Was könnte ärgerlicher, ja geradezu verzweifelnd sein, als leuchtend rote Erdbeeren, die zur Hälfte von einer schleimigen Schnecke angefressen oder von einem Vertreter der gefiederten Tierwelt angepickt wurden – obwohl Sie dessen Gezwitscher den ganzen Tag über gerne hören? Sobald sie voll ausgereift sind, wecken Erdbeeren tatsächlich bei zahlreichen Feinschmeckern Begehrlichkeiten (Ihre Kinder, Enkelkinder und Ihren Hund zähle ich natürlich nicht dazu …). Wenn Sie also köstliche Marmelade zubereiten oder einen leckeren Erdbeerkuchen backen möchten, ist es Zeit, Ihre Erdbeerernte vor Schädlingen zu schützen. Jetzt sind umfassende Maßnahmen gefragt. Das hindert Sie jedoch keineswegs daran, im Vorfeld eine echte Vorbeugungsstrategie zu entwickeln und der Biodiversität ein wenig Raum zu geben.

Welche Schädlinge befallen Erdbeeren?
Fest steht: Erdbeeren wecken Begehrlichkeiten. Ihre schöne rote Farbe und ihr Geschmack erfreuen zahlreiche kleine Tiere, die unseren Gemüsegarten bevölkern. An erster Stelle stehen die Nacktschnecken und Gehäuseschnecken. Sie gehören in Erdbeerbeeten zu den ständigen Gästen und bleiben dort während der Erntezeit kaum aus. Oft knabbern sie die Erdbeeren an, ohne sie ganz aufzufressen – fast, als wollten sie uns ärgern!
Danach folgen in der Liste der Erdbeerliebhaber die Vögel. Und davon gibt es viele, die Erdbeeren mögen! Spatzen, Amseln, Stare, Ringeltauben … sie lassen sich die vollreifen Früchte schmecken, meist eher aus Durst als aus Hunger. Sie picken die Früchte an, ohne sie zu fressen.
Auch Nagetiere wie Waldmäuse und Wühlmäuse kommen aus dem Boden und verschmähen diese süßen Leckerbissen nicht. Gleiches gilt für Kellerasseln, die den Schnecken folgen, weil sie sich von zersetztem Material ernähren.
So unbeliebt diese Tiere auch sein mögen, sie sind ein wichtiges Glied in der Nahrungskette. Deshalb sollten Sie sie besser fernhalten, statt sie vollständig zu beseitigen, denn sie dienen anderen Nützlingen im Garten als Nahrung.

So schützen Sie Erdbeeren vor Nacktschnecken und Gehäuseschnecken
Nacktschnecken und Gehäuseschnecken gehören zu den wichtigsten Erdbeerschädlingen. Sie werden besonders gefürchtet, vor allem bei feuchtem Wetter. Während Sie ruhig schlafen, sind sie aktiv. Am nächsten Morgen bleibt Ihnen oft nur noch, über den Verlust Ihrer schönen Erdbeeren zu klagen.
Jetzt ist es Zeit, mit wirksamen Maßnahmen vorzugehen. Vorab sei gesagt: In meinem Garten werden Tiere nicht absichtlich getötet, sondern ferngehalten. Deshalb verzichte ich auf Eisenphosphat- oder Ferramol-Köder (die an sich sehr wirksam sind) und auf Bier.
- Absammeln von Hand bei Nacht, wenn Ihr Erdbeerbeet nicht einen Hektar groß ist. Im Vorfeld können Sie außerdem einen umgedrehten Dachziegel auslegen, unter dem sich die Schnecken nachts verstecken. Bringen Sie die eingesammelten Tiere bei einem morgendlichen Spaziergang einfach weit von Ihrem Haus entfernt wieder aus.
- Eine dicke Schicht zerdrückter Eierschalen rund um das Erdbeerbeet kann Schnecken abschrecken. Dafür müssen Sie allerdings sehr viele Eier essen!
- Holzasche, wenn Sie einen Kamin haben. Nach dem kleinsten Regen müssen Sie sie jedoch erneut ausbringen.
- Eine Schicht aus trockenem, rauem Mulch kann Nacktschnecken und Gehäuseschnecken ebenfalls abschrecken: handelsübliche Leinenschäben oder Hanfmulch, Buchweizenschalen oder zerkleinerte Kiefernnadeln. Dieser Mulch ersetzt die manchmal feuchte herkömmliche Mulchschicht, die Schnecken einen idealen Unterschlupf bietet.
- Das Anbringen einer Schneckenbarriere, die vollkommen natürlich und unschädlich ist.
- Eine Spritzung mit Adlerfarnjauche.
So halten Sie Vögel fern
Amseln, Stare und Spatzen können in Erdbeerbeeten beträchtliche Schäden anrichten. Auch hier sollten Sie auf grausame Lösungen verzichten und sanfte Methoden bevorzugen:
- Das Anbringen eines Vogelschutznetzes ist wirksam, lässt sich direkt über den Erdbeeren jedoch nur schwer handhaben. Leider verfangen sich manche Vögel, die besonders mutig oder unvorsichtig sind, darin mit den Füßen. Bevorzugen Sie Netze mit sehr feinen Maschen.
- Ein Vogelschutz-Tunnel: Dabei wird ein Netz über Bögen gespannt. Es lässt sich leicht handhaben und stellt keine Gefahr für Vögel dar. Sie können ihn sehr einfach selbst bauen.
- Abschreckende oder glänzende Gegenstände wie CDs, Vogelscheuchen, Aluminiumfolie sowie optische oder akustische Attrappen können einige Stunden lang wirken. Vögel sind jedoch viel schlauer, als Sie vielleicht denken.

