Diatomeenerde im Garten anwenden?
Insektizide Eigenschaften und weitere Anwendungen von Kieselgur
Inhaltsverzeichnis
Kieselgur im Garten: natürliches Insektizid gegen Schädlinge. Vorteile, Nachteile, Einschränkungen und Anwendungstipps.
Was genau ist Kieselgur?
Manchmal auch Kieselgur genannt, ist Diatomeenerde ein Pulver aus einem kieselsäurehaltigen Sedimentgestein. Dieses entstand durch die Versteinerung der Schalen mikroskopisch kleiner Algen, die vor Millionen Jahren in Seen lebten. Die in Steinbrüchen abgebaute Diatomiterde ist ein weiches, poröses, leichtes und brüchiges Gestein. Sie wirkt saugfähig und filternd und ähnelt in ihrer Beschaffenheit Mehl. Hinzu kommt eine weitere, entscheidende Eigenschaft: Diatomeenerde ist abrasiv. Daher lässt sie sich vielseitig einsetzen – zumal es sich um ein 100 % natürliches Produkt handelt.

Diatomeenerde ist ein 100 % natürliches Produkt
Es gibt zwei Arten von Diatomeenerde:
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Diatomeenerde in Lebensmittelqualität: die mildere Variante, die sowohl im Garten als auch im Haus verwendet wird, unter anderem bei Katzen und Hunden gegen Flöhe und Zecken
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Kalzinierte Diatomeenerde: Sie wird bei hohen Temperaturen erhitzt und ist dadurch abrasiver. Sie ist vor allem für industrielle Zwecke bestimmt. Daher sollte sie im Haus und in von Tieren genutzten Bereichen, aber auch im Gemüse- und Ziergarten sowie im Hühnerstall vermieden werden.
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Wie bereits erwähnt, ist Kieselgur ein hervorragendes natürliches Insektizid zur Bekämpfung unerwünschter Insekten, die sich in Wohnräumen ansiedeln. Sie kann auch im Garten, Gemüse- und Obstgarten eingesetzt werden. Außerdem ist sie im ökologischen Landbau zugelassen. Allerdings ist sie wenig selektiv und sollte daher sparsam, in kleinen Mengen und sehr gezielt angewendet werden.
Welche Insekten werden bekämpft?
Dennoch wirkt sie sehr effektiv gegen zahlreiche Schädlinge wie Blattläuse und Schildläuse, Raupen und Larven, Thripse, Blattflöhe, Weiße Fliegen, Käfer wie Erdflöhe oder auch Ameisen, die zwar keine Schädlinge sind, aber störend sein können. Angesichts dieses breiten Wirkungsspektrums stellt sich die Frage, wie Kieselgur eigentlich wirkt.
Ihre Wirkung ist zweifach: Zum einen nimmt das Pulver die Fette der Insekten auf und trocknet sie aus. Zum anderen zerstört es durch seine abrasive Wirkung den Verdauungstrakt und das Außenskelett der Insekten. Diese sterben innerhalb weniger Stunden oder Tage. Da Kieselgur ausschließlich mechanisch wirkt, ist sie für Vögel, Reptilien und Säugetiere, die diese toten Insekten fressen könnten, nicht giftig.
Schnecken und Nacktschnecken meiden Kieselgur meist. Schon bei der geringsten Berührung ist sie für sie tödlich. Zumindest lässt sich damit eine natürliche Barriere gegen diese Weichtiere errichten.
Wie wird Kieselgur im Garten angewendet?
Kieselgur wird in kleinen Mengen direkt auf die Blätter oder Stängel befallener Pflanzen, rund um die Füße von Stauden, Sträuchern oder Gemüsepflanzen sowie um Töpfe, Kübel und Pflanzkästen gestreut.
Das Pulver sollte an einem trockenen Tag ohne angekündigten Regen ausgebracht werden. Schon der kleinste Wassertropfen schwächt oder beseitigt die Wirkung, da sich Kieselgur im Boden auflöst. Nach Regen oder starkem Tau muss die Anwendung wiederholt werden.
Nachteile von Kieselgur
Obwohl Kieselgur radikal gegen Schädlinge wirkt, hat sie bei den Zielorganismen Grenzen. Sie wirkt gezielt auf Insekten, die mit dem Pulver in Kontakt kommen, vor allem auf kriechende Insekten.
Wird das Pulver auf Blüten oder Blätter gestreut, kann es auch andere Insekten wie Marienkäfer, Ohrwürmer und andere Nützlinge sowie Honigbienen, Solitärbienen und weitere Bestäuber beeinträchtigen. Darin liegt die wichtigste Grenze von Kieselgur. Deshalb sollte das Pulver während der Blütezeit nicht auf Pflanzen gestreut und nicht in stark von Insekten frequentierten Bereichen angewendet werden. Zwar ist Kieselgur für Fluginsekten weniger schädlich, doch das Risiko ist nie völlig ausgeschlossen. Zudem kann sie die Biodiversität beeinträchtigen.

