Seit der Antike wird der Borretsch (Borago officinalis) wegen seiner Heilwirkungen genutzt. Manche betrachten ihn als Unkraut, das in freier Natur rund um das Mittelmeer vorkommt. Doch der Borretsch verdient wegen seiner positiven Wirkung auf unser Wohlbefinden durchaus einen Platz im Gemüsegarten. Auch im Beet ist er mit seinen kleinen, sternförmigen Blüten in leuchtendem Azurblau ein Blickfang. Die Blüten sind außerdem besonders bienenfreundlich und bei Bestäubern beliebt. Zudem benötigt die Pflanze nur wenig Aufmerksamkeit und Pflege. Sie sät sich Jahr für Jahr selbst aus und kann dadurch sogar lästig werden. Die Blätter und Blüten des Borretschs lassen sich frisch in der Küche oder in der Kosmetik verwenden. Sie können aber auch getrocknet werden. Entdecken Sie unsere Tipps und erfahren Sie, wann und wie Sie Borretsch trocknen.
Der ideale Zeitpunkt für die Borretsch-Ernte
Beim Borretsch können Sie fast alle Pflanzenteile verwenden. Sie können die Blätter, die Stängel und die Blüten ernten. Denn diese „Glückspflanze“ besitzt zahlreiche Eigenschaften, die das allgemeine Wohlbefinden und die Gesundheit der Haut unterstützen. Unabhängig davon, welchen Pflanzenteil Sie ernten möchten, sollten Sie früh am Morgen ans Werk gehen. Warten Sie, bis der Tau getrocknet ist, und wählen Sie einen sonnigen Tag. Wichtig ist, dass Sie den Borretsch ernten, bevor die Sonnenstrahlen zu heiß werden.

Die Stängel, Blüten und Blätter des Borretschs können getrocknet werden
Die Erntezeit erstreckt sich von Mai bis September, während der Blütezeit dieser krautigen Pflanze aus der Familie der Raublattgewächse. Wenn Sie nur die Blätter ernten möchten, sollten Sie dies kurz vor dem vollständigen Aufblühen der kleinen, sternförmigen Blüten tun.
Sie können die ganze Pflanze, die Blütenstände oder einzelne Blüten mit einer Schere oder einer Gartenschere abschneiden. Je nachdem, welche Pflanzenteile Sie ernten, unterscheidet sich das Trocknungsverfahren.
Wie lässt sich Borretsch trocknen?
Um die wertvollen Eigenschaften des Borretschs zu bewahren, empfiehlt sich weiterhin die traditionelle Lufttrocknung. Wenn Sie Blütenstände geerntet haben, binden Sie die Stängel mit einer Schnur oder Bast zu einem Bündel zusammen. Hängen Sie dieses kopfüber in einem trockenen, gut belüfteten und lichtgeschützten Raum auf. Gehen Sie mit der ganzen Pflanze genauso vor. Nach ein bis zwei Wochen sind die Pflanzenteile trocken.
Wenn Sie nur die hübschen blauen Blüten gesammelt haben, breiten Sie sie auf einer ebenen Fläche aus. Geeignet sind beispielsweise ein Tablett, Zeitungspapier oder besser noch ein Trockengitter, auf dem die Luft gut zirkulieren kann. Lassen Sie ausreichend Abstand, damit sich die Blüten nicht überlappen. Auch die Blüten sollten an einem trockenen, gut belüfteten Ort ohne direkte Sonneneinstrahlung liegen. Schütteln Sie sie nach einer Woche vorsichtig durch, damit sie gleichmäßig trocknen. Nach 10 bis 15 Tagen sind die Borretschblüten trocken. Ihre bläuliche Färbung bleibt teilweise erhalten.

Beim Trocknen verlieren Borretschblüten meist ihre azurblaue Farbe
Wenn Sie keinen ausreichend trockenen und gut belüfteten Raum haben, beispielsweise einen Dachboden, können Sie den Borretsch auch im Backofen bei 50 °C trocknen. Kontrollieren Sie den Trocknungsfortschritt alle 30 Minuten. Rechnen Sie mit einer Trocknungszeit von 3 bis 5 Stunden.
Wie lässt sich getrockneter Borretsch richtig aufbewahren?
Getrocknete Borretschblüten und -blätter sollten Sie in luftdicht verschlossenen Glasgefäßen oder in einer Papiertüte aus Kraftpapier aufbewahren. Wichtig ist, dass Sie sie trocken und lichtgeschützt lagern.
Wie lassen sich getrocknete Borretschblüten und -blätter verwenden?
Frische Borretschblüten und -blätter behalten ihre wertvollen Eigenschaften zwar besser als getrocknete Pflanzenteile. Dennoch kann der Verzehr in getrockneter Form wohltuend sein, beispielsweise als Tee oder für Inhalationen. Für einen Aufguss benötigen Sie 1 g Borretsch pro Tasse heißes Wasser. Lassen Sie den Aufguss 5 bis 10 Minuten ziehen. Für eine Inhalation geben Sie zwei große Handvoll getrockneten Borretsch in einen Liter kochendes Wasser und atmen den Dampf ein.
Getrockneter Borretsch kann auch in der Kosmetik verwendet werden. Bereiten Sie daraus ein Mazerat aus einem Drittel getrocknetem Borretsch und zwei Dritteln Olivenöl zu. Lassen Sie die Mischung sechs Wochen lang lichtgeschützt bei etwa 25 °C ziehen. Filtern Sie das Öl anschließend und verwenden Sie es zur Regeneration der Haut und zur Verzögerung ihrer Hautalterung. In Indien lassen Frauen Borretschblüten außerdem in Kokosmilch ziehen, um eine Haarmaske herzustellen.

Aus getrockneten Borretschblüten lässt sich ein hautpflegendes Mazerat herstellen
Die positiven Eigenschaften des Borretschs
Borretsch kann dazu beitragen:
- die Wundheilung zu unterstützen und empfindliche, zu Akne neigende oder von Schuppenflechte betroffene Haut zu beruhigen. Außerdem fördert er die Spannkraft der Haut und kann Dehnungsstreifen vermindern.
- die Nieren- und Leberfunktion anzuregen. Verzehren Sie Borretsch nur in Maßen. Schwangere sollten darauf verzichten.
- rheumatische Beschwerden zu lindern.
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