Flieder, Syringa: pflanzen, Rückschnitt, pflegen

Flieder, Syringa: pflanzen, Rückschnitt, pflegen

Inhaltsverzeichnis

Geändert der 5. August 2025  durch Virginie T. 18 min.

Der Flieder in wenigen Worten

  • Der Flieder ist einer der schönsten blühenden Sträucher im Frühjahr: Er blüht üppig in Form prachtvoller Trauben aus weißen, rosafarbenen, malvenfarbenen oder violetten Fliederblüten
  • Seine herrlich duftende Blüte erfüllt Gärten und Sträuße mit einem ausgesprochen blumigen, unverwechselbaren Duft
  • Er ist ein sommergrüner Strauch mit geschmeidiger Wuchsform, zeitlos und unbestritten der König des Frühlings
  • Anspruchslos und leicht zu kultivieren, besitzt er den Charme und die Robustheit alter Pflanzen
  • Er bringt einen Hauch Nostalgie in eine blühende Hecke, als isoliertes Exemplar, in ein Strauchbeet oder sogar auf eine Terrasse
Schwierigkeit

Das Wort unserer Expertin

Welcher Garten duftet im Frühjahr nicht nach dem Blütenduft des Flieders? Der Flieder ist keineswegs altmodisch, sondern sogar unverzichtbar in unseren Gärten!

Der Gewöhnliche Flieder oder Syringa vulgaris und seine kompakteren, remontierenden Hybriden feiern seit einigen Jahren ein Comeback. Die anspruchslose Frühjahrsblüte des Flieders verkörpert den schlichten Charme und die Frische alter Gärten.

Flieder

Korb mit duftendem Flieder

Weißer Flieder, Persischer Flieder oder der unverzichtbare Flieder mit mauvefarbenen Blüten (Syringa vulgaris ‘Capitaine Baltet’) – dieser blühende Strauch, der König des Frühlings, bringt in einer Blütenhecke, als Solitär, in einem Strauchbeet, auf einer Terrasse oder in Blumensträußen immer einen Hauch Nostalgie mit.

Mit einer guten Winterhärte (oft deutlich über -15 °C hinaus), leicht zu kultivieren und äußerst kräftig, vereint er die Schlichtheit mit der Robustheit alter Pflanzen. Dieser emblematische Baum des Monats Mai fühlt sich sowohl in allen naturnah gestalteten Gärten als auch in Stadtgärten wohl.

Wie pflanzt man einen Flieder, wie führt man die Stecklingsvermehrung des Flieders durch, wie erfolgt der Rückschnitt eines Flieders? Hier finden Sie all unsere Tipps, um den Flieder erfolgreich zu kultivieren und einen schönen blühenden Frühling zu genießen – mit dem Flieder, der Ihnen noch fehlt, aus unserer einzigartigen Kollektion!

Beschreibung und Botanik

Steckbrief

  • Gebräuchlicher Name Flieder
  • Blüte von April bis Juni
  • Height 1 bis 4 m
  • Exposition Sonne, Halbschatten
  • Art des Bodens Alle, gut drainiert
  • Winterhärte -15 °C–30 °C je nach Sorte

Strauch oder sommergrüner Strauch aus der Familie der Ölbaumgewächse. Der Flieder oder Syringa stammt aus Südosteuropa und Westasien (vom Balkan bis nach China und Japan), wo er im Unterholz, in Strauchbeständen und auf steinigen Hügeln wächst.

Die Gattung Syringa umfasst etwa zwanzig Arten, von denen die bekannteste und in unseren Gärten bedeutendste Syringa vulgaris ist, der Garten-Flieder, der die größte Anzahl an Sorten umfasst. Der französische Botaniker Victor Lemoine erweiterte diese Familie Ende des 19. Jahrhunderts beträchtlich und brachte mehr als 64 Kultivare von Syringa vulgaris hervor.

Zusammen mit den Hybridsorten zählt man heute mehr als 2.000 Kultivare. Da die Gattung nicht auf den Garten-Flieder beschränkt ist, unterscheidet man unter anderem kleinblättrige Flieder wie den Chinesischen Flieder (S. x chinensis) und Syringa microphylla. Sie werden mittelgroß und tragen sehr zahlreiche kleine Blüten. Daneben gibt es die spätblühenden Flieder wie die Kultivare von Syringa x prestoniae, den Frühlings-Flieder (Syringa hyacinthiflora), einen kräftigen Hybrid, oder den Persischen Flieder (Syringa (x) persica) mit seinem ungewöhnlich eingeschnittenen Laub, das an Petersilienblätter erinnert.

