9 Tipps vom Landschaftsarchitekten für die Dachterrasse

9 Tipps vom Landschaftsarchitekten für die Dachterrasse

Rooftop gestalten und bepflanzen?

Inhaltsverzeichnis

Ein Dachterrasse (englisch Rooftop) lässt viele träumen! Freier Blick über die Stadt, zusätzlicher Wohnraum und grüne Oase – ohne störende Nachbarn: Für viele Stadtmenschen ist sie ein Traum bei der Immobiliensuche.

Ob wenige Quadratmeter oder riesige Dachfläche: Die Gestaltung will gut geplant sein, nicht zuletzt wegen der Traglast und nötiger Genehmigungen.

Vorschriften, Materialien, Pflanzen, Stil … wir verraten Ihnen alles für eine gelungene Dachterrasse!

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Die begehbare Dachterrasse: ein Traum für Stadtmenschen mit wenig Grün

Schwierigkeit

Prüfen Sie die Machbarkeit des Projekts

Beginnen wir mit dem am wenigsten glamourösen, aber wichtigsten und heikelsten Punkt: den Vorschriften und Genehmigungen. Denn eine Dachterrasse befindet sich in den meisten Fällen in einer Wohnungseigentümergemeinschaft, in der alle bestimmte Regeln beachten müssen. Dies gilt umso mehr für eine bestehende Dachterrasse auf einem Mehrfamilienhaus.

  • Die Tragfähigkeit

Zunächst muss geprüft werden, ob das Vorhaben überhaupt umsetzbar ist. Eine gründliche Machbarkeitsanalyse ist daher unerlässlich. Die Tragfähigkeit des Dachs ist ein entscheidender Faktor. Sie bestimmt, welche maximale Last die Konstruktion tragen kann – das Gewicht von Pflanzen und Blumenerde, Möbeln, einem möglichen Whirlpool, Kies oder Platten sowie der Personen, die diesen Bereich nutzen. Eine Prüfung durch einen Architekten, Bauleiter oder Tragwerksplaner ist daher unverzichtbar, um die Sicherheit Ihres Vorhabens zu gewährleisten. Vorsicht bei Häusern aus den 1950er-Jahren: Sie verfügen möglicherweise nicht über die heutigen Konstruktionen. Die zulässige Belastung pro m² Fläche liegt je nach Konstruktion bei einer sogenannten intensiven Begrünung zwischen 350 und 1.200 kg (Baumschicht und Stauden). Bei einem Neubau sollten Sie die Tragfähigkeit frühzeitig einplanen, um das Budget und die Konstruktion richtig zu bemessen.

  • Erforderliche Genehmigungen

Wenn Sie in einer Wohnungseigentümergemeinschaft leben, benötigen Sie außerdem die Zustimmung der anderen Eigentümer, da die Gestaltung einer Dachterrasse das gesamte Gebäude betrifft.

In Frankreich gelten strenge Bauvorschriften. Für die Gestaltung einer Dachterrasse kann je nach Größe und Höhe des Bauvorhabens eine vorherige Baugenehmigung oder eine Baugenehmigung erforderlich sein. Außerdem untersagen manche Gemeinden in ihrem Flächennutzungsplan (PLU) den Bau von Dachterrassen bei Neubauten, da sie den regionaltypischen Baustil mit geneigten Dächern bevorzugen. Informieren Sie sich bei Ihrer Gemeinde oder einem Experten für Städtebau über alle erforderlichen Genehmigungen.

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Eine kleine Oase mitten in Paris! Das ist möglich – vorausgesetzt, Sie holen alle erforderlichen Genehmigungen ein.

Prüfen Sie die Sicherheits- und Dichtigkeitsnormen

Für hängende Landschaftsgestaltungen wie Dachterrassen gelten einige gemeinsame Anforderungen:

  • Sicherheit

Sobald die Machbarkeit Ihres Vorhabens bestätigt ist, hat die Sicherheit oberste Priorität. In Frankreich gelten für die Gestaltung von Dachterrassen strenge Sicherheitsnormen (NF). Vorgeschrieben ist ein mindestens ein Meter hohes, fest am Gebäude verankertes Geländer. Dieses Geländer muss ausreichend stabil sein, um einem horizontalen Druck standzuhalten und so die Sicherheit aller zu gewährleisten. Es ist mit einem Handlauf ausgestattet. Außerdem muss der Terrassenboden rutschfest sein, um Unfälle, insbesondere bei feuchter Witterung, zu vermeiden.

