Kalanchoe: Pflege und Kultur

Kalanchoe: Pflege und Kultur

Inhaltsverzeichnis

Kalanchoe kurz erklärt

  • Die Kalanchoe ist eine pflegeleichte Sukkulente, die sich mit fleischigem Laub und farbenfroher Blüte ideal für Innenräume eignet.
  • Sie liebt Licht, ein gut drainierendes Substrat und mäßiges Gießen, um Staunässe zu vermeiden.
  • Ihre Vermehrung gelingt einfach durch Stecklingsvermehrung oder bei manchen Arten über Keimlinge.
  • Als Dekoration passt sie sich je nach Topfwahl jedem Stil an, vom Boho- bis zum modernen Stil.
  • Sie ist robust, kann bei schlechter Drainage jedoch durch Wurzelfäule geschädigt werden.
Schwierigkeit

Das Wort unseres Experten

Das Kalanchoe aus der Familie der Dickblattgewächse ist eine beliebte Sukkulente, die leicht zu pflegen ist und manchmal prächtig blüht. Ursprünglich aus den Trockengebieten Afrikas und Madagaskars stammend, eignet es sich dank seiner fleischigen, wasserspeichernden Blätter bestens für die Zimmerkultur. Es gibt zahlreiche Arten und Sorten: vom samtig behaarten Laub des Kalanchoe tomentosa bis zu den großen Rosetten von Kalanchoe thyrsiflora. Es besticht durch Schönheit und Robustheit. Beim Begriff „Kalanchoe“ denkt man jedoch sofort an das Flammende Käthchen (Kalanchoe blossfeldiana), die beliebteste Art mit leuchtenden Blüten in Rot, Rosa, Gelb oder Orange und langer Blütezeit.

Das pflegeleichte Kalanchoe bevorzugt ein gut drainierendes Substrat und einen hellen Standort ohne Staunässe. Mäßiges Gießen und ein Abtrocknen der Erde zwischen den Wassergaben reichen aus. Für eine üppige Blüte kann im Frühjahr und Sommer geeigneter Dünger gegeben werden. Einige Arten lassen sich leicht durch Stecklingsvermehrung oder über Keimlinge vermehren, die sich an den Blättern bilden, etwa bei Kalanchoe daigremontiana.

Als vielseitige Sukkulente passt das Kalanchoe zu jedem Einrichtungsstil, vom minimalistischen bis zum Boho-Stil. Ein Terrakottatopf betont seine natürlichen Farben, während ein farbiger Keramiktopf einen modernen Akzent setzt.

Rosa halbgefüllte Blüte des Flammenden Käthchens Die rosa, halbgefüllte Blüte einer Sorte des Flammenden Käthchens.

Botanik und Beschreibung

Steckbrief

Kalanchoen gehören zur großen Familie der Dickblattgewächse, die für ihre an trockene Lebensräume angepassten Sukkulenten bekannt ist. Der Gattungsname Kalanchoe geht auf die lateinische Umschrift eines chinesischen Wortes zurück, das vermutlich mit der Fähigkeit einiger Arten zusammenhängt, sich spontan durch Stecklingsvermehrung oder durch Keimlinge auf ihren Blättern zu vermehren.

Im Deutschen werden diese Pflanzen meist Kalanchoe genannt, aber auch Flammendes Käthchen oder Goethepflanze – wegen des Interesses, das der deutsche Dichter und Naturforscher an ihrer ungewöhnlichen Fortpflanzungsweise zeigte. In ihrer Heimat wachsen sie vor allem in den warmen, trockenen Regionen Afrikas und Madagaskars sowie in Teilen Asiens. Ihre Fähigkeit, Wasser in den fleischigen Blättern zu speichern, und ihre Trockenheitsverträglichkeit machen sie zu wahren Anpassungskünstlern.

Ihre große Beliebtheit als Zimmerpflanzen verdanken sie vor allem ihrer üppigen, farbenfrohen Blüte, die mehrere Wochen anhalten kann, besonders beim Kalanchoe blossfeldiana oder Flammenden Käthchen, der verbreitetsten Art im Gartenhandel. Sie ist in vielen Blütenfarben erhältlich (Rot, Orange, Gelb, Weiß, Violett …), teils auch gefüllt. Ihre Pflegeleichtigkeit spielt ebenfalls eine wichtige Rolle: Kalanchoen verzeihen vergessene Wassergaben und fühlen sich an hellen Standorten wohl, ohne viel Aufmerksamkeit zu verlangen.

