Von der Sonne verbrannter Rasen: Was tun?

Von der Sonne verbrannter Rasen: Was tun?

Tipps: So wird Ihr Rasen nach der Hitzewelle wieder grün

Inhaltsverzeichnis

Geändert der 9. September 2026  durch Pascale 9 min.

Ein schöner, sattgrüner Rasen – davon träumen wir alle. Im Frühjahr ist er meist dicht und grün, und es ist herrlich, barfuß durch das frische Gras zu laufen. Doch mit dem Sommerbeginn macht der Rasen oft einen kümmerlichen Eindruck. In Hitzeperioden vergilbt er regelrecht, bekommt braune Flecken und verbrennt in der Sonne. Noch ist jedoch nichts verloren: Die Gräser sind robust. Nach der größten Hitze genügen oft wenige Maßnahmen, um den Rasen zu regenerieren und wieder ergrünen zu lassen. Hier erfahren Sie, was bei einem durch Hitze verbrannten Rasen zu tun ist.

→ Hören Sie auch unseren Podcast zur Rasenpflege im Sommer:

Schwierigkeit

Ist sonnenverbrannter Rasen tot?

Jedes Jahr verzweifeln Sie nach dem Sommer vor Ihrem von der Sonne vergilbten Rasen. Besonders in Hitze- oder Dürrejahren knistern die Grashalme unter den Füßen, weil sie völlig ausgetrocknet sind! Alles ist von der Sonne verbrannt. Nur die schattigen Bereiche vielleicht nicht … Geben Sie die Hoffnung dennoch nicht auf: Ihr Rasen ist ein Kämpfer!gazon canicule

Zugegeben, oberflächlich wirkt er tot. Doch das täuscht. Denn Ihr Rasen lebt. Unter der Bodenoberfläche hat das Wurzelsystem die Austrocknung des Bodens überstanden, ebenso die Hälse aller Sorten, aus denen Ihr Rasen besteht. Ihr dichter, im Frühling so schöner Rasen ist einfach in Dormanz gegangen, um die Hitzeperioden zu überstehen.

Die beste Reaktion auf sonnenverbrannten Rasen ist daher: abwarten. Denn von Natur aus wird er mit den ersten Regentropfen oder dem ersten kräftigen Gewitter wieder grün.

Zu trockenen Rasen gießen?

Natürlich können Sie Ihren Rasen im Sommer gießen. Das Gießen des Rasens darf jedoch niemals tagsüber erfolgen. Warum? Bei Hitze verdunstet das Wasser sehr schnell und dringt nicht in den Boden ein. Außerdem wirken Wassertropfen auf den Grashalmen wie eine Lupe. Dadurch verbrennen die Sonnenstrahlen Ihren Rasen letztlich noch stärker.

Am besten gießen Sie den Rasen daher früh am Morgen, wenn die Temperaturen noch nicht zu hoch und die Sonnenstrahlen noch nicht zu intensiv sind. Sie können ihn auch abends nach Sonnenuntergang gießen. Dann verdunstet durch die Wärme des Bodens weniger Wasser.

Wie oft Sie Ihren Rasen gießen sollten? Einmal pro Woche gründlich zu wässern ist besser als tägliches Gießen. So werden die Wurzeln weniger „faul“ und suchen in der Tiefe nach dem Wasser, das sie benötigen.

In Trockenzeiten führen manche Regionen – aufgrund des Klimawandels werden es immer mehr – jedoch Wassersparmaßnahmen ein. Das Bewässern des Rasens ist dann zu Recht verboten. Wenn Sie vorsorglich Regentonnen aufgestellt haben (vorausgesetzt, sie sind voll!), können Sie den Rasen damit gießen. Andernfalls heißt es abwarten, denn der Regen wird zurückkehren.

Alternativ können Sie es mit einem Regentanz versuchen – für den Erfolg übernehmen wir allerdings keine Garantie!

Rasenmähen bei Hitzewelle?

Bei Trockenheit ist Rasenmähen völlig nutzlos. Was sollten Sie auch mähen, wenn das Gras durch die Hitze buchstäblich verbrannt und eher Stroh als ein schöner grüner Teppich ist?

Beachten Sie jedoch: Zu kurzes Mähen verstärkt im Sommer das Austrocknen des Rasens, denn das Wurzelsystem der Pflanzen bleibt weniger tief und ist dadurch weniger widerstandsfähig gegenüber Wetterschwankungen. Durch regelmäßiges, maßvolles Mähen im Frühjahr und Herbst kommt Ihr Rasen dagegen unbeschadet durch den Sommer – auch durch eine Hitzewelle!

