Warum blüht meine Alpenrose nicht?
Blütenknospen vertrocknen!
Inhaltsverzeichnis
Ihr Rhododendron bildet Knospen, doch statt zu blühen, wachsen daraus Blätter. Welche Ursachen hat das? Wir erklären es.
Wassermangel ... zur falschen Zeit
Das ist häufig der Grund, warum eine Alpenrose angelegte Blütenknospen nicht in Blüten, sondern in Blätter umwandelt. Botanisch spricht man von einer vegetativen Rückbildung der Blütenknospen oder einem Wiederaustrieb. Die Knospen machen plötzlich sehr kräftigen, hellgrünen jungen Trieben Platz – den vegetativen Knospen.
Die Ursachen liegen meist in Wassermangel am Ende des vorangegangenen Frühjahrs, wenn sich die Knospen bilden.

Die Blütenknospen verlängern sich … bis nicht Blüten, sondern grüne Jungtriebe sichtbar werden
→ Was ist zu tun:
- Es ist wichtig, im Juni bis Mitte Juli für ausreichend Feuchtigkeit zu sorgen, denn in dieser Zeit bilden Alpenrosen ihre Blütenknospen für das Folgejahr. Dieses Phänomen betrifft vor allem die Zeit der Blüteninduktion, also Juni und Juli des Vorjahres. Regelmäßiges und ausreichendes Gießen fördert in dieser Phase eine gute Knospenbildung. Der Boden sollte stets frisch bleiben, aber nicht durchnässt sein.
- Mulchen Sie die Pflanzen regelmäßig mit organischem Mulch auf einer großzügigen Fläche rund um den Fuß der Pflanzen, damit das oberflächennahe Wurzelsystem während der warmen Jahreszeit kühl und feucht bleibt.
- Reduzieren Sie das Gießen im Sommer (außer bei Trockenheit), damit die Alpenrose einem leichten Stress ausgesetzt ist, der ihre spätere Blütenbildung fördert.
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Alpenrose: Pflanzen, Kultivierung und PflegeEin zu dunkler Standort
Zu viel Schatten oder fehlendes Licht (etwa durch ein nahes Bauwerk) ist ein häufiger Grund, warum eine Alpenrose gar nicht oder nur schwach blüht.
Werden die Knospen bei guten Lichtverhältnissen gebildet, nimmt der Schatten jedoch zu (etwa durch dichter werdendes Laub benachbarter Bäume), kann die Blütenentwicklung zum Stillstand kommen.
Bei manchen unserer Kunden sehen wir zu viele Alpenrosen im tiefen Schatten – das bekommt ihnen nicht. Die schattenspendenden Bäume entziehen dem Boden zudem viel Wasser, das den Alpenrosen dann fehlt. Sanftes Morgenlicht (Oststandort) oder gleichmäßiger Halbschatten (gefiltert durch Sträucher) ist für alle Alpenrosen empfehlenswert. Der ideale Platz? Schauen Sie nach oben: Ein Stück Himmel sollte mindestens sichtbar sein!

Alpenrosen brauchen zum Blühen etwas Licht und ausreichend freien Raum um sich herum
→ Das ist zu tun:
- Versuchen Sie einen Baumschnitt an Pflanzen in der Nähe: Entfernen Sie einen Baum, der starken Schatten wirft, oder führen Sie an allen umliegenden Sträuchern und Bäumen einen Auslichtungsschnitt durch, damit mehr Licht einfällt.
- Wenn das Problem im folgenden Frühjahr erneut auftritt, empfehlen wir, die Alpenrose auszugraben und im Herbst an einen helleren Standort zu pflanzen. Alpenrosen brauchen nämlich ein Mindestmaß an Licht, auch wenn sie als Schattenpflanzen gelten.
Zu junge Pflanzen oder in der Anwachsphase
Bei frisch gepflanzten Jungpflanzen oder nach dem Umpflanzen kann die Blütenbildung instabil sein: Knospen können sich „irren“. Manche Sorten blühen genetisch bedingt in den ersten Jahren nur schwach, selbst unter besten Bedingungen. Bis zu vier bis sechs Jahre kann es dauern, bis sie zuverlässig und üppig blühen. Das betrifft vor allem großblättrige Arten und große Sorten der Loderi-Gruppe wie ‘King George’, ‘Sir Edmund’ oder ‘Pink Diamond’.
→ Was Sie tun sollten:
Seien Sie geduldig, nachdem Sie möglichen Licht- oder Wassermangel als häufige Ursache ausbleibender Blüte ausgeschlossen haben.
Hinweis: Auch ein gut etablierter Rhododendron mit ausgeglichener Wasser-, Licht- und Nährstoffversorgung kann abwechselnd blütenreiche und blütenarme Jahre haben, ohne dass dies krankhaft sein muss.

Rhododendron loderi ‘Pink Diamond’
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Zu viel Stickstoff im Frühjahr kann bei Alpenrosen die Blütenbildung verhindern. Düngen Sie nur im Mai/Juni mit Rhododendrondünger (NPK 4-6-8).
Pilzkrankheit bei vertrockneten Knospen
Erwähnt sei in diesem Zusammenhang auch der Fall offensichtlich erkrankter Knospen, die braun werden und vertrocknen, bevor sie sich öffnen. Dabei handelt es sich um ein ganz anderes Problem: Die Knospen sind sichtbar befallen und beginnen zu faulen. Verursacht wird dies durch einen Pilz, Pycnostysanus azaleae, der auch unter dem Namen Seifertia azaleae bekannt ist. Auf Deutsch spricht man von Knospenbräune, auf Englisch von bud blast. Der Befall ist am behaarten Aussehen der Knospe leicht zu erkennen. Sie fällt zudem nicht ab. Häufig wird die Rhododendronzikade (Graphocephala fennahi) als Ursache dieser Krankheit angesehen, da sie im Herbst ihre Eier in die Blütenknospen legt und dadurch im Frühjahr eine Eintrittspforte für den Pilz schaffen soll. Dies ist jedoch nicht in allen Fällen nachgewiesen.
Betroffen sind vor allem Pontische Alpenrosen und Pontische Hybriden.
→ Was Sie tun sollten:
An den befallenen Knospen kommt es zu keiner Blüte, meist sind alle Knospen betroffen. Entfernen Sie die befallenen Blütenknospen, sobald Sie die Krankheit erkannt haben. Verwechseln Sie sie jedoch nicht mit erfrorenen Knospen, die etwas anders aussehen.
Vorbeugend sollten Sie stets für eine gute Belüftung des Laubs sorgen, denn ein zu dichter Strauch hält Feuchtigkeit und begünstigt Pilzsporen. Sammeln und vernichten Sie die trockenen Knospen im Winter. Entfernen Sie außerdem verblühte Blütenstände direkt nach der Blüte. Ist ein Befall durch die Zikade nachgewiesen, spritzen Sie im Herbst einen Knoblauch- oder Balsamkraut-Sud oder verwenden Sie ein mildes pflanzliches Insektizid, zum Beispiel natürliches Pyrethrum.

Vom Pilz Pycnostysanus azaleae befallene Blütenknospen
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