Bockshornklee anbauen?

Bockshornklee anbauen?

Aussaat, Pflege und Ernte im Garten oder Topf

Inhaltsverzeichnis

Griechischer Bockshornklee (Trigonella foenum-graecum) ist eine einjährige Heil- und Gewürzpflanze. Tipps zu Anbau, Pflege, Ernte und Nutzung.

Schwierigkeit

Bockshornklee: vielseitige Pflanze

Der Bockshornklee (Trigonella foenum-graecum), auch Griechischer Bockshornklee oder Griechisches Heu genannt, ist eine krautige Pflanze aus der Familie der Hülsenfrüchtler, die wie Erbse oder Linse einjährig kultiviert wird. Ursprünglich aus dem Nahen Osten und Indien stammend, wird er heute in Südeuropa großflächig angebaut, insbesondere im Mittelmeerraum, in Nordafrika und im ökologischen Landbau – dank seiner zahlreichen wertvollen Eigenschaften. In Indien ist er unter dem Namen „Methi“ bekannt und spielt in der lokalen Küche eine wichtige Rolle.

Diese aromatische Pflanze ist an ihren dünnen, aufrechten Stängeln zu erkennen, die eine Höhe von 50 bis 60 cm erreichen können. Ihre dreiblättrigen Blätter mit ovalen Fiederblättchen ähneln denen des Klees, sind jedoch länglicher. Die Pflanze bildet kleine hell- bis dunkelgelbe Blüten. Nach der Blüte entwickelt der Bockshornklee längliche Schoten mit den bekannten Bockshornkleesamen.

Diese Samen sind reich an Eisen, Vitaminen und Kalzium. Sie werden getrocknet und anschließend oft geröstet, um ihre Bitterkeit zu mildern, bevor sie zu Pulver zermahlen oder im Ganzen für Gerichte wie Curry verwendet werden. Die Bockshornkleeblätter werden frisch verzehrt, etwa als Blattgemüse, und oft mit anderem Gemüse in Schmorgerichten kombiniert, oder getrocknet, um Fladenbrote und Soßen zu würzen.

Dank seiner Wurzeln, die Stickstoff im Boden binden, ist Bockshornklee außerdem eine ausgezeichnete Gründüngung für den Garten.

Bockshornkleesamen und -blätter

Bockshornkleesamen und -blätter

Wo und wann Bockshornklee anbauen?

Der Anbau von Bockshornklee ist im Freiland wie im Topf besonders einfach. Diese einjährige Pflanze gedeiht in verschiedenen Böden, bevorzugt jedoch einen leichten, gut durchlässigen Boden. Bockshornklee wächst auch auf saurem oder leicht kalkhaltigem Boden, zu feuchte Böden sollten Sie jedoch vermeiden, da sie die Entwicklung von Krankheiten begünstigen können.

Die Hülsenfrucht liebt einen vollsonnigen Standort, verträgt aber auch Halbschatten, besonders in warmen Regionen im Süden. Sie ist wenig frostverträglich: Ihre Winterhärte ist begrenzt. Daher eignet sie sich besonders für gemäßigte bis warme Klimate. In Regionen mit Spätfrösten kultivieren Sie sie am besten unter Schutz oder im Gewächshaus.

Die Aussaat erfolgt im Freiland meist im Frühjahr oder Frühsommer, von April bis Juli. Im Haus können Sie bereits ab März säen. Bockshornklee erreicht nach etwa 3 bis 4 Monaten die Reife und ermöglicht eine schnelle Ernte, besonders wenn Sie ihn wegen seiner jungen Triebe anbauen.

Bockshornkleeblätter

Bockshornklee säen?

Die Aussaat von Bockshornklee ist einfach. Weichen Sie die Samen vor dem Säen 12 Stunden in lauwarmem Wasser ein. Verwenden Sie dafür vorzugsweise Regen- oder Quellwasser. Vermeiden Sie chlorhaltiges Leitungswasser. Diese Vorbereitung fördert eine schnelle und gleichmäßige Keimung.

Im Freiland

1- Beginnen Sie mit einer guten Bodenvorbereitung: Lockern Sie den Boden und sorgen Sie für einen guten Wasserabzug.

2- Säen Sie die Bockshornklee-Samen breitwürfig oder in Reihen 1 bis 2 cm tief aus. Bei einer Reihensaat halten Sie 10 bis 15 cm Abstand zwischen den Reihen ein. So wird der Bestand gut belüftet und das Krankheitsrisiko verringert.

3- Gießen Sie nach der Aussaat leicht, um den Boden zu befeuchten, ohne ihn zu vernässen.

