7 Bäume für eine Windschutzhecke

7 Bäume für eine Windschutzhecke

Bäume als Windschutz

Inhaltsverzeichnis

Geändert der 13. August 2025  durch Olivier 9 min.

Manchmal muss man sich und den Garten vor Wind schützen. Am einfachsten und wirksamsten ist eine Windschutzhecke aus winterharten, sehr windfesten Bäumen oder Sträuchern. Am besten wählt man zudem Arten mit wintergrünem Laub. So sind sie auch im Winter nützlich. Eine kleine Auswahl immergrüner oder marzeszenter Sträucher haben wir bereits in einem früheren Ratgeber vorgestellt. Nun geht es um größere Gehölze: Bäume. Entdecken Sie unsere Auswahl an Bäumen für eine Windschutzhecke.

Sehen Sie auch Oliviers Video Warum eine Windschutzhecke anlegen?

Schwierigkeit

Quercus ilex/Stein-Eiche: Eicheln in immergrünem Laub

Quercus ilex oder Stein-Eiche, in der Provence auch Yeuse genannt, ist ein immergrüner Waldbaum, der für den mediterranen Süden Frankreichs besonders charakteristisch ist. Dieser unglaublich robuste Baum besticht zudem durch seine natürliche, malerische Schönheit.

Sein Wachstum ist sehr langsam: In 20 Jahren erreicht er nur 3 m, während er ausgewachsen schließlich etwa 15 m Höhe erreicht. Dafür beeindruckt seine Langlebigkeit: Exemplare werden ohne Probleme tausend Jahre alt. Sie werden sagen: „Dann sind wir längst nicht mehr da“, doch es ist immer bewegend, nach dem Pflanzen eines Baumes daran zu denken, dass er noch Jahrhunderte später dort stehen wird.

Sein lederartiges Laub bleibt das ganze Jahr über erhalten: oben dunkelgrün, unten silbriggrau. Die Früchte sind Eicheln: Manche sind groß und stumpf, andere winzig und rund wie Murmeln.

Die winterharte und genügsame Stein-Eiche stellt keine besonderen Ansprüche an die mineralische Beschaffenheit des Bodens und gedeiht in allen gut drainierten Böden. Sie hält Trockenheit und extremen Temperaturschwankungen stand, bitterer Kälte ebenso wie glühender Hitze, sofern sie an einem sonnigen Standort wächst. Doch auch Wind, selbst starken, trotzt diese Baumart mühelos.

Stein-Eiche

Stein-Eiche, Laub und Früchte

→ Mehr über die Eiche erfahren Sie in unserem ausführlichen Pflanzenportrait

Rotbuche: weder immergrün noch sommergrün

Buche oder nicht Buche, das ist hier die Frage … Die Rotbuche aus unseren Wäldern ist weder immergrün noch sommergrün: Sie besitzt ein marzeszentes Laub, das heißt, die abgestorbenen Blätter bleiben im Winter an den Zweigen. Ebenso wie die Hainbuche, die sich ebenfalls in Ihrer Windschutzhecke ansiedeln kann. Das marzeszente Laub sorgt für ein attraktives Aussehen und Sichtschutz und schützt Ihre Hecke auch im Winter vor Wind.

Die Fagus sylvatica ‘Atropurpurea’, besser bekannt als Blutbuche, ist ein schöner Baum, der häufig als Hecke verwendet wird, da er einen Rückschnitt sehr gut verträgt. Diese Blutbuche ist normalerweise ein stattlicher Baum mit halb ausgebreiteter Wuchsform. Ausgepflanzt als Solitär kann sie im ausgewachsenen Zustand bis zu 25 m hoch werden.

Ihr marzeszentes Laub ist sehr dicht und besteht aus wechselständig angeordneten Blättern mit gewellten, behaarten Rändern. Junge Bäume haben hellgrüne Blätter, die später kupferviolett werden. Die Fagus sylvatica ‘Atropurpurea’ trägt auch Früchte, die in kleinen Mengen essbar sind. Die glänzend braunen Bucheckern sind von struppigen Stacheln bedeckt.

