Zu Hause setzen Zimmerpflanzen genauso viel Staub an wie Möbel oder Teppiche. Die Blätter werden stumpf und müssen regelmäßig gereinigt werden, denn anders als im Freien profitieren sie nicht vom Regen, der sie von angesammeltem Schmutz befreit. Doch wie entstauben und reinigen Sie Ihre Zimmerpflanzen richtig? Wir geben Ihnen einige Tipps und zeigen Ihnen, wie Ihre Zimmerpflanzen wieder in vollem Glanz erstrahlen.

1 – Warum ist es wichtig, die Blätter von Zimmerpflanzen zu reinigen?
Bei der Pflege Ihrer Lieblings-Zimmerpflanzen gibt es einen wichtigen Schritt, den Sie nicht vernachlässigen sollten: die Reinigung!
Ob in einer Wohnung oder einem Haus, Zimmerpflanzen sind ebenfalls Staubpartikeln, Rauch von Zigaretten und Luftverschmutzung ausgesetzt. In der Küche kann sich zudem ein fettiger Belag bilden.
Wenn sich zu viel Staub auf der Blattspreite ansammelt, leidet nicht nur die Optik der Pflanze, sondern vor allem die Photosynthese wird beeinträchtigt. Das wirkt sich insgesamt auf die Gesundheit der Pflanze aus. Staubschichten behindern mit der Zeit außerdem die Atmung und den Gasaustausch der Pflanze.
Durch die Reinigung des Laubs können Sie den Gesundheitszustand Ihrer Pflanze besser kontrollieren und mögliche Schädlinge entdecken, die sich häufig auf der Blattunterseite verstecken. So entfernen Sie beispielsweise kleine Trauermücken sowie Blattläuse und Weiße Fliegen. Saubere Blätter sind für Schadinsekten weniger attraktiv und ziehen seltener Pilze und Milben an.
2 – Bei welchen Pflanzen sollte das Laub gereinigt werden?
Aus den genannten Gründen profitieren fast alle Pflanzen von einer Reinigung ihres Laubs. Besonders gut für eine Blattreinigung eignen sich Pflanzen mit großen Blättern wie Fensterblatt, manche Ficus-Arten und Philodendron sowie Pflanzen mit glattem Laub oder geringem Wasserbedarf wie Gewöhnliche Schusterpalme und Bogenhanf. Diese Pflanzen lassen sich zudem besonders leicht reinigen.
Grundsätzlich lassen sich Zimmerpflanzen nach der Art ihres Laubs in vier Kategorien einteilen:
- Pflanzen mit großen und/oder dicken Blättern (Fensterblatt, Pfeilblatt, Kroton, Kaladie, Ficus lyrata, Ficus elastica …)
- Pflanzen mit kleinen Blättern (Ficus benjamina, Dickblatt, Bonsai …)
- Pflanzen mit dünnen oder behaarten Blättern (Farne, Korbmarante, Usambaraveilchen, Pfeilwurz …)
- Pflanzen mit Dornen oder Sukkulenten (Kaktus, Echte Aloe, Dickblatt, Echeverie, Palmlilie …).
3 – Wie entstauben Sie das Laub effektiv?
Jede Pflanze hat je nach Blattspreite ihre Besonderheiten: Sie kann glatt, behaart, sehr groß oder winzig klein sein. Jede Blattform verlangt daher eine andere Reinigungsmethode. Anders gesagt: Für jedes Blatt gibt es die passende Technik zum Entstauben. Verwenden Sie in jedem Fall Regenwasser oder entmineralisiertes Wasser mit Zimmertemperatur, damit keine Kalkflecken und keine Temperaturschocks entstehen.
Große, derbe Blätter: ab unter die Dusche!
Das Abduschen eignet sich für große Pflanzen mit breiten, dicken oder festen Blättern, die den Wasserstrahl am besten vertragen. Das gilt auch für einen leichten Regenschauer im Freien. Zimmerpflanzen mit glatten Blättern wie Ficus oder Fensterblatt lassen sich ebenso gut mit einem feuchten Tuch reinigen. Ein- bis zweimal im Jahr dürfen Sie ihnen jedoch eine Dusche gönnen.
Nutzen Sie einen Regenschauer, um größere Pflanzen ins Freie zu stellen, idealerweise zwischen Frühjahr und Herbst, wenn die Temperaturen mild bleiben. Das ist die beste Lösung. Wenn Sie eine Badewanne haben, können Sie die Blätter dort vorsichtig mit einem feinen, fast lauwarmen Wasserstrahl abduschen. Lassen Sie die Pflanzen in beiden Fällen gut abtropfen, bevor Sie sie wieder in den Übertopf stellen. Auch ausgewachsene Hängepflanzen profitieren davon. Achten Sie jedoch darauf, dass Sie sie nur kurz nass machen.
Hinweis: Bei sehr schmutzigen, aber empfindlichen Pflanzen tauchen Sie einfach den gesamten oberirdischen Teil in eine große Schale mit Wasser.