Kalanchoe-Sorten des Flammenden Käthchens in verschiedenen Farben

Das klassische Kalanchoe, auch Flammendes Käthchen genannt, ist in vielen Farben erhältlich.

Zu den beliebtesten Arten und Sorten zählen Kalanchoe beharensis ‘Oak Leaf’ mit spektakulärem, an samtige Eichenblätter erinnerndem Laub sowie Kalanchoe beharensis ‘Fang’ mit gezähnten Blättern und kleinen Auswüchsen. Kalanchoe marmorata setzt mit seinen großen, marmorierten Blättern dekorative Akzente, während Kalanchoe oricula durch dicke, abgerundet-öhrchenförmige Blätter besticht. Kalanchoe thyrsiflora, die manchmal mit Kalanchoe luciae verwechselt wird, bildet breite Blattrosetten mit roten Rändern, die sich bei intensiver Beleuchtung spektakulär färben.

Schon gewusst?: Der Name Bryophyllum wurde früher für einige Kalanchoe-Arten verwendet, insbesondere für solche, die an den Blatträndern Keimlinge bilden, etwa Kalanchoe daigremontiana oder Kalanchoe pinnata. Der Name leitet sich von den griechischen Wörtern bryo (keimen) und phyllon (Blatt) ab und verweist auf diese besondere vegetative Vermehrung. Heute zählen Botaniker diese Arten zur Gattung Kalanchoe, obwohl die frühere Bezeichnung von manchen Gärtnern weiterhin verwendet wird.

Junge Keimlinge wachsen am Blattrand von Kalanchoe daigremontiana

Junge Keimlinge wachsen am Rand eines Blattes von Kalanchoe daigremontiana

Kalanchoen zeigen eine große morphologische Vielfalt: von kleinen krautigen Pflanzen bis zu echten sukkulenten Sträuchern. Ihre Wuchsform variiert je nach Art: Einige, wie Kalanchoe thyrsiflora, bilden kompakte Rosetten mit spiralförmig angeordneten, dicken Blättern. Andere, wie Kalanchoe beharensis (etwa die Sorte ‘Subnuda’), können mehrere Meter hoch werden und wachsen aufrechter und verzweigter.

Das Wurzelsystem ist meist flach und an die drainierenden, nährstoffarmen Böden ihrer natürlichen Lebensräume angepasst. Die faserigen, relativ empfindlichen Wurzeln nehmen nach den seltenen Regenfällen rasch Wasser auf, reagieren aber empfindlich auf Staunässe. Bei einigen Arten wie Kalanchoe pinnata können sich sogar Adventivwurzeln an Stängeln und auf den zu Boden gefallenen Blättern bilden, was ihre Vermehrung erleichtert.

Falls vorhanden, ist der Stamm an der Basis oft holzig und zu den Enden hin zunehmend sukkulent. Die Zweige sind, sofern ausgebildet, fleischig und brüchig, wie bei Kalanchoe tomentosa, einer buschig wachsenden Art, deren Triebe mit zunehmendem Alter verholzen. Bei strauchförmigen Arten wie Kalanchoe beharensis speichern die dicken Triebe Wasser und wirken mitunter knotig; ihre Rinde blättert leicht ab.

Nahaufnahme des samtigen Laubs von Kalanchoe tomentosa

Das samtige Laub von Kalanchoe tomentosa ist deutlich zu erkennen

Das Laub ist meist fleischig und von einer dicken Cuticula bedeckt, die die Verdunstung begrenzt. Es nimmt sehr unterschiedliche Formen an. Kalanchoe tomentosa besitzt beispielsweise längliche, samtige Blätter mit dichtem silbrigem Flaum und kleinen braunen Flecken an den Rändern. Kalanchoe daigremontiana bildet dagegen lanzettliche Blätter mit gezähnten Rändern, an denen zahlreiche Keimlinge entstehen, die sich lösen und bewurzeln können.

Die Blüte der Kalanchoen ist spektakulär und lang anhaltend, oft im Winter oder Frühjahr, mit Blütenständen in Rispen oder Trugdolden. Kalanchoe blossfeldiana, die bekannteste Art, wird besonders wegen ihrer kleinen Blüten in dichten Sträußen geschätzt. Kalanchoe thyrsiflora entwickelt dagegen einen hohen Blütenstand mit gelblichen, urnenförmigen Blüten.