Die Blutbuche gedeiht im Halbschatten und in milder Sonne. Sie bevorzugt ein kühles, gemäßigtes Klima. Der Boden muss frisch, gut drainiert und stets gleichmäßig feucht sein, da sie Trockenheit schlecht verträgt.

Blutbuche

Fagus sylvatica ‘Atropurpurea’, ein wunderschönes, im Winter marzeszentes Laub

→ Mehr über die Rotbuche erfahren Sie in unserem ausführlichen Pflanzenporträt

Populus nigra 'Italica' am Wasser

Die Populus nigra ‘Italica’ oder Italienische Pappel ist der typische Allee- und Uferbaum an Kanälen, Flüssen und Bachufern in weiten Teilen Frankreichs und Belgiens. Dieser hohe Baum ist an seiner sehr schlanken, dunklen Silhouette und seinem nahezu säulenförmigen Wuchs sofort zu erkennen. Während der Saison schmückt er sich mit raschelndem, glänzend dunkelgrünem Laub, das sich im Herbst wunderschön goldgelb färbt. Die robuste, schnellwachsende Espe passt sich allen frischen Böden an. Als große, dichte Windschutzpflanzung am Rand der Landschaft ist sie prachtvoll und eignet sich auch ideal für die Umgebung von Gewässern.

Diese Espe entwickelt ein sehr weitreichendes, ausgebreitetes Wurzelsystem und neigt zur Bildung von Wurzelausläufern. Sie sollte daher mindestens 30 m von jeglichen Gebäuden entfernt gepflanzt werden. Die Italienische Pappel kann 30 m hoch und 5 m breit werden, ihr Wachstum ist schnell.

Sie bildet einen aufrechten Stamm, der bis zur Spitze der Krone reicht, ohne kräftige Seitenäste, dafür mit zahlreichen dünnen, fast senkrechten Zweigen, die dicht am Stamm anliegen. Auch wenn ihr Laub sommergrün ist, bleibt die Verzweigung so dicht, dass sie selbst im Winter noch als Sichtschutz wirkt.

Die Italienische Pappel ist aufgrund ihres starken Wachstums großen Gärten vorbehalten. Sie eignet sich beispielsweise hervorragend entlang von Wasserläufen oder in der Nähe von Teichen und großen Naturtümpeln. Doch auch zur Anlage großer Windschutzpflanzungen ist dieser dicht gepflanzt stehende Baum ideal.

Die Italienische Pappel ist sehr winterhart und gedeiht in jedem gut bearbeiteten, frischen bis feuchten Boden an einem sonnigen Standort.

→ Entdecken Sie auch unser ausführliches Porträt der Espen

Ilex aquifolium oder Europäische Stechpalme: ein großer Indigener

Die Gewöhnliche Stechpalme oder Ilex aquifolium kann in einer Windschutzhecke zu einem stattlichen Baum heranwachsen, wenn man sie frei wachsen lässt. Diese indigene Art besitzt viele Vorzüge: ein schönes immergrünes Laub, eine erstaunlich einfache Kultur, eine ausgezeichnete Windfestigkeit und einen hohen Wert für die Biodiversität, da sie zahlreichen Tieren Nahrung und Unterschlupf bietet. Zu beachten ist, dass diese Stechpalme diözisch ist. Das bedeutet, dass männliche und weibliche Pflanzen getrennt vorkommen. Nur die weiblichen Pflanzen tragen die charakteristischen roten Beeren. Wenn Sie Früchte an weiblichen Pflanzen wünschen, sollten Sie mindestens eine männliche Pflanze dieser Art im Garten oder in der Umgebung pflanzen.

Die Sorte Ilex aquifolium ‘Alaska’ ist eine weibliche Pflanze mit aufrechtem, kompaktem Wuchs. Sie wird mit der Zeit zu einem über 15 m hohen Strauch (daher ist sie hier aufgeführt) und wächst säulenförmig, benötigt jedoch mehrere Jahre bis zur ausgewachsenen Größe. Wie alle Gewöhnlichen Stechpalmen besitzt die Sorte ‘Alaska’ dekoratives immergrünes Laub mit ovalen, gewellten und sehr stacheligen Blättern in glänzendem Dunkelgrün.

