Blindschleiche

Blindschleiche

Die berühmte Blindschleiche

Inhaltsverzeichnis

Geändert der 7. Dezember 2025  durch Olivier 4 min.

Die Blindschleiche (Anguis fragilis) ist keine Schlange, sondern eine beinlose Echse und hilft gegen Schnecken. Ruhige, naturnahe Ecken locken sie an.

→ Mehr über die Blindschleiche.

Schwierigkeit

Was ist eine Blindschleiche?

Weltweit gibt es 6 Arten von Blindschleichen. Blindschleichen gehören zur Familie der Schleichen (Anguidae). Sie sind Reptilien und … beinlose Echsen. Blindschleichen sind daher ABSOLUT keine Schlangen.

Die Blindschleiche (Anguis fragilis) ist die in Europa am weitesten verbreitete Art und diejenige, der wir in unseren Gärten begegnen.

Wie erkennt man eine Blindschleiche?

Der Kopf ist klein, die Schnauze abgerundet. Die Blindschleiche ist eine schlangenförmige Echse mit einer Länge von etwa 30 bis 40 cm. Der Körper wirkt glatt, was an den Osteodermen liegt, dünnen Knochenplatten unter der Haut.

Die Hautfärbung variiert je nach Alter und geografischer Verbreitung: Die Oberseite ist meist bräunlich-grau, die Unterseite dunkler, fast schwarz. Das Männchen ist relativ einheitlich gefärbt, während das Weibchen an einem breiten hellen Streifen auf dem Rücken zu erkennen ist. Jungtiere sind goldfarben und tragen einen feinen schwarzen Rückenstreifen.

Die Blindschleiche bewegt sich wie eine Schlange, doch auf Röntgenbildern sind die Ansätze von Beinen sichtbar: Sie ist also tatsächlich eine Echse! Außerdem kann die Blindschleiche bei Gefahr ihren Schwanz abwerfen und so einem Fressfeind entkommen. Der Schwanz wächst nach, bleibt jedoch kürzer.

Auch wenn sie keine Schlange ist, ähnelt die Blindschleiche aus der Ferne ein wenig einer solchen. Es gibt jedoch einige deutliche Unterschiede:

  • Die Blindschleiche kann blinzeln: Schlangen besitzen dagegen feststehende durchsichtige Augenlider;
  • Die Blindschleiche hat mehrere Reihen von Bauchschuppen: Schlangen haben nur eine;
  • Die Bewegungen der Blindschleiche wirken im Vergleich zu denen von Schlangen ungeschickt;
  • Die Blindschleiche muss ihr Maul öffnen, um die Zunge herauszustrecken.

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Das Leben der Blindschleiche

Die Blindschleiche verbringt einen großen Teil ihrer Zeit unter der Erde, in Gängen, die sie selbst gegraben oder von Nagetieren übernommen hat. Im Winter hält sie dort Winterschlaf, entweder in einem Misthaufen oder in diesen Gängen. Sie ist ein fleischfressender Räuber und ernährt sich bevorzugt von Nacktschnecken, Larven und Würmern.

Die Fortpflanzung findet im Frühjahr (Mai–Juni) statt. Die Blindschleiche ist ovovivipar: Das bedeutet, dass sich die Eier (5 bis 20) im Körper des Weibchens entwickeln. Dort schlüpfen sie, anschließend bringt das Weibchen zwischen Juni und August seine Jungen zur Welt. Die Jungtiere sind in ihrem ersten Lebensjahr sehr gefährdet. Die Geschlechtsreife erreichen Männchen mit 3 Jahren und Weibchen mit 4 Jahren.

Die Blindschleiche kann sehr alt werden: Der Altersrekord liegt bei 54 Jahren, im Durchschnitt wird sie jedoch etwa 30 Jahre alt.

Ein gefährdetes Tier! Die Blindschleiche ist in Frankreich und Belgien geschützt. Dennoch ist diese sympathische Eidechse ohne Beine zahlreichen Gefahren ausgesetzt: Pestizideinsatz, Empfindlichkeit gegenüber Schadstoffen, Zerstörung ihrer Lebensräume, Überfahren auf der Straße, fortschreitende Verstädterung, Rückgang von Hecken, Beutegreifer wie Hauskatzen und Hühner und sogar … die rücksichtslose Tötung durch Menschen. Kurz gesagt: Das Leben einer Blindschleiche ist kein Zuckerschlecken!

Die Blindschleiche gilt in Frankreich als „nicht gefährdet“ und in Wallonien als „nicht bedroht“. Dennoch gehen die Bestände fast überall zurück.

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Die Blindschleiche ist nicht immer leicht zu entdecken …

Warum und wie ihn im Garten ansiedeln?

Die Blindschleiche – wichtig für die Biodiversität

Die Blindschleiche ist ein unauffälliger, aber effektiver Räuber. Sie ernährt sich von wenig beweglichen Beutetieren wie Weichtieren (Schnecken und Nacktschnecken), Larven und Würmern, aber auch von einigen Spinnen und Insekten. Im Garten ist sie daher ein nützlicher Helfer.

Die Blindschleiche wird jedoch auch selbst erbeutet. Zu ihren natürlichen Feinden zählen einige Vögel (Krähenvögel, Greifvögel, Fasane …), die Schlingnatter (Coronella austriaca) und sogar das Wildschwein.

Die Blindschleiche kann in unseren Gärten auftauchen

Die Blindschleiche bevorzugt halbschattige Orte mit üppiger Vegetation in Steinbrüchen, auf kalkliebendem Rasen, in Hecken, an Wegrändern sowie in Parks und Gärten. Manchmal findet man sie unter Plastikplanen, alten Pappkartons … und sogar in Nagetiergängen.

Die Blindschleiche überwintert in kleinen Erdbauten, die sie entweder einem Nagetier abnimmt oder selbst gräbt. Sie kann den Winter aber auch in einem warmen Misthaufen verbringen. Bisweilen überwintert sie in größeren Gruppen mit bis zu hundert Tieren.

Damit sie sich im Garten wohlfühlt, sollten Sie einige naturnahe Bereiche belassen, in denen die Vegetation frei wachsen kann, vollständig auf Pestizide verzichten (auch auf angeblich biologische oder natürliche) und große, ruhige Flächen im Garten erhalten.

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Die Blindschleiche ist ein ganz besonderer Helfer im Garten!

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Die Blindschleiche – was Sie wissen sollten