All diese Arten und Sorten sind nicht mit dem Pfeifenstrauch (Philadelphus) zu verwechseln, der ebenfalls duftende weiße Blüten trägt, und auch nicht mit der Chinesischen Kräuselmyrte (Lagerstroemia), die beide botanisch unterschiedlichen Familien angehören.

Der Flieder bildet einen kräftigen, dicht wachsenden Strauch mit aufrechtem Wuchs in jungen Jahren, später rundlich-buschig oder manchmal kegelförmig, biegsam und locker. Mit der Zeit neigt er dazu, sich auszubreiten, wodurch er eine lässige und angenehm nachlässige Ausstrahlung erhält.

syringa vulgaris

Syringa vulgaris – botanische Illustration

Einige Syringa microphylla (‘Red Pixie’) besitzen eine fast überhängende Wuchsform mit nahezu waagerechten, fast bogig gekrümmten Zweigen. Wie der Pfeifenstrauch bildet auch der Flieder von selbst einen verzweigten Strauch aus zahlreichen dünnen, schlanken Trieben, die jeweils viele Blätter tragen. Dies verleiht dem Flieder eine dichte Wuchsform.

Er ist auf mehreren Stämmen verankert, wächst kräftig und recht schnell. Die Wachstumsgeschwindigkeit nimmt mit den Jahren zu: Er wächst etwa 50 cm pro Jahr. Die Höhe variiert im Erwachsenenalter zwischen 2 und 7 m, bei einer Breite von 2 bis 3 m. In unseren Gärten bleibt er jedoch meist 2 bis 4 m hoch. Der Chinesische Flieder und Syringa (x) persica haben eine besonders kompakte Wuchsform und erreichen bei Reife maximal 1,80 m. Sie sind kaum breiter als hoch und damit wertvolle Bereicherungen für kleine Gärten.

Bei manchen Exemplaren schält sich die Rinde mit zunehmendem Alter ab.

Im Frühling schmücken sich die zarten Zweige mit einem anspruchslosen, schönen Laub.

Das Laub unterscheidet sich je nach Art beträchtlich. Die Blätter sind gegenständig und ganzrandig. Der Garten-Flieder besitzt sommergrüne, ovale, lang gestielte Blätter, die an ihrer Herzform zu erkennen sind. Syringa (x) persica oder „Persischer Flieder mit Petersilienblättern“ unterscheidet sich vom Garten-Flieder durch sein ungewöhnlich eingeschnittenes Laub mit langen, schmalen Lappen. Syringa pinnatifolia, eine botanische chinesische Art, besitzt dagegen gefiederte Blätter mit 7 bis 11 lanzettlichen Fiederblättchen.

Die 3 bis 15 cm langen Blätter erscheinen im Frühling in einem hell- bis dunkelgrünen Farbton. Beim Frühlings-Flieder nehmen sie eine schöne Herbstfärbung an und verfärben sich goldgelb bis bronzefarben. Sie sind meist samtig glänzend, weisen auf der Unterseite jedoch manchmal eine samtige Behaarung auf.

Im Frühling überragen Blütenähren dieses schöne Laub in frischem Grün und bedecken die gesamte Pflanze mit dichten, duftenden Blütenbüscheln. Seine üppige, frühlingshafte und bezaubernd schlicht wirkende Blüte erfüllt Gärten und Blumensträuße seit mehr als einem Jahrhundert mit Duft. Fliederblüten gehören zu den ersten Blüten, die uns mit ihrem authentischen, sehr blütenreichen und raffinierten Fliederduft erfreuen.

Von April bis Mai, manchmal bis Juni und je nach Klima und Art auch im September erscheinen sie als Blütenknospen, die dicht an dicht stehen. Nach und nach öffnen sie sich zu sehr kleinen, einfachen, halbgefüllten oder gefüllten Röhrenblüten, die schließlich schöne, in Rispen vereinte Trauben bilden. Diese sind pyramiden- oder kegelförmig, unterschiedlich groß und locker angeordnet und werden auch Thyrsen genannt. Die Blütenstände stehen zu zweit an den Enden der vorjährigen Zweige und sind 4 bis 30 cm lang.