Kieselgur sollte mit Bedacht verwendet werden, um die Biodiversität zu schützen
Kieselgur ist daher ein ausgezeichnetes Naturprodukt, sollte aber mit Bedacht eingesetzt werden. Sie ist eher eine Ergänzung im Rahmen einer umfassenden Strategie als eine Wunderlösung.
Lesen Sie auch
Natürliche Insektizide als Jauche und SudWas ist bei der Anwendung zu beachten?
Auch natürliche Kieselgur sollte mit Bedacht verwendet werden. Einige Vorsichtsmaßnahmen helfen, ihre Vorteile ohne unerwünschte Folgen zu nutzen:
- Einatmen vermeiden: Das feine Pulver kann die Atemwege reizen. Tragen Sie beim Ausbringen, besonders drinnen oder bei Wind, eine Maske und stellen Sie sich mit dem Rücken zum Wind. Es ist nicht giftig, aber unangenehm einzuatmen.
- Feuchtigkeit vermeiden: Nass verliert Kieselgur ihre Wirkung. Bringen Sie nach Regen oder Gießen erst auf trockenen Flächen eine dünne Schicht auf. Innen sollten feuchte oder schlecht belüftete Räume gemieden werden.
Weitere überraschende Anwendungen im Garten
Diatomeenerde dient nicht nur als Insektizid! Im Garten lassen sich ihre Eigenschaften vielseitig nutzen.
- Barriere gegen Kriechtiere: Diatomeenerde kann als natürliche Barriere um bestimmte empfindliche Bereiche wie Aussaaten oder Erdbeerpflanzen dienen. Ziehen Sie einfach einen kleinen Pulverkreis um die zu schützenden Pflanzen. Kriechende Insekten und Schnecken zögern oft, diese „abschleifende“ Linie zu überqueren, und umgehen das Hindernis. Eine einfache, wirksame und vor allem ungiftige Lösung zum Schutz empfindlicher Bereiche im Gemüsebeet, auf der Terrasse oder dem Balkon.

Diatomeenerde bildet eine ausgezeichnete Barriere gegen Nacktschnecken und Schnecken
- Feuchtigkeitsaufnahme: Diatomeenerde ist von Natur aus sehr saugfähig und porös. Sie kann verwendet werden, um kleine Feuchtigkeitsüberschüsse im Gewächshaus, im Gartenhaus oder sogar in den Untersetzern von Blumentöpfen zu trocknen. So trägt sie dazu bei, die Luft etwas zu verbessern.
- Schutz von Samen und Zwiebeln: Wenn Samen oder Zwiebeln für die nächste Saison eingelagert werden, kann Diatomeenerde nützlich sein. Geben Sie eine Prise Pulver in die Beutel oder Aufbewahrungsboxen. Es nimmt Restfeuchtigkeit auf und hält kleine Parasiten fern, die sich daran bedienen könnten. Wie eine trockene Rüstung verhindert es Schimmelbildung und begrenzt Insektenbefall durch Rüsselkäfer oder Motten.
- Sanfter Reiniger: Die feinen Partikel der Diatomeenerde können als mildes Schleifmittel verwendet werden, um bestimmte Gartengeräte oder verschmutzte Töpfe zu reinigen, ohne sie zu beschädigen.
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