Bockshornklee-Reihen

Im Topf

1- Für den Anbau im Topf oder Balkonkasten wählen Sie ein tiefes Gefäß mit mindestens 15 cm Tiefe und Abzugslöchern.

2- Verwenden Sie Aussaaterde oder eine Mischung aus Blumenerde und Sand, um sie aufzulockern.

3- Säen Sie die Samen dichter aus, wenn Sie junge Triebe ernten möchten. Bedecken Sie sie anschließend mit 1 cm Blumenerde.

4- Gießen Sie vorsichtig und halten Sie das Substrat feucht, aber nicht nass.

Je nach Bedingungen erfolgt die Keimung meist innerhalb von 2 bis 5 Tagen und sorgt für ein schnelles Wachstum – ideal für Liebhaber von Kräutern und Blattgemüse.

Hier geht es zu unserer vollständigen Anleitung: „Wie sät man Bockshornklee?

Bockshornklee pflegen

Die Pflege von Bockshornklee ist minimal und macht ihn ideal für Anfänger. Wichtig ist vor allem regelmäßiges, aber mäßiges Gießen. Der Boden sollte frisch (leicht feucht), aber nicht nass sein, da zu viel Feuchtigkeit Pilzkrankheiten wie Mehltau begünstigen kann.

Zu Kulturbeginn empfiehlt sich regelmäßiges Unkrautjäten, um Konkurrenz durch andere Pflanzen zu vermeiden. Leichtes Hacken rund um die Pflanzen verbessert die Bodenbelüftung. Bockshornklee braucht keine zusätzliche Düngung, da er den Boden auf natürliche Weise mit Stickstoff anreichert, den er mithilfe seiner Wurzeln bindet.

Ein spezieller Rückschnitt ist nicht nötig, aber Sie können die Blätter regelmäßig ernten, um das Wachstum neuer Triebe anzuregen.

Bockshornklee ist eine frostempfindliche einjährige Pflanze: In kalten Regionen sollte er nach den Frühjahrsfrösten gepflanzt oder bei drohendem Spätfrost geschützt werden.

Blüte des Bockshornklees

Gelbe Blüten des Bockshornklees

Ernte und Verwendung

Die Ernte des Bockshornklees hängt davon ab, wofür Sie ihn verwenden möchten. Wenn Sie die Blätter frisch als Blattgemüse verzehren möchten, können Sie etwa 3 bis 4 Wochen nach der Aussaat mit der Ernte beginnen, sobald die Pflanzen eine Höhe von 15 cm erreicht haben. Ernten Sie nach Bedarf, damit die Pflanze erneut austreibt.

Für die Küche passen diese Blätter hervorragend zu Gemüse wie Kartoffeln, Spinat oder Möhren. Sie eignen sich auch für Schmor- und Pfannengerichte. Außerdem werden sie für bestimmte Spezialitäten wie indische Fladenbrote (Methi Paratha) verwendet.

Methi paratha

Methi Paratha: Indische Fladenbrote mit Bockshornkleeblättern

Für die Samenernte müssen Sie warten, bis die Pflanze ihre Reife erreicht hat, also 3 bis 4 Monate nach der Aussaat. Die Schoten werden braun und trocknen ein – ein Zeichen, dass es Zeit ist, sie abzuschneiden. Trocknen Sie die Stängel an einem trockenen, luftigen Ort und lösen Sie anschließend die Samen aus den Schoten. Sie können ganz oder geröstet verwendet werden, um ihre Bitterkeit zu mildern, bevor sie in die Gerichte kommen. Außerdem lassen sie sich zu Pulver mahlen, um Speisen zu würzen. Sie können die Samen auch für eine spätere Aussaat aufbewahren.

Für die Zubereitung von Curry werden meist die Samen des Bockshornklees verwendet. Auch die Blätter können Currys aromatisieren, allerdings dezenter mit einer leicht bitteren, würzigen Note.

Als Gründüngung wird Bockshornklee genutzt, um den Boden mit Stickstoff anzureichern. Nach der Ernte oder am Ende der Kulturzeit lassen Sie die Pflanzen an Ort und Stelle oder arbeiten sie direkt in den Boden ein. Das verbessert die Bodenstruktur, steigert die Fruchtbarkeit und bereitet die Erde auf die nächste Kultur vor, insbesondere für Fruchtgemüse wie Tomaten oder Paprika. Beachten Sie, dass Sie idealerweise 3 Jahre warten sollten, bevor Sie auf derselben Fläche erneut Bockshornklee anbauen.

Schon gewusst?

Bockshornklee wird auch wegen seiner gesundheitsfördernden Eigenschaften angebaut. Mehr dazu erfahren Sie in unserem Artikel: “Heilpflanzen anbauen: Bockshornklee und seine gesundheitlichen Vorteile“.

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