Schwierig im Topf zu kultivierende Pflanzen

Schwierig im Topf zu kultivierende Pflanzen

Warum sie nicht auf Balkon oder Terrasse gehören

Inhaltsverzeichnis

Topfpflanzen: Standort, Wasser, Wind, Wuchs und Winterhärte prüfen. Warum manche nicht in den Topf gehören.

Schwierigkeit

Pflanzen, die viel Platz brauchen

Je nach Wuchsform beanspruchen Pflanzen oberirdisch oder mit ihrem Wurzelsystem unterschiedlich viel Bodenfläche. Manche werden jedes Jahr deutlich breiter. Typisch ist dies etwa für Pfingstrosen, die deshalb am besten ins Freiland gepflanzt werden. Im Topf fühlen sie sich in der Blumenerde schnell beengt und können sich nicht voll entfalten. Aufgrund ihrer langen Lebensdauer und der teils langen Anwachszeit bis zur Blüte ist die Freilandpflanzung für diese majestätische Staude unerlässlich: Sie pflanzen sie für mindestens zwei Menschengenerationen!

Pfingstrose

Im Frühjahr nehmen die jungen Triebe krautiger Pfingstrosen jedes Jahr mehr Raum ein

Pflanzen mit Pfahlwurzel

Andere Pflanzen bilden ein Wurzelsystem mit einer Pfahlwurzel, die tief in den Boden vordringt. Im Topf stoßen sie schnell an eine problematische Grenze, denn dieser ist dafür nicht geeignet. Sie brauchen tiefen Boden, um sich gut zu entwickeln. Ein Beispiel ist der mehrjährige Orientalische Mohn. Seine lange, kräftige Wurzel benötigt tiefen Boden. Das gilt auch für Mannstreu oder Blaue Kugeldistel. In der geringen Tiefe eines Topfes sind diese Pflanzen stark eingeschränkt und kümmern schnell. Es ist wichtig, nicht stur eine Pflanze zu wählen, die für den vorgesehenen Standort ungeeignet ist, denn sonst geht sie unweigerlich ein. Wenn Sie bei der Bepflanzung von Töpfen von den Gegebenheiten Ihres Platzes ausgehen, können Sie stets einen schönen, üppigen Bereich schaffen und sich daran erfreuen. Die Auswahl ist groß.

papaver

Papaver orientale und Eryngium

Durstige Pflanzen

Kommen wir nun zu Pflanzen, die für ihr Wachstum und ihre Blüte viel Feuchtigkeit benötigen. Im Freiland finden sie diese oft ohne übermäßiges Gießen in Böden, die Feuchtigkeit gut speichern. Im Topf trocknet das Substrat jedoch deutlich schneller aus, selbst wenn es sorgfältig ausgewählt wurde und Wasser gut speichert. Zum einen ist die Menge gering, wodurch es sich schneller erwärmt; in einem porösen Gefäß wie einem Terrakottatopf verdunstet das Wasser zudem noch schneller. Pflanzen mit üppiger, reicher Blüte gelten oft als besonders anspruchsvoll: Sie brauchen nicht nur Dünger für eine gute Blüte, sondern auch viel Wasser. Haben sie weiches, feines Laub mit großen Blättern, auffällige Blüten oder blühen sie über einen langen Zeitraum ununterbrochen, benötigen sie einen feuchten Boden oder im Topf sehr regelmäßige Wassergaben. Denken Sie etwa an Rhododendren und Azaleen, an Fuchsien, an Fleißige Lieschen und vielleicht an manche Hortensien. Eine weitere Pflanze, die häufig in großen Kübeln zu sehen ist, passt zwar nicht zu diesen Beschreibungen, zeigt aber sehr deutlich, wenn ihr Wasser fehlt: der Bambus. In diesen Kübeln ist seine Ausbreitung zwar praktisch begrenzt, doch wie viele Bambusse sind dehydriert, werden gelb und verlieren ihr Laub?

Azalee

Azaleen und Rhododendren blühen sehr üppig und benötigen daher häufige Wassergaben

Empfindliche Pflanzen

Wie Topfsubstrat schneller erwärmt, friert es im Winter auch schneller als Gartenboden. Beachten Sie die Winterhärte Ihrer Pflanze und ob sie für Ihre Region geeignet ist. USDA-Angaben helfen dabei. Im Topf verliert eine Pflanze 1 bis 2 Winterhärtezonen, unter ungünstigen Bedingungen oft mehr (kalter Wind, feuchter oder schlecht drainierter Boden). Vorteil: Topfpflanzen lassen sich theoretisch an einen geschützten Ort stellen. Allerdings benötigen sie meist einen sehr hellen, ungeheizten Platz.

→ Lesen Sie unseren Artikel über USDA-Zonen in Frankreich.

Eine erfrorene Knospe der Kamelie

Großwachsende Pflanzen

Sträucher und Bäume wachsen im Topf oft stärker als gedacht. Für Kübel eignen sich nur Zwergsorten – große Arten verkümmern oft. Zwerg-Zitrusfrüchte im Topf

Trockenheit und Tigermücke

Fügen wir hier ein Kapitel über die Tigermücke ein, die in vielen Regionen vorkommt. Um eine Vermehrung der Tigermücke zu verhindern, ist es empfehlenswert und notwendig, draußen kein stehendes Wasser stehen zu lassen. Achten Sie daher darauf, keine mit Wasser gefüllten Untersetzer unter Topfpflanzen stehen zu lassen. Im Sommer würden Ihre Pflanzen zwar vom zusätzlichen Wasser in den Untersetzern profitieren, dennoch sollten Sie darauf verzichten oder gar keinen Untersetzer verwenden. Passen Sie Ihre Pflanzenauswahl an diese Bedingungen an und wählen Sie Pflanzen für Hitze und trockenen Boden. Dieser Rat gilt natürlich ebenso für die immer häufiger werdenden heißen und trockenen Sommer. Wählen Sie Ihre Topfpflanzen mit Blick darauf aus, den Sommer auf einer Terrasse, einem Balkon oder in einem Garten zu verbringen, wo sie eine etwas längere Trockenperiode oder sehr heiße Tage verkraften.

Denken Sie an mediterrane Pflanzen sowie an Pflanzen von den Kanarischen Inseln oder aus Südafrika und anderen warmen Regionen, sofern ihre Winterhärte zu Ihrer Region passt oder Sie einen Platz zum Überwintern haben. Denken Sie an Fetthenne, Hauswurz, Salbei, Blauraute sowie an alle Stauden für trockenen Boden. Sehen Sie sich auch unsere Rubrik zu Sträuchern für trockenen Boden an. Prüfen Sie, ob sie für die Pflanzung im Topf geeignet sind. Achtung: Das bedeutet nicht, dass sie ohne Bewässerung auskommen! Bei Zwiebeln bevorzugen frühlingsblühende Arten nach der Blüte einen trockenen Boden. Außerdem lässt sich das Substrat im Frühjahr leichter frisch halten als im Sommer. Frühlingsblühende Stauden und Sträucher sind daher im Topf einfacher zu pflegen.

Ein Balkon auf Sizilien mit prächtigen Fetthennen im Topf (in den Töpfen in Gesichtsform)

Kommentare

Dieses Formular ist durch reCAPTCHA geschützt – es gelten die Datenschutzbestimmungen und die Nutzungsbedingungen.

Pflanzen, die man nicht in Töpfen oder Kübeln pflanzen sollte