Der Rosmarin, Rosmarinus officinalis, ist ein Strauch mit zahlreichen Vorzügen, die inzwischen wohlbekannt sind. Sein graues, immergrünes Laub ist aromatisch und besitzt einen unbestreitbaren Zierwert. Es gibt dem Garten das ganze Jahr über Struktur. Seine blaue Blüte erscheint im Norden des Landes im Frühjahr, im Süden bereits ab dem Spätwinter oder sogar das ganze Jahr über. Sie ist sehr bienenfreundlich.

Natürlich findet man ihn im Gemüsegarten, aber auch im Steingarten oder am Rand eines Gartenwegs. Als typische Pflanze des Südens liebt er trockene Böden und kommt mit sehr wenig Nährstoffen aus. Staunässe verträgt er dagegen schlecht.

Rosmarin wird in der Küche sowie wegen seiner Heilwirkungen verwendet. Kurz gesagt: Dieser Strauch verdient einen Platz in jedem Garten. Wenn Sie ihn vermehren und verschiedene Bereiche Ihres Gartens damit gestalten möchten, finden Sie hier einige Tipps.

Methoden und Tipps

Benötigtes Material

Wie für jeden Steckling benötigen Sie:

  • Eine gute, möglichst gereinigte und desinfizierte Gartenschere, damit Sie keine Krankheiten auf die heranwachsende Jungpflanze übertragen. Wischen Sie dazu die Klinge des Werkzeugs mit einem alkoholgetränkten Tuch ab.
  • Einen oder mehrere Töpfe, in denen die Stecklinge Wurzeln bilden können.
  • Blähton, der die Feuchtigkeit im Topf hält und gleichzeitig die Drainage verbessert.
  • Ein leichtes Substrat

Substrat

Schauen wir uns das Substrat kurz genauer an. Rosmarin bevorzugt trockene und relativ nährstoffarme Böden. Deshalb sollten Sie der „Erde“ etwas Aufmerksamkeit schenken, damit die Stecklinge gut Wurzeln bilden und gesunde Jungpflanzen entstehen.

Ideal ist eine Mischung aus jeweils der Hälfte Blumenerde, die einige Nährstoffe liefert, und Flusssand, der die Drainage zusätzlich verbessert. Feuchten Sie das Substrat am besten vor dem Pflanzen der Stecklinge gründlich an. Andernfalls müssen Sie die Stecklinge mit einem sehr feinen Wasserstrahl gießen.

Rosmarinus officinalis, Rosmarin durch Stecklinge vermehren
(Foto: cristina.sanvito – Flickr)

Mehrere Methoden

Wann sollten Sie Rosmarin vermehren?

Für die Stecklingsvermehrung von Rosmarin gibt es mehrere Methoden. Sie werden zu leicht unterschiedlichen Zeiten vom Frühjahr bis zum Herbst durchgeführt.

Rosmarin-Stecklinge im Wasser

Die Bewurzelung von Stecklingen im Wasser ist eine Methode, die allen offensteht. Sie wird im Frühjahr oder im Sommer mit jungen, nicht oder nur wenig verholzten Trieben durchgeführt. Diese Triebe sehen noch nicht wie Holz aus und sind noch biegsam.

  • Schneiden Sie etwa 15 cm lange Zweige. Schneiden Sie mehr Zweige, als Sie Stecklinge benötigen. Eine hundertprozentige Erfolgsquote ist unwahrscheinlich. Wenn Sie mehr Stecklinge erhalten als geplant, können Sie sie jederzeit bei anderen Hobbygärtnern gegen andere Pflanzen oder Samen tauschen.
  • Entfernen Sie die Blätter im unteren Bereich und lassen Sie nur eine Blattrosette an der Spitze stehen.
  • Stellen Sie den Zweig anschließend in ein Glas Wasser. Verwenden Sie möglichst kein Leitungswasser, da es meist stark gechlort ist. Alternativ lassen Sie das Glas einige Stunden offen stehen, bevor Sie die Stecklinge hineinstellen, damit das Chlor verdunsten kann. Noch besser eignet sich Regenwasser, das außerdem weniger kalkhaltig ist. Wenn Sie kein Regenwasser auffangen können, bleibt Ihnen noch Mineralwasser aus der Flasche.
  • Stellen Sie das Glas an einen hellen Platz ohne direkte Sonneneinstrahlung.

