Gemüse für den Sommeranbau
Der Sommer eignet sich für Aussaat, späte Pflanzungen sowie Herbst- und Wintergemüse
Inhaltsverzeichnis
Sommergemüse säen und pflanzen: Tipps zu Boden, Mulch, Schatten und Gießen für reiche Ernten ab September, im Herbst und teils bis in den Winter.
Wurzelgemüse für den Sommeranbau
Aufgrund ihrer Anbauweise sind Wurzelgemüse sicherlich das Gemüse, das Hitze am besten verträgt. Außerdem benötigen sie wenig Pflege und machen daher kaum Arbeit – gerade in einer Zeit, in der ein Nickerchen im Schatten angenehmer ist als Hacken im Gemüsegarten! Zudem haben diese Gemüse eine längere Wachstumszeit, sodass sie den ganzen Herbst über geerntet und sogar im Winter gelagert werden können.
Schwarzer Rettich und Winterrettich
Der schwarze Rettich ist ein typisches Wintergemüse mit runder oder länglicher Pfahlwurzel und schneeweißem Fruchtfleisch. Schwarzer Rettich hat eine raue Schale und einen charakteristisch scharfen Geschmack. Er ist relativ tolerant und leicht zu kultivieren. Schwarzer Rettich wird in leichten, tiefgründigen, frischen und nährstoffreichen Boden gesät. Die Ernte erstreckt sich von Oktober bis zum Frost. Wer schwarzen Rettich ernten möchte, muss daher bereits im Juni mit der Aussaat beginnen. Die Aussaat kann bis Ende August fortgesetzt werden, alle zwei bis drei Wochen, um zeitlich gestaffelte Ernten zu erzielen.
Für eine reiche Ernte muss der Boden stets frisch gehalten werden. Deshalb wird den ganzen Sommer über regelmäßiges Gießen ebenso empfohlen wie eine Mulchschicht.
Wählen Sie gern verschiedene Sorten:
- Schwarzer Rettich ‘Gros rond d’hiver’
- Rettich ‘Long maraîcher’
- Weißer Riesenrettich Daikon ‘Mino Early’, ein Verwandter des schwarzen Rettichs
- Winterrettich ‘April Cross’ mit weißen Wurzeln
- Rosa Winterrettich aus China
Wie säen?
- 2 cm tiefe, 25 cm voneinander entfernte Furchen ziehen
- Alle 15 cm einen Samen schwarzen Rettichs ablegen
- Mit feiner Erde bedecken und mit der Rückseite des Rechens andrücken
- Mit feinem Strahl gießen
Bis September können außerdem monatlich Radieschen gesät werden, sofern sie gut gegossen werden. Ohne Bewässerung werden Radieschen hohl und scharf.
Rüben
Die Rübe ist ein traditionelles Wintergemüse und gehört zur Familie der Kreuzblütler, auch wenn manche Sorten als Frühgemüse angebaut werden. Für Rüben ab Oktober sollten Sie von Juli bis August säen. Empfehlenswert sind Sorten wie ‘Jaune boule d’or’, ‘Auvergne tardif’, ‘Blanc dur d’hiver’ oder Rübe ‘Plat de Hollande’ …
Rüben werden in leichten, frischen und nährstoffreichen, kalkfreien Boden gesät, vorzugsweise an einen sonnigen Standort. Der Boden muss gründlich bearbeitet und gelockert sein. Auch Rettich sollte regelmäßig gegossen werden. Eine Mulchschicht verlängert die Gießintervalle und verhindert Hacken und Jäten.
Lesen Sie auch meinen Artikel: Wie wählt man Rüben aus? sowie das Datenblatt zum Anbau von Rüben. von Aurélien
Kohlrüben
Die Kohlrübe ist ein altes Gemüse und bildet eine große, weißfleischige Wurzel, die an eine Rübe erinnert, aber stärker verdickt ist. Obwohl sie wegen ihres Verzehrs während des Zweiten Weltkriegs noch immer einen schlechten Ruf hat, verdient sie einen festen Platz im Gemüsegarten. Sie besitzt ein angenehm leicht nussiges Aroma. Meist wird sie gekocht in Eintöpfen oder roh als Rohkost verzehrt.