Die Blüten des Persischen Flieders erscheinen in lockereren Thyrsen. Sie sind lang und schmal und bestehen aus 4 schmaleren, zurückgeschlagenen Lappen als die Blüten des Garten-Flieders.

Wenn „lilac“ auf Persisch „mauve“, also die ursprüngliche Farbe, bedeutet, zeigen die Blüten unterschiedliche Farbtöne: Reinweiß, blasses Flieder, reines Rosa bis Rosaviolett, helles Blauviolett oder rosiges Rot, purpurfarbenes Bordeaux bis weinrot. Einige Sorten (Flieder ‘Sensation’) besitzen eine bei Fliedern relativ seltene zweifarbige Blüte.

Die Blütezeit dauert je nach Region 15 Tage bis 1 Monat. Einige Hybriden (Flieder aus der Bloomerang®-Serie) blühen remontierend bis zu den ersten Frösten.

Die sehr bienenfreundliche Blüte zieht zahlreiche Bienen und Schmetterlinge an.

syringa mellifere

Fliederblüten sind sehr bienenfreundlich.

Die köstlich duftenden Trauben ergeben frische, aber kurzlebige Frühlingssträuße; in der Vase neigen sie dazu, innerhalb von zwei bis drei Tagen sehr schnell zu welken.

Vollkommen winterhart (-25 °C), passt sich der Flieder an all unsere Klimate an und lässt sich in der Sonne oder im Halbschatten in normalem, gut drainiertem Boden, selbst bei stark kalkhaltigem Boden, leicht kultivieren. Dieser anspruchslose Strauch findet in jedem Garten seinen Platz. Er wird bevorzugt als Solitär, in einem Strauchbeet oder in einer Gehölzgruppe verwendet, darf seine natürliche Wuchsform behalten und kann in großen blühenden Hecken oder sogar auf einer Terrasse oder einem Balkon in einem großen Pflanzgefäß kultiviert werden. Der stark Ausläufer bildende Flieder breitet sich im Laufe der Jahre immer weiter aus und bildet schließlich eine echte kleine Gehölzgruppe. Er ist langlebig und hat eine Lebensdauer von 20 bis 40 Jahren.

Wichtigste Arten und Sorten

Es gibt etwa zwanzig Flieder-Arten, doch der Gemeine Flieder oder Syringa vulgaris ist in unseren Gärten am weitesten verbreitet. Diese Art umfasst die größte Anzahl an Sorten mit vielfältigen Farben, die von reinem Weiß über Hellrosa und Violett mit weißem Rand bis hin zu hellem Blauviolett reichen.

Die Gattung umfasst heute mehr als 2.000 Kultivare und Hybriden. Man unterscheidet Flieder mit einfachen und gefüllten Blüten, kleinblättrige Flieder wie den Chinesischen Flieder (S. x chinensis) und Syringa microphylla sowie spät blühende oder remontierende Flieder. Heute findet man Zwerg-Flieder, die sich sowohl für kleine Gärten als auch für die Kultur im Topf eignen. Einige Hybriden sind insbesondere aufgrund ihres Dufts außergewöhnlich, allen voran die Sorten der Bloomerang-Serie, die zudem eine remontierende Blüte bieten. Alle sind sehr winterharte und bemerkenswert pflegeleichte Blütensträucher.

Die beliebtesten Sorten
Unsere Favoriten
Edelflieder Capitaine Baltet - Syringa vulgaris

Edelflieder Capitaine Baltet - Syringa vulgaris

Bemerkenswert duftend, mit einfachen und üppigen, hellblau-violetten Blüten, die über einen langen Zeitraum im April und Mai erscheinen. Er eignet sich ebenso gut als blühende Hecke oder Solitär wie für Blumensträuße.
  • Blütezeit Mai, Juni
  • Höhe bei Reife 3,25 m
Edelflieder Madame Lemoine - Syringa vulgaris

Edelflieder Madame Lemoine - Syringa vulgaris

Eine klassische Züchtung von M. Lemoine, dem Schöpfer der meisten Flieder-Hybriden in unseren Gärten. Ein unverzichtbarer weißer Flieder mit sehr duftender Blüte.
  • Blütezeit Juni
  • Höhe bei Reife 4 m
Edelflieder Belle de Moscou - Syringa vulgaris

