Die eigenen Früchte direkt vom Baum zu pflücken, davon träumen alle Naschkatzen … ohne deshalb über den nötigen Platz für einen richtigen Obstgarten zu verfügen. Warum also nicht das Nützliche mit dem Essbaren verbinden und eine Obsthecke pflanzen?
Obstbäume und Beerensträucher: Sie alle können als essbare Hecke gepflanzt werden, unabhängig von der Größe Ihres Gartens.
Welche Obstbäume oder Beerensträucher sollte ich in meine essbare Hecke pflanzen?
Natürlich ist es ideal, Ihre Obsthecke nach Ihrem Geschmack zusammenzustellen (pflanzen Sie keinen Mispelbaum, wenn Sie kein Fan teigiger Früchte sind!). Kirschbaum, Apfelbaum, Birnbaum, Pflaumenbaum, aber auch Haselnuss, Himbeere und Johannisbeere gehören zu den großen Klassikern. Ich glaube nicht, dass es nötig ist, näher darauf einzugehen. Zumal die Natur … und die Gartenkultur oft für gute Überraschungen sorgen, auch in geschmacklicher Hinsicht. Hier finden Sie daher eine kleine Auswahl weniger gewöhnlicher Obstbäume und Sträucher, die aufgrund ihrer guten Erträge, ihrer Originalität oder des Nährwerts ihrer Früchte ausgewählt wurden.
- Der Schwarze Holunder 'Haschberg' (Sambucus nigra) ist eine wegen ihres hohen Ertrags sehr geschätzte Sorte. Sie müssen sich allerdings entscheiden: Pflücken Sie im Mai die Blüten, um daraus Küchlein oder die berühmte Holunderlimonade zuzubereiten, oder warten Sie bis September, um die Beeren für köstliche Marmeladen zu ernten? Dieser Strauch wächst kräftig und schnell und erreicht gewöhnlich eine Höhe von 4 Metern bei einer Breite von 2 Metern … aber er lässt sich sehr gut schneiden und verzeiht sogar Schnittfehler!
- Die dornenlose Brombeere (Rubus fruticosus) bietet nur Vorteile: Früchte, aber keine Kratzer! Sie lässt sich problemlos an einem Maschendrahtzaun aufbinden, was die Ernte deutlich erleichtert. Unter den zahlreichen Sorten gefällt mir besonders 'Little Black Prince', eine kompakte Zwergsorte, die nicht höher als einen Meter wird, sowie 'Thornfree', die schnell wächst, ertragreich ist und große Früchte hervorbringt. Der einzige Nachteil: Kinder bedienen sich daran ohne Scheu lange vor Ihnen.
- Die Feige 'Icecrystal' (Ficus carica) bleibt mit einer Wuchshöhe und -breite von etwa 2 Metern relativ klein, ist gut winterhart, eignet sich ideal für nördlich der Loire und trägt zweimal im Jahr Früchte. Und als i-Tüpfelchen ist ihr stark gelapptes Laub ausgesprochen zierend. In schwerem Boden sollten Sie sie vorsichtshalber auf einen kleinen Erdwall pflanzen. Wie alle Feigen fürchtet sie Feuchtigkeit.

Schwarzer Holunder 'Haschberg', dornenlose Brombeere und Feige 'Icecrystal'
- Die Heckenkirsche oder der Maibeere-Strauch (Lonicera caerulea kamtschatica) ist ein strauchförmiges Geißblatt mit essbaren Früchten. Sie stammt aus Sibirien – das sagt schon viel über ihre Winterhärte aus. Sie ist jedoch nicht selbstfruchtbar: Sie müssen mindestens zwei Pflanzen setzen, damit aus den hübschen weißen Blüten ab Mitte Mai kleine, bereifte, blaue Früchte entstehen, deren Geschmack zwischen Heidelbeere und Kiwi liegt. Die frischen oder getrockneten Beeren können auf unterschiedliche Weise verzehrt werden: pur, als Saft, Marmelade oder Gelee.
- Die Goji-Beere oder der Bocksdorn (Lycium barbarum) ist vor allem für ihre roten Beeren mit zahlreichen wertvollen Eigenschaften bekannt, die reich an Vitaminen, Mineralstoffen und Antioxidantien sind. Ihre Herkunft ist umstritten – China oder Mittelmeerraum? Ich möchte mich nicht in diese Diskussion einmischen … denn letztlich wächst sie bei uns sehr gut! Ihre Größe hängt von der Sorte ab: 'Sweet Lifeberry®' und 'Instant Sucess®' bilden kompakte Sträucher von 1,5 Metern in alle Richtungen, während die Wildart unter günstigen Bedingungen bis zu 3 Meter hoch werden kann. Beachten Sie, dass die violette Blüte des Bocksdorns sehr hübsch ist und sich auch im Ziergarten gut macht.
- Die Jostabeere (Ribes x) verdankt ihren Namen einer Kreuzung aus den Bezeichnungen für Schwarze Johannisbeere und Stachelbeere. Sie ist die ideale Frucht für Unentschlossene und für kleine Gärten, in denen Sie eine Auswahl treffen müssen. Dieser selbstfruchtbare Beerenstrauch kommt allein zurecht und bildet einen schönen, dornenlosen Strauch, der im Alter 2 Meter Höhe erreicht. Seine schwarzen Beeren sind größer als die der Schwarzen Johannisbeere und entwickeln einen säuerlichen Geschmack … Sie können sie, wie Sie sicher schon erraten haben, ebenso wie Schwarze Johannisbeeren oder Stachelbeeren genießen.