  • Abdichtung

Ein entscheidender Punkt: Regen- und Gießwasser dürfen keinesfalls in die Dachkonstruktion oder die Dämmschicht eindringen. Zwischen der Dämmschicht und der Drainageschicht muss eine Abdichtungsmembran verlegt werden. Dabei kann es sich um Gussasphalt oder mit Bitumen beschichtete, verklebte und beschwerte Bahnen handeln.

  • Regenwasserableitung

Die Regenwasserableitung ist ein weiterer wichtiger technischer Aspekt, der bei der Gestaltung einer Dachterrasse berücksichtigt werden muss.

Eine Dachterrasse ist naturgemäß flach. Sie kann Regenwasser daher nicht so schnell ableiten wie ein geneigtes Dach. Deshalb muss unbedingt Staunässe verhindert werden, die durch eindringendes Wasser oder eine Überlastung die Gebäudestruktur schädigen und zudem zu Wurzel-Erstickung führen kann. Eine leistungsfähige Drainage in Verbindung mit einer hochwertigen Abdichtungsmembran (EPDM, TPO …) ist der Schlüssel zu einer guten Wasserregulierung. Für die Drainageschicht wird in der Regel eine Stärke von 5 bis 12 cm empfohlen. Der DTU, das technische Regelwerk mit den für Ihr Gebäude geltenden Normen, gibt die erforderlichen Vorgaben vor. Zusätzlich empfiehlt sich eine Filterschicht über der Drainageschicht, etwa aus Geotextil Bidim oder Polypropylen.

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Auf dieser Dachterrasse wird das Geländer durch einen dekorativen Sichtschutz ergänzt, der die Sicherheit erhöht und zugleich als Sichtschutz dient. (© Gwenaelle David-Authier)

Sichtschutz: Privatsphäre trotz Nachbarn schaffen

Eine Herausforderung bei der Gestaltung einer Dachterrasse in der Stadt ist die Nähe zu den Nachbarn. Manche Gebäude können ebenso hoch oder sogar höher als Ihres sein und einen direkten Blick auf Ihren schönen Außenbereich bieten. Für mehr Privatsphäre gibt es mehrere Lösungen:

  • Pflanzen können als natürliche Barriere dienen: Dicht belaubte, bis zu 2 m hohe Sträucher wie nicht ausläuferbildender Schirmbambus Fargesia schaffen in hohen, langen Pflanzgefäßen einen grünen Sichtschutz, ohne viel Platz einzunehmen. Wählen Sie überwiegend immergrüne Pflanzen, wenn Sie Ihre Terrasse auch außerhalb der Sommermonate nutzen.
  • Holz- und Glaspaneele, durchbrochene Stahl-Sichtschutzwände oder Rankgitter schützen ebenfalls vor neugierigen Blicken und verleihen dem Außenbereich zugleich eine ästhetische Note.
  • Auch die Anordnung der Pflanzen schafft Sichtschutz, wenn sie am Rand der Dachterrasse in großen Pflanzgefäßen stehen. Moderne Modelle bieten besonders viele Gestaltungsmöglichkeiten.
  • Gestelle für Stoffplanen, etwa Sonnensegel, sorgen im Sommer ebenfalls für etwas mehr Privatsphäre.
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Ein Sichtschutz aus Holzlatten wirkt dekorativ und reduziert zusammen mit einigen Pflanzen den direkten Blick vom Nachbargebäude erheblich

→ Lesen Sie auch Virginias T. Tipps in Wie Sie sich kostengünstig vor Nachbarn schützen sowie Marions Tipps in Wie Sie einen Sichtschutz nach oben schaffen.

Sorgen Sie für ausreichend Schatten

Die Aufheizung eines Dachterrassenbelags hängt von Material und Farbe ab. Dennoch ist die Fläche der Sonne stark ausgesetzt, reflektiert Strahlung und speichert im Sommer Wärme. Ein erstes Ziel ist daher, sie mit Hitzeschutz: Pergolen für Kletterpflanzen, großen Sonnenschirmen oder Sonnensegeln sowie geeigneten Kletterpflanzen und Sträuchern (siehe unten) zu mindern.