Kleine Blätter: mit dem Sprühgerät
Diese Methode eignet sich sowohl für Pflanzen mit kleinen Blättern als auch für Farne, Bonsai und Palmen.
Besprühen Sie die gesamte Blattspreite mit zimmerwarmem Regenwasser oder, falls dieses nicht verfügbar ist, mit entmineralisiertem Wasser. Kalkhaltiges Wasser hinterlässt einen Belag oder unschöne weißliche Flecken auf den Blättern.
Denken Sie daran, Ihre kleinblättrigen Pflanzen im Frühjahr oder Sommer bei leichtem Regen ins Freie zu stellen. Das eignet sich beispielsweise ideal für einen ausgewachsenen Ficus benjamina, dessen kleine Blätter einzeln nur mühsam zu reinigen wären. Auch für Cyperus papyrus ist diese Methode geeignet.
Lineare, längliche Blätter und große, weiche Blätter: mit einem Schwamm
Ein feuchtes Tuch, ein Schwamm oder ein mit Wasser angefeuchteter Stoff eignen sich hervorragend für Pflanzen wie Strelitzie und Pfeilblatt – und eigentlich für die meisten Pflanzen.
Gehen Sie vorsichtig vor, damit Sie die Blätter nicht beschädigen. Breite Blätter können einreißen, wenn Sie zu kräftig „reiben“. Befeuchten Sie jedes Blatt vorsichtig und reinigen Sie immer beide Seiten in Richtung der Blattadern. So entfernen Sie jeweils eine beträchtliche Menge Staub.
Gwenaëlles Tipp: Ich persönlich verwende wiederverwendbare Wattepads – sowohl für Orchideen als auch für Bogenhanf und Strelitzie. Bei großen Blättern wie denen der Strelitzie stütze ich das Blatt mit einer Hand von unten und fahre mit der anderen Hand ganz leicht mit dem angefeuchteten Pad darüber.

Behaartes Laub und Pflanzen mit Dornen: der Pinsel
Bei Pflanzen mit unebenen, behaarten oder dornigen Blättern ist die Reinigung – im wahrsten Sinne des Wortes – etwas schwieriger. Dazu gehören vor allem Kakteen und Sukkulenten.
Bei dieser Pflanzengruppe entfernen Sie den Staub am besten mit einem Pinsel, denn die Blätter reagieren empfindlich auf zu viel Feuchtigkeit. Reinigen Sie sie deshalb nicht mit Wasser. Außerdem sollten Sie diese Pflanzen häufiger als andere Zimmerpflanzen von Staub befreien.
Verwenden Sie bei den behaarten Blättern des Usambaraveilchens beispielsweise einen feinen, weichen, leicht angefeuchteten Pinsel. Führen Sie ihn vorsichtig von der Mitte bis zum Ende der Blattspreite. Bei den dornigen Blättern von Kakteen gehen Sie genauso vor und streichen mit dem Pinsel über jeden einzelnen Dorn.

4 – Wie häufig sollten Zimmerpflanzen gereinigt werden?
Wie häufig Sie reinigen sollten, hängt stark von der Pflanzenart und ihrem Standort ab. Pflanzen in städtischer Umgebung und in kleinen, weniger hellen Wohnungen brauchen häufiger eine Reinigung. Hängepflanzen sind stärker der Staubbelastung ausgesetzt, da sie meist hoch auf einem Möbelstück stehen und leicht vergessen werden. Das gilt beispielsweise für Efeu und Fensterblatt. Manche Pflanzen reagieren außerdem empfindlicher als andere: Behaarte Blätter halten mehr Staub fest, und Farne leiden besonders unter Staubablagerungen.
Reinigen Sie Ihre Pflanzen einfach dann, wenn Sie auch den Staub von den Möbeln wischen! Einmal im Monat ist ideal, besonders im Winter, wenn die Blattspreiten besonders unter Lichtmangel leiden.
5 – Finger weg von Blattglanzmitteln!
Gärtnereien und Online-Gartenshops verkaufen angeblich glanzgebende Mittel für Pflanzen. Das ist unsinnig! Sie verstopfen die Poren der Pflanze, also die Stomata – mikroskopisch kleine Öffnungen, die unter anderem die Atmung ermöglichen – und ziehen häufig noch mehr Staub an.
Auch Bier, Milch oder Öl sollten Sie nicht verwenden, um dem Laub neuen Glanz zu verleihen. Bei falscher Dosierung können diese Mittel die Pflanzen klebrig machen.
Wenn Sie die Blätter einer Zimmerpflanze regelmäßig mit Regenwasser reinigen, reicht das völlig aus, damit sie ihren durch den Staubbelag verlorenen Glanz zurückerhält. „Weniger ist mehr“, wie man so schön sagt!
Die einzige Regel: Verwenden Sie kalkarmes Wasser, bei kalkhaltigem Leitungswasser also Regenwasser.
Pssst! Noch ein letzter Tipp: Reinigen Sie keine sehr jungen und empfindlichen Blätter mit zartgrüner Farbe. Warten Sie, bis die Blätter vollständig entwickelt sind.
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