Edelflieder Belle de Moscou - Syringa vulgaris

Eine alte, prächtige und kräftige russische Sorte, deren Frühlingsblüte aus Trauben gefüllter Blüten in einem von Rosa überhauchten Frostweiß einen zarten Duft verbreitet. Der emblematische Flieder alter Gärten!
  • Blütezeit Juni, Juli
  • Höhe bei Reife 3,50 m
Edelflieder Belle de Nancy - Syringa vulgaris

Edelflieder Belle de Nancy - Syringa vulgaris

Eine alte französische Sorte von Victor Lemoine, die reich blüht und zeitlos schön ist. Sie wird nie langweilig und erfüllt Gärten und Blumensträuße im Frühling mit ihrem Duft!
  • Blütezeit Mai, Juni
  • Höhe bei Reife 4 m
Edelflieder Prince Wolkonsky - Syringa vulgaris

Edelflieder Prince Wolkonsky - Syringa vulgaris

Ein unverzichtbarer Gemeiner Flieder mit zahlreichen Trauben gefüllter, duftender Blüten in Rosa und Violett. Er ist einfach zu kultivieren und gedeiht in trockenen bis frischen, drainierenden Böden.
  • Blütezeit Mai, Juni
  • Höhe bei Reife 7 m
Persischer Flieder var. Laciniata - Syringa persica

Persischer Flieder var. Laciniata - Syringa persica

Ein selten kultivierter, leichter und ausgesprochen charmanter Flieder. Sein zerteiltes Laub erinnert ein wenig an Petersilie, seine frühe Blüte ist angenehm duftend. Perfekt für kleine Gärten!
  • Blütezeit Mai für Juli
  • Höhe bei Reife 1,50 m
Zwerg-Flieder Red Pixie - Syringa microphylla

Zwerg-Flieder Red Pixie - Syringa microphylla

Ein hübscher, kleiner, duftender Flieder mit rosaroter Frühlingsblüte, die anschließend halb remontierend weiterblüht, und leicht überhängender Wuchsform
  • Blütezeit Mai für Juli
  • Höhe bei Reife 1,50 m
Zwerg-Flieder Superba - Syringa microphylla

Zwerg-Flieder Superba - Syringa microphylla

Syringa mit duftenden, rein rosa Blüten, die im Frühling und anschließend zu Beginn des Sommers halb remontierend blühen.
  • Blütezeit Mai für November
  • Höhe bei Reife 1,50 m
Zwerg-Duftflieder Josée - Syringa velutina

Zwerg-Duftflieder Josée - Syringa velutina

Ein kleinwüchsiger, ausgesprochen buschiger Flieder, der sich perfekt für kleine Gärten eignet. Diese Sorte ist ebenso interessant für eine kleine blühende Hecke wie für eine Gruppenpflanzung oder als Solitär nahe am Haus, um ihre üppige, wunderbar duftende Blüte zu genießen.
  • Blütezeit Mai für November
  • Höhe bei Reife 2 m
Edelflieder Sensation - Syringa vulgaris

Edelflieder Sensation - Syringa vulgaris

Er bietet eine besondere, bei Flieder relativ seltene zweifarbige Blüte. Er verträgt strenge Fröste bis -15 °C.
  • Blütezeit Mai, Juni
  • Höhe bei Reife 4 m
Fiederblättrige Flieder - Syringa pinnatifolia

Fiederblättrige Flieder - Syringa pinnatifolia

Diese seltene Art, der Fiederblättrige Flieder, zeigt einen herrlichen Kontrast zwischen der hellen Farbe der Blüten und dem dunklen Laub.
  • Blütezeit Mai für Juli
  • Höhe bei Reife 3 m
Syringa Bloomerang Dark Purple - Zwerg-Duftflieder

Syringa Bloomerang Dark Purple - Zwerg-Duftflieder

Diese Neuheit aus der außergewöhnlichen Bloomerang®-Serie duftender Flieder blüht bis in den Herbst hinein remontierend. Perfekt für kleine Flächen, als Solitär oder in einer blühenden Hecke.
  • Blütezeit Juni für November
  • Höhe bei Reife 1,60 m
Zwerg-Duftflieder Flowerfesta White - Syringa meyeri

Zwerg-Duftflieder Flowerfesta White - Syringa meyeri

Dieser weiße Flieder aus der Flowerfesta-Serie ist ein sehr winterharter, kleinwüchsiger Strauch. Er blüht im April und Mai sehr reich und remontiert zum Saisonende. Ideal für kleine Gärten, lässt er sich auch im Topf auf der Terrasse oder dem Balkon kultivieren.
  • Blütezeit Mai für November
  • Höhe bei Reife 1,25 m
Koreanischer Flieder Miss Kim - Syringa patula