Das Flammende Käthchen benötigt kurze Tage, um zu blühen, und blüht deshalb in unseren Innenräumen meist im Winter. Gärtner setzen die Pflanzen jedoch künstlich kurzen Tagen aus, um das ganze Jahr über blühende Pflanzen anbieten zu können.

Nach der Blüte fällt die Fruchtbildung eher unauffällig aus. Die Früchte sind Kapseln mit sehr feinen Samen, die durch Wind oder Wasser verbreitet werden. Die meisten Kalanchoen werden jedoch vor allem durch Stecklingsvermehrung oder durch Keimlinge auf ihren Blättern vermehrt, wie bei den Arten der Untergattung Bryophyllum (siehe oben). Dadurch breiten sie sich in der Natur und in Kultur schnell aus.

Achtung! Alle Kalanchoen sind giftig, insbesondere für Tiere. Sie können Vergiftungen verursachen, die das Nerven- und Muskelsystem beeinträchtigen. Die verantwortlichen Stoffe, Bufadienolide genannt, gehören zur selben Familie wie die Cardenolide, steroidale Verbindungen mit herzstärkender Wirkung.

Wichtige Arten und Sorten

Unsere Lieblingssorten
Weitere Sorten zum Entdecken
Kalanchoe tomentosa - Panda-Pflanze

Kalanchoe tomentosa - Panda-Pflanze

Diese Kalanchoe hat blaugrüne, silbrig behaarte Blätter mit braunen Nuancen an Blattrand und -spitze.
  • Blütezeit Februar für Mai
  • Höhe bei Reife 40 cm
Kalanchoe thyrsiflora Bronze Sculpture - Wüstenkohl

Kalanchoe thyrsiflora Bronze Sculpture - Wüstenkohl

Eine sehr originelle Kalanchoe mit großen, ovalen bis rundlichen Blättern in Blaugrün bis Silber, deren Ränder im Sommer bronzefarben bis rot werden.
  • Blütezeit April, Mai
  • Höhe bei Reife 55 cm
Kalanchoe beharensis Oak Leaf - Elefantenohr-Kalanchoe

Kalanchoe beharensis Oak Leaf - Elefantenohr-Kalanchoe

Diese Sorte begeistert mit großen, samtigen und schön gelappten Blättern, deren Form an Eichenblätter erinnert. Ihre Farbe reicht von Olivgrün bis Dunkelgrün, zudem sind sie silbrig behaart.
  • Blütezeit März für Mai
  • Höhe bei Reife 1 m
Kalanchoe oricula

Kalanchoe oricula

Eine überraschende Kalanchoe mit dicken, gebogenen Blättern, die an jene des Jadestrauchs Crassula ovata 'Hobbit' erinnern. Sie sind graugrün bis gelbgrün und färben sich je nach Sonnenstand rötlich.
  • Blütezeit Februar für Mai
  • Höhe bei Reife 45 cm
Kalanchoe marmorata

Kalanchoe marmorata

Kalanchoe marmorata trägt runde, grüne bis blaugrüne Blätter mit purpurroter Marmorierung.
  • Blütezeit Februar für Mai
  • Höhe bei Reife 40 cm
Kalanchoe farinacea

Kalanchoe farinacea

Eine Kalanchoe mit mehlig wirkenden graugrünen Blättern und prächtigen orange- bis roten Blütenrispen.
  • Blütezeit Februar für Mai
  • Höhe bei Reife 40 cm

 

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Kalanchoe im Topf pflanzen: Wann und wie?

Wann Kalanchoe pflanzen?

Der beste Zeitpunkt zum Pflanzen einer Kalanchoe ist im Frühjahr, wenn die Pflanze in die aktive Wachstumsphase eintritt. Auch im Sommer ist das Pflanzen möglich. Starke Hitzeperioden sollten Sie jedoch vermeiden, da sie die Pflanze direkt nach dem Eintopfen stressen können.

Wo Kalanchoe aufstellen?

Kalanchoe ist eine lichtliebende Pflanze. Sie sollte an einem hellen Standort stehen, idealerweise in der Nähe eines nach Süden oder Westen ausgerichteten Fensters. Im Sommer können direkte Sonnenstrahlen in der Mittagszeit jedoch die Blätter verbrennen, besonders bei Arten mit behaartem Laub wie Katzenohr. Im Winter ist ein direkterer Standort empfehlenswert, um den Lichtmangel auszugleichen.

