Der Rhododendron ist ein beliebter Strauch, der für sein immergrünes Laub und seine spektakuläre Blüte in vielfältigen Farbtönen geschätzt wird. Durch die Stecklingsvermehrung erhalten Sie neue Pflanzen, die der Mutterpflanze gleichen, und sparen zugleich Geld. Mit unserer Anleitung gelingt Ihnen diese Vermehrungsmethode.
Einige Worte über Rhododendren …
Rhododendron eignet sich für saure, gut durchlässige Böden (er zählt zu den Moorbeetpflanzen) und gedeiht im Halbschatten, am Rand des Unterholzes oder im Beet. Der pflegeleichte Strauch ist gut winterhart und benötigt nur wenig Rückschnitt. Als Hecke oder Solitärpflanze bringt der Rhododendron elegante Farbakzente in den Garten. Es gibt große Rhododendren mit einer Wuchshöhe von bis zu 6 m sowie kleine Rhododendren, die sich ideal für Beete oder die Kultur im Topf eignen. Azaleen sind eng mit Rhododendren verwandt und gehören derselben botanischen Gattung an. Japanische Azaleen sind immergrün, während sommergrüne Azaleen ihr Laub im Herbst abwerfen.
Weitere Informationen finden Sie in unserem ausführlichen Ratgeber: Rhododendron: Pflanzen, Kultivierung, Rückschnitt und Pflege.

Warum sollten Sie einen Rhododendron durch Stecklinge vermehren?
Durch die Stecklingsvermehrung können Sie eine geschätzte Sorte sortenecht vermehren. So erhalten Sie Pflanzen, die der Mutterpflanze gleichen. Bei einer Aussaat können dagegen unterschiedliche Pflanzen entstehen. Diese Methode ist außerdem kostengünstig und relativ einfach. Sie eignet sich ideal, wenn Sie Ihren Garten bereichern möchten, ohne neue Pflanzen kaufen zu müssen.
Wann sollten Sie Rhododendron-Stecklinge schneiden?
Der ideale Zeitraum für die Stecklingsvermehrung liegt zwischen Ende August und Mitte September. Zu dieser Zeit sind die diesjährigen Triebe noch halbverholzt und bewurzeln besonders gut. Rhododendron vermehren Sie am besten über halbverholzte Triebe. Sie verbinden eine gute Biegsamkeit mit ausreichender Reife und bewurzeln dadurch schneller.
Material für die Stecklingsvermehrung von Rhododendron
- Eine saubere und scharfe Gartenschere für glatte Schnitte.
- Töpfe oder Anzuchttöpfe für die Stecklinge.
- Ein durchlässiges Substrat aus Sand, Perlite und Sphagnum-Moos, das die Wurzelbildung fördert, oder eine spezielle Anzucht- und Stecklingserde.
- Ein Wurzelaktivator (optional), der die Wurzelbildung anregt.
- Ein durchsichtiger Plastikbeutel oder eine aufgeschnittene Plastikflasche, um eine feuchte Atmosphäre um den Steckling zu schaffen (Stecklingsvermehrung unter gespannter Luft).
Schritt für Schritt: Rhododendron durch Stecklinge vermehren
- Auswahl des Triebs: Wählen Sie einen unverzweigten, diesjährigen Seitentrieb ohne Blüten mit einer Länge von etwa 10 bis 15 cm. Schneiden Sie die Stecklinge nur von gesunden und kräftigen Mutterpflanzen.
- Vorbereitung des Stecklings: Entfernen Sie die Blätter am unteren Drittel des Triebs, um die Verdunstung zu verringern. Halbieren Sie die verbleibenden Blätter, wenn sie sehr groß sind.

- Wurzelaktivator anwenden: Tauchen Sie die Basis des Stecklings in den Wurzelaktivator, um die Bewurzelung zu fördern (optional).
- Einpflanzen: Füllen Sie einen Topf mit dem vorbereiteten Substrat. Stechen Sie mit einem Bleistift ein Loch hinein. Setzen Sie den Steckling etwa 2 cm tief ein und drücken Sie das Substrat rund um den Trieb leicht an.
- Feuchte Atmosphäre schaffen: Bedecken Sie den Topf mit einem durchsichtigen Plastikbeutel oder einer aufgeschnittenen Plastikflasche, damit die Feuchtigkeit konstant bleibt.
- Richtigen Standort wählen: Stellen Sie den Topf an einen hellen, vor direkter Sonne geschützten Platz. Die Temperatur sollte etwa 15 °C bis 20 °C betragen.
Gut zu wissen: Mit einem beheizbaren Mini-Gewächshaus halten Sie Temperatur und Luftfeuchtigkeit konstant. Dadurch bewurzeln die Rhododendron-Stecklinge schneller. Lüften Sie den Beutel oder das Mini-Gewächshaus außerdem regelmäßig, damit sich kein Schimmel bildet.
Hinweis: Die durchschnittliche Erfolgsquote bei der Stecklingsvermehrung von Rhododendron liegt je nach Kulturbedingungen und Pflege meist zwischen 30 % und 50 %. Das Absenken ist häufig erfolgreicher.
Nach der Stecklingsvermehrung: Pflege
- Halten Sie das Substrat leicht feucht, indem Sie mäßig gießen.
- Lüften Sie regelmäßig, um Pilzkrankheiten zu vermeiden.
- Stecklinge brauchen Ruhe, um Wurzeln zu bilden. Vermeiden Sie es deshalb, sie unnötig umzustellen oder anzufassen.
- Nach etwa einem Monat sollten sich die ersten Wurzeln entwickeln.
- Schützen Sie die Jungpflanzen im Winter vor Frost. Warten Sie bis zum folgenden Frühjahr, bevor Sie sie ins Freiland pflanzen.
Oli meint: Sobald die Wurzeln gut entwickelt sind, sollten Sie den Steckling in einen größeren Topf mit einem nährstoffreichen, durchlässigen und sauren Substrat umtopfen. Nach einigen Monaten der Akklimatisierung können Sie die ausreichend kräftige Pflanze im Frühjahr ins Freiland pflanzen. Achten Sie dabei auf einen sauren Boden und einen halbschattigen Standort.

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