Melittis melissophyllum, Immenblatt: Pflanzen und Pflege

Melittis melissophyllum, Immenblatt: Pflanzen und Pflege

Inhaltsverzeichnis

Geändert der 10. August 2025  durch Virginie T. 8 min.

Immenblatt kurz erklärt

  • Einfache, schöne Staude, die an Brennnesseln erinnert
  • Ihre raffinierten, kleinen orchideenähnlichen Blüten öffnen sich im Frühjahr oder Sommer
  • Das hübsche, samtige und aromatische Laub erinnert an Melisse
  • Anspruchslos an Boden und Standort, ideal auch unter Bäumen, wo sonst nichts wächst
  • Originell, winterhart und pflegeleicht: ideal für naturnahe Gärten
Schwierigkeit

Wort unserer Expertin

Die Melittis melissophyllum, diese Waldstaude, auch Wilde Melisse, Melittis mit Melissenblättern oder Wald-Immenblatt genannt, ist ein hübsches, den Brennnesseln verwandtes Kraut, das für seine medizinischen Eigenschaften, insbesondere zur Verwendung in Tees, bekannt ist.

Mit ihrem duftenden, essbaren Laub und den kleinen, raffinierten, zweilippigen Blüten in Weiß oder Rosa bringt sie je nach Klima im Frühling oder Sommer einen Hauch von Schlichtheit in naturnahe, wilde oder romantische Gärten.

Diese Staude gedeiht problemlos, wenn sie an einem halbschattigen Standort im Garten und in guter, gut durchlässiger Erde gepflanzt wird.

Völlig winterhart und leicht in Gehölzgärten zu kultivieren, ist sie die ideale Pflanze für schattige Bereiche, die oft schwer zu begrünen sind. Denn sie wächst selbst unter Bäumen, am Rand eines Strauchbeets oder sogar im Topf.

Entdecken Sie das Immenblatt, diese seltene, schlichte und elegante Staude, sowie alle unsere Stauden für trockenen Schatten!

Beschreibung und Botanik

Steckbrief

  • Lateinischer Name Melittis melissophyllum
  • Familie Lippenblütler
  • Gebräuchlicher Name Immenblatt, Wald-Immenblatt
  • Blüte April bis Juli
  • Height 0,15 bis 0,70 m
  • Exposition Sonne, Halbschatten, Schatten
  • Art des Bodens leicht, frisch und gut durchlässig
  • Winterhärte -15 °C und mehr

Das Melittis melissophyllum, besser bekannt als Immenblatt oder Wald-Immenblatt, ist eine krautige Staude aus der Familie der Lippenblütler. Sie wächst in lichten, feuchten Wäldern oder an bewaldeten Wegen in Westeuropa. Die Gattung umfasst nur eine einzige Art, die in ganz Frankreich verbreitet ist und häufig mit der Zitronen-Melisse oder der Weißen Taubnessel verwechselt wird, mit denen sie eng verwandt ist. Melittis melissophyllum hat zwei Hybriden hervorgebracht: eine mit weißen Blüten und eine mit weißen, purpur gesprenkelten Blüten.

Die Pflanze bildet rasch einen schönen, buschig-aufrechten Horst von 20 bis 70 cm Höhe und bis zu 50 cm Breite.

An wenig verzweigten, behaarten Stängeln entfalten sich große grüne Blätter mit Blattstiel, ovaler Form und gegenständiger Anordnung. Sie sind behaart, rau und leicht runzelig, haben gekerbte Ränder und hervortretende Blattadern und werden 4 bis 8 cm lang.

Das sommergrüne Laub ähnelt stark dem der Weißen Taubnessel und der Melisse und ist intensiv aromatisch. Zerreibt man die Blätter, verströmen sie einen Duft nach Honig und Melisse, vermischt mit frisch geschnittenem Heu.

Waldmelisse, Immenblatt

Melittis melissophyllum – botanische Illustration von Johann Georg Sturm

Über diesem dichten, aber sehr zarten, flaumig behaarten Laub erscheinen kleine Blütenstände, die durch ihren Aufbau und ihre Leichtigkeit auffallen, je nach Klima von April bis Juli.

Die zur gleichen Seite geneigten Blüten stehen in Gruppen von zwei bis sechs in den Blattachseln der oberen Blätter. Zunächst röhrenförmig, entfalten sie eine zweilippige Blütenkrone von 2 bis 4 cm Länge, die in 4 Lappen geteilt und von einem glockenförmigen, behaarten Kelch umgeben ist. Die aufrechte Oberlippe ist fein in 3 kleine Zähne geteilt, die Unterlippe in 3 ausgebreitete Lappen. Jede dieser prächtigen kleinen Blüten ist reinweiß oder weiß mit rosafarbener oder malvenfarbig punktierter Unterlippe und lässt ein Büschel hervortretender Staubblätter mit gelben Antheren sichtbar werden.

Diese zweilippigen Blüten erinnern an die von Taubnesseln und Ziesten oder wirken wie Miniatur-Orchideen.