Koreanischer Flieder Miss Kim - Syringa patula

In kleinen Gärten gepflanzt, wird diese Sorte für ihr bescheidenes Wachstum, ihre natürliche Ausstrahlung, aber auch für ihre üppige, duftende Blüte geschätzt.
  • Blütezeit Juni, Juli
  • Höhe bei Reife 1,75 m

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Flieder pflanzen

Wo pflanzen

Sehr winterhart (bis -29 °C) und einmal eingewachsen, verträgt der Flieder sowohl Wind als auch starken Frost im Winter und kommt gut mit sommerlicher Trockenheit zurecht. Dieser Strauch fürchtet starke Kälte nicht, sondern schätzt sie sogar: Ein ziemlich strenger Winter fördert seine Blüte. Diese gute Winterhärte garantiert ihm in allen Regionen ein langes Leben. Er ist ein unverzichtbarer Strauch nördlich der Loire, der auch das mediterrane Klima im Halbschatten verträgt, sofern der Boden frisch und feucht bleibt.

Der Flieder blüht nur an einem sonnigen Standort üppig, wo er ein Maximum an Blüten hervorbringt, verträgt aber auch einen teilweise schattigen Standort, vor allem in den südlichen Regionen Frankreichs. Bieten Sie ihm einen sonnigen Standort mit mindestens 6 Stunden Sonne pro Tag. Schatten mindert seine Blüte erheblich.

Obwohl er mit jedem normalen Boden zurechtkommt, zeigt sich der Flieder von seiner besten Seite in einem frischen, gut drainierten, tiefgründigen und ausreichend nährstoffreichen Boden und verträgt sogar kalkhaltige Erde. Er ist in drainierendem Boden leicht zu kultivieren, da er Staunässe und Standorte, an denen sich im Winter Wasser sammeln kann, fürchtet.

Dank seiner recht vielseitigen Art findet der Flieder in jedem naturnahen Garten seinen Platz, auch in kleinen Gärten, wo er schöne Blickfänge bildet. Seine Verwendungsmöglichkeiten sind vielfältig. Durch seine starke Ausläuferbildung kann er schnell sehr blütenreiche Gehölzgruppen bilden: Geben Sie ihm ausreichend Platz, damit er sich entwickeln kann.

Er kann am Rand einer Gehölzgruppe vor höheren Bäumen, in Gruppen oder einzeln gepflanzt werden.

Er schmückt auch große Rabatten, die Hintergründe von Beeten und große frei wachsende Hecken, gemeinsam mit anderen Sträuchern, um die Blütezeiten abzuwechseln, sowie mit verschiedenen Fliedersorten, Forsythien und Schmetterlingssträuchern. Achten Sie darauf, ihn gut zu umgeben, denn nach dem Ende seiner Blüte zieht er sich bescheiden in die Anonymität zurück und wirkt unscheinbar. Pflanzen Sie ihn in der Nähe des Hauses oder eines Weges, damit Sie seinen betörenden Duft in vollen Zügen genießen können.

Wann pflanzen

Pflanzen Sie den Flieder im Herbst, von September bis November, um die Bewurzelung vor dem Winter zu fördern, oder im Frühjahr von März bis Mai, wenn keine Frostgefahr mehr besteht und Sie für eine verstärkte Bewässerung sorgen.

Wie pflanzen

Aufgrund seiner Ausläuferbildung benötigt der Flieder ausreichend Platz, um sich zu entwickeln. Je nach Sorte sollten Sie zwischen jeder Flieder-Jungpflanze 1 bis 3 Meter Abstand lassen.

Für eine Hecke: Halten Sie zwischen den einzelnen Pflanzen einen Abstand von 1 bis 2 m. Ein nährstoffreicher und gut drainierter Boden, gut mit Kompost aufgelockert und mit einigen Handvoll organischem Dünger (z. B. auf Algenbasis) angereichert, fördert das Anwachsen und die Entwicklung Ihres Flieders.