Was die Temperatur betrifft, bevorzugt Kalanchoe Temperaturen zwischen 15 und 25 °C. Kurzzeitig verträgt sie auch niedrigere Temperaturen bis 10 °C. Darunter verlangsamt sich ihr Wachstum jedoch stark und die Pflanze kann Schaden nehmen. Sie ist sehr frostempfindlich und wird deshalb in Regionen mit kalten Wintern als Zimmerpflanze kultiviert.

Die Luftfeuchtigkeit sollte mäßig sein. Eine zu feuchte Umgebung begünstigt Pilzkrankheiten und Wurzelfäule. Stellen Sie den Topf daher besser nicht ins Badezimmer oder in die Nähe eines Luftbefeuchters.

Kalanchoe blossfeldiana mit gelben Blüten im Topf

Ein heller, warmer Standort genügt, damit Kalanchoe sich wohlfühlt

Welchen Topf wählen?

Der Topf sollte:

  • ein Loch im Boden haben, um eine gute Drainage zu gewährleisten und Staunässe zu vermeiden.
  • etwas größer als der Wurzelballen sein (etwa 2 bis 3 cm mehr Durchmesser), da ein zu großer Topf zu viel Feuchtigkeit speichert.
  • vorzugsweise aus Terrakotta bestehen, da dieses poröse Material die Wasserverdunstung fördert und Fäulnis vorbeugt. Ein Kunststofftopf ist ebenfalls geeignet, allerdings sollten Sie beim Gießen vorsichtiger sein.

Welches Substrat verwenden?

Kalanchoe benötigt ein gut drainierendes Substrat. Ideal ist folgende Mischung:

  • 2/3 Kakteen- und Sukkulentenerde oder aufgelockerte Universalerde.
  • 1/3 grober Sand oder Perlite, um die Drainage weiter zu verbessern.
  • Einige Blähtonkugeln oder Kies am Topfboden verhindern Staunässe.

Wie Kalanchoe eintopfen?

  1. Topf mit Substrat füllen: Geben Sie Blumenerde hinein und lassen Sie ausreichend Platz für den Wurzelballen.
  2. Pflanze vorsichtig austopfen: Klopfen Sie sanft gegen die Wände des alten Topfes, um die Wurzeln zu lösen, ohne sie zu beschädigen. Sind sie stark verwurzelt, lockern Sie sie vorsichtig mit den Fingern.
  3. Kalanchoe in die Mitte des neuen Topfes setzen: Passen Sie die Höhe so an, dass die Blattbasis knapp über dem Substrat bleibt.
  4. Mit Blumenerde auffüllen: Füllen Sie rund um den Wurzelballen auf, ohne das Substrat zu stark anzudrücken, damit die Luft zirkulieren kann.
  5. Leicht angießen: Befeuchten Sie das Substrat mit einer Gießkanne mit feiner Tülle, ohne die Erde zu durchnässen. Das erste Gießen sollte mäßig ausfallen, da sich die Wurzeln an ihre neue Umgebung gewöhnen müssen.
  6. Pflanze an ihren endgültigen Standort stellen: an einen hellen Platz, in den ersten Tagen jedoch ohne intensive direkte Sonne.

Kalanchoe umtopfen

Kalanchoe sollte alle 2 bis 3 Jahre umgetopft werden, im Frühjahr, wenn ihre Wurzeln den Topf vollständig ausfüllen oder die Pflanze weniger kräftig wirkt. Der Vorgang ähnelt dem erstmaligen Pflanzen. Achten Sie dabei auf einen etwas größeren Topf und frisches Substrat. Wird die Pflanze zu groß und instabil, ist dies auch eine gute Gelegenheit für einen leichten Rückschnitt, damit sie wieder eine harmonische Wuchsform erhält.

Kalanchoe: Pflege und Kultur

Kalanchoen sind pflegeleichte Pflanzen, sofern ihre besonderen Bedürfnisse bei Gießen, Düngen und Standort berücksichtigt werden. Dank ihrer sukkulenten Natur überstehen sie auch vergessene Wassergaben, doch einige Maßnahmen sind nötig, damit sie gesund bleiben und lange blühen.