So halten Sie Nagetiere fern
Nagetiere sind schwer zu vertreiben, weil sie unsichtbar bleiben. Vor allem Waldmäuse, Hausmäuse und Wühlmäuse kommen aus den Tiefen Ihres Gemüsegartens.
Auch hier sollten Sie auf nicht tödliche Lösungen setzen. Die einfachste und relativ wirksame Maßnahme ist der Schwarze Holunder (Sambucus nigra), der in unserer Landschaft wächst. Wühlmäuse, aber auch Maulwürfe, meiden ihn. Deshalb können Sie:
- Großzügig Holunderzweige überall rund um Ihre Erdbeerpflanzen in den Boden stecken.
- Eine Jauche aus Holunderblättern ansetzen und rund um die Erdbeerpflanzen versprühen.
Welche Vorbeugungsmaßnahmen können Sie rechtzeitig ergreifen?
Neben diesen Maßnahmen, die Eindringlinge aus Ihrem Erdbeerbeet fernhalten, ist es wichtig, frühzeitig aktiv zu werden. Wie immer im Gemüsegarten gilt: Vorbeugen ist besser als Heilen. Sie sollten daher ungünstige Bedingungen für Erdbeerfresser schaffen.
Beginnen Sie damit, Ihr Erdbeerbeet sorgfältig zu pflegen. Schnecken halten sich besonders gern in Pflanzenresten auf. Reinigen Sie Ihre Erdbeerpflanzen daher gründlich. Entfernen Sie abgestorbene oder beschädigte Erdbeerblätter, überreife Früchte und Unkraut. Nutzen Sie diese Gelegenheit, um den Wintermulch zu entfernen, der möglicherweise bereits teilweise verrottet ist und Schnecken als Unterschlupf dient. Ersetzen Sie ihn durch Leinenschäben, Hanfmulch oder Kakaoschalen.
Pflanzen Sie außerdem rund um Ihr Erdbeerbeet Begleitpflanzen als natürliche Barriere. Wählen Sie Pflanzen, die für ihre abschreckende Wirkung gegen Nacktschnecken und Gehäuseschnecken bekannt sind: Zwiebelgewächse, insbesondere Knoblauch, Pfefferminze, Rosmarin, Lavendel, Ysop, Weißblühender Beifuß, Fenchel, Petersilie, Thymian, Salbei und Kerbel. Außerdem bieten wir eine Blumenmischung zur Aussaat an, die Schnecken fernhält.
Um Vögel von Ihren Erdbeerpflanzen fernzuhalten, bieten Sie ihnen schließlich Wasserstellen zum Trinken an. Dann lassen sie Ihre saftigen, roten Erdbeeren vielleicht links liegen.
Natürliche Feinde der Erdbeerschädlinge anlocken

Zum Schutz Ihrer Erdbeeren gehört auch die biologische Bekämpfung. Dabei nutzen Sie die natürlichen Feinde Ihrer aktuellen Gegenspieler, also von Nacktschnecken und Gehäuseschnecken oder sogar von Nagetieren. Zu den nützlichen Helfern, die Schnecken auf ihren Speiseplan setzen, gehört der Igel. Er ist nachts aktiv, genau dann, wenn die Schnecken unterwegs sind. Auch Kröten und Frösche fressen gern Schnecken. Gleiches gilt für den Laufkäfer, einen Käfer, der dem Mistkäfer recht ähnlich sieht, sowie für Eidechsen. Damit sich diese Schneckenjäger in Ihrem Garten ansiedeln, lassen Sie in einer Gartenecke einen alten Baumstumpf, einen Haufen aus Ästen, Holzscheiten und Zweigen sowie Laub liegen. Um Amphibien anzulocken, sollten Sie unbedingt einen Teich anlegen.
Auch Vögel sind sehr wirksam gegen Schnecken. Zögern Sie nicht, im Winter Futterhäuschen aufzustellen, damit sich die Vögel daran gewöhnen, Ihren Garten aufzusuchen. Bringen Sie außerdem Nistkästen an. Eine Blumenwiese lockt zahlreiche Insekten an, die wiederum Vögel anziehen.
Zu den wirksamsten Feinden der Waldmäuse gehören der Waldkauz und die Waldohreule. Für große Bäume gibt es spezielle Nistkästen.
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