  • Heben Sie ein Loch aus, das doppelt so groß wie der Wurzelballen ist
  • Verteilen Sie eine 30 cm dicke Schicht aus Blähton oder Kies auf dem Grund der Pflanzgrube
  • Geben Sie eine Schaufel Kompost oder Blumenerde in das Loch
  • Setzen Sie Ihren Flieder so ein, dass der Wurzelballen bündig mit der Bodenoberfläche abschließt
  • Füllen Sie das Loch auf und treten Sie die Erde am Fuß des Strauchs leicht fest
  • Mulchen Sie mit einer guten Schicht Rindenmulch und Kiefernnadeln, damit der Boden im Sommer eine gewisse Feuchtigkeit behält
  • Formen Sie eine Mulde um den Fuß des Strauchs und gießen Sie in den ersten Wochen reichlich, um das Anwachsen zu fördern

 Wie pflanzt man einen Flieder im Topf?

Die Zwerg-Duftflieder (Syringa meyeri ‘Flowerfesta White’, Syringa patula, Syringa microphylla, Syringa Bloomerang ‘Dark Purple’) sorgen in einem großen Topf auf der Terrasse für Aufsehen und verströmen im Frühjahr ihren zarten Blütenduft.

  • Wählen Sie ein ausreichend großes Gefäß, damit sich der Strauch gut entwickeln kann (mindestens 60 cm Höhe)
  • Sorgen Sie mit Blähton oder Lavagranulat für eine perfekte Drainage
  • Pflanzen Sie Ihren Flieder in gute Blumenerde
  • Wählen Sie in den südlichen Regionen einen sonnigen bis halbschattigen Standort
  • Gießen Sie im Sommer regelmäßig, etwa zweimal pro Woche
  • Topfen Sie ihn alle zwei Jahre in einen größeren Behälter um
Syringa im Topf

Der Syringa meyeri Flowerfesta ‘White’ kann im Topf kultiviert werden

Pflege und Rückschnitt

Winterhart oft bis unter -15 °C, trockenheitsresistent und unempfindlich gegenüber Luftverschmutzung, ist der Flieder äußerst robust. Sobald er gut eingewurzelt ist, benötigt er nur sehr wenig Pflege, um Jahr für Jahr üppig zu blühen und von selbst zu wachsen. Er ist der unverzichtbare Begleiter für Gärten ohne Gärtner.

Abgesehen von den beiden ersten Sommern nach der Pflanzung, in denen Sie vor allem bei anhaltender Trockenheit auf eine ausreichende Bewässerung achten sollten, ist es nicht nötig, den Flieder im Freiland zu gießen. Gießen Sie mindestens zweimal im Monat.

Mulchen Sie im Sommer in trockenem Klima, um eine gewisse Feuchtigkeit im Wurzelbereich zu bewahren.

Geben Sie im Frühjahr durch oberflächliches Einharken etwas Kompost oder einen Sack Blumenerde in den Boden am Fuß des Strauchs, um das Wachstum zu fördern, auch wenn dies nicht unbedingt erforderlich ist.

Entfernen Sie die verblühten Blüten unmittelbar nach der Blüte, bevor sie Früchte bilden, um das Erscheinen neuer Blüten zu fördern und zu verhindern, dass der Strauch unnötig geschwächt wird.

Entfernen Sie regelmäßig die Wurzelschösslinge am Boden, um eine unerwünschte Ausbreitung zu verhindern.

So schneiden Sie den Flieder richtig

Ein jährlicher Pflegeschnitt wird empfohlen, um eine ausgewogene Wuchsform zu erhalten und seine Ausbreitung zu begrenzen. Schneiden Sie den Flieder besser nicht zu stark zurück, sondern bevorzugen Sie einen leichten jährlichen Rückschnitt, der auch die Blüte fördert.

→ Alles Wissenswerte über den Rückschnitt des Flieders erfahren Sie in unserem Ratgeber: Flieder: Wie schneidet man ihn richtig?“

Flieder

Zwerg-Duftflieder ‘Palibin’

Mögliche Schädlinge und Krankheiten

Der Flieder ist ein sehr widerstandsfähiger Blütenstrauch, wenn er richtig gepflanzt wurde. Dennoch kann er von bestimmten Schädlingen und Krankheiten befallen werden.

Er leidet insbesondere häufig unter Mehltau, der einen unschönen weißen Belag hinterlässt, für den Strauch jedoch nicht besonders bedrohlich ist, vor allem auf den Blättern im Spätsommer und bei warmem, feuchtem Wetter. Entfernen Sie die befallenen Zweige mit einer desinfizierten Gartenschere und sprühen Sie ein schwefelhaltiges Fungizid oder Brennnesseljauche auf beziehungsweise behandeln Sie den Strauch mit Bordeauxbrühe.