Gießen: das richtige Maß finden

Die Kalanchoe benötigt mäßige Wassergaben, da ihre fleischigen Blätter Wasser speichern. Als Faustregel gilt: Das Substrat sollte zwischen zwei Wassergaben vollständig abtrocknen. Während des Wachstums (Frühling und Sommer) genügt alle 10 bis 15 Tage eine Wassergabe, im Winter kann sie auf einmal monatlich reduziert werden.

Gießen sollte immer am Fuß der Pflanze erfolgen. Vermeiden Sie, die Blätter zu benetzen, um Pilzkrankheiten vorzubeugen. Staunässe ist der größte Feind der Kalanchoe: Leeren Sie daher nach jedem Gießen den Untersetzer und lassen Sie niemals Wasser im Topf stehen. Im Zweifel ist sparsames Gießen besser als zu viel Wasser.

Düngen: Wachstum und Blüte fördern

Um Blüte und Wachstum anzuregen, empfiehlt sich eine leichte Düngergabe. Im Frühling und Sommer können Sie alle 3 bis 4 Wochen Flüssigdünger für Blühpflanzen (in diesem Fall halb dosiert) oder für Kakteen geben. Im Herbst und Winter wird das Düngen eingestellt, damit die Pflanze in die Ruhephase eintritt.

Achtung: Zu viel Dünger kann der Pflanze schaden! Verwenden Sie daher besser einen stickstoffarmen Dünger (N) mit viel Phosphor (P) und Kalium (K), um eine üppige Blüte zu fördern.

Rückschnitt: optional, aber manchmal sinnvoll

Ein Rückschnitt ist bei einer Kalanchoe nicht unbedingt nötig, kann aber eine neue Blüte anregen und für eine schöne, kompakte Wuchsform sorgen. Nach der Blüte können Sie die verblühten Blütenstiele abschneiden, damit die Pflanze ihre Energie nicht unnötig in die Samenbildung steckt.

Wird die Pflanze zu groß oder unten kahl, können Sie die Triebspitzen zurückschneiden, um die Verzweigung anzuregen und eine dichtere Wuchsform zu erhalten. Einige Arten wie Kalanchoe tomentosa oder Kalanchoe beharensis wachsen von Natur aus buschig und benötigen keinen regelmäßigen Rückschnitt.

Vorsichtsmaßnahmen gegen Probleme

  • Vorsicht vor zu viel Feuchtigkeit: Sie ist die häufigste Ursache für das Absterben von Kalanchoen. Zu nasses Substrat kann Wurzelfäule und Pilzkrankheiten verursachen.
  • Pralle Sonne vermeiden: Ein zu direkter Standort im Sommer kann Blattverbrennungen verursachen, besonders bei Sorten mit samtigem Laub wie Kalanchoe tomentosa.
  • Vor Zugluft und Kälte schützen: Temperaturen unter 10 °C können das Wachstum stark verlangsamen und eine Gelbfärbung der Blätter verursachen.

→ Lesen Sie auch unsere Tipps unter Kalanchoe als Zimmerpflanze: Tipps für die richtige Pflege.

Umtopfen einer Kalanchoe

Die klassische Kalanchoe ist pflegeleicht und ideal für Anfänger

Mögliche Schädlinge und Krankheiten beim Kalanchoe

Die häufigsten Schädlinge

  • Wollläuse: Diese kleinen, weißen, watteartigen Parasiten sitzen an den Trieben und auf der Blattunterseite. Sie ernähren sich vom Pflanzensaft und schwächen die Pflanze. Sie treten häufig bei zu trockener Luft auf. Entfernen Sie sie von Hand mit einem mit 70-prozentigem Alkohol getränkten Wattestäbchen oder sprühen Sie eine Lösung aus in Wasser verdünnter Schmierseife auf.
  • Blattläuse: Sie sind seltener und befallen junge Triebe und Blütenknospen. Dabei verformen sie diese und verhindern die Blüte. Ein kräftiger Wasserstrahl oder eine Behandlung mit Schmierseife reicht meist aus, um sie zu beseitigen.
  • Spinnmilben: Diese winzigen Milben vermehren sich bei heißem, trockenem Wetter. Sie hinterlassen graues Laub und manchmal feine Gespinste. Erhöhen Sie die Luftfeuchtigkeit und besprühen Sie die Blätter sparsam mit Wasser, um ihr Auftreten einzudämmen. Bei Befall hilft eine Behandlung mit Brennnesseljauche oder Schmierseife.