Die Kohlrübe wächst in jedem Boden, sofern er frisch, fruchtbar und humusreich ist. Der Boden muss tiefgründig und der Standort sonnig sein. Da sie Trockenheit und starke Hitze scheut, muss sie gut gegossen werden, damit ihre Wurzel nicht faserig wird. Eine Mulchschicht hält den Boden frisch.
Kohlrüben werden von Mai bis Juli direkt ins Freiland gesät. Sobald die Keimlinge 4 bis 6 Blätter haben, werden sie verpflanzt.
Weitere Informationen: Kohlrübe: Aussaat, Anbau und Ernte

Möhren
Wenn die Aussaat der Möhren im Frühjahr begonnen hat, kann sie bis Juli fortgesetzt werden. So erhält man eine späte Möhrenkultur, die von September bis November geerntet wird, da die Möhre winterhart ist. Möhren werden direkt ins Freiland gesät: in 2 cm tiefe, 25 cm voneinander entfernte Furchen, in leichten, nährstoffreichen, tiefgründigen und gut bearbeiteten Boden.
Weitere Informationen: Die Möhre: säen, anbauen und ernten
Rote Bete
Wie Möhren kann auch Rote Bete bis Juli in tiefgründigen, frischen und gut bearbeiteten Boden gesät werden, der im vorherigen Herbst mit Mist oder Kompost angereichert wurde. Ziehen Sie 2 cm tiefe, 30 cm voneinander entfernte Furchen. Säen Sie die Samen anschließend im Abstand von 5 cm aus.
Alles Wissenswerte: Rote Bete: säen, anbauen und ernten
Lesen Sie auch
Gemüsegarten und Gemüse im Sommer beschattenBlattgemüse für den Sommeranbau
Blattgemüse ist im Sommer empfindlich, da die sengenden Sonnenstrahlen das Laub schädigen können. Deshalb sät man es am besten im Halbschatten, zum Beispiel im Schutz hoch wachsender Gemüse wie Tomaten, Mais und Topinambur.
Mehrere Blattgemüse werden gezielt im Sommer angebaut, um sie im Herbst zu verzehren; andere können noch gesät werden.
Feldsalat
Feldsalat ist anspruchslos, sofern der Boden ausreichend fest, frisch und durchlässig ist. Er wird im Halbschatten gesät, da er große Hitze nicht verträgt.
Je nach Sorte unterscheidet sich der Aussaatzeitpunkt leicht. Deshalb sollten Sie unbedingt die Angaben auf den Samentütchen beachten. Sorten mit großen Samen („Feldsalat mit großen Samen“, „Feldsalat mit großen Samen aus Holland“) werden von Mitte Juli bis Ende August gesät. Sorten mit kleinen Samen sät man dagegen ab Ende August bis in den Oktober.
Mehr erfahren: Feldsalat: Aussaat, Anbau und Ernte
Spinat
Dieses Blattgemüse ist sehr leicht zu kultivieren! Allerdings braucht Spinat einen frischen, eher schweren und humusreichen Boden. Außerdem muss der Boden gut durchlässig sein. Spinat bevorzugt gemäßigtes Klima und verträgt keine Trockenheit. Deshalb sollten Sie ihn im Sommer am besten im Halbschatten oder sogar im Schatten säen.
Entscheidend ist auch die Sortenwahl. Im Sommer sollten Sie unbedingt winterharten Spinat säen („Géant d’hiver“, „Apollo“, „Monstrueux de Giroflay“). Diese Wintersorten werden im August und September gesät.
Mehr erfahren: Spinat im Gemüsegarten säen, anbauen und ernten
Rucola
Rucola kann bis Ende Juni gesät werden, außer bei großer Hitze. Bei einem eher milden Sommer können Sie daher den ganzen Juni über Rucolasamen in Reihen oder breitwürfig in durchlässigen, fruchtbaren Boden an einem eher sonnigen Standort säen.
