Die Strauchveronika, auch Hebe genannt, sind bezaubernde Sträucher, die wegen ihres immergrünen, dekorativen Laubs, aber auch wegen ihrer Blüte sehr geschätzt werden. Sie lassen sich leicht im Topf und im Freiland kultivieren und gedeihen sowohl an der Küste als auch im städtischen Umfeld, im Beet, in einer Hecke oder im Steingarten. Das ist ein guter Grund, sie zu vermehren! Begleiten Sie uns in den Garten und erfahren Sie, wann und wie Sie Strauchveronika mit großen oder kleinen Blättern vermehren.

Wann sollten Sie Strauchveronika vermehren?
Für eine erfolgreiche Stecklingsvermehrung von Hebe ist der Sommer die beste Jahreszeit, idealerweise der August. Wählen Sie junge Triebe des laufenden Jahres aus, deren Holz noch biegsam ist. Diese Triebe bezeichnet man als halbverholzt. Die noch warme und ausreichend sonnige Jahreszeit fördert die Wurzelbildung Ihrer jungen Stecklinge. Zu dieser Zeit gelingen die meisten Stecklinge.
Gut zu wissen: Sie können Stecklinge auch im Frühherbst nehmen. Das empfiehlt sich jedoch nur in Regionen mit milden Wintern, etwa an der Atlantikküste oder im Mittelmeerraum. Achten Sie dabei auf mögliche Fröste. Auch im Frühjahr ist die Stecklingsvermehrung möglich. Beobachten Sie dann die sommerliche Hitze besonders aufmerksam. Außerdem brauchen die Stecklinge etwas länger, um Wurzeln zu bilden.
Wie vermehren Sie Strauchveronika durch Stecklinge?
1- Nehmen Sie einen Topf mit einem Durchmesser von idealerweise 15 bis 20 cm. Füllen Sie den Topfboden mit einer 2 bis 3 cm dicken Schicht aus Blähton. So verhindern Sie, dass sich Gießwasser im Wurzelbereich staut.
2- Füllen Sie anschließend Aussaaterde ein. Sie sollte nährstoffreich und locker sein. Drücken Sie sie leicht mit den Händen an. Lassen Sie zwischen der Erde und dem Topfrand 2 cm Platz.
3- Gießen Sie dieses Substrat mit einer Gießkanne oder einem Sprühgerät. Verwenden Sie vorzugsweise Regenwasser, da es weniger kalkhaltig als Leitungswasser ist. Die Erde soll feucht, aber nicht durchnässt sein.
4- Verwenden Sie anschließend einen Bleistift oder einen Stab, um ein 4 bis 5 cm tiefes Pflanzloch in das Substrat zu bohren.

Gut zu wissen: Um Ihre Erfolgschancen zu erhöhen, empfehlen wir Ihnen, mindestens 5 Stecklinge zu nehmen. Setzen Sie sie mit einigen Zentimetern Abstand in denselben Topf.
5- Betrachten Sie anschließend Ihren Strauch und wählen Sie gesunde Triebe, möglichst ohne Blüten, aus. Schneiden Sie mit Ihrer Gartenschere 5 halbverholzte Zweige des laufenden Jahres ab. Sie sollten 10 bis 15 cm lang sein. Jeder Trieb sollte mindestens 4 oder 5 Knoten besitzen. An diesen Stellen beginnen die Blätter zu wachsen.

6- Schneiden Sie den Zweig direkt unterhalb des untersten Knotens erneut ab. An dieser Stelle werden sich die Wurzeln bilden.
7- Entfernen Sie die unteren Blätter Ihrer Stecklinge mit der Gartenschere oder von Hand. Kürzen Sie anschließend die Triebspitze, sodass die Hälfte des Laubs erhalten bleibt. So verhindern Sie, dass die Stecklinge durch die Verdunstung über die Blätter geschwächt werden.

8- Setzen Sie den Steckling in das Pflanzloch. Achten Sie darauf, mindestens drei Knoten mit Erde zu bedecken. Optional können Sie die Basis des Triebs vor dem Pflanzen in Bewurzelungshormon tauchen. Das fördert die Wurzelbildung.

9- Drücken Sie die Erde rund um den Steckling an. So entfernen Sie Lufteinschlüsse und sorgen dafür, dass der Steckling aufrecht steht.
10- Stellen Sie eine Abdeckhaube über den Steckling, damit die Luftfeuchtigkeit steigt. Dieses Verfahren bezeichnet man als Stecklingsvermehrung unter gespannter Luft. Der Trieb und die Blätter dürfen die Abdeckhaube nicht berühren, da sonst Schimmel entstehen kann!
Tipp: Sie können die Abdeckhaube durch den oberen Teil einer Plastikflasche oder durch einen transparenten Beutel ersetzen. Befestigen Sie diesen an Pflanzenstützen.

11- Gießen Sie den Steckling in den kommenden zwei Monaten regelmäßig. Die Erde sollte stets leicht feucht bleiben, aber nicht zu nass sein.
12- Stellen Sie die Töpfe anschließend in den lichten Halbschatten. Der Standort sollte hell sein, aber ohne direkte Sonne.
13- Lüften Sie die Stecklinge, indem Sie die Abdeckhaube alle 3 bis 4 Tage für eine halbe Stunde abnehmen.
14- Nach 2 bis 3 Monaten sind die Wurzeln Ihrer Stecklinge ausreichend entwickelt. Dann können Sie die Abdeckhaube endgültig entfernen. Topfen Sie die Jungpflanzen bei Bedarf in größere Töpfe um, wenn sie zu wenig Platz haben.
15- Schützen Sie Ihre jungen Triebe im ersten Winter. Stellen Sie sie in ein Gewächshaus, einen Wintergarten oder ersatzweise in einen hellen Raum in Ihrem Zuhause.
16- Im folgenden Frühjahr können Sie Ihre jungen Sträucher ins Freiland oder in einen großen Topf pflanzen. Wählen Sie je nach Sorte einen Standort mit gut durchlässigem Boden in der Sonne oder im Halbschatten. Gießen Sie Ihre jungen Strauchveronika während der ersten beiden Sommer bei längerer Trockenheit.
Das benötigte Material
- Ein Topf mit einem Durchmesser von idealerweise 15 bis 20 cm und Abzugslöchern im Boden;
- ein Sprühgerät oder eine Gießkanne;
- ein Bleistift oder ein Stab;
- Blähton;
- eine saubere Gartenschere, um die Ausbreitung von Krankheiten zu begrenzen;
- eine Abdeckhaube, eine Plastikflasche oder einen Plastikbeutel mit Pflanzenstützen;
- Aussaat- und Pikiererde;
- optional: ein Wurzelaktivator.
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