Häufige Krankheiten

  • Wurzelfäule: Sie ist das häufigste Problem und wird durch zu häufiges Gießen oder eine schlechte Drainage verursacht. Die Blätter werden weich, vergilben und fallen schließlich ab. Die einzige Lösung besteht darin, das Gießen einzustellen, die Pflanze in ein trockenes, gut drainiertes Substrat umzutopfen und befallene Wurzeln bei Bedarf abzuschneiden.
  • Mehltau: Diese Pilzkrankheit zeigt sich durch einen weißen, pudrigen Belag auf den Blättern. Ursache sind zu viel Feuchtigkeit und mangelnde Luftzirkulation. Isolieren Sie die Pflanze und behandeln Sie sie mit einem natürlichen Fungizid wie verdünnter Milch.
  • Blattflecken: Sie können durch Pilze oder Bakterien verursacht werden und stehen häufig mit Wasserspritzern auf dem Laub in Zusammenhang. Gießen Sie nicht über die Blätter und entfernen Sie befallene Blätter.

Sorgen Sie für eine gute Belüftung, vermeiden Sie zu viel Feuchtigkeit und kontrollieren Sie regelmäßig den Zustand der Blätter. So begrenzen Sie das Risiko von Schädlingsbefall und Krankheiten bei Kalanchoen deutlich.

→ Mehr dazu erfahren Sie in unserem Artikel: Kalanchoe: häufige Krankheiten und Schädlinge.

Kalanchoe vermehren?

Kalanchoen lassen sich leicht vermehren und bieten mehrere Möglichkeiten, neue Pflanzen zu gewinnen. Je nach Art eignen sich die Stecklingsvermehrung durch Trieb- oder Blattstecklinge, das Teilen von Wurzelschösslingen oder die Vermehrung durch Keimlinge – eine Besonderheit bestimmter Sorten wie Kalanchoe daigremontiana.

Triebstecklinge: die einfachste und effektivste Methode

Die Stecklingsvermehrung ist die gängigste Methode, ein Kalanchoe zu vermehren, insbesondere bei Arten wie Flammendes Käthchen, Katzenohr oder Kalanchoe beharensis.

  1. Steckling schneiden: Einen gesunden, nicht blühenden Trieb auswählen und mit einer sauberen, scharfen Gartenschere ein 5 bis 10 cm langes Stück abschneiden.
  2. Wunde trocknen lassen: Den Steckling 24 bis 48 Stunden an einem trockenen, schattigen Ort „trocknen“ lassen. Dieser Schritt ist wichtig, damit er in der Erde nicht fault.
  3. Steckling einpflanzen: Einen kleinen Topf mit einem leichten, drainierenden Substrat füllen (Mischung aus Kakteenerde und Perlite oder Sand) und den Steckling mit der Basis leicht in die Erde stecken.
  4. Leicht gießen: Den Boden leicht anfeuchten, ohne ihn zu durchnässen. Die Pflanze in den ersten Wochen hell, aber ohne direkte Sonne aufstellen.
  5. Neuaustrieb beobachten: Nach 2 bis 3 Wochen sollten sich Wurzeln bilden. Sobald das Kalanchoe gut eingewurzelt ist, kann es wie eine ausgewachsene Pflanze gepflegt werden.

Blattstecklinge: eine längere, aber interessante Methode

Einige Arten wie Katzenohr oder Kalanchoe thyrsiflora lassen sich durch Blattstecklinge vermehren. Dazu einfach ein gesundes Blatt abtrennen, einige Tage trocknen lassen und anschließend auf ein leicht feuchtes, drainierendes Substrat legen. Nach einigen Wochen bilden sich an der Blattbasis kleine Wurzeln und eine neue Rosette.

Wurzelschösslinge teilen: für ausläuferbildende Arten

Einige Sorten wie Kalanchoe thyrsiflora bilden am Fuß der Mutterpflanze Wurzelschösslinge. Diese lassen sich vorsichtig abtrennen und einzeln einpflanzen.

  1. Die Mutterpflanze vorsichtig ausgraben und Wurzelschösslinge mit eigenen Wurzeln auswählen.
  2. Den Wurzelschössling mit einem sterilisierten Messer sauber abtrennen.
  3. In drainierendes Substrat pflanzen und leicht gießen.