Im Mai und Juni erscheinen duftende, bienenfreundliche Blüten in Weiß und zartem Rosa dicht am Laub. Befindet sich eine männliche Pflanze in der Nähe, folgen auf diese Blüten kleine, kugelförmige, leuchtend rote und sehr dekorative Beeren.

Ilex aquifolium ist sehr winterhart (unter -15 °C). Dieser große Strauch eignet sich ideal als Windschutzhecke, da er sowohl Rückschnitt als auch stärkste Winde gut verträgt. Ilex aquifolium ‘Alaska’ gedeiht bevorzugt im Halbschatten in einem frischen, aber gut drainierten und recht nährstoffreichen, zudem humusreichen Boden.

Gewöhnliche Stechpalme als Windschutz

Ilex aquifolium, rechts Laub und Beeren von Ilex aquifolium ‘Alaska’

Lawsons Scheinzypresse: Riese für Hecken

Chamaecyparis lawsoniana, die Lawsons Scheinzypresse, ist ein majestätischer Nadelbaum, der in seinem natürlichen Lebensraum über 40 m hoch werden kann. Sie hat zahlreiche Kultivare hervorgebracht, darunter eine große Auswahl an kleinwüchsigen Pflanzen, die besser für unsere Gärten geeignet sind. Dank ihrer guten Verträglichkeit eines leichten, regelmäßigen Rückschnitts, ihrer hervorragenden Sichtschutzwirkung und ihrer ausgezeichneten Windfestigkeit wird sie häufig als Heckenpflanze verwendet.

Chamaecyparis lawsoniana ‘Alumii’ ist ein beliebter Kultivar der Lawsons Scheinzypresse mit einer schönen, dichten, geschmeidigen und regelmäßigen Pyramidenform, leicht überhängenden Zweigspitzen und elegantem graublauem Laub. Diese Sorte wird nur 10–11 m hoch und 3 m breit.

Die Lawsons Scheinzypresse ‘Alumii’ gedeiht in leichtem, humusreichem und feuchtigkeitsspeicherndem oder sandigem Boden, der leicht sauer, neutral oder leicht kalkhaltig ist. In ausreichend feuchtem Klima bevorzugt dieser Nadelbaum einen sonnigen Standort, andernorts Halbschatten. Die Lawsons Scheinzypresse leidet unter zu trockenen Böden und Klimabedingungen, da sie eher ein Baum für ein kühles, ozeanisches oder montanes Klima ist.

Lawsons Scheinzypresse als Windschutz

Chamaecyparis lawsoniana und das Laub von Chamaecyparis lawsoniana ‘Alumii’ rechts

→ Erfahren Sie mehr über Chamaecyparis, die Scheinzypresse in unserem ausführlichen Ratgeber

Leyland-Zypresse: der große Klassiker

Cupressocyparis leylandii, besser bekannt als Leyland-Zypresse oder einfach ‘Leyland’, ist ein großer Klassiker, den man in den Gärten der 1970er- und 1980er-Jahre wohl etwas zu häufig gesehen hat. Doch als großes Exemplar für eine Windschutzhecke ist sie das ganze Jahr über äußerst wirkungsvoll.

Ihr Wachstum ist sehr schnell. Die Leyland-Zypresse kann in nur einem Jahr einen Meter wachsen und ohne Rückschnitt (oder als Solitär gepflanzt) durchschnittlich 20 m Höhe und 6 bis 7 m Breite erreichen. Aufgrund dieses schnellen Wachstums sind regelmäßige Rückschnitte (zweimal jährlich im Mai und September) nötig, wenn Sie sie auf 2 oder 3 m Höhe halten möchten. Diese Konifere hat von Natur aus eine regelmäßige, pyramidenförmige und dichte Wuchsform. Ihre biegsamen, leicht aufrechten Zweige tragen aromatisches, beim Zerreiben duftendes Laub in einem schönen Tiefgrün.