Maibeere, Goji-Beere und Jostabeere
- Der Sanddorn (Hippophae rhamnoides) sollte nicht mit dem Erdbeerbaum verwechselt werden, dessen Früchte ebenfalls essbar sind. Er gefällt nicht nur den Hühnern! Dieser anspruchslose, dornige Strauch bildet dekorative orangefarbene Beeren, die vor allem sehr reich an Vitamin C sind und frisch, als Kompott, Marmelade oder Sirup verzehrt werden können. Die selbstfruchtbare Sorte 'Friesdorfer orange' ist inzwischen in unserem Sortiment erhältlich – lassen Sie sie sich nicht entgehen!
- Die Nashi-Birne (Pyrus pyrifolia) gehört ebenfalls zu den Obstgehölzen, die man als „2-in-1“-Pflanzen bezeichnen könnte: Nicht umsonst wird sie abwechselnd „Apfelbirne“ oder „Birnenapfel“ genannt. Sie ist keine Hybride, sondern eine asiatische Birne, die rundliche, apfelähnliche Früchte hervorbringt, deren Geschmack eher an eine Birne erinnert. Einige Sorten wie 'Shinseiki' oder 'Nijisseki' sind selbstfruchtbar. Nicht selbstfruchtbare Sorten können durch eine andere Sorte oder durch die Williamsbirne bestäubt werden.
- Die Felsenbirne, insbesondere die Sorte Saskatoonbeere (Amelanchier alnifolia), stammt ursprünglich aus den USA. Sie ist winterhart und robust, bildet einen etwa 3 Meter hohen kleinen Strauch und kann bis zu 8 kg kleine, süße Beeren hervorbringen.

Sanddorn und Nashi-Birne
Um das Ganze abzurunden, zögern Sie nicht, einige Küchenkräuter (Minze, Melisse, Dost) am Fuß Ihrer Obsthecke zu pflanzen. Sie bilden eine hübsche Einfassung und verringern den Unkrautaufwand.
Eine Obsthecke pflanzen: einige Tipps
Im Gegensatz zu klassischen Hecken besteht das wichtigste Ziel einer Obsthecke nicht darin, eine grüne Wand zu errichten, sondern Früchte zu ernten.
Halten Sie deshalb beim Pflanzen großzügige Abstände ein, damit Sie:
- jedem Baum und jedem Strauch ermöglichen, sich voll zu entfalten,
- ausreichend Licht an die Pflanzen lassen,
- den Rückschnitt erleichtern, der an die jeweiligen Obstgehölze angepasst werden muss, um die Fruchtbildung zu fördern.
Je nach Größe und Gestaltung Ihres Gartens können Sie Obsthecken an folgenden Stellen anlegen:
- am Grundstücksrand, um die Grundstücksgrenze zu markieren oder als gemeinsame Grenze mit dem Nachbargrundstück. Besprechen Sie dies mit Ihren Nachbarn … Bei Früchten findet die Idee einer gemeinsamen Hecke und vor allem einer gemeinsamen Ernte in der Regel großen Anklang.
- im Garten selbst, um verschiedene Bereiche abzugrenzen … idealerweise in zwei Reihen und versetzt, um nicht nur in der Länge Platz zu sparen, sondern auch ein schönes natürliches Erscheinungsbild zu erzielen.
Kommentare