie Algen und Rückstände im Inneren mit einem Hochdruckreiniger. Ist die Tonne im Sommer leer, können Sie die Reinigung wiederholen.
- Denken Sie auch daran, Ihre Dachrinne von Laub und Schmutz zu befreien.
Regenwasser in unterirdischer Zisterne sammeln?
Der Einbau eines im Boden vergrabenen Tanks ermöglicht es, deutlich mehr Wasser zu speichern. Das ist ein großer Vorteil, wenn Sie Regenwasser zum Befüllen eines Teichs, Wäschewaschen und für die Toilettenspülung nutzen möchten. Es gibt Tanks mit einem Fassungsvermögen von 1.000 bis 50.000 Litern. Die kleineren bestehen meist aus Kunststoff, die größeren aus Beton. Die Wahl hängt von Ihrem Grundstück, der Bodenbeschaffenheit und Ihrem Bedarf ab.
Informieren Sie sich am besten bei Fachbetrieben, die Sie beraten können. Die Kosten für eine solche Anlage sind natürlich deutlich höher, doch manche Gemeinden bieten finanzielle Unterstützung an. Erkundigen Sie sich bei Ihrer Gemeinde.

Unterirdischer Tank zum Auffangen großer Wassermengen
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