5 Obstbäume für kalkhaltigen Boden

5 Obstbäume für kalkhaltigen Boden

Obstbäume für kalkhaltige, trockene, steinige Böden

Inhaltsverzeichnis

Kalkhaltiger Boden enthält konkret 15 bis 30 % Calciumcarbonat, also Kreide. Er ist daher ein besonderer Boden mit weißlichem, kreideartigem Aussehen. Er ist sehr leicht und trocken, oft steinig oder kiesig, manchmal sogar staubig. Vor allem ist er durchlässig und hält weder Wasser noch Nährstoffe. Er verarmt schnell und muss durch organische Substanz verbessert werden, die nicht nur Nährstoffe liefert, sondern auch die Bodenstruktur optimiert. Bevor Sie einen Obstbaum in kalkhaltigen Boden pflanzen, sollten Sie daher unbedingt Kompost, Blumenerde oder Rindermist einarbeiten. Auch die Aussaat von Gründüngung liefert später organische Substanz, ebenso wie eine Mulchschicht.

Außerdem können sich grundsätzlich alle veredelten Obstbäume an kalkhaltige Böden anpassen, sofern die Unterlage kalkverträglich ist.

Insgesamt eignen sich kalkhaltige Böden sehr gut für Obstbäume aus südlichen Regionen wie Aprikosenbaum, Ölbaum, Mandelbaum, Mirabellenbaum, Feigenbaum, Echte Pistazie … aber auch Hasel und WalnussbaumDoch auch andere Obstbäume lassen sich pflanzen und kultivieren. Wir stellen Ihnen eine Auswahl von fünf Arten vor. Alle passen sich sehr gut an kalkhaltige Böden an.

Schwierigkeit

Sanddorn (Hippophae rhamnoides): dorniger Baum mit vitaminreichen Früchten

Der Sanddorn (Hippophae rhamnoides) ist ein kleiner, sommergrüner Baum aus der Familie der Ölweidengewächse, der kaum mehr als 3 bis 4 m hoch und etwa 1,50 m breit wird. Als indigene Art wächst dieser Baum spontan auf armen, sandigen und kalkhaltigen Böden, im Gebirge oder an der Küste. Er ist ausgesprochen anspruchslos, kräftig wachsend und robust gegenüber klimatischen Bedingungen. Der Sanddorn ist bis -30 °C winterhart, trockenheits-, salz-, wind- und luftverschmutzungsresistent sowie unempfindlich gegenüber Meeresbrisen. Allerdings benötigt er unbedingt einen vollsonnigen Standort.

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Die Früchte des Sanddorns

Der Sanddorn ist ein großer Strauch mit länglichen, graugrünen Blättern und dornigen Zweigen. Mit seiner aufrechten Wuchsform eignet er sich ideal für die Pflanzung im Beet oder als Hecke, unter anderem als Schutzhecke. Die Blüte erscheint zwischen März und April an den kahlen Zweigen. Da der Sanddorn diözisch ist, müssen in seiner Nähe mindestens ein Paar aus einer männlichen und einer weiblichen Pflanze gepflanzt werden. Die Bestäubung erfolgt durch bestäubende Insekten, insbesondere Bienen, die von den stark bienenfreundlichen Blüten angezogen werden. Einige Sorten wie ‘Friesdorfer Orange’ sind selbstfruchtbar, doch mit zwei Pflanzen ist die Bestäubung stets besser.

Die weiblichen Pflanzen tragen von September bis Dezember dekorative orangefarbene Beeren. Sie sind im Winter bei Vögeln beliebt und außerdem essbar. Vor allem enthalten sie große Mengen der Vitamine C, A, B, E, F und P sowie Mineralstoffe. Die Beeren sind auch für ihre antioxidative Wirkung bekannt. Sie können frisch, als Saft, getrocknet, als Marmelade oder Konfitüre verzehrt werden.

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Brustbeere (Ziziphus jujuba), der Jujubenbaum

Die Brustbeere (Ziziphus jujuba) ist ein ebenso ertragreicher wie dekorativer Baum aus der Familie der Kreuzdorngewächse. Obwohl sie bis – 15 °C winterhart ist, trägt sie nur im Süden Frankreichs Früchte, da sie lange, warme Sommer benötigt. Der Baum gedeiht sehr gut auf trockenen, armen, steinigen und kalkhaltigen Böden, braucht jedoch volle Sonne und einen gut geschützten Standort. Mit ihrer knorrigen Verzweigung und rundlichen Wuchsform erreicht die sommergrüne, lederblättrige Brustbeere eine Höhe von 6 bis 10 m und eine Breite von 3 bis 4 m. Am besten pflanzt man sie mit Abstand zu Gebäuden, da sie ein sehr weitreichendes, tiefes und kräftiges Wurzelsystem besitzt.

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Die Früchte der Brustbeere

Das glänzend grüne Laub ist fein gezähnt und mit dornigen Nebenblättern versehen. Die unscheinbare Blüte erscheint im Mai und Juni. Die grünlichen Blüten sind zwar wenig auffällig, duften aber köstlich. Vor allem sind sie besonders bienenfreundlich und nektarreich und locken zahlreiche bestäubende Insekten an. Diese übernehmen auch die Bestäubung der Brustbeere.

Die Brustbeeren sind rote Früchte in Größe und Form von Oliven, die zwischen September und Oktober reifen. Ihr Fruchtfleisch ist leicht geleeartig, zugleich säuerlich und süß, und wird frisch verzehrt. Man kann sie auch teigig und schrumpelig essen. Dann schmecken sie wie Datteln. Die Früchte sind sehr reich an den Vitaminen A, C und B und besitzen eine starke antioxidative Wirkung.