Die Wollläuse sind an den watteartigen Ansammlungen erkennbar, die sie auf den Blättern hinterlassen, und können den Flieder im Sommer befallen. Sie lassen sich mit einem mit 90 °C heißem Alkohol getränkten Wattestäbchen entfernen. Anschließend folgen Spritzungen mit Rapsöl, die zwei- bis dreimal im Abstand von 15 Tagen wiederholt werden sollten.

Dickmaulrüssler, kleine Käfer, die den Blattrand „lochen“, befallen den Flieder recht häufig. Diese nagenden Insekten kommen nachts heraus: Suchen und verbrennen Sie sie. Sprühen Sie am Morgen Abkochungen aus Balsamkraut oder eine Nematodenlösung auf.

In einigen Regionen kann der Flieder vom Feuerbrand befallen werden, einer gefährlichen Krankheit, die den Strauch innerhalb weniger Wochen abtöten kann. Das Bakterium breitet sich bei warmem, feuchtem Wetter und Temperaturen zwischen 25 und 30 °C rasch aus. Der Strauch wirkt, als wäre er vom Feuer verbrannt. Es gibt keine heilende Behandlung, daher müssen Sie der Krankheit vorbeugen und ihre Ausbreitung verhindern. Schneiden Sie alle befallenen Pflanzenteile ab und verbrennen Sie sie und sprühen Sie im Frühjahr vorbeugend Bordeauxbrühe oder einen Ackerschachtelhalm-Auszug. Wenn der gesamte Strauch befallen ist, schneiden Sie ihn ab und verbrennen Sie ihn.

In nassem Boden ist der Flieder schließlich sehr anfällig für Pilzkrankheiten wie die Wurzelfäule, die zu einem Absterben der Wurzeln führt; die Rinde löst sich ab, wobei ebenfalls weiße Flecken sichtbar werden. Da keine Behandlung wirksam ist, sorgen Sie bereits bei der Pflanzung für eine einwandfreie Drainage.

→ Erfahren Sie mehr über Krankheiten und Schädlinge des Flieders in unserem Ratgeber.

Vermehrung

Flieder durch Stecklinge vermehren

Die Vermehrung von Flieder kann durch krautige Stecklinge nach der Blüte im Juni-Juli oder halbverholzte Stecklinge (das heißt solche, die sich von weichem zu hartem Holz entwickeln) im August-September erfolgen. Das Verfahren ist etwas heikel, die Entnahme von Wurzelschösslingen bleibt jedoch die einfachste Methode.

→ Erfahren Sie alles über die Stecklingsvermehrung von Flieder in unserem Ratgeber: Wie macht man einen Fliedersteckling?

Durch Abmoosen

Der Flieder bildet sehr leicht Wurzelschösslinge, das Absenken im Frühjahr bleibt eine einfache Methode, ihn zu vermehren und dabei seine Ausbreitung zu kontrollieren.

  • Heben Sie in der Nähe des Strauchs eine Furche in der Erde aus
  • Wählen Sie einen tief stehenden Trieb, der sich leicht bis zum Boden biegen lässt
  • Entfernen Sie die Blätter am unteren Teil des Triebs
  • Vergraben Sie ihn auf einer Länge von etwa zwanzig Zentimetern
  • Richten Sie das belaubte Ende des Zweigs auf und stützen Sie diesen oberirdischen Teil ab
  • Schließen Sie die Furche und befestigen Sie den Absenker mit einem Haken oder einem Stein
  • Die Knospen bewurzeln sich innerhalb eines Jahres: im folgenden Frühjahr
  • Durchtrennen Sie den Trieb an der Stelle, an der er in den Boden eindringt, um den Absenker abzutrennen
  • Pflanzen Sie ihn sofort ins Freiland und gießen Sie ihn

Durch Entnahme von Wurzelschösslingen

Der Flieder bildet von Natur aus Wurzelschösslinge, das heißt neue Triebe aus seinem Wurzelstock. Diese Vermehrungsmethode ist die einfachste. Führen Sie sie im Spätherbst an mindestens 5 Jahre alten Pflanzen mit gut entwickelten Wurzelschösslingen durch. Sie werden allerdings viele Jahre brauchen, bis sie blühen!

