Welche Gründüngung passt zu Boden und Folgekultur?

Welche Gründüngung passt zu Boden und Folgekultur?

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Geändert der 9. Juni 2026  durch Ingrid 5 min.

Boden kennenlernen und verbessern: Gründüngung schützt, belebt und lockert. Welche Gründüngung zu Boden und Folgepflanzung passt.

Schwierigkeit

Lehmboden: Einen Gemüsegarten anlegen?

Ist Ihr Boden schwer und klebt bei Nässe an den Stiefeln? Im Winter steht Wasser darin, im Sommer bekommt er Risse? Das ist typisch für Lehmboden. Er ist nährstoffreich, aber oft zu verdichtet und behindert so das Wurzelwachstum (im Winter können die Wurzeln sogar ersticken). Für den Gemüseanbau sollten Sie den Boden zunächst mit Gründüngung lockern und aufwerten, die tief wurzelt.

Geeignete Gründüngung:

  • Ölrettich: Seine Pfahlwurzel dringt tief in den Boden ein und lockert ihn ohne Umgraben.
  • Rainfarn-Büschelschön: Sein dichtes Wurzelsystem verbessert die obere Bodenstruktur und mindert die Auswaschung.
  • Weißer Senf: Er wächst im Herbst schnell, unterdrückt Unkraut und hinterlässt vor der Pflanzung einen freien Boden.
  • Luzerne: Die mehrjährige Pflanze strukturiert und bereichert den Boden, wenn sie mehrere Monate stehen bleibt.

Praktischer Tipp: Säen Sie die Gründüngung im Spätsommer aus, mähen Sie sie vor der Blüte etwa zu Frühlingsbeginn ab, lassen Sie sie einige Tage auf dem Boden trocknen und arbeiten Sie sie anschließend flach ein oder verwenden Sie sie als Mulch.

Ölrettich

Ölrettich (Raphanus sativus var. oleiformis)

Sandboden für Obstgarten oder Gemüsegarten?

Sandige Böden lassen sich leicht bearbeiten, speichern aber weder Wasser noch Nährstoffe. Vor dem Pflanzen von Bäumen oder Gemüse verbessern Gründüngungspflanzen die Wasserspeicherung, stabilisieren die Bodenstruktur und reichern den Boden an.

Gründüngung zum Säen:

  • Roggen: wächst auch auf nährstoffarmem Boden und bildet eine dichte Winterdecke, die junge Wurzeln schützt.
  • Hafer: verbessert die obere Bodenstruktur und bildet viel Pflanzenmasse zum Einarbeiten.
  • Futterwicke: bringt in Kombination mit Roggen Stickstoff ein und bedeckt den Boden gut.
  • Rotköpfiger Klee: winterharter Bodendecker, der sich an leichte Böden anpasst und Stickstoff im Boden anreichert.
  • Echter Buchweizen: eine gute Wahl im Sommer, auch bei Trockenheit. Er wächst schnell, bedeckt den Boden gut und verrottet anschließend leicht.

Tipps: Wählen Sie Mischungen aus Gräsern und Leguminosen, um strukturverbessernde und düngende Wirkung zu verbinden. Lassen Sie sie 2 bis 3 Monate wachsen, mähen Sie sie anschließend ab und arbeiten Sie sie leicht in den Boden ein.

Gründüngung: Rotköpfiger Klee

Rotköpfiger Klee

Ist Ihr Boden sauer und soll er besser werden?

Saurer Boden schränkt die Verfügbarkeit bestimmter Nährstoffe für Ihre Pflanzen ein. Er kann außerdem das Bodenleben bremsen und dadurch die Entwicklung Ihrer Kulturen beeinträchtigen. Für Beerenobst oder Gemüse empfiehlt es sich, Gründüngung zu säen, die für einen niedrigen pH-Wert geeignet ist und das Bodenleben langsam wieder ankurbelt.

Geeignete Gründüngung:

  • Ackerbohne: Sehr gut für saure Böden geeignet, reichert sie den Boden mit Stickstoff an und bildet eine gute Winterabdeckung.
  • Luzerne: Entwickelt tiefe Wurzeln und fördert das Bodenleben, auch auf leicht saurem Boden.
  • Rotköpfiger Klee: Bedeckt den Boden schnell, reichert ihn an und zersetzt sich nach dem Zerkleinern gut.