Vermehrung durch Keimlinge: eine Besonderheit der Brutblätter

Arten, die früher der Gattung Bryophyllum (heute eine Untergattung) zugeordnet wurden, wie Kalanchoe daigremontiana oder Kalanchoe pinnata, vermehren sich selbst durch kleine Keimlinge, die an den Blatträndern wachsen. Diese Mini-Pflanzen fallen von selbst ab und wurzeln im Boden ein. Um die Vermehrung zu beschleunigen, können Sie die Keimlinge abnehmen und direkt in einen Topf mit leichtem Substrat pflanzen.

Mehr dazu in unserem Ratgeber: Kalanchoe zu Hause einfach vermehren

Keimling von Kalanchoe daigremontiana und Kalanchoe-Steckling

Links: Die jungen Keimlinge von Kalanchoe daigremontiana fallen auf das Substrat und wurzeln ein. Rechts: ein frisch bewurzelter Kalanchoe-Steckling.

Kalanchoe im Zuhause in Szene setzen

Kalanchoen passen sich problemlos an viele Einrichtungsstile an. Ihre Anpassungsfähigkeit an unterschiedliche Lichtverhältnisse und ihre einfache Pflege machen sie zudem zu idealen Pflanzen für Wohnzimmer, Schlafzimmer oder Büro.

Für welchen Einrichtungsstil eignen sich Kalanchoen?

  • Moderner, minimalistischer Stil: Mit ihren skulpturalen Formen und leuchtenden Farben passen Kalanchoen gut zu klar gestalteten Innenräumen mit geraden Linien und neutralen Farbtönen. Ein Kalanchoe thyrsiflora mit großen, rot gerandeten Blättern macht sich perfekt auf einem Regal aus hellem Holz oder einem weißen Schreibtisch.
  • Bohème- und Naturambiente: In einer warmen Einrichtung mit natürlichen Materialien wie Rattan, Holz und Leinen schaffen Kalanchoen, besonders Kalanchoe beharensis, mit ihrem samtigen Laub und ihren ungewöhnlichen Formen eine harmonische Atmosphäre. Auf einem niedrigen Holztisch oder in einer Makramee-Ampel betonen sie den natürlichen, entspannten Charakter der Dekoration.
  • Vintage- oder Industriestil: In einer Einrichtung mit Retro- oder Industrieeinflüssen setzt ein Kalanchoe in einem gealterten, terrakottafarbenen oder patinierten Metalltopf einen pflanzlichen Akzent und fügt sich zugleich in die ursprüngliche Ästhetik ein. Ein Kalanchoe tomentosa mit flaumigem, schokoladenbraun gerandetem Laub wirkt besonders schön auf einem Metallregal oder einem dunklen Holzsideboard.
  • Tropisches oder exotisches Ambiente: Zusammen mit anderen Pflanzen wie Fensterblatt, Palmen oder Philodendron lässt sich mit einem Kalanchoe ein kleiner Indoor-Dschungel gestalten. Sorten wie Kalanchoe marmorata mit ihren marmorierten Blättern oder Kalanchoe oricula mit kompakter Wuchsform passen perfekt in eine üppige Pflanzendekoration. Sie können Kalanchoen auch mit Pflanzen kombinieren, die dieselbe Pflege benötigen: Agave, Haworthie, Aloe, Dickblatt …

Welcher Topf bringt ihn am besten zur Geltung?

Die Wahl des Topfes beeinflusst die Wirkung des Kalanchoes entscheidend. Je nach gewünschtem Stil:

  • Aus unbehandelter Terrakotta: Dieses Material ist ideal für eine authentische, natürliche Wirkung. Es bringt Kalanchoen zur Geltung und reguliert zugleich die Feuchtigkeit des Substrats. Perfekt für Einrichtungen im Bohème- oder Mittelmeerstil.
  • Aus farbiger oder strukturierter Keramik: Ein Topf in leuchtenden Farben wie Gelb, Rot oder Blau oder mit dekorativen Mustern belebt moderne oder farbenfrohe Räume und betont die Schönheit der farbigen Blüten von Kalanchoe blossfeldiana.
  • Aus Weide oder Naturfaser: Für eine gemütliche, warme Wirkung sorgt ein Übertopf aus Rattan oder Dickstieliger Wasserhyazinthe. Er verleiht Kalanchoen mit weichen Formen wie Kalanchoe tomentosa einen Hauch Bohème.

Kalanchoe im Topf mit weiteren Sukkulenten

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Kalanchoe: Pflege und Kultivierung