  • Trennen Sie die bewurzelten Wurzelschösslinge mithilfe eines Spatens rund um den Wurzelstock ab
  • Schneiden Sie die Wurzel so nah wie möglich am Wurzelstock durch
  • Pflanzen Sie sie sofort im Garten in gut durchlässigen, gut mit Kompost angereicherten Boden und achten Sie darauf, sie gründlich zu gießen

Im Garten verwenden und kombinieren

Als Sinnbild alter Gärten, ob in der Stadt oder auf dem Land, bezaubert der Flieder mit seiner duftenden Blüte, die Charme und Schlichtheit vereint, und ist unbestritten der König der Frühlingsszenerien. In den 1960er- und 1970er-Jahren mit seiner lässigen Wuchsform in Vergessenheit geraten, kehrt dieser zeitlose Strauch nun mit Macht in unsere Gärten zurück. Er bringt eine köstlich nostalgische Frische in den Garten, in ein großes ländliches Beet, eine blühende Hecke, als Solitär, in vernachlässigte Ecken, in romantischen Kübeln auf der Terrasse oder dem Balkon sowie in Blumensträußen.

Alle Flieder sind mit ihrer blauvioletten, rosafarbenen oder weißen Blüte eine wahre Freude. Als platzsparender, schadstoffverträglicher Strauch eignet er sich gut für Stadtgärten und kleine Flächen. Er ist unverzichtbar in einem weißen Garten und in einem romantischen Garten.

In einer großen blühenden Hecke gesellt er sich zu anderen Blütensträuchern, wobei er nach der Forsythie, gleichzeitig mit der Felsenbirne und vor dem Sommerflieder blüht. Perfekt passt er zur Japanischen Lavendelheide, zu rosafarben oder weiß blühenden Spiersträuchern, zum Chinesischen Mandelbäumchen und zur Zierquitte.

Spielen Sie mit verschiedenen Flieder-Kultivaren, um ein echtes farbenfrohes Gehölzensemble zu gestalten.

In einem großen Frühlingsbild harmoniert er ideal mit Säckelblumen, Alpenrosen, dem Gewöhnlichen Judasbaum oder Cercis.

Flieder-Kombination

Ein Beispiel für eine Kombination in einer Frühlingshecke: Syringa vulgaris ‘Belle de Nancy’, Amelanchier lamarckii, Cercis siliquastrum, Spirea japonica ‘Snowmound’

Die puderblauen, zartrosafarbenen oder weißen Blüten des Flieders entfalten sich wie eine zarte Wolke neben den kompakten Blütenständen und dem üppigen Laub der Hortensien, einer Magnolie oder eines Gewürzstrauchs.

Im Hintergrund eines naturalistischen Beets steht er neben Ziergräsern wie Federborstengras, deren lockere Wuchsform und leichte Blütenstände einen Kontrast zu seinem dichten Laub und seiner unregelmäßigen Silhouette bilden. Umgekehrt bietet die lockere Wuchsform des Flieders mit seinen üppig blütenbesetzten Rispen einen Formenkontrast zur Strenge von Nadelgehölzen wie Eiben.

Der Flieder bildet wunderschöne Hintergründe für früh blühende, buschige Rosen.

Sie können große Flieder mit einem rosafarbenen oder weißen Kultivar von Clematis montana beranken.  Er kann auch als Solitär verwendet werden, umgeben von einem Beet aus Bodendecker-Rosen, Päonien oder einer kriechenden Säckelblume.

Kultivare in Pastelltönen wirken bezaubernd in einer naturalistischen Gestaltung, umgeben von Glockenblumen und Dichternarzissen.

Flieder in einem kräftigen Pflaumenviolett harmoniert gut mit dem purpurfarbenen Laub von Prunus, Berberitzen oder helleren Fliedersorten.

Gelb blühende Pflanzen, die gleichzeitig mit dem Flieder aufblühen, schaffen einen wunderschönen Gelb-Blau-Kontrast zu seiner Fülle an großen mauvefarbenen oder violetten Blüten. Besonders schön ergänzen sie Sträucher mit gelbgrünem Laub wie Pfeifensträucher oder gelb blühende Gehölze wie Ginster und Goldregen sowie gelbe Stauden mit früher Blüte wie Wolfsmilch, Primeln und Deutsche Schwertlilien.

Spät blühende Flieder, die im Herbst eine remontierende Blüte hervorbringen, begleiten die Blüte remontierender Rosen, der hohen Astern und der Prachtkerzen.

Nützliche Ressourcen

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