Da die Blüten besonders nektarreich und bienenfreundlich sind, erhielt die Pflanze ihren Namen (das griechische „mellita“ bedeutet Biene). Die Blüten des Immenblatts werden häufig von bestäubenden Insekten besucht.

Auf die Blütenstände folgen kleine Früchte mit 4 hellbraunen Samen, die sich im Garten natürlich aussäen.

Mindestens bis -15 °C vollkommen winterhart, kann das Immenblatt oder Wald-Immenblatt überall in Frankreich gepflanzt werden. Diese Unterholzpflanze wächst bevorzugt im Halbschatten, verträgt aber auch Sonne oder Vollschatten und gedeiht in jeder Bodenart, auch in kalkhaltigem Boden, sofern dieser leicht und humusreich ist.

Als Urtinktur, Aufguss oder Tee wird Melittis melissophyllum wegen ihrer der Melisse ähnlichen heilenden Eigenschaften verwendet. Sie ist für ihre beruhigende, entzündungshemmende und krampflösende Wirkung bekannt. Die jungen essbaren Blätter können auch als Salat verzehrt werden.

Wichtige Arten und Sorten

Melittis melissophyllum brachte zwei interessante und weit verbreitete Hybriden hervor: ‘Royal velvet’ mit Blüten und mauvefarbener Lippe sowie ‘Alba’ mit reinweißer Blüte.

Die beliebteste

[produkt sku=”8371″ blog_description=”Dies ist die typische Art, die als einzige ihrer Gattung mit ihrem aromatischen, sattgrünen, satinierten und gezähnten Laub sowie ihren zweifarbigen Blüten begeistert. Eine originelle Ergänzung für Frühlingsbeete.” template=”listing1″ /]

Unsere Favoriten

[produkt sku=”7712″ blog_description=”Dieser schöne Hybrid unterscheidet sich von der typischen Art durch prächtige, weiß-purpur punktierte Blüten. Er wächst im trockenen Schatten unter Bäumen, in Schattenbeeten und sogar im Topf!” template=”listing1″ /]

[produkt blog_description=”Die reinweiße Variante der typischen Art! Ihre reinweißen, zweilippigen Blüten kommen in romantischen Gärten und weißen Gärten besonders gut zur Geltung. Ideal für den Schattigen Steingarten oder unter Bäumen.” template=”listing1″ /]

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Pflanzung

Wo Melittis melissophyllum pflanzen?

Die Melisse oder Melittis melissophyllum gedeiht problemlos in unseren Gärten und verträgt Temperaturen von mindestens -15 °C.

Diese Staude lichter Wälder bevorzugt zwar einen schattigen Standort, verträgt aber auch milde Sonne und sogar Vollschatten. Da sie Wurzelkonkurrenz nicht scheut, wächst sie auch im trockenen Schatten unter Bäumen.

Die pflegeleichte Pflanze kommt mit jedem leichten, nicht zu trockenen bis frischen Boden zurecht, der gut drainierend und auch kalkhaltig sein darf. Ideal ist ein humusreicher Boden.

Da sie höher als breit wächst, erreicht sie bei voller Reife meist eine Breite von 30 bis 50 cm. Wählen Sie daher einen Standort, an dem sie sich ungehindert entfalten kann.

Die unkomplizierte Pflanze ist ideal für naturnahe oder natürliche Gärten. Sie passt sich vielen Bedingungen an. Im Frühjahr oder Sommer bildet sie einen hübschen grünen Busch, der lockeren Beetbepflanzungen mehr Struktur und Leichtigkeit verleiht. Sie eignet sich für natürlich gestaltete Beetränder, Steingärten, Mixed Borders, naturnahe Wiesen oder unter Bäumen am Waldrand. Außerdem ist sie ideal, um den Fuß einer Hecke oder den Bereich unter Nadelgehölzen zu bedecken. Auch für die Kultur im Topf zur Begrünung schattiger Terrassen und Balkone eignet sie sich hervorragend.

Wann Melittis melissophyllum pflanzen?

Das Immenblatt wird im Frühjahr von Februar bis Mai oder im Herbst von September bis Oktober außerhalb frostiger Perioden gepflanzt.

Wie Melittis melissophyllum pflanzen?

Im Freiland

Für eine lockere Wirkung im Beet pflanzen Sie unsere Immenblätter im Anzuchttopf in Gruppen von 4 bis 6 Pflanzen pro m² mit einem Abstand von 0,40 bis 0,60 m in alle Richtungen. Bei schwerem Boden arbeiten Sie Kompost und Kies ein, um ihn aufzulockern und die Drainage zu verbessern.

  • Lockern Sie den Boden gründlich auf
  • Heben Sie ein Pflanzloch aus, das zwei- bis dreimal so groß wie der Anzuchttopf ist
  • Geben Sie Flusssand oder Kies auf den Grund des Pflanzlochs
  • Füllen Sie das Pflanzloch wieder
  • Gießen Sie reichlich
  • Mulchen Sie den Boden nach der Pflanzung

Weitere Tipps zum richtigen Pflanzen einer Staude finden Sie hier!