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→ Lesen Sie auch unsere Tipps zum Terrassenschatten: Welche Pflanzen wählen?

Wind abhalten

Auf Dachterrassen weht oft starker Wind. Wählen Sie Bodendecker, biegsame Sträucher und Gräser sowie windfeste Immergrüne.

Pflanzenauswahl anpassen

Ein Dachterrassengarten ist angesichts des Klimawandels fast unverzichtbar und hilft, Hitzeinseln zu bekämpfen. Doch das Umfeld einer Dachterrasse ist für Pflanzen rau: starke Winde, intensive Sonne, Luftverschmutzung, Temperaturschwankungen und Hitzestau auf einem meist mineralischen Untergrund … Daher ist es entscheidend, besonders robuste Arten zu wählen, die all diesen Belastungen standhalten und zugleich im Topf gut gedeihen. Verwendet werden Sträucher, Bäume und krautige Pflanzen, idealerweise bienenfreundliche Arten, die an das lokale Klima (Trockenheit, Niederschlagsmenge) angepasst sind.

Hier einige Beispiele:

  • Bäume: Wählen Sie bei Birken, Fächer-Ahorn und Carpinus japonica kompakte oder Zwergsorten.
  • Sträucher: Pfaffenhütchen, Gänseblümchensträucher, Steinliguster, Ölweiden, Klebsame, Duftblüten, Oleander und Andensträucher in milden Regionen, Abelien, Rote Glanzmispeln, Zwergmispeln, Englische Heide, Lonicera pileata usw.
  • Kletterpflanzen: Jasmin, Geißblatt, Waldrebe, Gewöhnlicher Efeu …
  • Ziergräser: Miscanthus sinensis, Hirse, Federborstengras, Schwingel … unter anderem
  • Stauden: Wählen Sie vor allem trockenheitsverträgliche Arten wie Sedum spectabile und Lavendel, aber auch Sommer- und Frühlingszwiebeln.
  • Eine niedrige Pflanzenschicht aus Steingartenpflanzen (Gänsekresse, Iberis, Hypericum olympicum, Nelke, Walzen-Wolfsmilch, Armeria maritima usw.).

Zur Pflege empfiehlt sich, besonders auf großen Flächen von Anfang an ein Tropfbewässerungssystem am Wasseranschluss zu installieren. Im Winter sollten einige Pflanzen geschützt werden, da sie im Topf kultiviert werden.

Sie können noch weitergehen und ein Gründach anlegen! Es sorgt für eine grüne Optik und verbessert die Wärmedämmung des Gebäudes. Diese Technik zeichnet sich durch die sehr dünne Substratschicht aus, die die Pflanzen versorgt (3 bis 12 cm, bei einer sogenannten „semi-intensiven“ Begrünung bis zu 30 cm). Ein Teil der klassischen Dachterrasse kann damit begrünt werden, etwa eine eigene Zone bei sehr großer Fläche. So entsteht ein noch stärkerer Garteneindruck auf dem Dach! Ein weiterer Vorteil: Im Vergleich zur Topfkultur benötigt ein Gründach sehr wenig oder gar keine Pflege und bleibt kostengünstig. Gepflanzt werden verschiedene Arten von Fetthennen, Ziergräsern und Stauden. In diesem Fall spricht man von einer extensiven Dachbegrünung.

→ Lesen Sie auch 7 Bäume für die Kultivierung im Topf auf Balkon oder Terrasse,  7 Pflanzen für ein Gründach und Wie legt man ein Gründach an?

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Auf dieser Pariser Terrasse ist ein echter Garten entstanden: mit Topfpflanzen und begrüntem Dach © Olivier Menegol

Setzen Sie auf leichte Materialien

Wie bereits erwähnt, schreibt die Bauordnung bestimmte Belastungsgrenzen vor. Vier Elemente wirken sich auf die Traglast einer Dachterrasse aus:

  • Die Pflanzgefäße

Die Wahl der Pflanzgefäße kann sich auf einer Dachterrasse schnell als ungeeignet erweisen, insbesondere bei großen Flächen, da schwere Gefäße die Belastung erhöhen. Entscheiden Sie sich für leichte und robuste Töpfe oder Pflanzkübel, um die Bausubstanz zu schonen. Die Gefäße müssen leicht genug sein, um die Dachkonstruktion nicht unnötig zu belasten, zugleich aber witterungsbeständig sein. Materialien wie Kunstharz oder Glasfaser werden häufig bevorzugt, da sie die Konstruktion nicht unnötig beschweren. Berechnen Sie das Gesamtgewicht einschließlich Substrat und Pflanzen, um sicherzustellen, dass Sie die Vorgaben für Ihr Gebäude (oder Ihr Haus) einhalten. Achten Sie außerdem darauf, dass die Töpfe über Abflusslöcher verfügen, damit überschüssiges Wasser ablaufen kann.

  • Die Substrate

Auch auf einer Dachterrasse müssen Substrate den Anforderungen an die zulässige Belastung entsprechen. Gartenerde wird häufig mit Blähton oder einem anderen Material gemischt, um die Pflanzgefäße leichter zu machen (Wasserspeicher wie Steinwolle).

  • Die Bodenbeläge

Ein weiterer wichtiger Aspekt bei der Tragfähigkeit einer Dachterrasse sind die Bodenbeläge. Wählen Sie möglichst leichte Materialien. Entscheidend ist jedoch die zulässige Belastung, die Sie bei der Planung genau berechnen müssen.

  • Die Möbel

Wählen Sie leichte Möbel aus Aluminium, verzinktem Stahl oder Verbundmaterialien wie Polyrattan. Diese sind witterungs- und UV-beständig.

Große Dachterrasse gliedern

Auf großen Dachterrassen versucht man, mehrere Bereiche wie in einem Garten zu schaffen. Denn die Gesamtwirkung kann etwas künstlich oder sogar kalt erscheinen, wenn man lediglich einige Windschutzpflanzen nebeneinanderstellt. Zudem lässt sich der Raum auf diese Weise strukturieren und durch eine geschickte Anordnung der verschiedenen Elemente ein Windschutz schaffen.

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Sitzbereich, Essplatz und Ruhezone gliedern diese Pariser Dachterrasse.

Auf großen Flächen kann man außerdem problemlos zusätzliche „Gartenmöbel“ aufstellen, etwa eine Feuerstelle für gesellige Abende oder eine große Pergola, die den Raum schmückt und ihm zugleich mehr Volumen verleiht. Auch eine mit Holz oder Platten gestaltete Terrassenfläche kann als erhöhte Plattform dienen und einen Ruhe- oder Essbereich kennzeichnen. Ein anderer Bodenbelag, etwa eine (schöne) Fläche aus Kunstrasen oder ein eleganter Outdoor-Teppich, eignet sich ebenfalls gut, um die verschiedenen Bereiche optisch zu definieren. Ein durchbrochener Sichtschutz erfüllt denselben Zweck der Abgrenzung.

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In diesem Projekt strukturieren und schmücken verschiedene Bodenbeläge die Dachterrasse.

Eine Unterteilung lässt sich auch mit großen Pflanzgefäßen schaffen, die wie im folgenden Beispiel unterschiedliche Bereiche oder kleine Zwischenkorridore bilden.

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Definieren Sie Ihren Stil!

Das Flachdach eines Lofts oder einer Maisonette wird nicht unbedingt genauso gestaltet wie eine kleine Dachterrasse in einem Altbau oder auf einem Haus aus den 1930er- oder 1950er-Jahren. Da Dachterrassen, die über eine Treppe zugänglich sind, nicht direkt zur Wohnung oder zu den Wohnräumen führen, können Sie dort problemlos einen anderen Stil als im Innenbereich wählen.

Große Flächen und moderne Architektenhäuser kommen mit einem zeitgemäßen Stil besonders gut zur Geltung, in dem Gräser eine wichtige Rolle spielen können: zugleich leicht und elegant. Kleine Dachterrassen an älteren Häusern oder in Altbauten wirken dagegen mit einem exotischen oder ländlichen Stil und dichter Bepflanzung besonders gemütlich.

Auch die Umgebung spielt eine wichtige Rolle: Dachterrassen in dicht bebauten Gebieten erfordern ein durchdachteres Begrünungskonzept.

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Dieses kleine Haus in der Provinz liegt in einer bewaldeten Umgebung, weshalb die Bepflanzung eher sparsam ausfällt.

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