Mehr erfahren: Rucola: säen, anbauen und ernten
Portulak
Portulak (Portulaca oleracea) ist ein fleischiges Sommergemüse mit rötlichen, liegenden oder aufrechten Stängeln und kleinen, rundlichen, dicken Blättern. Die leicht säuerlich-scharfen Blätter werden roh in Salaten oder gekocht in Suppen verzehrt. Zum Keimen brauchen die Samen von Portulak Wärme. Die robuste Pflanze verträgt große Hitze gut. Sie gedeiht auch in trockenen, leichten, gut durchlässigen Böden. Portulak wird in der Sonne gesät.
Dieses Gemüse braucht keine besondere Pflege.
Mehr erfahren: Portulak: säen, anbauen und ernten
Garten-Kresse
Garten-Kresse (Lepidium sativum) ist ein schnell wachsendes Frühlings-Barbarakraut mit fein gefiederten Blättern. Sie schmeckt recht scharf und eignet sich für Salate, Suppen oder als Beilage zu Pellkartoffeln. Die anspruchslose Garten-Kresse gedeiht in gewöhnlicher Erde, auch wenn diese durch vorherige Kulturen ausgelaugt ist, und im Sommer an einem eher schattigen Standort. Garten-Kresse kann ab März gesät werden, die Aussaat ist aber auch im Juli und August, ja sogar im September möglich.
Mehr erfahren: Kresse: Aussaat, Anbau und Ernte
Salat
Mehrere Salate werden im Sommer gesät: Kopfsalat, Endivie Escariol und krause Endivie. Entscheidend ist die Wahl einer Sorte, die zu den klimatischen Bedingungen passt. Denn im Sommer schießen Salate wegen der Hitze sehr schnell.
Bei der Auswahl von Salat zur Sommeraussaat helfen Ihnen:
Kohl im Sommer anbauen
Brokkoli, Rotkohl und Grünkohl können bis Ende Juni für eine Ernte von Oktober bis Februar gesät werden. Baumkohl Daubenton oder mehrjähriger Kohl kann bis Juli gepflanzt werden. Doch vor allem Chinakohl wird im Sommer angebaut. Denn die meisten Chinakohl-Sorten werden im Juli oder August in feuchten, humusreichen Boden an einem sonnigen Standort gesät. Unter diesen Anbaubedingungen keimen die Samen schnell, und der Chinakohl kann bereits 45 Tage nach der Aussaat geerntet werden.
Hier finden Sie eine Auswahl der 6 wichtigsten Chinakohl-Sorten für den Gemüsegarten.

Chinakohl wird im Juli und August gesät
Lesen Sie auch
Hitzewelle: Gemüsegarten schützenIm August säen: weiße Zwiebel
Während farbige Zwiebeln im März gesät werden, sät man weiße Zwiebeln im August, vorzugsweise in der zweiten Monatshälfte. Sie bevorzugen leichte, feste Böden, in die kürzlich kein Dünger eingearbeitet wurde. Der Boden muss zudem gut drainiert sein, da Staunässe Falschen Mehltau verursacht.
Die Aussaat erfolgt in Reihen mit 20 cm Abstand. Ende September werden die Jungpflanzen verpflanzt, sobald sie bleistiftdick sind.
Mehr dazu: Zwiebel: Aussaat, Pflanzung, Anbau, Ernte
Kürbis und Co. im Sommer säen
Kürbisse, Kürbisse, Halloween-Kürbisse sowie andere Bisam-Kürbisse und Riesen-Kürbisse werden entweder von Mitte April bis Mitte Mai in Anzuchttöpfe gesät oder ab Mitte Mai bis Mitte Juli direkt ins Freiland, in einen mit Kompost oder Mist angereicherten, fruchtbaren Boden. Heben Sie 3 cm tiefe Löcher aus und säen Sie jeweils drei Samen.
Sobald die Keimlinge gut entwickelt sind, dünnen Sie sie aus und behalten nur die kräftigste Jungpflanze. 
Für weitere Informationen:
- Abonnieren Sie
- Inhaltsverzeichnis
Dieses Formular ist durch reCAPTCHA geschützt – es gelten die Datenschutzbestimmungen und die Nutzungsbedingungen.

Kommentare