Nun brauchen Sie etwas Geduld. Wechseln Sie das Wasser täglich, damit es klar bleibt.

Nach einigen Wochen erscheinen an dem eingetauchten Teil Wurzeln. Lassen Sie sie noch etwas wachsen, bevor Sie den Steckling in einen Topf mit einer durchlässigen Mischung aus Sand und Blumenerde pflanzen.

Rosmarinus officinalis, Rosmarin im Wasser vermehren
Entfernen Sie die unteren Blätter, bevor Sie die Stecklinge in ein Glas Wasser stellen

Rosmarin-Stecklinge unter gespannter Luft

Diese Methode wird mit halbverholzten Trieben durchgeführt. Dabei handelt es sich um Triebe, die beginnen zu verholzen. Dieser Prozess setzt, wie der Name andeutet, meist ab August ein.

  • Schneiden Sie etwa 15 cm lange Triebe. Längere Triebe sind nicht nötig.
  • Sie können die Blätter im unteren Bereich entfernen, müssen es aber nicht. Das spielt keine große Rolle.
  • Bohren Sie beispielsweise mit einem Bleistift ein Loch, in das Sie den Steckling setzen.
  • Drücken Sie anschließend die Erde um den Trieb fest, damit das Substrat gut anliegt. Wenn Sie das Substrat nicht zuvor angefeuchtet haben, gießen Sie vorsichtig mit einem feinen Wasserstrahl.
  • Stülpen Sie anschließend eine Glasglocke, eine aufgeschnittene Wasserflasche oder einen Plastikbeutel über den Topf. Halten Sie den Beutel mit vier kleinen Stäben so ab, dass er die Stecklinge nicht berührt. So entsteht ein günstiges Mikroklima. Die Feuchtigkeit bleibt um die Pflanze erhalten, und die Wärme erzeugt einen kleinen Treibhauseffekt. Stellen Sie den Topf in den Schatten, damit die Sonne keine Verbrennungen verursacht.

Nach etwa einem Monat sollten sich neue Triebe an den Stängeln zeigen. Das ist ein Zeichen dafür, dass die Stecklinge erfolgreich angewachsen sind.

Rosmarinus officinalis, Rosmarin unter gespannter Luft vermehren
Die als Glasglocken dienenden Beutel werden mit Stäben aufrecht gehalten (Foto: cristina.sanvito – Flickr)

Rosmarin-Stecklinge mit Fuß

Für Stecklinge mit Fuß verwenden Sie halbverholzte Triebe, die beginnen hart zu werden und die Struktur von Holz anzunehmen. Diese Methode wird im Spätsommer oder im Frühherbst durchgeführt.

  • Schneiden Sie einen 25 cm langen Trieb mit einem halbverholzten Seitentrieb. Dieser Seitentrieb bildet den Steckling. An seiner Basis bleibt ein kleines Stück des Hauptzweigs erhalten, der sogenannte Fuß.
  • Setzen Sie den Steckling in einen Topf und bedecken Sie den unteren Bereich mit einer Mischung aus Blumenerde und Sand. Gießen Sie, wenn das Substrat nicht feucht ist, und stellen Sie den Topf in den Schatten. Nun müssen Sie nur noch das Anwachsen abwarten.

Überwintern Sie Ihre Stecklinge an einem hellen, frostgeschützten Platz. Wenn Sie ein unbeheiztes Gewächshaus besitzen, ist das ideal. Andernfalls eignet sich in Nordfrankreich ein Platz an einem Fenster in einem möglichst ungeheizten Raum. In Regionen mit milden Wintern können die Töpfe unter einem Baum überwintern, geschützt vor direkter Sonneneinstrahlung.

Wann sollten Sie Rosmarin auspflanzen?

Pflanzen Sie die Stecklinge im folgenden Frühjahr ins Freiland, sobald das Wetter milder wird.

Gießen Sie die Jungpflanze beim Pflanzen gründlich, damit sie gut anwächst.

Das waren die Methoden der Stecklingsvermehrung. Für die Vermehrung stehen Ihnen aber noch weitere Möglichkeiten offen: natürlich die Aussaat und auch das Absenken. Es gibt also viel auszuprobieren!

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