Mehr erfahren: Brustbeere: pflanzen, schneiden und pflegen

Granatapfelbaum (Punica granatum): orangefarbene Blüte und Granatäpfel

Der Granatapfelbaum (Punica granatum) ist ein kleiner Baum aus der Familie der Granatapfelgewächse, der im Süden des Landes häufig kultiviert wird. Er ist ein selbstfruchtbarer Obstbaum mit recht schnellem Wachstum und erreicht eine Höhe von 4 bis 5 m sowie eine Breite von 2 bis 3 m. Die Fruchtbildung setzt nach 4 bis 5 Jahren ein. Seine Wuchsform ist relativ dicht und buschig, verzweigt und rundlich.

Obstbäume für kalkhaltigen Boden

Blüten und Früchte des Granatapfelbaums

Dieser Baum besitzt einen unbestreitbaren Zierwert. Bereits beim Austrieb färben sich die jungen Triebe rot. Danach wird das Laub glänzend grün, bevor es sich im Herbst purpurrot und orange färbt. Doch die Blüte übertrifft alles an Schönheit. Von Juni bis Juli, manchmal bis in den August hinein, öffnen sich an zweijährigen Zweigen große Blüten in Orange- bis leuchtendem Rot. Anschließend entwickeln sich von September bis November aus diesen Blüten die berühmten Granatäpfel. Sie sind 8 bis 10 cm groß, meist rot oder orange gefärbt und besitzen eine lederartige Schale sowie saftiges, säuerliches Fruchtfleisch.

PFür die Fruchtbildung benötigt der Granatapfelbaum einen langen, warmen Sommer. Deshalb eignet sich das Klima Südfrankreichs besonders gut. Dennoch ist er bis -15 °C winterhart und kann daher auch anderswo gepflanzt werden, wobei die Fruchtbildung nicht garantiert ist. Er sollte geschützt vor Wind und kalter Zugluft gepflanzt werden. Kalkhaltige Böden bereiten ihm ebenso wenig Probleme wie salzhaltige Böden.

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Maulbeerbaum (Morus): Beeren, keine Brombeeren

Der Maulbeerbaum (Morus) gehört zur Familie der Maulbeergewächse und umfasst drei Arten: den Schwarzen Maulbeerbaum (Morus nigra), den Weißen Maulbeerbaum (Morus alba) und den Roten Maulbeerbaum (Morus rubra). Sie tragen Früchte, die den Brombeeren des Brombeerstrauchs ähneln und meist schwarz, aber auch weiß, rosa, violett oder rot sein können. Alle bleiben mittelgroß und werden kaum höher als 10 m. Der Maulbeerbaum liebt leichte, tiefgründige Böden und verträgt keine feuchten oder staunassen Böden. Kalkhaltiger Boden ist daher ideal. Außerdem braucht er Sonne und Wärme. Obwohl er bis -15 °C winterhart ist, bleibt er empfindlich gegenüber späten Frühjahrsfrösten.

Obstgehölze für kalkhaltigen Boden

Die Früchte des Maulbeerbaums

Als monözische Pflanze trägt der Maulbeerbaum sowohl männliche als auch weibliche Blüten. Sie sind grünlich und öffnen sich von April bis Mai. Die Früchte werden von Juni bis September geerntet. Sie bestehen aus zahlreichen kleinen, kugeligen und dicht aneinander sitzenden Steinfrüchtchen. Sie sind saftig und sehr süß. Das herzförmige, sommergrüne Laub färbt sich im Herbst goldgelb und wirkt dadurch besonders dekorativ.

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Die Kornelkirsche (Cornus mas) mit sehr süßen Früchten, den Kornelkirschen

Die Kornelkirsche (Cornus mas) ist ein großer Strauch, der 3 bis 4 m hoch und 2 m breit wird. Wie alle Cornus gehört sie zur Familie der Hartriegelgewächse. Die indigene Art ist robust und anspruchslos. Sie gedeiht sehr gut auf kalkhaltigem, trockenem, gut durchlässigem und nährstoffarmem Boden, passt sich aber auch normalen bis leicht sauren Böden an. Außerdem benötigt sie einen sonnigen Standort. Sie ist bis -25 °C winterhart und kann somit überall wachsen und Früchte tragen.

Wer sich wundert, dass ein männlicher Baum Früchte hervorbringt: Die Bezeichnung „männlich“ bezieht sich auf sein Holz, das früher zur Waffenherstellung verwendet wurde.

Obstgehölze für kalkhaltigen Boden

Blüten und Früchte der Kornelkirsche

Die Kornelkirsche zeichnet sich durch ihren aufrechten Wuchs und zahlreiche Zweige mit schuppiger Rinde aus. Ab Ende des Winters, zwischen Februar und März, bedecken sich die kahlen Zweige mit einer hübschen gelben Blüte, die an die der Akazie erinnert. Danach erscheint das glänzend grüne Laub. Es ist stark nervig und fällt spät ab, ohne sich zu verfärben. Im September beginnen rote Beeren in der Größe einer großen Olive zu reifen. Ihr Fruchtfleisch ist zugleich säuerlich, süß und aromatisch. Die Früchte werden vollreif frisch oder getrocknet verzehrt und zu Konfitüre verarbeitet. Ihr Geschmack erinnert an Himbeere, Johannisbeere und Kirsche.

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Hippophae rhamnoides (Sanddorn)