Die Leyland-Zypresse eignet sich perfekt für eine große, nicht an der Grundstücksgrenze stehende Hecke, die den vorherrschenden Winden ausgesetzt ist und vorzugsweise wenig geschnitten wird. So ersparen Sie sich den zweimal jährlichen Rückschnitt. ‘Leyland’ ist ideal für sehr windige Gärten, auch in Meeresnähe. Zudem sorgt das immergrüne Laub das ganze Jahr über für ein dauerhaftes dekoratives Bild und erfüllt zugleich seine Funktion als Sichtschutz.

Das Wurzelsystem dieses Baumes ist eine Pfahlwurzel. Diese Wurzelart ermöglicht ihm, sich sehr tief im Boden zu verankern, um dort Wasser und Nährstoffe aufzunehmen und so selbst starken Winden zu widerstehen. Seine Winterhärte liegt bei etwa -15 bis -20 °C. ‘Leyland’ gedeiht in jedem Boden, auch in armen, kalkhaltigen und lehmigen Böden. Er ist resistent gegen Luftverschmutzung, Gischt und salzhaltige Nebel.

Hinweis: Diese Konifere bildet im zeitigen Frühjahr Pollen, die bei manchen Menschen Allergien auslösen können.

Cupressus sempervirens oder Mittelmeer-Zypresse: Süd

Die Cupressus sempervirens ‘Stricta’, besser bekannt als Mittelmeer-Zypresse, ist eine Wildform der Echten Zypresse, die wegen ihrer schmalen, schlanken Wuchsform ausgewählt wurde. Die Form ‘Stricta’ ist eine natürliche Mutation mit aufrechten Zweigen und fruchttragend. Dieser große, immergrüne Nadelbaum mit dunkelgrünem Laub wächst in jungen Jahren schnell und kann bis zu 500 Jahre alt werden. Mit der Zeit entwickelt er die charakteristische Silhouette, die der mediterranen Landschaft ihren Stempel aufdrückt.

Die Mittelmeer-Zypresse ‘Stricta’ erreicht eine Höhe von 10 bis 14 m bei einer Breite von 2 m. Sie wächst schnell und erreicht unter guten Bedingungen bereits im Alter von 6 Jahren eine Höhe von 6 m. Ihr Laub ist aromatisch und dunkel, ihr Holz duftet wie das aller Echten Zypressen sehr intensiv. Ihr Pfahlwurzelsystem verankert sie tief im Boden, wo sie Wasser und Nährstoffe erschließt, und verleiht ihr auch bei starkem Wind hohe Standfestigkeit. In durchlässigem Boden ist sie bis etwa -15 °C winterhart. Leider sollte sie auf Regionen mit mildem Klima beschränkt bleiben, denn trotz ihrer relativ guten Winterhärte leidet sie vor allem unter winterlicher Staunässe, insbesondere in schwerem, lehmigem Boden.

Die Mittelmeer-Zypresse ‘Stricta’ eignet sich perfekt zur Einfassung eines Eingangs, als Gruppe aus drei Exemplaren oder für eine etwas ungewöhnliche Windschutzhecke. Sie ist ein Glücksfall für Gärten in den Causses mit steinigem Boden, in dem nur wenige Bäume gedeihen. Ihre majestätische Wuchsform strukturiert jeden Garten auf einzigartige Weise, ob im zeitgenössischen, italienischen oder mediterranen Stil. 

Cupressus sempervirens gedeiht an einem sonnigen Standort in gut durchlässigem, auch magerem, steinigem oder sogar felsigem Boden, da ihre Pfahlwurzel immer eine Spalte findet und sie erweitert, um tiefer vorzudringen und Wasser zu erreichen. Sie sollte nur in Regionen mit milden Wintern kultiviert werden. Die Anpassungsfähigkeit der Art Cupressus sempervirens an kalkhaltige Böden und starke Winde (Mistral und Tramontana) macht diesen Baum zu einem Klassiker der mediterranen Landschaft.

 

 

 

Mittelmeer-Zypresse als Windschutz

Cupressus sempervirens ”Stricta’ und das Laub einer Cupressus sempervirens

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7 Bäume für eine windschützende Hecke