Praktischer Tipp: Säen Sie im Spätsommer oder im Frühjahr. Mähen und zerkleinern Sie die Pflanzen kurz vor der Blüte, um die Samenbildung zu verhindern. Lassen Sie die Gründüngung nach dem Schnitt liegen oder arbeiten Sie sie in den Boden ein. Warten Sie 2 bis 3 Wochen mit dem Pflanzen, damit der Boden die organische Substanz abbauen kann.

Gründüngung Luzerne

Luzerne

Ist Ihr Boden kalkhaltig und möchten Sie ihn ausgleichen?

Kalkhaltige Erden, oft drainierend, lassen sich zwar leicht bearbeiten, können aber auch Ungleichgewichte verursachen (Eisenmangel, Blockaden bei Spurenelementen). Zwischen zwei Kulturen sollten sie mit Gründüngung bedeckt werden, um Austrocknung zu verhindern und regelmäßig organische Nährstoffe zuzuführen.

Gründüngung zum Säen:

  • Rainfarn-Büschelschön: leicht anzubauen, schnelle Blüte, hervorragende Bienenweide und Bodenstrukturverbesserung.
  • Wicke: liefert Stickstoff und eignet sich vor Gemüse- oder Blumenkulturen, besonders vor Blattgemüse.
  • Weißer Senf: wächst schnell, aber Vorsicht bei der Fruchtfolge mit Gemüse derselben Familie (Kohl, Rüben …).

Gut zu wissen: Säen Sie im Spätsommer oder Frühjahr. Mähen Sie jung, bevor sich Samen bilden, um einen schwierigen Wiederaustrieb zu vermeiden.

Blüten des Weißen Senfs

Weißer Senf

Ist Ihr Boden nährstoffarm und möchten Sie ihn für Ihr Gemüse verbessern?

Müder, armer Boden braucht organische Substanz. Gründüngung mit Futterwicke, Klee, Luzerne, Hafer oder Roggen belebt ihn. Im Herbst säen, zu Blühbeginn mähen.

Boden verdichtet, leblos, schwer zu bearbeiten?

Nach engem Anbau, Betreten oder langer Brache wird der Boden verdichtet. Gründüngung belebt und lockert ihn natürlich.

Geeignet:

  • Futterrettich: lockert mit dicker Wurzel.
  • Roggen: schützt den Boden im Winter.
  • Weißer Senf: fördert das Bodenleben, allein oder mit Roggen, Wicke oder Rotklee.

Tipp: Wurzeln nach dem Schnitt lassen; Schnittgut liegen lassen. Nach 4–6 Wochen pflanzen.

Ist Ihr Boden steinig und flach?

Ein steiniger Boden ist meist leicht, drainierend, aber nährstoffarm. Er erwärmt sich schnell, trocknet jedoch ebenso rasch aus. Oberflächensteine erschweren die Bodenbearbeitung und begrenzen die Durchwurzelung. Gründüngung hilft, die obere Bodenschicht zu strukturieren, vor Austrocknung zu schützen und organische Masse zuzuführen – ohne intensive Bodenbearbeitung.

Gründüngung zum Säen:

  • Rainfarn-Büschelschön: wächst auch auf armen, steinigen Böden gut, lässt sich leicht zerkleinern und verbessert die Oberflächenstruktur.
  • Echter Buchweizen: ideal für trockene, flachgründige Böden, keimt und bedeckt den Boden schnell.
  • Rotköpfiger Klee: flache Wurzeln, guter Bodendecker für leichte oder steinige Böden.
  • Hafer: verbessert die organische Masse, auch auf nährstoffarmen, steinigen Böden.

Praktischer Tipp: Säen Sie direkt nach einem Regen, damit die Saat rasch aufgeht. Lassen Sie die Rückstände der Gründüngung als Mulch liegen, damit der Boden nicht zu schnell austrocknet.

Rainfarn-Büschelschön als Gründüngung

Rainfarn-Büschelschön

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fleurs de phacélie