Rasen bei Hitzewelle

Im Sommer ist Rasenmähen nutzlos

Zur Erinnerung einige Hinweise zum richtigen Rasenmähen:

  • Mähen Sie nicht zu kurz! Im Allgemeinen empfehlen Fachleute, ein Drittel der Grashalmlänge zu mähen. Dieser Richtwert variiert jedoch je nach Jahreszeit. Einfacher ist eine ideale Schnitthöhe von 4 bis 5 cm, abhängig von der Saison.
  • Mähen Sie regelmäßig! So verhindern Sie, dass sich Unkraut ausbreitet. Mähen Sie im Frühjahr grundsätzlich einmal pro Woche, reduzieren Sie die Mähgänge im Sommer und nehmen Sie sie im Herbst bis Oktober wieder auf.
  • Mulchen Sie vor dem Sommer! Mähen Sie im Mulchmodus, sobald es sehr heiß wird. So schaffen Sie eine leichte Schutzbarriere gegen die Sonnenstrahlen.

Was tun bei stark von der Sonne geschädigtem Rasen?

Der Sommer war schwierig und von mehreren Hitzeperioden geprägt. Das Thermometer näherte sich dauerhaft der 40-°C-Marke, und überall wurde Dürre ausgerufen. Ihr Rasen hat daher besonders gelitten und große Flächen scheinen sich nur schwer zu erholen. Nach dem Sommer können Sie etwas tun, ohne gleich den gesamten Rasen neu anzulegen. Manchmal genügt es, ab Herbst stellenweise einzugreifen.

Die Schritte zur Verjüngung Ihres Rasens:

  • Das Vertikutieren: Dabei entfernen Sie Moos (falls noch vorhanden!) und verbrannte Grashalme, die eine trockene, knisternde Stoppelschicht bilden. Gleichzeitig versorgen Sie die ruhenden Pflanzen mit etwas Sauerstoff. Ob Sie einen manuellen, elektrischen oder benzinbetriebenen Vertikutierer verwenden: Harken Sie die Fläche anschließend gründlich ab!

    Rasen nach Hitzewelle

    Das Vertikutieren trockener Rasenflächen entfernt die von der Sonne verbrannten Grashalme

  • Das Ausbringen von Rasenerde: Damit versorgen Sie Ihren durch die Hitze geschädigten Rasen mit Nährstoffen. Sie können Kompost oder einen stickstoffreichen Spezialdünger für Rasen ausbringen. Vergessen Sie nach dem Düngen das Wässern nicht
  • Die Aussaat eines Nachsaatrasens mit schnellem Wachstum. Walzen Sie die Fläche anschließend und wässern Sie sie gründlich

Weitere Informationen zu diesen Methoden zur Erneuerung Ihres Rasens nach einer langen Trockenperiode:

Welche Alternativen gibt es noch?

Mit dem angekündigten und bereits spürbaren Klimawandel dürften Hitzewellen häufiger und von Jahr zu Jahr stärker werden. Keine Region wird davon verschont bleiben …

Vielleicht ist es Zeit, den einheitlichen, sattgrünen Rasen durch widerstandsfähigere Rasenarten aus robusten Gräsern zu ersetzen. So sind Rasenmischungen für das Klima Südfrankreichs oder trockene Standorte, die vor allem aus Schwingel bestehen, besonders hitze- und trockenheitsverträglich.

Auch der Rasen aus Cynodon dactylon, auch Tropenrasen genannt, verträgt Trockenheit sehr gut und ist bis -9 bis -12 °C winterhart. Der aus Pennisetum clandestinum bestehende Kikuyu-Gräser-Rasen ist dagegen den Mittelmeer- und Atlantikküsten vorbehalten.

Noch radikaler können Sie den Rasen durch Bodendecker ersetzen oder die Rasenfläche verkleinern.

Rasenalternative

Zoysia tenuifolia ist eine Rasenalternative

Ingrid und Pierre stellen in diesen Beiträgen zahlreiche Ideen vor: Rasen ersetzen: Ideen und Lösungen und Rasenalternativen: 10 Bodendecker als Rasenersatz.

Kommentare

Dieses Formular ist durch reCAPTCHA geschützt – es gelten die Datenschutzbestimmungen und die Nutzungsbedingungen.

Ausgebrannte Rasenfläche durch Sonne: Was tun?