Im Topf oder Balkonkasten

  • Geben Sie eine gute Schicht Kies oder Blähton auf den Boden eines Gefäßes mit Abzugslöchern
  • Setzen Sie den Anzuchttopf gerade in eine sandige, drainierende Mischung aus Gartenerde, grobem Sand und Blumenerde
  • Mulchen Sie den Fuß der Pflanze
  • Gießen Sie regelmäßig und lassen Sie das Substrat zwischen zwei Wassergaben niemals austrocknen

Pflege und Fürsorge

Winterhart und kräftig, benötigt das Immenblatt in einem gut drainierten Boden kaum Pflege, sobald es gut eingewachsen ist.

Auch wenn die Pflanze Böden, die durch Baumwurzeln austrocknen, recht gut verträgt und vorübergehende Trockenheit aushält, sollten Sie ihr im ersten Jahr von Juni bis September dennoch regelmäßig Wasser geben.

Mulchen Sie im Frühjahr mit einer guten Schicht trockenem Stroh oder Torf, um den Boden am Fuß der Pflanze ausreichend feucht zu halten und zugleich zu düngen.

Das Immenblatt vermehrt sich spontan und bürgert sich durch seine kleinen Samen leicht ein. Schneiden Sie die Pflanze nach der Blüte zurück, wenn Sie Selbstaussaat vermeiden möchten.

Im Herbst schneiden Sie das alte Laub zurück, damit sich im Frühjahr neue Blätter bilden.

Immenblatt im Topf benötigt mindestens einmal wöchentlich regelmäßige Wassergaben, auch im Winter, wenn es nicht regnet, sowie alle 15 Tage Flüssigdünger, um die Blüte zu fördern.

Alle oberirdischen Pflanzenteile verschwinden im Winter: Markieren Sie den Standort bei Bedarf mit Stäben, damit die Horste beim Jäten nicht beschädigt werden und Sie im Frühjahr Schnecken und andere Nacktschnecken leichter bekämpfen können.

Wie pflegt man eine Staude richtig?: Hier finden Sie unsere Tipps!

Mögliche Krankheiten und Schädlinge

Die Melittis melissophyllum ist robust und kennt keine Krankheiten. Bei Staunässe im Winter droht Wurzelfäule.

Junge Triebe werden von Schnecken gefressen. Schützen Sie die Pflanze mit unseren 7 wirksamen, natürlichen Methoden gegen Schnecken.

Vermehrung

Zur Vermehrung des Immenblatts gibt es zwei Möglichkeiten: Aussaat oder Teilung der Horste im Frühjahr.

Direktsaat

Die Staude sät sich in leichtem Boden spontan aus und lässt sich leicht aus im Herbst im Garten gesammelten Samen vermehren. Je nach Klima erfolgt die Aussaat von Februar bis Mai direkt im Topf oder Freiland. In kalten Regionen warten Sie bis Mai, wenn kein Frost mehr droht.

  • Säen Sie in gut durchlüftetem Boden 3 bis 5 Samen pro Pflanzstelle im Abstand von 40 bis 60 cm aus
  • Halten Sie die Erde bis zum Auflaufen der ersten Triebe nach etwa 10 Tagen leicht feucht

Befolgen Sie unsere Tipps für eine erfolgreiche Aussaat mehrjähriger Pflanzen!

Teilung der Horste

Sie erfolgt, sobald die Pflanze gut eingewurzelt ist, frühestens 2 Jahre nach der Pflanzung.

  • Heben Sie den Horst mit einer Grabegabel vorsichtig aus, ohne die Wurzeln zu beschädigen
  • Stechen Sie mit einem Spaten einige Triebe am Rand des Horstes ab
  • Pflanzen Sie diese Teilstücke sofort in gut gelockerten, leichten Boden im Garten

Kombinieren

Mit ihrem schlichten Erscheinungsbild findet die Melisse ganz natürlich ihren Platz in jedem naturnahen und naturalistischen Garten, in ländlichen Beeten im Cottage-Garten, im Schattigen Steingarten, an Waldrändern und in naturalistischen Wiesen. Sie eignet sich ideal für einen Schatten­garten oder unter Bäumen, wo nur wenige Pflanzen wachsen, umgeben von Pflanzen mit wildem Charakter und Stauden für trockenen Schatten wie dem Gemeinen Beinwell.

Ihre zarte, pastellfarbene Blüte macht sie unverzichtbar in romantisch inspirierten Frühlingspflanzungen mit Hybrid-Lungenkraut, Storchschnabel und Omphalodes cappadocica.

Am Rand eines romantischen, frischen Beets pflanzen Sie sie zu Füßen von Strauchrosen oder zusammen mit dem üppigen Laub von Funkien und dem farbenfrohen Laub von Purpurglöckchen und Kriechendem Günsel.

Entdecken Sie weitere Pflanzideen in unserem Ratgeber „Was unter Bäumen pflanzen?“

Nützliche Ressourcen

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